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Vorstellung eines
neuen Therapiekonzepts
Diagnose Adipositas: Abnehmen - aber wie?
Klaus-Dieter Kolenda
Die jüngst veröffentlichen Ergebnisse der Nationalen Verzehrstudie
II, der ersten umfassenden Untersuchung der Ernährungsgewohnheiten
in Gesamtdeutschland, sind alarmierend1. Die Studie beruht
auf einer Befragung von mehr als 19 000 Teilnehmern im Alter von 14-80
Jahren im Jahre 2005 und ergab, dass 66 Prozent der Männer und 50,6
Prozent der Frauen übergewichtig oder adipös waren (BMI = >
25 kg/m2). 20 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen sind adipös
(BMI = > 30 kg/m2) und 19,1 Prozent der Jungen und 16,4 Prozent der
Mädchen im Alter von 14-17 Jahren sind ebenfalls übergewichtig
oder adipös. Je höher der Schulabschluss, desto geringer war
bei Männern und Frauen der BMI. So sind 26,6 Prozent der Probanden
mit Volks- und Hauptschulabschluss adipös, aber nur 13 Prozent mit
Fach- oder Hochschulreife.
2004 veröffentlichten Mokdad et al. eine Aufsehen erregende Untersuchung,
in der sie aufgrund einer Analyse von Literaturdaten und aktuellen Zahlen
des Centers for Disease Controll and Prevention (CDC) aus
dem Jahre 2000 zu dem Ergebnis kamen, dass für die Hälfte aller
jährlichen Todesfälle in den USA (ca. 1,15 Millionen) vermeidbare
Todesursachen verantwortlichen waren2. An der Spitze der Todesursachen
standen Rauchen mit ca. 435 000 Todesfällen und Adipositas (in Verbindung
mit Bewegungsmangel) mit ca. 400 000 Todesfällen. Die Autoren gehen
von einem weiteren Anstieg der Prävalenz der Adipositas aus und schätzten
ein, dass die adipositasbedingten Todesfälle diejenigen durch Rauchen
in den nächsten Jahren übertreffen werden.
Die Studienergebnisse von Mokdad et al. weisen vor dem Hintergrund der
oben zitierten Nationalen Verzehrstudie II auf eines der größten
gesundheitlichen Probleme hin, das wir derzeit auch in Deutschland haben.
Wenn wir die Daten der amerikanischen Untersuchung auf Deutschland übertragen,
müssen wir davon ausgehen, dass die Zahl der jährlichen Todesfälle,
die durch Adipositas und Folgeerkrankungen bedingt ist, in der Größenordnung
der jährlichen Todesfälle durch Rauchen, ca. 110 000-140 000,
liegen3,4. Die darüber hinausgehende Krankheitslast, d.
h. die Zahl der adipositasbedingten chronischen Krankheiten, beträgt
ein Vielfaches davon. Diese Daten machen deutlich, dass neue Ansätze
für eine effektive Vorbeugung (Primärprävention) und Therapie
(Sekundärprävention) der Adipositas und Aufklärung der
Bevölkerung auf diesem wichtigen Gebiet der Gesundheitsvorsorge dringend
erforderlich sind.
Im Mittelpunkt der folgenden Darstellung steht deshalb ein neues Konzept
einer Adipositastherapie, das von Prof. Schusdziarra und Mitarbeitern
am Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin
der TU München entwickelt und kürzlich publiziert wurde5.
Dieses Konzept wird auch in dem sehr empfehlenswerten Buch Satt
essen und abnehmen - Individuelle Ernährungsumstellung ohne Diät
ausführlich beschrieben, das auf S. 64 dieses Heftes besprochen wird6.
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| Tab. 1: Klassifikation
des Körpergewichts (BMI) und des Taillenumfangs |
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| Tab. 2: Häufigkeit
der Adipositas 1985-2002. Datenbasis Nationaler Gesundheitssurvey
(aus 8). |
Definition und
Häufigkeit der Adipositas
Adipositas bedeutet
laut Brockhaus Fettsucht, sollte aber besser mit Fettleibigkeit
übersetzt werden, denn die Adipositas hat in den meisten Fällen
nichts mit einer Sucht zu tun. Außerdem ist die Art der Fettverteilung
für die Entstehung von kardiovaskulären und stoffwechselbedingten
Folgeerkrankungen von großer Bedeutung (abdominale Form oder Apfelform
der Adipositas)7. Tabelle 1 gibt eine Übersicht über die heute
gültige Klassifikation des Körpergewichts (BMI in kg/m2) und
des Taillenumfangs. Bei jedem Adipösen sollte heute neben Gewicht
und Körpergröße der Taillenumfang als separater Risikofaktor
bestimmt werden.
