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Junge und erfahrene
Ärztinnen planen die nächsten Schritte gemeinsam
Operation Karriere
Maria Koch-Dörfler
Im Tandem erfolgreich - unter diesem Motto trafen sich 30
junge Ärztinnen im Juli zu einer Einführungsveranstaltung des
Mentoring-Projektes der Ärztekammer Schleswig-Holstein, initiiert
und vorbereitet durch den Ausschuss Ärztinnen. Die jungen Kolleginnen
hatten im Zuge einer Fragebogenaktion ihr Interesse an diesem Angebot
bekundet und waren einer Einladung nach Bad Segeberg gefolgt.
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| Maria Koch-Dörfler
(li.) und Ulla Heilmeier (Fotos: Dr. Kunze) |
In ihrer Begrüßungsansprache
berichtete die Vizepräsidentin der Ärztekammer, Dr. Hannelore
Machnik, von ihrem eigenen Start vor 30 Jahren als junge Anfängerin
mit viel Enthusiasmus, aber zwei kleinen Kindern im Schlepptau.
Das entsprach auch damals nicht dem gängigen Bild einer Erfolg versprechenden
Karriere in der ärztlichen Profession. Der Spagat zwischen
Kliniktätigkeit, wissenschaftlichem Anspruch und familiärer
Verpflichtung war schwierig, berichtete sie. Insbesondere habe sie,
wie wohl viele Frauen auch heute noch, ihre Karriere weniger bewusst stringent
geplant und sei weniger stark erfolgsorientiert gewesen als viele der
männlichen Kollegen. Außerdem verfügten Ärztinnen
nach wie vor über nicht ausreichend gute Netzwerke.
Diese Defizite zu überwinden ist Ziel des Mentoring-Programmes, das
nun im Kammerbereich eingeführt wird (SHÄ 6/2007 und 4/2008).
Mentoring, dessen Ursprünge in der griechischen Mythologie liegen,
ist in der Wirtschaft - vor allem im angelsächsischen Sprachraum
- schon seit langem als bewährtes Mittel in der Personalentwicklung
etabliert.
Mentoring beinhaltet eine zeitlich begrenzte Beziehung zwischen zwei Personen,
Mentorin und Mentee, mit unterschiedlichem Erfahrungshorizont. Die Mentorin,
als die Erfahrenere, berät die Mentee, als die Ratsuchende im Hinblick
auf ihre berufliche Entwicklung, wohlwollend und unentgeltlich.
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| Ulla Heilmeier
und Dr. Hannelore Machnik (re.) |
Die Vorsitzende des
Ausschusses Ärztinnen, Maria Koch-Dörfler, berichtete über
die Entwicklung der Idee des Mentoring in Schleswig-Holstein. Vor dem
Hintergrund eines bundesweit kontinuierlich steigenden Anteils von Ärztinnen
innerhalb der Ärzteschaft und eines Ärztemangels anderseits
sei es nun an der Zeit, auch offensiver als in der Vergangenheit für
eine gute Vereinbarkeit von Familie und beruflicher Karriere zu kämpfen.
Ulla Heilmeier, die auf langjährige Erfahrungen im Mentoring am Universitätsklinikum
Göttingen zurückgreifen kann und die konzeptionell an der Erstellung
des Programms beteiligt war, erläuterte den anwesenden Mentees und
Mentorinnen das Prinzip und gab Einblicke in die Chancen und Möglichkeiten
des Mentoring. Insbesondere stellte sie die Vorteile für die Mentees
dar, konnte aber auch über durchweg positive Erfahrungen der Mentorinnen
berichten. Diese erhielten durch das Gespräch mit der Mentee häufig
die Möglichkeit, neue Sichtweisen und neue Problembereiche der sich
stetig ändernden Arbeitswelt kennen zu lernen. Darüber hinaus
schätzten viele das Mentoring als Möglichkeit der Selbstreflexion.
