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Nachrichten in Kürze


Eine Ära neigt sich zu Ende und verneigt sich am Ende
Martin Gattermann

Sehr geehrter Herr Ratschko,

keinesfalls als einziger und wohl eher als unberufenster Gratulant muss ich mich melden. Eine Ära klingt aus.

Dr. Martin Gattermann
(Foto: Privat)

Während meines 25-jährigen Berufslebens stieß ich immer wieder auf - und mich öfter am - Phänomen Ratschko. Die erste intensivere Erinnerung war in den 80er-Jahren einmal Ihr Plädoyer für Ihre Ärztekammer auf einer unserer legendären Westküstenfortbildungen auf Pellworm, mit dem Sie als zweiter Redner des Nachmittags gegen Vortragsermüdung, Schiffsabfahrtsdiktat und, viel bedeutender, gegen das kalte Buffet ankämpften. Lassen Sie mich bekennen: Sie verloren.

Viele Reibungspunkte boten unsere gemeinsamen Jahre während meines Ärztekammermandates unmittelbar vor der Wiedervereinigung unseres Landes. Sie waren, wenn nicht „die Ärztekammer“ oder „der Vorstand“, so doch die graue Eminenz, die zunehmend mehr die Fäden in der Hand hielt. Reichlich 90 Prozent Ihrer Vorstandsanträge passierten die Vollversammlung, mochte man sich auch zuweilen mit heiliger Wut und deutlich weltlicherer Wucht dagegen anstemmen und meist vergeblich Volkes Stimme Ausdruck und Bedeutung zu verleihen trachten. Nein, ein ungebundener „unabhängiger“ Gewissenstäter hatte in der „Gesetzgebungsmaschinerie“, die Sie virtuos handhabten, allenfalls eine Außenseiterchance. Dabei bleiben mir bei meinen vielen Abstimmungsniederlagen neben der wohlwollenden vereinzelten Zustimmung besonders mancher älteren Kolleginnen und Kollegen Ihre stetige Höflichkeit und Ihr „parlamentarischer Respekt“ gegenüber uns Aufmüpfigen in guter Erinnerung. Nota bene Ihr Kompliment, dass ich die „einzigartige Gabe“ besäße, „vieles so herrlich zu komplizieren“. Wie Sie sehen, bin ich Ihrer Analyse treu geblieben.

Wenn ich es richtig einschätze, litt die Ärztekammer vor Ihrer Zeit - ähnlich übrigens wie die allgemeine Gesundheitspolitik - unter dem Spott und einer „therapeutischen Ignoranz“ der meisten Kolleginnen und Kollegen. Beides hat sich radikal geändert: Während die Politik sich auf uns Ärzte erfolgreich mit der reflexartigen Vorwurfshaltung der „Unfähigkeit“ und „Unredlichkeit“ eingeschossen hat, wuchs die Ärztekammer zur „Megabehörde“, mit diversifizierten ärztlichen Qualifikationen und der Herrschaft über ihre Handhabung und Kontrolle. Vor den schlimmsten Fällen der veröffentlichten Meinung und der Machthabung seitens der Politik gegenüber unserem Stand hat die Ärztekammer unter Ihrer Ägide sich meist erfolgreich vor ihre Mitglieder gestellt. Allerdings trifft sie in ihrer schieren Größe und Machtfülle ärztliche Skepsis und oft auch des Einzelnen Ohnmachtsgefühl.

Mir persönlich haben Sie als Herausgeber unserer „gelben Gefahr“ aber eigentlich stets Mut gemacht, und haben mich vieles sagen lassen, was veröffentlicht sehen zu können ich meiner Ärztekammer gelegentlich überhaupt nicht zugetraut hatte. Das Ärzteblatt ist eine Institution demokratischen Gehörs und eine Diskussionsplattform geworden - und das verdankt es seinem (bisherigen) „Boss“. Trotzdem sei angemerkt, dass sich viele vieles anders wünschten - das wissen Sie zu allererst -, und dass man sicherlich sehr kritisch Wahrnehmungs- und Wirkungsgrad dieses Blattes sehen muss. Ich habe viele Kolleginnen und Kollegen erlebt, die es lesen, aber auch viele, die es ignorieren.

Für Ihren weiteren Lebensweg - Sie werden uns ja sicherlich vielfältig trotzdem erhalten bleiben - wünsche ich Ihnen eine listige Kombination aus Weisheit und Wissenshunger, gepaart mit Ihrer Insidererfahrung, schöpfend aus Ihren Netzwerken und den vielen persönlichen Kontakten mit besorgten und anregenden Rückmeldungen. Um Ihr wissenschaftliches Lebenswerk mache ich mir dabei die geringsten Sorgen, selbst die dazugehörige Portion Mut muss man nicht anmahnen, weil man sie ja als gegeben kennt.

Der Lotse - ähnlich wie weiland der Eiserne Kanzler - geht von Bord. Man darf gespannt sein, wie es seinem Dampfer „Ärztekammer“ (und ihrem Publikationsorgan Ärzteblatt) ergehen mag.

Dr. Martin Gattermann, Allgemeinarzt, Pestalozzistr. 16, 25826 St. Peter-Ording


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in der Januar-Ausgabe des Schleswig-Holsteinischen Ärzteblattes hat sich der langjährige Schriftleiter Dr. Karl-Werner Ratschko von Ihnen verabschiedet. Ihre Reaktionen darauf zeigen uns, wie sehr Sie seine Arbeit geschätzt haben.
Dirk Schnack (Foto: Privat)

Unter seiner Leitung ist es gelungen, Ihnen monatlich einen Überblick über die wichtigsten Themen aus dem Gesundheitswesen im Land und - wenn schleswig-holsteinische Interessen berührt waren - auch aus den Nachbarregionen und von der Bundesebene zu geben. Als langjähriger Autor für dieses Blatt konnte ich beobachten, wie wichtig den Lesern Unabhängigkeit und Meinungsvielfalt auch in einem Blatt einer Körperschaft sind. Sie werden das Schleswig-Holsteinische Ärzteblatt auch nach dem Ausscheiden von Dr. Karl-Werner Ratschko an diesen Kriterien messen wollen und können.

Als neuer leitender Redakteur für dieses Blatt werde ich mich darum bemühen, Sie mit einer breiten Themenpalette über die wichtigsten aktuellen Probleme im Gesundheitswesen unseres Bundeslandes zu informieren. Das heißt für uns, dass wir nicht nur die Sichtweisen von Organisationen und Verbänden mit der erforderlichen kritischen Distanz begleiten, sondern immer wieder auch die Auswirkungen der Standespolitik auf den einzelnen Klinikarzt, die Praxisinhaberin, den Medizinstudenten oder auf die Ärztin in anderer Tätigkeit transportieren werden.

Als freier Journalist bringe ich keinen „Stallgeruch“ der Körperschaft mit und ich werde auch künftig neben dem Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt für andere Medien schreiben. Dass die Kammer mir dennoch die Verantwortung als leitender Redakteur übertragen hat, zeigt, wie ernst die Kammer die unabhängige Berichterstattung nimmt. Um diesen Anspruch zu erfüllen, werden wir mittelfristig den Kreis der freiberuflichen Autoren verbreitern.

