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Die Qual der Wahl

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

2009 ist Wahljahr - auch für die Ärztekammer Schleswig-Holstein. Vielen Mitgliedern und damit Wahlberechtigten stellt sich vermutlich die Frage: „Wen oder was soll ich eigentlich warum wählen?“
Dies hat sicherlich auch damit zu tun, dass im Gegensatz zur Kassenärztlichen Vereinigung, die für jeden Vertragsarzt von existenzieller Bedeutung - und damit im Hintergrund immer präsent - ist, die Kontakte zur Ärztekammer eher nur sporadischer Natur sind. Sie beschränken sich nicht selten auf die jährliche Überweisung des Kammerbeitrages sowie den Bezug und - wie man sieht - das Lesen des Ärzteblattes.

Die Ärztekammer verdankt ihre Existenz in erster Linie dem Prinzip, dass der Staat mit dem letzten Staatsexamen und der Approbation das weitere Schicksal der Ärzte in die Hände der „Selbst-Verwaltung“ der Ärzteschaft überträgt. In erster Linie sind dies im föderalen System Aufgaben in der Fort- und Weiterbildung und im Berufsrecht. Das hat zur Folge, dass uns dabei so mancher für eine Art Behörde hält. Dies trifft aber nur bedingt zu, da die „Kammer“ aus der Gesamtheit ihrer Mitglieder besteht, die über die gewählte Kammerversammlung die hauptamtliche Verwaltung in Bad Segeberg anweist und kontrolliert.

Richtig ist nämlich, dass unsere wichtigste Aufgabe in der Wahrung ärztlicher Interessen und der des Berufsstandes liegt. Und dies ist bei der Dominanz des Bundes in der Sozialgesetzgebung am ehesten durch eine möglichst arztnahe und effiziente Umsetzung des zentralen Verwaltungsauftrags zu realisieren.

Aber dies ist nicht immer so einfach, wie es sich im ersten Moment anhören mag.

Denn wer gelegentlich Leistungen seiner Ärztekammer, zum Beispiel in der Fort- und Weiterbildung, in Anspruch nimmt, macht sich vermutlich nur in den seltensten Fällen einen Begriff von der tatsächlichen Arbeit, die dort täglich geleistet werden muss. Und diese Tätigkeit wird immer komplexer.

Im vergangenen Jahr wurden z. B. weit über 1 200 Anträge zur Weiterbildungsprüfung bearbeitet und die entsprechende Anzahl an Prüfungen organisiert - häufig sogar mehrfach. Allein im Dezember wurden seitens der zu Prüfenden 45 Prozent aller mitgeteilten Prüfungstermine kurzfristig abgesagt, sodass ohnehin knappe räumliche und personelle Kapazitäten ungenutzt blieben. Die traditionell aktengestützte Bearbeitung stößt dabei eindeutig an ihre Grenzen. Wir stellen uns dieser Herausforderung durch den Aufbau eines neuen EDV-Verwaltungssystems, welches unter anderem die Betreuung vom Beginn einer angemeldeten Weiterbildung an bis zum Prüfungsabschluss zulässt.

Weitere Mammutaufgaben dieses Jahres sind die beschlossene bundesweite Evaluation der Weiterbildung, zu der alle Weiterbildungsbefugten und Weiterzubildenden nach den individuellen Bedingungen, unter denen Weiterbildung stattfindet, befragt werden und der erwartete „Last-Minute-Ansturm“ auf Fortbildungszertifikate zur Jahresmitte, wenn zum 30.06.2009 die erste Nachweisfrist gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung für alle die, die bereits am 01.07.2004 niedergelassen waren, abläuft.

Und Fort- und Weiterbildung ist nur eines von ganz vielen Arbeitsfeldern der Kammer!

Lust bekommen, dabei mitzumachen - mitzugestalten?

Dann entdecken Sie doch einfach Ihre Lust an der Wahl!

Mit freundlichen kollegialen Grüßen
Ihre

Dr. med. Franz-Joseph Bartmann
Präsident
Dr. med. Cordelia Andreßen
Hauptgeschäftsführerin

Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 2/2009

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