Die Häufigkeit
der Adipositas ist abhängig von der zugrunde liegenden Datenbasis.
Bei einer Befragung der Probanden ergeben sich in der Regel niedrigere
Zahlen als bei einer objektiven Messung, z. B. im Rahmen des Nationalen
Gesundheitssurveys, der die Grundlage für die in Tab. 2 aufgeführten
Prävalenzzahlen ist8. Danach ist ein deutlicher Anstieg der Adipositas-Häufigkeit
zwischen 1985 und 2002 festzustellen. Das betrifft sowohl die moderate
Adipositas (BMI 30-34,9) als auch die starke Adipositas (BMI => 35).
Insgesamt lässt sich sagen, dass 2002 27,7 Prozent der Männer
im Alter von 25-69 Jahren adipös waren und 30,7 Prozent der Frauen
in diesem Alter. Bei der großen Mehrzahl der Adipositas-Patienten
bestand eine moderate Adipositas. Nur bei ein bis zwei Prozent besteht
eine extreme Adipositas (BMI => 40).
Folgeerkrankungen der Adipositas
Die oben angeführte erschreckend große Anzahl von Todesfällen,
die heute auf die Adipositas zurückgeführt werden muss, hängt
mit den Folgeerkrankungen zusammen, für die die Adipositas verantwortlich
ist (9; Tab. 3). Der engste Zusammenhang besteht zwischen Adipositas
und Diabetes mellitus Typ 2. Das Lebenszeitrisiko bei Adipositas für
die Entstehung eines Diabetes mellitus liegt bei 30 Prozent. Da die Adipositas
in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen hat, ist es parallel dazu
zu einem steilen Anstieg des Diabetes mellitus von 0,6 Prozent (1960)
auf ca. sieben Prozent (2005) gekommen. Das bedeutet, dass 2005 ca. sechs
Millionen Diabetiker in Deutschland lebten. Wenn man eine Dunkelziffer
von ca. zwei bis drei Millionen dazu zählt, dann dürften derzeit
ca. zehn Prozent der deutschen Bevölkerung Diabetiker sein. 2010
wird mit einer Diabetes-Prävalenz von wahrscheinlich zehn Millionen
in Deutschland gerechnet. Deshalb spricht man von einer Diabetes-Epidemie.
Auch die medizinischen Folgen dieser Epidemie sind gravierend. Das kardiovaskuläre
Risiko steigt bei Diabetikern um etwa das 4-fache an. 2001 wurden bei
Diabetikern 28 000 (von 40 000) Fußamputationen durchgeführt
und 6 000 (von 20 000) Neuerblindungen und 8 300 (von 21 000) neuen Dialysefällen
festgestellt. Auch die gesundheitsökonomischen Folgen sind beträchtlich.
Die Kosten des Diabetes mellitus betragen pro Jahr ca. 22,3 Milliarden
Euro, davon betragen die Behandlungskosten ca. 14,6 Milliarden und indirekte
Kosten ca. 7,7 Milliarden. Die Behandlungskosten eines Typ-2-Diabetikers
mit mikro- und makrovaskulären Komplikationen betragen 5 500 Euro
pro Jahr und liegen 4-fach höher als die Behandlungskosten im Durchschnitt10.
- Deutlich
erhöhtes Risiko (RR größer als 3): Diabetes
mellitus Typ 2, metabolisches Syndrom, Fettstoffwechselstörungen,
Insulinresistenz, Blutgerinnungsstörungen, Gallenblasenerkrankungen,
obstruktive Schlafapnoe, alveoläre Hypoventilation, adipositasbedingte
Kardiomyopathie.
- Mäßig
erhöhtes Risiko (RR 2-3): Koronare Herzkrankheit, Schlaganfall,
Bluthochdruck, Gicht, Arthrosen der Kniegelenke, Wirbelsäulenprobleme.
- Gering
erhöhtes Risiko (RR 1-2): Periphere arterielle Verschlusskrankheit,
polyzyklische Ovarien, verminderte Fertilität, fetale Defekte,
erhöhtes Operationsrisiko.