Wie jede Redaktion bleibt das Schleswig-Holsteinische Ärzteblatt auf die Resonanz der Leser angewiesen. Über Anregungen und konstruktive Kritik freue ich mich.

Ihr
Dirk Schnack

 


Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Modernstes Klinikum Europas

Prof. Dr. Jörg F. Debatin
(Foto: hk)

Das neue Klinikum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) wurde nach dem Umzug der Patienten am 31.01./01.02.09 am 2. Februar offiziell eröffnet. Dann werden hier jährlich auch einige tausend eher schwere Fälle aus dem großenteils schleswig-holsteinischen Umland hereinkommen - wodurch bekanntlich die relativ günstigen Kennzahlen der stationären Versorgung in unserem Lande nicht gerade verschlechtert werden.

Beim Presserundgang am 11. Dezember 2008 vor der Schlüsselübergabe präsentierte der vierköpfige UKE-Vorstand mit dem ärztlichen Direktor Prof. Dr. Jörg F. Debatin an der Spitze den Riesenbau (200 x 120 m2) für 17 bisher verstreute Kliniken mit 400 Patientenzimmern, 16 OP-Sälen und insgesamt 1 800 Mitarbeitern.

Interessant ist die vertikal übereinander angeordnete Zusammenfassung von Fachdisziplinen vor (etwa „Neuro-Turm“), während horizontal je Stockwerk nur eine Funktion wie OP oder Intensivstation oder Bettenstation oder Forschung/Arzträume vorgesehen ist. Trotz der zeittypischen, durchrationalisierten Glas-Beton-Architektur soll es „keine seelenlose Maschine sein, sondern den Patienten eine hohe Aufenthaltsqualität bieten“. (hk)



Universitäts-Augenklinik Lübeck
Referenzzentrum für Operationen des Grauen Stars

Die Lübecker Universitätsklinik für Augenheilkunde wird Referenzzentrum für die Operation von Grauem Star mit kleinsten Schnitten (Kleinstschnitt-Kataraktchirurgie). Bei diesem Verfahren wird die gesamte Operation, also sowohl die Entfernung der getrübten Augenlinse als auch das Einsetzen der Kunstlinse, über winzig kleine Einschnitte von weniger als zwei Millimetern durchgeführt.

Operation des Grauen Stars (Foto: Universität zu Lübeck)

Lag die Schnittgröße bei Staroperationen vor 15 Jahren noch bei sechs Millimetern, so hat sie nun innerhalb kürzester Zeit eine Entwicklung über etwa drei Millimeter bis hin zum Kleinstschnitt von 1,8 Millimetern gemacht. Die Patienten profitieren davon erheblich. Kleinstschnitte haben den Vorteil einer schnelleren Wundheilung, eines reduzierten Infektionsrisikos und damit einer höheren Sicherheit. Darüber hinaus wird durch die kleinere Schnittgröße weniger Hornhautverkrümmung ausgelöst.

Den Status eines „Referenzzentrums für Kleinstschnitt-Kataraktchirurgie“ erhält die Lübecker Klinik für Augenheilkunde von der Bausch & Lomb GmbH, Berlin, dem führenden Hersteller von Geräten und Linsen für so geringe Schnittgrößen.

Die Aufgabe des Referenzzentrums besteht darin, Kataraktchirurgen beim Erlernen und Perfektionieren der Kleinstschnitt-Techniken zu unterstützen. (Rüdiger Labahn, Universität zu Lübeck)



Impfen für ältere Menschen
Flyer informiert über Schutzimpfungen für ältere Menschen

„Impfen für ältere Menschen: Ja bitte!“ heißt das aktuelle Faltblatt, das die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung (LVGF) im Rahmen der Impfkampagne des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren des Landes Schleswig-Holstein herausgegeben hat.

„Ich bin über 60. Soll ich mich noch impfen lassen?“, ist eine häufig gestellte Frage.

Gerade für ältere Menschen ist es besonders wichtig, sich impfen zu lassen. Schutzimpfungen leisten einen wichtigen Beitrag, um Gesundheit und Lebensqualität bis ins hohe Alter zu erhalten. Auch das Immunsystem wird älter und ist nicht mehr so leistungsstark wie in jungen Jahren.

In dem Faltblatt ist aufgeführt, welche Schutzimpfungen nötig sind und warum die Impfung gegen Krankheiten wie Grippe, Pneumokokken, Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten so wichtig ist. Zudem erfährt man, was es zu bedenken gibt, wenn zum Beispiel intensiver Kontakt zu Kindern besteht oder Reisen in ferne Länder unternommen werden.

Der Flyer kann bei der Landesvereinigung angefordert, Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. in Schleswig-Holstein, Geschäftsführerin und Projektkoordinatorin Dr. phil. Elfi Rudolph, Flämische Straße 6-10, 24103 Kiel, Tel. 0431/94294, Fax 0431/ 94871, E-Mail gesundheit@lvgfsh.de, oder im Internet unter www.lv-gesundheit-sh.de heruntergeladen werden. (Hilke Lind, LVGF)



Onkologische Schwerpunktpraxen

Zur bemerkenswert positiven Patientenbefragung des Berufsverbandes der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (in Deutsches Ärzteblatt 50/2008, S. 871 ff.) ist anzumerken, dass der seit 2000 bestehende Verband auch in Schleswig-Holstein vertreten ist (Sprecher Dr. Human Bolouri, Kiel, und Dr. Dirk Uthgenannt, Lübeck). Praxen gibt es insbesondere in Kiel, Lübeck und im Hamburger Umland. Im Handbuch für das Gesundheitswesen in Schleswig-Holstein findet man allerdings auf Anhieb keinen Zugang - nicht nur in diesem Punkt besteht die Möglichkeit einer Verbesserung von Aussagefähigkeit und Übersichtlichkeit.

Die schleswig-holsteinischen Kollegen hätten eine besonders gute interne Kooperation und keine besonderen Probleme nach außen, war aus einer großen Praxis zu hören. Beispielsweise in Reinbek (Schwerpunktpraxis Dr. Fritz et al.) sei die Arzneimittelversorgung über die Krankenhausapotheke Reinbek und eine Offizin in Bad Oldesloe klar geregelt, sagte Dr. Fritz. Die Kritik von Patienten an Wartezeiten (bei Folgeterminen) sei allerdings weithin zutreffend.
Hier und an anderen organisatorischen Dingen wie der Erreichbarkeit im Notfall über nicht störungsanfällige Rufanlagen werde mit einem sorgfältigen Patientenmanagement weiterhin gearbeitet. (hk)



Förderstipendium der DIVI-Stiftung für Notfallmediziner am Campus Kiel

Dr. Patrick Meybohm, wissenschaftlicher Assistenzarzt der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, ist mit dem Förderstipendium der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ausgezeichnet worden. Verliehen wurde der mit 10 000 Euro dotierte Preis auf dem 9. Kongress der DIVI Anfang Dezember 2008 in Hamburg. Dr. Meybohm teilt sich den Preis mit einem Mediziner der amerikanischen Harvard University.

