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Bad Segeberg
Was ist eigentlich
der Förderkreis Qualitätssicherung e. V.?
Katrin Roscher, Renate Söder, Joseph Schnieders
Zu einer Zeit als Dr. Eckhard Weisner erster Vorsitzender der Kassenärztlichen
Vereinigung Schleswig-Holstein war und sein Cousin Dr. Dietrich Weisner
der Ärztekammer Schleswig-Holstein vorstand, zu einer Zeit, als Horst
Seehofer das GSG (Gesundheitsstrukturgesetz) der Öffentlichkeit vorstellte,
zu dieser Zeit gründete der besagte Vorstandsvorsitzende zusammen
mit einer Handvoll regionaler Repräsentanten der Pharmaindustrie
den Förderkreis Qualitätssicherung Schleswig-Holstein e. V.
(FKQS).
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| Dr. Eckhard Weisner
(Foto: rat) |
Die Beziehung Arzt-Pharmareferent
sollte auf eine neue Grundlage gestellt werden, Projekte zur Unterstützung
von Qualitätszirkeln wurden ins Leben gerufen und alle Mitglieder
des Förderkreises brachten sich fleißig ein. Es galt Moderatorausbildungen
zu unterstützen, Schulungsmaterial zu bündeln und zu katalogisieren,
eine Checkliste zu einer ehrlichen Bewertung der Marketing-Lastigkeit
von Anwendungsbeobachtungen (AWBs) zu entwerfen. Einmal jährlich
wurde zumeist in Kiel ein hochkarätiges Symposion zum Thema Qualität
in der Medizin durchgeführt. Eine Tradition, die bis heute Bestand
hat, allerdings immer öfter auch in Bad Segeberg. Alle Aktivitäten
geschahen einvernehmlich, firmenübergreifend und vertriebsneutral.
Viele der Akteure von damals sind nicht mehr dabei, neue haben sich bis
heute für die Sache eingebracht. Der Vorstand besteht aus Vertretern
der forschenden Arzneimittelindustrie, der Ärztekammer, der Kassenärztlichen
Vereinigung und der Ärztegenossenschaft. Es geht nach wie vor darum,
gesundheitspolitische Fragestellungen gemeinsam aus den verschiedenen
Blickwinkeln zu bearbeiten und der interessierten Fachöffentlichkeit
zu präsentieren. So ist z. B. auch eine interessante, informative
Homepage entstanden (www.foerderkreis-qs.de).
Jedenfalls hat sich die Initiative von damals gelohnt und andere wichtige
Partner wie Krankenkassen-Vorstände und Apotheker sind inzwischen
aktiv dabei auf der Bühne der Veranstaltungen, aber auch, wenn es
sich um die mühevollen Vorbereitungen dazu handelt. So geht der FKQS
hoffentlich in eine gute Zukunft, trotz bewegter Zeiten, trotz vieler
Umbrüche und Einbrüche in Märkte, Dienstleistungen und
Strukturen. Der Förderkreis ist vielen eine Herzensangelegenheit,
was vor allem auch beim Vorsitzenden und Präsidenten der Ärztekammer,
Dr. Franz-Joseph Bartmann, spürbar ist. Solange das so bleibt, wird
es weitergehen mit dieser - wie es der Vorsitzende gern erklärt -
wichtigen Einrichtung zwischen den Welten von Sozial- und Kapitalverpflichtung.
Gut, dass es dabei nicht nur schwarz-weiß, sondern häufig auch
andere Schattierungen gibt.
Trotz heftiger Widerstände und Bedenken steht eins fest - der
Gesundheitsfonds und der Morbi-RSA kommen.
Was heißt das konkret?
Neben der Einführung des neuen Vergütungssystems für Vertragsärzte
werden am 01.01.2009 noch der Gesundheitsfonds und der neue Risikostrukturausgleich
(Morbi-RSA), zwei damit eng verknüpfte Neuregelungen, in Kraft treten.
Bisher waren nicht nur die Beitragssätze der Krankenkassen unterschiedlich,
sondern auch die Kopfpauschalen, die die Krankenkassen an die Kassenärztlichen
Vereinigungen entrichten. Die Höhe der Kopfpauschalen bildet das
tatsächliche Morbiditätsgeschehen der einzelnen Kassen nicht
mehr ab. Daher hat der Gesetzgeber nicht nur die Reform der Finanzierung
der GKV beschlossen, sondern auch die Reform der ärztlichen Vergütung.
Ab 2009 soll es eine feste Gebührenordnung mit einem bundesweiten
Einheitspunktwert geben und das Morbiditätsrisiko soll wieder in
die Verantwortung der Krankenkassen übergehen.
Seit 1996 besteht eine freie Krankenkassenwahl, sodass es allen Versicherten
offen steht, eine möglichst preiswerte gesetzliche Krankenkasse zu
wählen, das heißt eine Kasse mit einem möglichst niedrigen
Beitragssatz. Den niedrigen Beitragssatz erreicht die Kasse indem sie
möglichst junge, gesunde und besser verdienende Personen versichert,
die viel einzahlen und wenig kosten. Umgekehrt wurde angestrebt, die Zahl
der besonders kranken Mitglieder gering zu halten oder zu verringern.
Im Jahr 1994 wurde der Risikostrukturausgleich (RSA) eingeführt,
der eine zunehmende Entmischung der Versichertenstrukturen durch eine
Risikoselektion verhindern sollte. Dieser wird allerdings seit seiner
Einführung kontrovers diskutiert, da die bisherigen Ausgleichsparameter
des RSA nicht ausreichen, um strukturbedingte Ausgabenunterschiede zwischen
den Krankenkassen zu erklären.
Zeitgleich mit der Einführung des Gesundheitsfonds zum 01.01.2009
wird auch der neue Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) in Kraft treten.
Kern des neuen Morbi-RSA ist es, ausgewählte Krankheiten finanziell
zu begünstigen. Das heißt, Krankenkassen erhalten für
diese ausgewählten Krankheiten höhere Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds.
Die Höhe des einheitlichen Beitragssatzes muss bis zum 01.11.2008
festgelegt werden. Anpassungen des Beitragssatzes können jährlich
erfolgen, wenn die Kostendeckung nicht gewährleistet ist.
Die Situation, die in 2009 auf alle zukommt, und mit welchen regionalen
Auswirkungen zu rechnen ist, werden Ihnen Prof. Dr. Günther Neubauer,
Institut für Gesundheitsökonomik, München, und regional
Verantwortliche aufzeigen.
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Wir
laden Sie herzlich ein, am Symposion des Förderkreises Qualitätssicherung
Gesundheitsfonds - Morbi-RSA: Gehört Schleswig-Holstein
zu den Gewinnern oder Verlierern?
am 25. Oktober 2008 in Bad Segeberg
teilzunehmen und sich rege an der anschließenden Diskussion
zu beteiligen.
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Weitere Informationen
finden Sie unter www.foerderkreis-qs.de. Den FKQS erreichen Sie telefonisch
unter 04551/803-168, per E-Mail fkqs@aeksh.org oder postalisch Geschäftsstelle
FKQS, Marion David, Bismarckallee 8-12, 23795 Bad Segeberg.
Katrin Roscher, Renate Söder, Joseph Schnieders, Vorstand Förderkreis
Qualitätssicherung e. V., Bismarckallee 8-12, 23795 Bad Segeberg
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 9/2008
S. 23, 24
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