Tab. 3: Relative Risiken (RR) von Folgeerkrankungen der Adipositas
(ohne Krebserkrankungen) (WHO 2000; modifiziert nach9)
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Neben dem Diabetes
mellitus wirken sich eine Reihe von weiteren Begleit- und Folgeerkrankungen
ungünstig auf die Mortalität aus. Dazu zählen insbesondere
der Bluthochdruck, der heute in ca. 50 Prozent der Fälle als adipositasbedingt
eingeschätzt wird, die koronare Herzkrankheit (KHK) und der Schlaganfall
(Tab. 3). Übergewicht und Adipositas begünstigen aber auch die
Entstehung von Karzinomen, vorwiegend solchen mit hormoneller Genese,
wie kürzlich in einer großen Metaanalyse gezeigt wurde, die
mehr als 280 000 Patienten einschloss (11; Abb. 1). Auch wenn
das relative Risiko bei Adipositas für diese Krebserkrankungen nur
gering erhöht ist, wirkt sich diese Risikoerhöhung auf die Mortalität
wegen der großen Anzahl dieser Erkrankungen deutlich aus. Insgesamt
lässt sich sagen, dass bei einem BMI von 35 das Sterberisiko aufgrund
der angeführten Folgeerkrankungen etwa verdoppelt ist und mit höherem
BMI noch weiter ansteigt12.
Ursachen der Adipositas
Rein formal lässt sich die Ursache der Adipositas auf eine positive
Energiebilanz zurückführen, d. h. die Energiezufuhr muss über
längere Zeit größer gewesen sein als der Energieverbrauch.
Für die Energiezufuhr ist bedeutsam, dass die Energiedichte von Fett
neun kcal/g beträgt und die von Kohlenhydraten und Eiweißen
etwa halb so groß ist (vier kcal/g). Von praktischer großer
Bedeutung ist ebenfalls der Alkohol mit sieben kcal/g. Beim Energieverbrauch
ist der Grundumsatz beim Erwachsenen mit ca. 1 700 kcal/Tag zu berücksichtigen,
zusätzlich werden ca. 200 kcal für die Thermogenese und ca.
200 kcal für den üblichen körperlichen Leistungsumsatz
verbraucht. Eine tägliche positive Energiebilanz von 200 kcal, z.
B. eine Semmel mit fünf g Butter oder ein halber Liter Bier, entspricht
einer Gewichtszunahme von zehn kg pro Jahr. Normalerweise nehmen Adipöse
10-20 kg Gewicht im Verlauf von 10-20 Jahren zu. Das bedeutet einen jährlichen
Gewichtszuwachs von einem bis drei kg bzw. eine tägliche positive
Energiebilanz von 50-80 kcal entsprechend z. B. einer halben Semmel oder
einem Apfel.
Die entscheidende Ursache für die Gewichtszunahme sehen Schusdziarra
und Mitarbeiter nicht in einer fehlerhaften Regulation der Nahrungsaufnahme
im Sinne einer Essstörung, sondern in einer Fehlanpassung des Essverhaltens
an ein adipositasförderndes Umfeld13. Fünf
Millionen Jahre galt in der menschlichen Evolutionsgeschichte: Bewegung
garantiert - Essen vielleicht. Seit 40-50 Jahren gilt in den Industrieländern
für die meisten Menschen: Essen garantiert - Bewegung vielleicht.
Es wird eine Ernährung mit zu hoher Energiedichte (zu fett und zu
kalorienreich) bevorzugt, außerdem ist ein hoher Konsum von Alkohol
und zuckerhaltigen Getränken zu verzeichnen. Andererseits ist die
Notwendigkeit zu körperlicher Aktivität bei der Berufstätigkeit,
im Haushalt und in der Freizeit drastisch gesunken. Natürlich wirken
sich diese Veränderungen auf einer genetischen Grundlage aus. Diese
bestimmt die Regulation von Hunger und Sättigung und die Fähigkeit,
überschüssige Energie als Fettgewebe zu speichern.