Ausgezeichnet wurde Dr. Meybohm für sein experimentelles wissenschaftliches Projekt zum Einfluss einer Kühlung nach Herzinfarkt und Herz-Kreislauf-Stillstand auf die Entzündungsmarker und den Organschaden. Damit wurde die seit einigen Jahren am Campus Kiel etablierte Arbeitsgruppe Experimentelle Notfallmedizin erneut hochrangig ausgezeichnet. (Pressesprecher, UK S-H)



UK S-H, Campus Lübeck
Neue Doppelspitze der Radiologie und Nuklearmedizin

Mit PD Dr. Inga Buchmann (38), die seit Anfang Dezember die Abteilung für Nuklearmedizin am Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) leitet, ist die neue Doppelspitze der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin nun komplett. Bereits im Juni 2008 war Prof. Dr. Jörg Barkhausen (42) als Klinikdirektor angetreten.

PD Dr. Inga Buchmann
(Fotos: UK S-H)
Prof. Dr. Jörg Barkhausen


Erklärtes Ziel des Leitungsteams ist es, in der technisch bereits nach modernsten Maßstäben ausgestatteten Klinik Diagnostik- und Therapieverfahren weiter zu entwickeln und Patienten von der raschen Umsetzung aktueller wissenschaftlicher Ergebnisse in die klinische Routine profitieren zu lassen. Beispielsweise können schon heute am UK S-H viele invasive Katheteruntersuchungen oder Röntgenverfahren durch die weniger belastende Magnetresonanz-Tomographie (MRT) ersetzt werden.

Prof. Dr. Barkhausen ist Experte für MRT-Techniken mit den Schwerpunkten Herz und Gefäße, Tumorerkrankungen sowie Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Der klinische und wissenschaftliche Fokus von Dr. Buchmann, zuvor Oberärztin am Universitätsklinikum Heidelberg, liegt im onkologischen Bereich. Die Primärdiagnostik bösartiger Tumoren, die Metastasensuche und die Beurteilung des Therapieerfolgs sowie die Durchführung interner Radiotherapien werden ein Schwerpunkt ihrer Arbeit am UK S-H sein. (Pressesprecher, UK S-H)



Kieler Stiftungsprofessur für spezielle Gastroenterologie

Prof. Dr. Andreas Raedler
(Foto: Asklepios Klinik)

Prof. Dr. Andreas Raedler, der bekannte Spezialist für CED (chronisch-entzündliche Darmerkrankungen), ist im November auf die W3-Stiftungsprofessur für spezielle Gastroenterologie entzündlicher Erkrankungen an der Medizinischen Fakultät der Universität Kiel berufen worden. Vor Redaktionsschluss für diese Ausgabe stand so gut wie fest, dass der als Chefarzt an der Asklepios-Klinik Hamburg-Rissen tätige Prof. Raedler den (auf fünf Jahre befristeten) Ruf annehmen würde und schon ab dem 1. Februar in Kiel im Bereich des Exzellenzclusters „Entzündung an Grenzflächen“ (Koordinator Prof. Stefan Schreiber) tätig ist. Der mit Lübeck, Borstel und Hamburg vernetzte Forschungsverbund wird personell ausgebaut: Für drei weitere Professuren (W2 und W3) sind Rufe ergangen und teils angenommen, so für molekulare Prävention, evolutionäre Genomik und für Epidemiologie.

Prof. Raedler kann in Kiel insbesondere seine Erfahrungen in der Zwillingsforschung einbringen, wird zugleich aber zeitweise auch für seine Hamburger Patienten da sein. (hk)



„Privat finanzierte Medizin europaweit auf dem Wachstumspfad“
Ungeachtet der gegenwärtigen Finanzkrise würden die Märkte für Gesundheitsdienstleistungen in Europa weiter kräftig wachsen, prognostizierte Prof. Dr. Leonhard Hajen vom Fachbereich Sozialökonomie der Universität Hamburg. Der frühere Wissenschaftssenator und jetzige Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung sprach am 6. Januar auf Einladung der Forschungsstelle für Sozialrecht und -politik der Universität zum Thema „Europäischer Wachstumsmarkt: Gesundheitsdienstleistungen zwischen Vision und Realität“.

Die grenzüberschreitenden Gesundheitsdienstleistungen würden über ihr bisher begrenztes Maß (vgl. SHÄ 12/2008, S. 9) zunehmen, wenn die soziale Finanzierung weiter ab- und die private Finanzierung zunimmt. Damit könnten die Renditechancen für Anlagen im Gesundheitssektor besonders attraktiv werden, zumal im Vergleich zu den in Misskredit geratenen Anlageformen. Nicht die EU-Richtlinie über die - genehmigungsfreie - Ausübung der Patientenrechte (KOM 2008 414 v. 02.07.08), sondern der Privatisierungsdruck sei entscheidend, d. h. letztlich die Frage, wie wir künftig im Gesundheitswesen das Verhältnis von Staat und Markt regeln. (hk)


Buchtipps

Krankenhaus-Report 2008/2009
Der alljährlich mithilfe des AOK-Instituts (WIdO) erscheinende Krankenhausreport hat in der aktuellen Ausgabe den Schwerpunkt „Versorgungszentren“ (MVZ). In rund 30 Beiträgen des Sammelbandes geht es dabei um Bestandsaufnahme, Ziele, ausländische Erfahrungen, aber auch um die Patientenperspektive. Unter den Autoren sind Versorgungsforscher wie die Prof.es Pfaff, Busse, Robra oder Neubauer, aber auch bekannte Ärztevertreter wie Dr. Leonhard Hansen oder Prof. Dr. Thomas Lichte.

In einem weiteren Teil geht es um die Krankenhausfinanzierung, die wirtschaftliche Steuerung von Kliniken in DRG-Zeiten oder um Patientenwege ins Krankenhaus. Statistische Krankenhaus-Daten, die einen Vergleich mit der eigenen Klinik ermöglichen, runden den Band ab.

Krankenhaus-Report 2008/2009, Schattauer Verlag Stuttgart 2009, 457 Seiten, 54,95 Euro, ISBN 7945-2646-8.

Hypertonie
Als neues Heft 43 in der Reihe Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE-Bund 43) ist der Titel „Hypertonie“ erschienen. In knapper Form wird über Epidemiologie und die (suboptimale) Versorgungslage berichtet. Das wie stets vom Robert Koch-Institut herausgegebene Heft mit 35 Seiten ist dort kostenlos zu beziehen (E-Mail gbe@rki.de, Tel. 030/18754-3400). (hk)



Für Sie gelesen

Gesundheitsreform: Systemänderung ja, Erfolgskontrolle nein (Prof. Beske)
„Es gibt keine sachliche Begründung für diese Gesetzeswerke (Gesundheitsreform, hk) mit tiefgreifenden Veränderungen in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung, mit einer Systemänderung. Was verändert wird, ist ideologisch bedingt ... (Im Ergebnis:) ... wird dieses System weit entfernt sein von dem jetzt der Vergangenheit angehörenden und so hoch gelobten System einer staatsfernen Gesundheitsversorgung.“

Prof. Dr. Fritz Beske, Kiel, in: Arzt und Krankenhaus 12/2008, S. 362 f.

