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Bad Segeberg

Eine Gesundheitsinitiative für Schleswig-Holstein
Herzintakt
Heidemarie Berke

Der plötzliche Herztod wird nach Ablauf dieses Jahres erneut die Bevölkerung Schleswig-Holsteins um ca. 5 400 Menschen dezimiert haben, dies entspricht der Größenordnung eines Ortes wie Kropp.

Auch ein noch so gut ausgebautes Rettungssystem ist nicht in der Lage, an dieser Zahl etwas zu ändern. Zur Verdeutlichung:

  • Die Prähospitalzeit, also die Zeit vom Auftreten der ersten Beschwerden bis zur stationären Behandlung, beträgt in Schleswig-Holstein bis zu 15 Stunden.
  • Das Zeitfenster für effektive Wiederbelebungsmaßnahmen bei einem plötzlichen Herztod beträgt max. acht Minuten.

Aufklärung und Vorbeugung ist also auch hier das Gebot der Stunde. Herzintakt - eine Gesundheitsinitiative für Schleswig-Holstein, die auf Anregung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren im Mai 2002 von der Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e. V. (LAG) ins Leben gerufen wurde, soll Maßnahmen anregen, fördern und durchführen, die geeignet sind, die frühzeitige Sterblichkeit an der koronaren Herzerkrankung zu verhindern, zu verringern und ihr vorzubeugen.

Die Thematik ist von dramatischer Aktualität; Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems verursachen von allen Krankheitsklassen die höchsten Kosten1:

  • 2,8 Millionen Patienten wurden im Jahr 2002 wegen Krankheiten des Kreislaufsystems vollstationär behandelt, mit steigender Tendenz.
  • Mit rund 857 000 Behandlungsfällen war hierbei die koronare Herzkrankheit die häufigste Hauptdiagnose.
  • Durch Herz-Kreislauferkrankungen entstanden dem deutschen Gesundheitswesen im Jahr 2002 Kosten in Höhe von 35,4 Milliarden Euro. Dies entspricht 16 Prozent der gesamten Krankheitskosten in Deutschland.

Mit Informations- bzw. Schulungsmodulen will Herzintakt versuchen, die vielschichtigen Probleme umfassend aufzugreifen.

Über 13 000 Schleswig-Holsteiner(innen) wurden bisher mit den u. a. Themen bei Vortrags- und Schulungsveranstaltungen erreicht:

  • Erst- und Zweitprävention der koronaren Herzkrankheit und des plötzlichen Herztodes (Autor Prof. Dr. Klaus-Dieter Kolenda, Vorsitzender LAG),
  • Herzbeschwerden - richtige Reaktion im Ernstfall (Autor: Prof. Dr. M. Kentsch, Chefarzt im Klinikum Itzehoe),
  • Laienreanimation - Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Erwachsenen und Einsatz des AED (Autor: H. Theede, Kardiologe Flensburg),
  • Frauen und koronare Herzkrankheit (Autoren: Dr. Birke Schneider, Chefärztin Sana Kliniken Lübeck in Zusammenarbeit mit Dr. Uwe Becker, Oberarzt Mühlenbergklinik Bad Malente),
  • Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen (Autor: Dr. Wynand Grote, Oberarzt Mühlenbergklinik, Bad Malente).

Dieser Erfolg ist nur in Zusammenarbeit mit gut strukturierten Gruppen (Sportvereine, freiwillige Feuerwehr, Seniorenbeiräte usw.) möglich, steht und fällt aber mit der Mitwirkung von kompetenten Referenten, sprich engagierten Ärzten. So haben beispielsweise im Jahr 2004 die Landfrauenvereine in Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten vor Ort der Initiative einen erfreulichen Auftrieb gegeben.

Die Module sind als PowerPoint-Vortrag erstellt und können für entsprechende Veranstaltungen kostenlos als CD von der LAG abgefordert werden. Eine Anleitung zur Handhabung der CD ist ebenso vorhanden wie ein vorgefertigter Text. Mit einer Fortbildungsveranstaltung zur Struktur und zu den Inhalten von Herzintakt wollen die Ärztekammer und die LAG weitere Moderatoren für eine flächendeckende Verbreitung der Informationsmodule in Schleswig-Holstein gewinnen. Am 5. November 2008 wird eine Moderatorenschulung als gemeinsame Fortbildungsveranstaltung der Ärztekammer und der LAG in Bad Segeberg angeboten.

5. November 2008, 16:30-19:00 Uhr
„Herzintakt - eine Gesundheitsinitiative für Schleswig-Holstein“
Ort: H
örsaal Ärztekammer, Bismarckallee 8-12, 23795 Bad Segeberg
Anmeldung:
LAG Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e. V., Winterbeker Weg 49, 24114 Kiel, Tel./Fax 0431/6486-290/-297, E-Mail info@laghk.lsv-sh.de
Für das Fortbildungszertifikat der Ärztekammer Schleswig-Holstein werden drei Fortbildungspunkte anerkannt (bitte an den Barcode denken). Bei einem italienischen Büffet kann die Veranstaltung mit anregenden Gesprächen ausklingen.

Heidemarie Berke, LAG, Winterbeker Weg 49, 24114 Kiel


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 9/2008

S. 24, 25