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Medizin und Wissenschaft
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Krebsregister unterstützt
Der Schwerpunkt der
durchgeführten Analysen lag auf der Ermittlung der Basisinzidenz
für Brustkrebs und der Tumorstadienverteilung in der Zeit vor dem
Mammografie-Screening. Nach den europäischen Richtlinien zum Mammographie-Screening
(EUREF, siehe auch www.euref.org) soll mit dem Beginn des Screenings eine
Verdreifachung der Inzidenz in der Population der mammografierten Frauen
eintreten. Die bevölkerungsbezogene Brustkrebsinzidenz vor dem Screening
wird als Basis für diese Bewertung herangezogen. Die Tumorstadienverteilung
ist ein weiterer Indikator für die Effektivität des Screenings.
Der Anteil von Frauen mit einem Tumor kleiner als zwei Zentimeter soll
über 70 Prozent liegen, der Anteil nicht invasiver Tumore bei etwa
zehn Prozent. Auch hier dienen die Krebsregisterdaten als Referenz und
später als Indikator für die bevölkerungsbezogenen Auswertungen
des Screeningprogramms. Aus Abbildung 1 lässt
sich der Verlauf der Brustkrebsinzidenz (invasiv und in situ) für
die 50- bis 69-jährigen Frauen in den vier Screening-Regionen ablesen.
Die Basisinzidenz vor dem Screening liegt im Mittel bei etwa 400 Neuerkrankungen
pro 100 000 Frauen. Interessant ist der Abfall der Brustkrebsinzidenz
ab dem Jahr 2002/3, der mit einer verringerten Nutzung der Hormonersatztherapie
in Verbindung gebracht wird.
Auch in der Zukunft
wird das Krebsregister bei der Beurteilung von Qualität und Effektivität
des Mammografie-Screenings eine wichtige Rolle spielen. Werden sich die
gewünschten Effekte, ein Ansteigen der Inzidenz und eine günstigere
Tumorstadienverteilung, wirklich einstellen? Und wird das Screening tatsächlich
zu einer Reduktion der Brustkrebs-Sterblichkeit in der Zielbevölkerung
beitragen? Auf Basis der Daten des Krebsregisters werden sich diese Fragen
beantworten lassen. |
Schleswig-Holsteinisches
S. 73, 74 |
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