Prognose aus Modellregion im Nachbarland
„Im Zeitraffer hat sich im Nordosten Deutschlands seit der Wiedervereinigung ein demografischer Wandel vollzogen (zumal durch Abwanderung Jüngerer), der für den Rest der Republik erst in circa 20 Jahren erwartet wird ... Demenzerkrankungen werden sich nahezu verdoppeln, Herzinfarkte und Darmkrebs um rund 30 Prozent und Diabetes mellitus um mehr als 20 Prozent ansteigen ... 40 Prozent der Hausärzte werden über 68 sein, der Klinikbettenbedarf wird um 20 Prozent ansteigen.“

Aus der SHIP-Studie („Study on Health in Pomerania“, ab 1997 fortlaufend) des epidemiologisch-gesundheitswissenschaftlichen Instituts der Universität Greifswald, berichtet in „Erfolge der Gesundheitsforschung“, Hg. BMBF, Jan. 2009, S. 32 f.: „Datenschutz aus Vorpommern“ - dahingestellt sei, wieweit regionale und zeitgeschichtliche Faktoren eine Verallgemeinerung zulassen. (hk)



Medizinische Fachangestellte und Arzthelferinnen
Winterprüfung 2008/2009

Der Zentrale Prüfungsausschuss für Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen hat die Winterprüfung 2008/2009 mit den praktisch/mündlichen Prüfungen im Januar 2009 abgeschlossen. Die gesamte Prüfung wurde in der Ärztekammer Schleswig-Holstein zentral durchgeführt. Der Dank der Ärztekammer gilt auch in diesem Jahr den Mitgliedern des Zentralen Prüfungsausschusses unter Vorsitz von Beate Burmeister, Pinneberg, und Tatjana Haase, Hamburg.

51 Auszubildende haben an der Abschlussprüfung teilgenommen. Davon haben 29 Auszubildende die Abschlussprüfung aufgrund überdurchschnittlicher Leistungen vorzeitig abgelegt. Vier Auszubildende haben die Prüfung leider nicht bestanden. (Ga)



Nordfriesland
„Freie Arztpraxen Eiderstedt AG“ gegründet

Zum Jahreswechsel wird das Westküstenklinikum Heide ein so genanntes Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit einem weisungsgebundenen Allgemeinarztsitz in St. Peter-Ording einrichten. Dies bedroht die Existenzfähigkeit der Haus- und Facharztpraxen vor Ort und auf ganz Eiderstedt. Daher hat sich am 15. Dezember 2008 die Arbeitsgemeinschaft „Freie Arztpraxen Eiderstedt“ gebildet. Die gesetzten Ziele sind die Aufrechterhaltung der flächendeckenden Versorgung auf der Halbinsel Eiderstedt durch freiberufliche, persönlich Verantwortung tragende niedergelassene Ärzte, der Erhalt der freiwerdenden Kassenarztsitze für die Versorgung in der Fläche, die Aufrechterhaltung des kontinuierlichen Arzt-Patienten-Kontaktes mit freier Arztwahl und Hausbesuchsangebot sowie umfangreiche Kooperation mit allen Senioren- und Behindertenheimen, ambulanten Pflegediensten und allen umliegenden Krankenhäusern.

Die hier zusammengeschlossenen Ärzte freier Praxen sind: Dr. Hanspeter Bange, Dres. Martin und Sabine Gattermann, Dr. Thomas Georgi, Dr. Bernhard Gottwald, Dr. Carsten-Hinrich Hokamp, Dr. rer. nat. Ursula Jedicke und Harald Jedicke, Leif Katerberg, Dr. Ralph Kramer, Dr. Frauke Mehret, Dr. Asgar Nokodian, Dr. Michael Otto, Wolf-Alexander Schünemann, Dr. Babett Seidler, Markus Thoboell und Dr. Robert Wysocki.

Ansprechpartner sind Dr. Frauke Mehret, Dr. Babett Seidler und Dr. Martin Gattermann.

Anlass für die Gründung der Ärztevereinigung ist ein typisches Beispiel für die Art Medizin, die die Zukunft prägen möchte und die bisherige Struktur bedroht. In St. Peter-Ording hat wohl erstmalig im ländlichen Bereich unserer Region ein regionales Krankenhaus (das Westküstenklinikum Heide) gegen den erklärten Willen der niedergelassenen Ärzte ein MVZ installiert, obwohl bisher die unmittelbar betroffenen niedergelassenen Ärzte mit ihren Patienteneinweisungen zur Existenzsicherung gerade auch dieses Krankenhauses beigetragen haben und die Zusammenarbeit auf allen Ebenen sehr gut funktioniert hat.

Aus der Sicht der Haus- und Fachärzte Eiderstedts geschieht diese Gründung ohne Not, ohne Maß und ohne Rücksicht. Sie ist für die Arztpraxen vor Ort und letztlich auf ganz Eiderstedt existenzbedrohend.

Für die Patienten kann die als Folge dieser Gründung mögliche Schließung von Haus- und Facharztpraxen zu einer Zentralisierung und zu weiteren Wegen zum Arzt führen. Außerdem ist offensichtlich, dass durch diese MVZ-Gründung eines einzelnen Krankenhauses die Wahlmöglichkeiten der Patienten für notwendige Klinikbehandlungen eingeschränkt werden sollen. Diese Beschränkung schadet dann auch den hiesigen Krankenhäusern des Kreises Nordfriesland, wie die „Freien Arztpraxen Eiderstedts“ ausdrücklich betonen. (Pressemitteilung der „Freien Arztpraxen Eiderstedts AG“, Dr. Frauke Mehret)



Ostseeklinik Holm
Neubau eines Bettenhauses

Entstehen werden 235 Patientenzimmer für die Fachabteilungen Kardiologie, Orthopädie und Pneumologie. Dazu kommen die Funktionsbereiche wie Rezeption, Patientenverwaltung, Vortrags- und Seminarräume, Therapieräume, Arbeitsräume des Pflegedienstes, Arztzimmer und Wirtschaftsräume.

Bauherr mit einem Investitionsvolumen von rund 18 Millionen Euro für den Neubau ist die Ostseeklinik Schönberg-Holm Renditefonds GmbH & Co. KG, ein Unternehmen der IMMAC Holding AG Hamburg; die Sanierung des bereits bestehenden Funktionsgebäudes übernimmt die Ostseeklinik Schönberg-Holm selbst. Die IMMAC ist seit zehn Jahren Investor für bislang ca. 60 Sozialimmobilien, die Okli ist darunter die erste Klinik. In kürzester Zeit von nur rund neun Monaten wurde das Projekt vom Architekturbüro Meding Plan & Projekt geplant und erst am Tag vor dem Spatenstich die endgültige Vertragsfassung unterzeichnet.