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| Abb. 1: Karzinomhäufigkeit
bei Adipositas (aus11) |
Die meisten Menschen
leben heute in den entwickelten Industrieländern hinsichtlich der
Ernährung in einer Überflussgesellschaft. Diese
ist gekennzeichnet dadurch, dass die breite Masse der Bevölkerung
sich relativ preisgünstige energiedichte Lebensmittel, Snacks und
Süßigkeiten leisten kann, deren Konsum noch dazu mit ausgefeilter
Werbung gefördert wird. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass
die natürliche Regulation von Hunger und Sättigung, die weiter
unten dargestellt ist, durch Vorstellungen und Wissen über besonderen
Geschmack, Geruch und Aussehen bestimmter Speisen leicht überspielt
wird, wie jeder aus eigener Erfahrung weiß. Auch geselliges Zusammensein
in Familien- und Freundeskreis kann die verstandesmäßig gesteuerte
Hemmschwelle zum Überkonsum leicht senken. Diese soziale Betrachtungsweise
erklärt, warum es in den Industrieländern in den letzten 40
Jahren zu einem massenhaften Auftreten der Adipositas und z. B. auch des
Diabetes mellitus Typ 2 gekommen ist und nicht in unterentwickelten Ländern,
in denen heute noch ein bedeutender Teil der Bevölkerung hungert.
Neues Konzept der Adipositastherapie
Das neue Münchener Konzept der Adipositastherapie nach Schusdziarra
und Mitarbeitern besteht aus einer rational begründeten Ernährungstherapie,
die sich u. a. aus der Analyse der Ursachen der Adipositas ergibt, und
einer begleitenden Bewegungstherapie.
Ernährungstherapie
In ihrem Buch Sattessen und abnehmen - individuelle Ernährungsumstellung
ohne Diät gehen die Autoren von der Erkenntnis aus, dass man
nur abnehmen kann, wenn man sich zugleich auch satt essen kann. Deshalb
steht eine Untersuchung über den zeitlichen Verlauf von Hunger und
Sättigung vor und nach einer Mahlzeit am Beginn. Die Untersuchung
zeigt, dass das maximale Gefühl von Sättigung innerhalb von
30-45 Minuten nach der Nahrungsaufnahme erreicht wird, welches dann über
die folgenden zwei bis drei Stunden wieder abklingt. Genau umgekehrt verhält
es sich mit dem Hungergefühl, das zunächst bei Beginn des Essens
rasch abnimmt und dann im weiteren Verlauf zu dem ursprünglichen
Zustand zurückkehrt. Daraus ergibt sich, dass Adipöse in der
Regel dreimal am Tag eine sättigende Mahlzeit zu sich nehmen müssen,
um den ganzen Tag über satt zu sein.
Die Faktoren, die entscheidend sind für die Entstehung von Hunger
und Sättigung, sind in Tab. 4 dargestellt. Durch die Nahrung kommt
es zu einem Dehnungsreiz im Magen, der dem Hypothalamus über den
N. Vagus Sättigung signalisiert. Das entsprechende Sättigungsgefühl
entsteht im Hypothalamus aufgrund der Ausschüttung von bestimmten
Botenstoffen (rote Gruppe). Nach Abklingen des Dehnungsreizes im Magen
wird von der Magenwand das Hormon Ghrelin ausgeschüttet, das im Gehirn
über die Ausschüttung einer Gruppe anderer Botenstoffe (grüne
Gruppe) wieder das Hungergefühl entstehen lässt. Die Regulation
der Nahrungsaufnahme steht unter Kontrolle des Hormons Leptin aus dem
Fettgewebe. Die Bedeutung der Magenfüllung für Hunger und Sättigung
wird unterstrichen durch die Beobachtung, dass Patienten, denen man operativ
den Magen entfernt hat, weder ein Hunger- noch ein Sättigungsgefühl
haben. Sie müssen lernen, nach der Uhr zu essen, sonst droht ihnen
ein massiver Gewichtsverlust.
Für das Verständnis der Ernährungstherapie nach dem Münchener
Konzept sind weiterhin folgende Eckpunkte wichtig:
- Die sättigende
Nahrungsmenge, die auf drei Mahlzeiten pro Tag verteilt werden sollte,
beträgt durchschnittlich ca. 1 150 g/Tag (z. B. zum Frühstück
250 g, zum Mittag- und Abendessen jeweils 450 g).
- Zur Gewichtsabnahme
ist eine negative Energiebilanz erforderlich, die durch Reduktion der
Energiezufuhr auf ca. 1 700 kcal/Tag entsprechend dem Grundumsatz erreicht
werden sollte.
- Daraus errechnet
sich eine durchschnittliche Energiedichte pro Mahlzeit von ca. 1,5 kcal/g,
die möglichst nicht überschritten werden sollte.
