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Bad Segeberg

Segeberger Kliniken
Als 16. Reha-Einrichtung in Schleswig-Holstein Gütesiegel

Die Rehabilitation der Segeberger Kliniken hat als 16. Einrichtung im Land das Gütesiegel „medizinische Rehabilitation in geprüfter Qualität“ der Krankenhausgesellschaft (KGSH) und des Verbandes der Privatkliniken Schleswig-Holstein erhalten.

Arzt und Patient besprechen die Therapie: Oberarzt Dr. Björn Hauptmann (links) und Patient Hendrik Rickert. (Fotos: di)

Sie kommen als Gruppe und stellen unangenehme Fragen. Sie inspizieren jeden Winkel des Hauses und interessieren sich für interne Abläufe, die bislang als unantastbar galten. Den zweitägigen Besuch der Auditoren für das Gütesiegel haben die Mitarbeiter der Segeberger Kliniken noch gut in Erinnerung. Ende Januar erhielten sie den Lohn für den Aufwand, mit dem sie sich drei Monate lang auf die Prüfung vorbereitet hatten. Zwar sind die Segeberger Kliniken das 16. Unternehmen im Land, das dieses Siegel erhielt. Doch die Verleihung ist alles andere als selbstverständlich. Seit Einführung des Siegels im Jahr 2000 schaffen es durchschnittlich nur zwei Kliniken pro Jahr, die Anforderungen zu erfüllen. KGSH-Geschäftsführer Bernd Krämer berichtete bei der Verleihung in Bad Segeberg auch, dass sich manche Bewerber nach Sichtung der Unterlagen diskret wieder zurückziehen - sie scheuen den Aufwand. Fest steht: Wer die Prüfung bestehen will, sollte sich gründlich vorbereiten. Die Segeberger Reha benötigte drei Monate, was vergleichsweise kurz ist. Die Auditoren prüfen 20 Kriterien, die etwa die Therapiekonzepte betreffen, aber auch das Beschwerdemanagement, den hauseigenen Sozialdienst, interdisziplinäre Dienstbesprechungen, das Qualitätsmanagement und den ärztlichen Entlassungsbericht berühren. Wie viele der 70 von 100 möglichen Punkten eine Klinik erreicht, erfährt die Öffentlichkeit nicht. Für die Segeberger Kliniken hatte Auditorin Ulrike Petersen von der KGSH immerhin ein Sonderlob parat - denn die bauliche Struktur des Hauses erzeugt nach Meinung der Prüfer eine „Wohlfühlatmosphäre, die geeignet ist, Patienten schneller gesunden zu lassen.“

Lohn für anstrengende Arbeit: Bernd Krämer (Mitte) von der KGSH überreichte Klinikchefin Marlies Borchert und Klinikgeschäftsführer Harald Toews das Gütesiegel für die Segeberger Reha.

Klinikchefin Marlies Borchert verknüpfte Lob und Siegel mit der Hoffnung, dass sich dies auf den Patientenandrang auswirkt. Als Marketinginstrument hat das Siegel nach ihrer Einschätzung aber eine eher untergeordnete Bedeutung. Wichtig sind ihr die damit verbundene Prozessoptimierung und die Motivation der Mitarbeiter. Auch für die zuweisenden Ärzte kann sich im Einzelfall etwas ändern, zum Beispiel durch eine schnellere Information nach der Klinikentlassung. Für die untersuchten Indikationsbereiche Neurologie, Herz-Kreislauferkrankungen und Psychosomatik gewährte die Klinik am Tag der Verleihung Einblick, wie die Abläufe auf den Stationen organisiert sind. So stellte etwa der leitende Oberarzt Dr. Björn Hauptmann das Therapiekonzept für Patienten mit Multipler Sklerose vor. Im Gegensatz zu vielen anderen Kliniken sind dort überwiegend junge Patienten in Therapie. Ziel ist es, die Patienten so umfassend wie möglich über die Krankheit aufzuklären und zu einer partizipativen Entscheidungsfindung zu kommen. „Das ist für chronisch kranke Patienten besonders wichtig“, erläuterte Hauptmann. Bei seinen Patienten kommt das gut an, wie Hendrik Rickert versicherte. Segeberg ist die dritte stationäre Einrichtung, die ihn wegen seiner 2002 bekannten MS-Erkrankung stationär aufgenommen hat. Zuvor war der 30-Jährige meist der Jüngste auf den Stationen, in Segeberg fällt er mit seinem Alter nicht auf. Er lobte, dass Patienten den Umfang des Therapieprogramms mitgestalten können und damit das individuelle Leistungsvermögen berücksichtigt wird - wobei ein Mindestprogramm immer eingehalten wird. Dass die Klinik ein Gütesiegel erhielt, verwunderte Rickert nicht weiter, entscheidend waren für ihn aber die eigenen positiven Erfahrungen in der Klinik. (di)


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 2/2009

S. 24, 25