Spatenstich des neuen Bettenhauses der Ostseeklinik Holm
(Fotos: Ostseeklinik Holm)

Entstehen wird ein treppenartig angelegtes Gebäude, das den Eindruck von Einzelgebäuden vermitteln soll. Durch farbliche Changierungen der Balkone an jedem Appartement soll ein Hauch von Urlaubsflair aufkommen. Es sind neben dem Funktionsgebäude auch Therapieräume im Bettenhaus vorgesehen, sodass auf jedem Flur ein Behandlungsraum zur Verfügung stehen wird und sich die Wege für die immobileren Patienten damit deutlich verkürzen.

Schönbergs Bürgermeister Wilfried Zurstraßen ist überzeugt, dass die Ostseeklinik Schönberg-Holm auf dem richtigen Weg ist.

Heinz-Karl Heilig, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Ostseeklinik Schönberg-Holm, bescheinigte der Okli, dass es sich lohne, einen langen Atem zu haben. Bereits 1997 stand der Neubau eines Bettenhauses so gut wie fest und fiel dann den Turbulenzen im Gesundheitswesen, ausgelöst durch den damaligen Gesundheitsminister Horst Seehofer, zum Opfer. „Die vergangenen Jahre haben die Okli gestärkt, sodass die nun gewonnene wirtschaftliche Perspektive für die Patienten, Mitarbeiter und Kommanditisten gut genutzt werde“, so Heilig. Der Neubau soll im März 2010 übergeben und im April in Betrieb genommen werden. (Ostseeklinik Holm)


Goldenes Doktordiplom

Die Charité ehrt seit vielen Jahren ihre Alumni, die vor 50 Jahren an der Charité promoviert haben, mit der Vergabe einer „Goldenen Doktorurkunde“. In diesem Jahr soll es nun zum dritten Mal in Folge wieder im Rahmen eines großen Festaktes im Konzerthaus am Gendermenmarkt in Berlin-Mitte erfolgen. Infolge der Wirren der Nachkriegs- und Vorwendezeit ist der Kontakt zu so mancher Kollegin/manchem Kollegen leider verloren gegangen. Sollten Sie vor etwa 50 Jahren in Berlin promoviert haben oder jemanden kennen, für den das zutrifft, melden Sie sich bitte: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Promotionsbüro, Manuela Hirche, Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin, E-Mail manuela.hirche@ charite.de. (Charité)



Bundessozialgericht
Funktionstraining darf länger als 24 Monate verordnet werden

Bisher wurde das Funktionstraining durch die Krankenkassen für zwölf Monate, bei schwerer Beeinträchtigung längstens für 24 Monate geleistet. Diese generelle Beschränkung wurde nun durch ein Urteil des Bundessozialgerichts aufgehoben (17.06.2008, B 1 KR 31/07 R).

Das BSG stellt fest, dass eine generelle Einschränkung der Anspruchsdauer nicht wirksam sein kann, die Anspruchsdauer habe sich vielmehr nach der medizinischen Notwendigkeit zu richten. Der Anspruch der Kläger wurde anerkannt.

Somit kann das Funktionstraining auch länger als 24 Monate rezeptiert werden, bei Ablehnung ergibt sich die Möglichkeit des Widerspruchs für den Patienten.

Funktionstraining stellt eine ergänzende Leistung zur Rehabilitation dar und belastet daher nicht das ärztliche Heilmittelbudget. Es kann von jeder Ärztin und jedem Arzt mittels eines einfachen Formulars verordnet werden (Muster 56, erhältlich bei den Kassenärztlichen Vereinigungen).


Entwickelt wurde das Funktionstraining von Krankengymnastik-Experten und der Deutschen Rheuma-Liga. Es umfasst regelmäßige bewegungstherapeutische Übungen in kleinen Gruppen unter physiotherapeutischer Anleitung. Ein Einstieg in die fortlaufenden Kurse ist jederzeit möglich. Indikationen sind Polyarthrose, Osteoporose, Fibromyalgie, entzündlich-rheumatische Erkrankungen und andere.

Weitere Informationen gibt es bei den örtlichen Arbeitsgemeinschaften der Deutschen Rheuma-Liga Schleswig Holstein. (Dr. Pontus Harten, 2. Vizepräsident der Deutschen Rheuma-Liga Schleswig Holstein)



Asklepios Klinik Bad Oldesloe
Neuer Chefarzt der Frauenklinik

Dr. Rainer Gros
(Foto: Asklepios Klinik)

Anfang Februar 2009 hat Dr. Rainer Gros das Amt des Chefarztes der Frauenklinik und damit auch die Leitung des zertifizierten Brustzentrums an der Asklepios Klinik in Bad Oldesloe übernommen. Dr. Gros hat in Würzburg und München Humanmedizin studiert. Er arbeitete als Assistenzarzt, Oberarzt und leitender Oberarzt an den Kliniken Wetzlar, Hildesheim und an der Ivo Pitanguy Klinik in Rio de Janeiro. Zuletzt war Dr. Gros als Chefarzt der Frauenklinik in Idar-Oberstein tätig.

Dr. Gros ist Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit den Subspezialisierungen der gynäkologischen Onkologie und der speziellen Geburtshilfe/ Perinatologie. Seine hohe Fachkompetenz auf dem Gebiet der onkoplastischen Mammachirurgie zeigt er in zahlreichen Veröffentlichungen, als Autor von Fachbüchern für die gynäkologisch plastische Chirurgie und als Vorstandsmitglied der AWOgyn.

Dr. Rainer Gros wird das breite fachliche Spektrum der Frauenklinik und des zertifizierten Brustzentrums Bad Oldesloe durch ein umfangreiches Angebot an gynäkologisch plastischen Operationen erheblich erweitern. (Dr. Wulfram Höhn)



Gendefekt Ursache für Epilepsie

EEG-Untersuchungen helfen bei der Diagnose von Epilepsien: Prof. Ulrich Stephani im Gespräch mit einer jungen Patientin aus Kiel. Mittels EEG werden die Potenzialschwankungen im Gehirn laufend gemessen, um epileptische Anfälle abzuleiten. Anhand der Kurven können Ärzte den Ort im Gehirn aufspüren, von denen Anfälle ausgehen. In vielen Fällen jedoch gibt es keinen „Herd“ im Gehirn, und epileptische Anfälle betreffen beide Hirnhälften (generalisierte Epilepsien). Gerade für diese Epilepsien wurden genetische Faktoren wie die 15q13.3 Deletion als Ursache gefunden. (Foto: UK S-H)

Wissenschaftler bringen eine Veränderung auf Chromosom 15 mit erblich bedingter Epilepsie in Zusammenhang.

Wie das Wissenschaftsmagazin Nature Genetics in seiner neuen Online-Ausgabe berichtet, haben Wissenschaftler einen Gendefekt gefunden, den man erblich bedingten Epilepsien zuordnen kann. Als Ort für den Defekt bestätigte sich - wie in der Literatur bereits angenommen - Chromosom 15. Bei einem Teil der untersuchten Kranken fehlte ein Teil des Chromosoms 15 in der Region 15q13.3. Untersuchungen an weiteren Patienten aus den USA bestätigten das Ergebnis. Das komplette Fehlen kleiner Chromosomenstücke, im Fachjargon Mikrodeletion, wurde bisher noch nicht mit dem Auftreten häufiger Erkrankungen, zu denen auch ein Großteil der Epilepsien zählen, in Verbindung gebracht.