Damit sind wir bei
dem Schlüsselbegriff der neuen Adipositastherapie angekommen. Es
handelt sich um die Energiedichte der Lebensmittel, die zu berücksichtigen
ist, wenn man satt abnehmen will. Die Energiedichte eines Lebensmittels
ist abhängig vom Wassergehalt einerseits und andererseits vom Gehalt
an Fett und Kohlenhydraten. Neben der überzeugenden theoretischen
Begründung sind die Energiedichte-Tabellen, in denen man, übersichtlich
gegliedert, eine entsprechende Angabe zu fast jedem Lebensmittel findet,
der entscheidende Teil dieses Buches für die Praxis. Einen Auszug
aus den Energiedichte-Tabellen zeigt die Tab. 5. Die Energiedichte-Tabellen
sind nach dem Ampelprinzip aufgebaut. Dabei bedeutet die Kennzeichnung
grün, dass das Nahrungsmittel eine Energie von 1,5 kcal/g
oder weniger enthält und somit zum Sattessen geeignet ist. Gelb
markierte Lebensmittel sind solche mit einer Energiedichte zwischen 1,5
und 2,5 kcal/g. Diese sind auch noch bei nicht zu großer Menge zum
Sattessen geeignet. Die rot gekennzeichneten Lebensmittel
enthalten 2,5 kcal/g oder mehr und sind nicht zum Sattessen geeignet,
können aber gelegentlich in kleiner Menge probiert werden.
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| Tab.
4: Regulation der Nahrungsaufnahme. Erläuterungen im Text (aus6) |
Weiterhin sind zwei
Erkenntnisse von praktischer Bedeutung. Einmal ist wichtig, dass Flüssigkeiten
(z. B. Getränke, Suppen und Soßen) nicht lange im Magen verweilen
und deshalb nicht zur Dehnung des Magens und zur Aktivierung von Sättigungssignalen
im Hypothalamus führen. Kalorienhaltige Flüssigkeiten sind deshalb
nie Sattmacher, sondern immer nur Dickmacher. Deshalb sollten Suppen,
Säfte und Limonaden durch kalorienlose Flüssigkeiten ersetzt
werden, wie z. B. Wasser, Tee, Kaffee. Außerdem ist wichtig, dass
Zwischenmahlzeiten zwischen den Hauptmahlzeiten nicht zu einer Verminderung
der Nahrungsmenge und der Kalorienaufnahme bei der Hauptmahlzeit führen.
Somit lässt sich nach dem Münchener Konzept folgendes Fazit
für die individuelle Ernährungsumstellung bei Adipositas ziehen:
Übergewichtige bzw. Adipöse müssen neu lernen, mit dem
Überangebot an Nahrung besser umzugehen. Sie müssen lernen,
sich satt zu essen mit einer ausreichenden Menge (ca. 1 150 g) einer energiereduzierten
Mischkost, wobei jedoch pro Mahlzeit 1,5 kcal/g nicht überschritten
werden sollten. Alle Lebensmittel sollten möglichst fettarm sein.
Am besten ist es, kein Streichfett zu benutzen. Zu allen Mahlzeiten sollte
reichlich Obst und Gemüse gegessen werden. Als Getränke sind
kalorienlose Flüssigkeiten zu empfehlen. Zwischenmahlzeiten sollten
möglichst vermieden werden. Diese Ernährungsberatung erfolgt
individuell auf der Basis von Ernährungsprotokollen des Patienten.
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| Tab. 5: Ausgewählte
Nahrungsmittel mit Angaben der Energiedichte. Erläuterungen im
Text (aus6) |
Mit diesen Maßnahmen
wird in der Regel ein Energiedefizit/Tag erreicht, das, wenn es aufrechterhalten
wird, zu einer Gewichtsreduktion von zehn kg oder mehr pro Jahr führen
kann. Ein Beispiel dafür ist in Abb. 2 und 3 aufgeführt. Abb.
2 illustriert die Verschiebung der Verzehrgewohnheiten in Abhängigkeit
von der Energiedichte der Lebensmittel vor und nach der Ernährungsumstellung.
Entsprechend ändert sich die Energieaufnahme durch die einzelnen
Lebensmittelgruppen. Das führt zu einer Reduktion der Kalorienaufnahme
pro Tag um ca. 400 kcal. Der Gewichtsverlauf des Patienten ist in Abb.
