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Bad Segeberg
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Gesundheitsforum Segeberg
Der Verein ist inzwischen landesweit bekannt. Dies liegt vielleicht auch daran, dass das Forum kein reines Ärztenetz, sondern offen für alle freiberuflichen Primärversorger ist. Apotheker, Zahnärzte, Physiotherapeuten und Podologen zählen neben verschiedenen ärztlichen Fachrichtungen zu den 35 Mitgliedern des Forums. Ihr Ziel ist es, die wohnortnahe Basisversorgung zu erhalten, die Wartezeiten zu verkürzen, Gesprächs- und Therapiezeiten zu verlängern und sich als Gesprächspartner für alle Interessierten anzubieten. Um die Versorgung vor Ort zu verbessern, sind verschiedene Projekte auf den Weg gebracht worden. Dabei kann das Forum manchmal nur den Anstoß geben, für die Umsetzung müssen andere gewonnen werden. Etwa bei der Einrichtung einer psychiatrisch-psychosomatischen Tagesklinik im Ort. Hierzu entschloss sich ein Klinikträger, nachdem der Verein zuvor den nach seiner Ansicht bestehenden Bedarf deutlich gemacht hatte. Ein anderer Klinikträger hat in der Nachbarstadt Bad Oldesloe Kurzpflegestationen eröffnet. Auch zu diesem Thema hatte es zuvor Gespräche des Forums mit dem Klinikträger gegeben. Für chronisch kranke Patienten hat das Forum den Segeberger Notfallschlüssel entwickelt. Dieser USB-Stick enthält alle wichtigen medizinischen Daten des Patienten und wird über die Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein vertrieben. Wert legen die Mitglieder des Forums auf eine moderne Kommunikation. Damit die Praxisabläufe nicht gestört werden, sind Telefonate eher selten, stattdessen tauschen sie sich per E-Mail oder über andere Formen der Informations- und Kommunikations-Technologie (ICT) aus. Noch nicht etabliert, aber in Vorbereitung sind Videokonferenzen. Ebenfalls noch in Vorbereitung ist eine ärztliche Sprechstunde für bedürftige Menschen. Die Forumsmitglieder werden in dieser Sache als Ansprechpartner dienen, wenn die Segeberger Tafel parallel zur Essensausgabe im Sozialhaus eine unentgeltliche Sprechstunde anbietet. In Planung ist auch ein Arbeitskreis zur Herz-Kreislauf-Gesundheit. Hierzu verhandelt das Forum derzeit mit Krankenkassen über eine Kostenübernahme des medizinischen Angebots. In der Regel aber sind die Angebote des Forums kostenfrei. Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Denker verhehlt nicht, dass nicht jedes Projekt auf ungeteilte Zustimmung der Praxisinhaber stößt und vereinzelt als Konkurrenz verstanden wird. Dass das Forum aber auch unter den Medizinern hohes Ansehen genießt, zeigt schon deren starke Präsenz im Vorstand: Sechs der sieben Vorstandsmitglieder sind Ärzte. Denker ist aber froh, dass sie nicht unter sich bleiben. Wir brauchen Kooperationspartner und können voneinander lernen. Nur die ärztliche Sicht ist uns zu schmal, betont der Hausarzt im Ruhestand. Trotz der erreichten Erfolge steckt Denker noch voller Tatendrang für weitere Projekte. Nur das Interesse anderer ärztlicher Ruheständler konnte er noch nicht wecken. Er nimmt es niemanden übel, der sich nach seiner ärztlichen Tätigkeit erstmal nur seinen Hobbys widmet, denn er vermutet: Die meisten haben einfach die Nase voll vom Gesundheitswesen und wollen abschalten. Dirk Schnack, Postfach 12 04, 24589 Nortorf |
Schleswig-Holsteinisches
S. 23, 24 |
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