Dr. Ingo Helbig, Universität Kiel und Klinik für Neuropädiatrie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, ist der Erstautor der Studie.

Erkennung von Mikrodeletion auf Chromosom im menschlichen Genom durch einen SNP-Array: Anhand mehrerer hunderttausender Marker wird die Signalstärke an verschiedenen Stellen der Erbsubstanz gemessen. Ein Absinken der Signalstärke (roter Balken) in bestimmten Bereichen eines Chromosoms ist ein Hinweis darauf, dass ein Teil der Erbsubstanz fehlt. Das Konsortium um Ingo Helbig und Thomas Sander nutzte in dieser Arbeit modernste informatische Methoden, um Genome von Patienten mit Epilepsie und Kontrollpersonen auf das Vorhandensein von Mikrodeletionen auf Chromosom 15 abzutasten. Die gefundene Mikrodeletion fand sich lediglich bei Patienten mit Epilepsie und nicht in Kontrollen.


Bis zu drei Prozent der Bevölkerung erleiden im Leben epileptische Anfälle, etwa ein Prozent gilt als epilepsiekrank. Die Forscher hoffen, dass das Wissen um den neu entdeckten Gendefekt eine gezielte Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung erblich bedingter Epilepsie ermöglicht. Bisher liegen fast ausschließlich Genfunde vor, die mit den selteneren Formen der Epilepsie in Verbindung stehen. Deshalb sind die neuen Erkenntnisse über die 15q13.3 Mikrodeletion sehr wichtig. Erbliche Faktoren spielen in vielen Epilepsien eine herausragende Rolle. (Susanne Schuck, UK S-H)



Modernstes Endoskopie-Trainingszentrum am Hamburger Stadtrand

Das „weltweit modernste Schulungszentrum“ für endoskopische minimal-invasive Chirurgie ist kürzlich in Hamburg-Jenfeld nahe der Autobahn nach Lübeck eröffnet worden. Das „Olympus Medical Training Centre“ (OMTC) ging Ende September 2008 in Betrieb und soll nach ersten Schulungen von Mitarbeitern und Operationstechnischen Angestellten (OTA) ab Anfang des neuen Jahres auch zahlreiche operierende Ärzte nicht nur aus Norddeutschland, sondern europa- und weltweit fortbilden.

Die Gesamtkapazität der 1 000 qm großen Räume (OP-Saal „Endoalpha“, Trainingsräume, Seminarräume, Auditorium mit 120 Plätzen) soll etwa 2 000 Teilnehmer pro Jahr ermöglichen. In einem Trainingsraum haben Ärzte sogar die Möglichkeit, Verbesserungsvorschläge zusammen mit Entwicklungsingenieuren auszuprobieren. Damit gibt es neben dem bekannten Zentrum von Ethicon (jetzt Johnson & Johnson Medical) in Norderstedt ein weiteres im Raum Hamburg.

In den Produktionshallen hinter dem OMTC werden die meist starren endoskopischen Systeme vom Olympus-Tochterunternehmen OWI (Olympus Winter & Ibe GmbH) produziert. Wesentlicher Konkurrent ist die Traditionsfirma Karl Storz, Tuttlingen. Olympus insgesamt gilt als Weltmarktführer im Bereich der flexiblen Endoskope. Winter & Ibe produzierte seit 1954 in Hamburg und hatte 1979 mit dem japanischen Optik-Konzern Olympus fusioniert. Hamburg ist auch Sitz der Olympus Europe Holding (www.Olympus-Europa.de), während das Tochter-Kompetenzzentrum „Life Sciences“ mit Mikroskopie und Diagnostik in München angesiedelt ist.

OWI-Geschäftsführer Heinz Jacqui zeigte sich für die Zukunft optimistisch, verwies auf die kräftig steigenden Mitarbeiterzahlen und sagte: „Die Medizintechnik boomt derzeit.“

PS: An der Gebäudebeschreibung des Architektenbüros („dreischiffiger basilikaler Innenraum“) hätte der bekannte, satirisch veranlagte Kölner Medizin-Kritiker Dr. Manfred Lütz (SHÄ 12/2003, 29: Gesundheitseinrichtungen - die Kathedralen der Neuzeit) sicher seine Freude. (hk)



DIMDI veröffentlicht Amtliche ATC-Klassifikation mit DDD für das Jahr 2009

Anfang 2009 trat die 6. aktualisierte amtliche Fassung der Anatomisch-Therapeutisch-Chemischen Klassifikation (ATC-Klassifikation) inklusive Definierter Tagesdosen (DDD) in Kraft, die das DIMDI ab sofort auf seinen Webseiten unter „Arzneimittel“ bzw. „Klassifikationen“ kostenfrei zum Download anbietet.

Die Basis für die amtliche Fassung beim DIMDI bildet die internationale ATC/DDD-Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation. Sie wird ebenfalls einmal jährlich aktualisiert. Um dem deutschen Arzneimittelmarkt gerecht zu werden, wird sie durch ein transparentes, regelgebundenes Verfahren jährlich an die Besonderheiten der Versorgungssituation in Deutschland angepasst.

Ziel der im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit herausgegebenen Klassifikation ist es, Tagestherapiekosten von Arzneimitteln angeben zu können. Diese ermöglichen Preisvergleiche mithilfe der DDD-Angaben verschiedener Arzneimittel nach Indikationsgebiet und Wirkstoffgruppen. Gesetzliche Grundlage hierfür bildet § 73 Abs. 8 Satz 5 im Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V). Die DDD-Angaben dienen dabei als Durchschnittsgröße, die nicht notwendigerweise die im Einzelfall angewendete Dosierung eines Arzneimittels wiedergeben. Entsprechendes gilt für die auf dieser Basis errechneten Tagestherapiekosten.

Ergänzende Informationen: DIMDI, Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Waisenhausgasse 36-38 a, 50676 Köln, Tel. 0221/4724-531, Fax 0221/4724-444, E-Mail presse@dimdi.de, Internet www.dimdi.de. Das DIMDI ist ein Institut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG). (DIMDI)



Genetiker erhält Hensel-Preis der Uni Kiel
100 000 Euro für die Entzündungsforschung

Genetik-Spezialist Andre Franke analysiert das Erbgut Tausender Probanden. Er ist mit seinem Team auf der Suche nach minimalen Auffälligkeiten, die Hinweise auf die Erkrankung an chronischen Entzündungen geben können.
(Foto: Dieter Herrmann)

Der mit 100 000 Euro dotierte Hensel-Preis der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel geht an den Genetiker Andre Franke für seine „Aufsehen erregenden Arbeiten über chronisch entzündliche Darmerkrankungen“, so die Laudatio. Der 30-jährige Juniorprofessor des Exzellenzclusters Entzündungsforschung nahm den Preis Mitte Dezember 2008 bei einem Festakt der Medizinischen Fakultät von CAU-Präsident Gerhard Fouquet entgegen. Franke hatte im vergangenen Jahr unter anderem den genetischen Hintergrund der chronischen Darmkrankheit Colitis ulcerosa aufgeklärt sowie auch bei der „Schwesterkrankheit“ Morbus Crohn mehrere neue Krankheitsgene beschrieben.