3 dargestellt. Die Gewichtsreduktion von ca. 20 kg im Verlaufe von zwei
Jahren hat in diesem Fall bei dem 65-jährigen Patienten zu einer
Normalisierung des HbA1-Wertes auf 6,0 geführt. Dieser Fall zeigt,
dass die Gewichtsreduktion die entscheidende Kausaltherapie des Diabetes
mellitus Typ 2 ist.
Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Adipositastherapie
ist die langfristige Compliance. Das gilt ganz besonders für die
Ernährungstherapie. Deshalb müssen die individuellen Gewohnheiten
des Patienten bei den Ratschlägen zur Umstellung des Essverhaltens
unbedingt berücksichtigt werden. Gewohnheiten, die sich über
Jahrzehnte im täglichen Leben als angenehm erwiesen haben, werden
nicht in kurzer Zeit aufgegeben, insbesondere dann nicht, wenn die neuen
und besseren Ernährungsgewohnheiten eher als unangenehm eingeschätzt
werden. Aus diesem Grunde sollte die Ernährungsumstellung individuell
und mit Bedacht erfolgen und sich in Abstimmung mit den Patienten zunächst
auf die Lebensmittel konzentrieren, die die höchste Energiedichte
aufweisen. Somit handelt es sich bei dieser Form der Ernährungstherapie
nicht um eine Diät, sondern um eine individuelle Anpassung
der Ernährung an den Energieverbrauch des Patienten unter Berücksichtigung
der Energiedichte der zu verzehrenden Lebensmittel.
Bewegungstherapie
Regelmäßige körperliche Aktivität wirkt sich bekanntlich
durch den Kalorienmehrverbrauch günstig auf kardiovaskuläre
Risikofaktoren wie Cholesterin, Blutfette, Bluthochdruck, Diabetes mellitus
und Übergewicht bzw. Adipositas aus. Schusdziarra und Mitarbeiter
weisen darauf hin, dass zwischen der Bewegung und dem Essen eine Wechselwirkung
besteht, die berücksichtigt werden sollte, da der ansonsten eher
bescheidene Effekt der Bewegung auf die Gewichtsreduktion noch schlechter
wird und zu unnötigen Frustrationen führt6. Diese Wechselwirkung
besteht darin, dass kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel, wie z. B. Brot
oder auch Obst, eine insulinstimulierende Wirkung haben, die dazu führt,
dass der Fettabbau nach Verzehr z. B. einer Semmel für längere
Zeit gestoppt wird, während körperliche Aktivität im nüchternen
Zustand den Fettabbau stimuliert.
Somit lässt sich auf diesem Gebiet folgendes Fazit ziehen: Es sollte
eine regelmäßige körperliche Aktivität bevorzugt
werden, die Spaß macht und möglichst täglich 30-60 Minuten
betrieben werden kann, z. B. Spazierengehen, Walking, Fahrradfahren, Schwimmen
oder auch Skiwandern. Diese körperliche Aktivität sollte am
besten morgens vor dem Frühstück oder zwei bis drei Stunden
nach der letzten Mahlzeit durchgeführt werden, da dann der Fettabbau
nicht beeinträchtigt wird. Auch dadurch kann ein nennenswerter Beitrag
zur Gewichtsreduktion erzielt werden. So kann ein Kalorienmehrverbrauch
durch körperliche Aktivität von ca. 150 kcal pro Tag entsprechend
ca. 30 Minuten Walking zu einer Gewichtsabnahme von etwa 1/2 kg pro Monat
führen.
Schlussbetrachtung
Das dargestellte Münchener Konzept der Adipositas-Therapie beruht
auf einer individuellen Ernährungsberatung unter Berücksichtigung
der Energiedichte der Lebensmittel. Dem Konzept liegt die Erkenntnis zugrunde,
dass die Motivation zur Gewichtsabnahme bei Adipösen nur aufrechterhalten
werden kann, wenn diese sich täglich satt essen und dabei ihre Ernährungsgewohnheiten
so weitgehend wie möglich aufrechterhalten können.