Ein gemeinsames Essen in Anschluss an die Informationsveranstaltung ließ
den ersten Abend ausklingen. Mentees und Mentorinnen hatten so die Möglichkeit
in entspannter Atmosphäre unverbindlich miteinander zu sprechen,
sich kennen zu lernen und auch schon erste Kontakte zu knüpfen.
Der Workshop am Samstag sollte vor allem den Mentees Klarheit darüber
bringen, wie ihre persönlichen Erwartungen an das Projekt mit den
Möglichkeiten und Grenzen des Mentoring in Einklang zu bringen sind.
Die Aufgaben und Zuständigkeiten der Partner wurden besprochen und
zum Teil in Kleingruppen erarbeitet. Ein besonders wichtiger Punkt ist
die Entwicklung der eigenen Zielvorstellungen und die Absprache über
die Form der Zusammenarbeit (Häufigkeit der Gespräche, Kommunikationsform
etc.), die Klärung von Unstimmigkeiten und die einvernehmliche Beendigung
der Mentoring-Partnerschaft.
Schon im Anschluss an die Vorträge waren die Teilnehmerinnen aufgefordert
worden, einen Profilbogen auszufüllen, der als Grundlage für
die Auswahl der passenden Mentorin dienen soll. Ob die Partnerschaft auch
wirklich zustande kommt, entscheiden die jeweiligen Partner dann selbst.
Das Programm ist zurzeit offen für weitere Teilnehmerinnen, Mentees
wie Mentorinnen. Bei Fragen oder Problemen stehen Ihnen die Mitglieder
des Ausschusses Ärztinnen, insbesondere Dr. Uta Kunze, als Ansprechpartnerin
in der Ärztekammer (Tel. 04551/803-165) sehr gern zur Verfügung.
Am Ende der Veranstaltung wurden die Teilnehmerinnen gebeten, Bewertungsbögen
auszufüllen. Sowohl in diesen als auch in abschließenden Gesprächen
mit den Organisatoren lobten die teilnehmenden Ärztinnen die konstruktive
Atmosphäre, die Möglichkeit zur offenen und regen Diskussion,
die Struktur der Veranstaltung, die Entwicklung der eigenen Ziele im Workshop
und den Themenkomplex Netzwerkbildung.
Zum Erfolg der Einführungsveranstaltung hat sicherlich das große
Engagement der teilnehmenden Ärztinnen beigetragen. Hochmotiviert
gingen am Samstagnachmittag Teilnehmerinnen und Organisatoren der Veranstaltung
ins Wochenende.
Maria Koch-Dörfler, Dorfstr. 20, 24146 Kiel
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Der
Deutsche Ärztinnenbund veranstaltet in Kooperation mit
der Ärztekammer Schleswig-Holstein den
7. Schleswig-Holsteinischen Ärztinnentag
1. November 2008, 9:00 bis ca. 15:30 Uhr
Die Medizin wird weiblich - Sind wir in Schleswig-Holstein
darauf vorbereitet?
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Prof. Dr. Fritz Beske MPH, IGSF Kiel,
- Dr. Cordelia Andreßen, ÄKSH,
- Dr. Ingeborg Kreuz und ass. jur. Bianca Hartz, KVSH,
- Dr. jur. Wiebke Arnold, Rechtsanwältin Kiel.
Podiumsdiskussion mit Chefärzten und Verwaltungsfachleuten
schleswig-holsteinischer Krankenhäuser (Leitung: E. Geißlinger,
Journalistin)
Veranstaltungsort: Hörsaal der Klinik für Dermatologie,
Venerologie und Allergologie, Arnold-Heller-Straße 3, Haus
19, 24105 Kiel
Anmeldungen: E-Mail labor@labor-ballies.de oder Fax 0431/2183841
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Fortbildungspunkte
gebührenfreie Veranstaltung
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 9/2008
S. 21, 22
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