Als Genetiker im Cluster beschäftigt sich Andre Franke mit der Identifikation von Krankheitsgenen für komplexe Entzündungskrankheiten. Dabei nutzt er moderne Hochdurchsatztechnologien, die am Institut für Klinische Molekularbiologie betrieben und weiterentwickelt werden. Da bei den Experimenten Hunderte von Patienten und gesunden Kontrollpersonen untersucht werden, fallen eine Menge Daten an, für deren Analyse bioinformatisches und statistisches Know-how gefragt sind. „In meinem Team aus Biologen und Bioinformatikern versuchen wir täglich, die wenigen wichtigen Daten aus dem großen Pool zu extrahieren“, erklärt Franke. (CAU, Prof. Dr. rer. nat. Andre Franke)



50. Fortbildungswoche auf Sylt vom 07.-12.06.2009

Die Nordwestdeutsche Gesellschaft für ärztliche Fortbildung e. V. richtet vom 7. bis 12. Juni 2009 erneut einen sechstägigen Seminarkongress für Ärzte in Westerland auf Sylt aus. Die Fortbildungswoche hat in den letzten Jahren immer mehr Zulauf durch Ärzte aus Schleswig Holstein, aber auch aus dem gesamten Bundesgebiet erfahren. 2008 konnten 205 Teilnehmer begrüßt werden. Die Seminarwoche deckt ein breites Spektrum der Inneren Medizin und angrenzender Fachgebiete ab. Die Nordwestdeutsche Gesellschaft für ärztliche Fortbildung organisiert die Woche in enger Zusammenarbeit mit der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein. Es wird auf jede Art von Sponsoring durch die Pharma-Industrie verzichtet, sodass freie und unabhängige Vorträge garantiert sind. Zu halbtägig angesetzten Themenschwerpunkten bietet der Kongress jeweils vier Referate ausgewiesener Experten aus ganz Deutschland. Darüber hinaus werden halbtägige Kurse mit folgenden Themen angeboten: ein Lungenfunktionskurs, ein EKG-Kurs, ein Kurs für Reanimation und eine Exkursion zu einem Seenotrettungskreuzer. Einzelheiten zu Organisation und Programm werden auf der kontinuierlich aktualisierten Internetseite www.westerland-seminar.de präsentiert.

In diesem Jahr ist der Tagungsort der „Alte Kursaal“ in 25980 Westerland, Andreas-Nielsen-Str. 1. Zur Anmeldung und für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Sekretariat der Nordwestdeutschen Gesellschaft für ärztliche Fortbildung e. V., Barbara Fikau, Norderstr. 81, 25980 Westerland, Tel. 04651/841301, Fax 04651/841309, E-Mail info@ westerland-seminar.de, Internet www.westerland-seminar.de. (Prof. Dr. H. Hamm, Westerland)



Steuerfreie Arbeitgeberleistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung

Der im Jahressteuergesetz 2009 neu gefasste § 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG-E) sieht unter Nr. 34 vor, dass Leistungen des Arbeitgebers zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes und der betrieblichen Gesundheitsförderung steuerfrei sind. Sie müssen allerdings hinsichtlich ihrer Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20 a des Fünften Buches Sozialgesetzbuch genügen. Die Leistungen dürfen maximal 500 Euro im Kalenderjahr betragen und müssen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden. Es besteht eine Verpflichtung, über diese Zuwendungen gesonderte Aufzeichnungen zu führen.

Laut § 38 EStG gelten die Änderungen erstmals für die Grundsteuer des Kalenderjahres 2008. Die Änderungen traten am 20. Dezember 2008 (am Tag nach der Verkündigung) in Kraft.
Einkommensteuergesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 19.10.2002 (BGBl. I S. 4210; 2003 I S. 179), geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 19. Dezember 2008 (BGBl. I, Nr. 63, S. 2794). (Dr. Ina Wiederhold, Sozialministerium)

Tag der Freien Berufe
Am 4. März 2009 findet in Berlin der „Tag der Freien Berufe“ statt.
Programm

13:30 Einlass und Registrierung

15:00 Prof. Dr. jur. Wolfgang Ewer, Vizepräsident des Bundesverbands der Freien Berufe
Begrüßung

Dr. theol. Dr. h. c. Wolfgang Huber (angefragt) Ratsvorsitzender Evangelische Kirche in Deutschland Impuls: „Werte - Grundsätze - Leitbilder“

15:20 Podiumsdiskussion mit Vertretern der Freien Berufe
„Braucht die Gesellschaft noch Freie Berufe?“

Moderation: Heike Göbel, Leiterin Ressort Wirtschaftspolitik der FAZ
Visualisierung des Leitbilds für die Freien Berufe

16:30 Dr. Ulrich Oesingmann, Präsident des Bundesverbands der Freien Berufe
„60 Jahre und die Zukunft“

17:00 Dr. rer. nat. Angela Merkel, Bundeskanzlerin
Ansprache an die Freien Berufe

18:00 Empfang

20:30 Voraussichtliches Ende der Veranstaltung
Veranstaltungsort: Im ewerk, Wilhelmstr. 43, 10117 Berlin
Veranstalter, Kontakt: Bundesverband der Freien Berufe, Postfach 04 03 20, 10062 Berlin,
Tel. 030/44440, Fax 030/28444478,
E-Mail info-bfb@freie-berufe.de,
Internet www.freie-berufe.de (BfB)



Sozialministerium
100 weitere Ausbildungsplätze in der Pflege 2009

Das schleswig-holsteinische Sozialministerium fördert 100 weitere Ausbildungsplätze in der Altenpflege ab 2009. Die entsprechende Umschichtung im Haushalt des Ministeriums ist mit Inkrafttreten des Doppelhauhalts 2009/10 wirksam.

Sozialministerin Dr. phil. Gitta Trauernicht erklärte dazu: „Wir brauchen mehr gut ausgebildete Fachkräfte in der Altenpflege. Pflege ist ein zentraler politischer Schwerpunkt unserer Sozialpolitik. Besonders die Altenpflege gehört zu den wichtigsten Dienstleistungsbereichen der Zukunft.“ Um dem ansteigenden Fachkräftebedarf in der Altenpflege zu begegnen, hat das Ministerium die derzeitige Landesförderung von 1 070 Plätzen für die Ausbildung von Altenpflegefachkräften um 100 Plätze auf 1 170 Plätze aufgestockt.

