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Bad Segeberg

Sanitätseinrichtung
Bad Segeberg schließt
Horst Kreussler

Mit der Schließung der Lettow-Vorbeck-Kaserne in Bad Segeberg zum 31. Dezember geht wie in anderen Bundeswehrstandorten auch die Geschichte des alten Sanitätsbereichs zu Ende. Bereits im September/Oktober wurde das Fachpersonal weitgehend abgezogen und zum Teil im nahen Sanitätszentrum Boostedt eingesetzt, wie die Staffelchefin der Sanitätsstaffel und der Truppenambulanz Bad Segeberg, Oberstabsarzt Cora-Diane Koch, dem Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt sagte.

 
Freundliche Sanitätssoldaten (weiblich und männlich) im Geschäftszimmer der Truppenambulanz  

Zuletzt versorgte sie mit einem Kollegen, einigen Sanitätssoldaten (früher 20-30) und zivilen Angestellten wie Arzthelferinnen die Soldaten des Panzergrenadierbataillons 182 sowie andere Bundeswehrangehörige in der Nähe. Rund 1 000 Fälle waren monatlich zu verzeichnen - mit einem breiten hausärztlichen Spektrum. Dazu gehörten Magen-Darmbeschwerden, Erkältungskrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechsel- und endokrinologische Erkrankun- gen, Krebsvor- und nachsorge, psychosomatische Störungen, Sportverletzungen u. v. m. Die Diagnostik umfasste Laboruntersuchungen (Weiterleitung nach Kiel, Berlin), EKG, Lungenfunktionstest sowie die militärärztlichen Begutachtungen. In der Therapie gab es kleine chirurgische Eingriffe, Verbände, Spülungen, Inhalationen, Iontophorese und Reizstrom, die Ausgabe von Medikamenten und Hilfsmitteln sowie außerdem die zahnärztliche Behandlung.

 
  Oberstabsarzt Cora-Diane Koch (Fotos: hk)

Zur fachärztlichen Weiterbehandlung wurde überwiesen an das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg, dessen Außenstelle Fachsanitätszentrum Kiel oder in dringenden Fällen „in guter kollegialer Kooperation“ an zivile Ärzte und Therapeuten im niedergelassenen und stationären Bereich. Zivile ortsansässige Ärzte waren auch in den Anfangsjahren der Segeberger Kaserne als vertraglich gebundene Kassenärzte nebenher vor oder nach der eigenen Praxis-Sprechzeit tätig, wie der 1963 einzige Segeberger Röntgenfacharzt Dr. Wolfgang Kreussler. Später entstand ein umfangreicher eigener Sanitätsdienst, die Lettow-Vorbeck-Kaserne erhielt ein eigenes Sanitätsgebäude und der Sanitätsdienst wurde eine eigene Teilstreitkraft.

Heute aber wird nach Angaben des Vereins Forum Sanitätsoffiziere angesichts zunehmender Auslandseinsätze auch in der Bundeswehr mit ihren wohl noch rund 2 300 Medizinern das Stichwort „Ärztemangel“ diskutiert.

Dr. jur. Horst Kreussler, An der Karlshöhe 1, 21465 Wentorf


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 11/2008

S. 25