Aufgrund der verändernden Alterstruktur wird sich die Zahl der hilfe- und pflegebedürftigen Menschen in den kommenden Jahren erhöhen und ein verstärkter Bedarf von qualifiziert ausgebildeten Fachkräften in der Altenpflege entstehen. Diese leisten einen wichtigen Beitrag zu einem guten gesellschaftlichen Miteinander. (Oliver Breuer, Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren)


Prof. Dr. Axel Hauschild
(Foto: Privat)

Hautkrebskongress

Prof. Dr. Axel Hauschild, Leiter des Schwerpunktbereiches Operative Dermatologie und Dermato-Onkologie des UK S-H, ist auf dem Deutschen Hautkrebskongress in Berlin für weitere zwei Jahre in seiner Funktion als Erster Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) der Deutschen Krebsgesellschaft und Deutschen Dermatologischen Gesellschaft bei den Vorstandswahlen bestätigt wurden. Außerdem wurde beschlossen, dass der Deutsche Hautkrebskongress 2010 vom 23.-25. September in Kiel unter der Präsidentschaft von Prof. Hauschild stattfinden wird. (Prof. Dr. Schwarz)


Neues aus der Kammer

Helge Timmermann
(Foto: Privat)

Die Ärztekammer Schleswig-Holstein hat Helge Timmermann (30) zum 01.01.2009 im Rahmen eines Trainee-Programmes für 15 Monate zunächst eingestellt. Helge Timmermann wird in allen Bereichen eingearbeitet.

Nach dem Studium in Betriebswirtschaftslehre hat der gebürtige Rostocker eine Ausbildung in der gehobenen Beamtenlaufbahn bei der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin absolviert. Anschließend war er als Arbeitsvermittler bei der Agentur für Arbeit in Hamburg tätig. (SH)

 



Der Koordinierungsausschuss
„Das umwelt- und qualitätsbewusste Krankenhaus in Schleswig-Holstein“
bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein lädt ein zur

14. Umweltexkursion
18.03.2009, 9:00 bis ca. 18:30 Uhr

Rheumaklinik Bad Bramstedt, Grundfos GmbH Wahlstedt
Bauer und Häselbarth - Chirurg - GmbH Ellerau
Ethicon Products Norderstedt


Treffpunkt: Parkplatz der Abfallentsorgung Neumünster, Wittorfer Feld
Teilnahmegebühr: 35 Euro
Kontakt: Ärztekammer Schleswig-Holstein, Dr. Edda Oppermann, Grit Morawski, Bismarckallee 8-12, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551/803-227, Fax 04551/803-180, E-Mail oppermann@aeksh.org
Bitte melden Sie sich schriftlich an (gern auch per Fax oder E-Mail). 7 Fortbildungspunkte

 

Leserbriefe


Leserbrief von Gerhard Leinz zur Honorarsystematik der neuen Gesundheitsreform

Psychosomatik bleibt Stiefkind.

Gerhard Leinz
(Foto: Privat)

Die Bezahlung der Leistungen der von den Krankenkassen genehmigungspflichtigen Psychotherapie ist im Rahmen der Gesundheitsreform deutlich verbessert worden. Die Bezahlung der nicht von der Genehmigung durch die Krankenkassen abhängigen überwiegend ärztlichen psychotherapeutischen Leistungen, insbesondere der Psychosomatik, bleibt deutlich dahinter zurück. Die Macht der Krankenkassen wurde damit betont.

Allen Psychotherapeuten wurden Möglichkeiten zur Leistungsausweitung zugesprochen.

Die Psychotherapie ist somit im Rahmen der Gesundheitsreform als ganz elementar für das Gesundheitswesen eingeschätzt worden. Dies ist auch nicht verwunderlich, die Bedeutung psychischer Erkrankungen für Arbeitsunfähigkeit, Frühberentung und Krankenhauskosten nimmt immer mehr zu. In letzter Zeit taucht immer wieder die Etikettierung von Psychotherapie als „Wellness Medizin“ auf. Da kann man nur sagen Ja!, Psychotherapie ist Wellnessmedizin für das Gesundheitswesen, da Psychotherapie die Arbeitsfähigkeit der Beitragszahler sichert und damit elementar für Finanzgrundlagen des Gesundheitswesens sorgt!

Das Problem des Zuganges/der Wartezeiten zu Psychotherapeuten wird aber bleiben. Für Patienten in akuter Not wird es weiter kaum kurzfristige Termine bei Psychotherapeuten geben. Die „versorgende“ (nicht von den Krankenkassen abhängige genehmigungspflichtige!) Psychotherapie und die Psychosomatik, die vom ärztlichen Ethos getragene Psychotherapie, für die Patienten, die noch nicht die Durststrecke der Wartezeit bis zum Beginn einer „Antragspsychotherapie“ durchstehen können, bleibt „Stiefkind“ der Versorgung und wird weiter Seltenheitswert haben. Dazu „passt“, dass die Mindestquote für Ärzte an der Besetzung der Niederlassungssitze für Psychotherapeuten auf 25 Prozent verringert wurde. Die Psychotherapeuten, die sich „für die akute Not“ (Krisenintervention) und die Psychosomatik zur Verfügung stellen, werden weiterhin hohe Einkommensabschläge hinnehmen müssen und weiter Schlusslicht in der Einkommensstatistik bleiben. Die Psychotherapeuten, die sich der von den Genehmigungen der Krankenkassen abhängigen antragsgebundenen Psychotherapie widmen, werden finanziell belohnt. Die Systematik der Bezahlung fördert so weiter die Chronifizierung psychischer Störungen und führt zum Aufbau von Wartezeiten für psychotherapeutische Behandlung.

Für ärztliche Psychotherapeuten bleibt es dabei: Schade, dass vonseiten vieler ärztlicher Kollegen so oft Front gegen „die Psychotherapeuten“ gemacht wird und die Notwendigkeiten der Versorgung aus insbesondere hausärztlicher ärztlicher Sicht so wenig thematisiert werden und die „ärztliche Psychotherapie vergessen wird“.

Gerhard Leinz, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Harmsstr. 76, 24114 Kiel



Leserbrief von Klaus-A. Ronneberger zur Satzungsänderung der Kassenärztlichen Vereinigung, SHÄ 1/2009, S. 86

Sehr interessant ist die im letzten Heft veröffentlichte Satzungsänderung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) von November 2008. Die Vertreterversammlung hat einen Beirat, so eine Art Notparlament zur Kontrolle des KV-Vorstandes geschaffen. Offensichtlich traut die Vertreterversammlung dem KV-Vorstand nicht mehr - wohl aufgrund schlechter Erfahrungen. Dieser Beirat soll den Vorstand der Vertreterversammlung unterstützen. Seltsamerweise sind dieser und sein Stellvertreter Mitglieder dieses Beirates, der sie unterstützen soll. Außerdem sind sie auch noch Vorstand in diesem Gremium. Eine seltsame Konstruktion.

Klaus-A. Ronneberger
(Foto: Privat)

Der Beirat soll sich selber eine Geschäftsordnung geben, die der Vertreterversammlung zwar vorgelegt, aber von dieser nicht genehmigt werden soll.

Eine Geschäftsordnung ist gewöhnlich eine Ordnung für die interne Arbeit. Trotzdem soll die Geschäftsordnung des Beirates für den Vorstand der KV bindend sein? Die Tätigkeit im Beirat ist ehrenamtlich, aber wird nach der großzügigen Entschädigungsordnung bezahlt - also ein teures Gremium.

Ich nehme an, da muss noch mal ordentlich nachgearbeitet werden.

Klaus-A. Ronneberger, Bahnhofstr. 25, 24211 Preetz


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 2/2009

S. 6-18