Damit stellt dieses Konzept eine Weiterentwicklung der Ernährungstherapie
bei Adipositas dar, die sich seit Mitte der 90er Jahre in vielen Behandlungseinrichtungen
in Deutschland durchgesetzt hat. Diese fokussiert auf eine möglichst
weitgehende Fettreduktion bei Liberalisierung der kohlenhydrathaltigen
Nahrungsmittel14. Mit dieser Methode haben auch wir in der Ostseeklinik
Schönberg-Holm im Unterschied zu den früher praktizierten Reduktionskostformen
bei motivierten Patienten gute Erfahrungen gesammelt, die auch in einem
praktisch nutzbaren Buch für Patienten mit dem Titel Fettarm
kochen - gesund essen ihren Niederschlag gefunden haben15. Die vorläufigen
Ergebnisse der Ernährungstherapie nach dem Münchener Konzept
aus den Jahren 2003-2006 berechtigen jedoch zu der Annahme, dass dieses
Konzept für die Phase der Gewichtsreduktion, die bei der Mehrzahl
der Adipösen für ein bis zwei Jahre angesetzt werden muss, wirksamer
sein kann als das Konzept der alleinigen Fettreduktion5, da es zusätzlich
die Energiezufuhr durch kohlenhydrathaltige Lebensmittel berücksichtigt.
Für die anschließende (lebenslange) Phase der Gewichtsstabilisierung
dürfte aber die Fettreduktion weiter im Mittelpunkt stehen und ausreichend
wirksam sein, zumal die Patienten dann gelernt haben, auch andere energiedichte
Lebensmittel bei ihrer Ernährung gebührend zu berücksichtigen.
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| Abb. 2: Prozentualer
Anteil der Lebensmittel mit niedriger (grün), mittlerer (gelb)
und hoher (rot) Energiedichte an der verzehrten Essensmenge sowie
der Energieaufnahme vor und nach der Ernährungsumstellung bei
einem 65-jährigen Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 (119
kg, 1,84 m, BMI 35,2, HbA1 7,1) (aus5) |
Die Ernährungsberatung
nach dem Münchener Konzept bedarf allerdings eines auf dem Gebiet
der Ernährungsmedizin interessierten und möglichst auch weitergebildeten
Arztes und der Zusammenarbeit mit Ernährungsfachkräften, z.
B. Ökotrophologen(innen) oder Diätassistenten (innen). Die Aufgabe
des Arztes würde vor allem darin bestehen, den Patienten auf der
Basis der bestehenden Risikofaktoren bzw. adipositasbedingten Folgeerkrankungen
zu einer individuellen Ernährungsumstellung zu motivieren. Die praktische
Durchführung könnte dann in Zusammenarbeit mit Ernährungsfachkräften
erfolgen, die motivierte Patienten, z. B. in kleinen Gruppen bis zu fünf
Patienten pro Beratungsstunde, einmal im Monat qualifiziert betreuen.
Für die meisten Patienten würde es ausreichen, wenn derartige
Beratungen in der Phase der Gewichtsreduktion über ein bis zwei Jahre
durchgeführt werden. Die Kosten für den ernährungstherapeutischen
Teil eines solchen Konzeptes müssen 200 Euro pro Jahr nicht übersteigen5.
Wie oben dargestellt, sind mittlerweile ca. 60 Prozent der erwachsenen
Bevölkerung in Deutschland übergewichtig oder adipös, die
Hälfte davon ist fettleibig. Bei ca. 15 Millionen Menschen über
18 Jahren besteht eine Therapieindikation (BMI = > 30 bzw. BMI 25-29,9
kg/m2 plus Folgeerkrankungen). Von der Mehrheit der Betroffenen wird derzeit
jedoch ein Behandlungsangebot weder gewollt noch wahrgenommen. Das mangelhafte
Problembewusstsein ist die entscheidende Ursache für diese Situation,
für die schlechte Compliance bei der Therapie der Adipositas und
für die enttäuschenden langfristigen Ergebnisse in wissenschaftlichen
Studien. Deshalb ist eine breite und ernsthafte gesellschaftliche Debatte
über das Problem der Adipositas in unserer Gesellschaft notwendig,
bei der auch geklärt werden könnte, welche verhältnispräventiven
Maßnahmen geeignet und von der Mehrheit der Bevölkerung gewünscht
werden, um an dieser Situation etwas zu ändern.
Für verhältnispräventive Maßnahmen gegen die Adipositas
ist die Politik verantwortlich. Kürzlich wurde in den Zeitungen breit
darüber diskutiert, ob eine Ampel vor Dickmachern warnen
soll, wie das derzeit in Großbritannien schon der Fall ist. Weiterhin
war der Presse zu entnehmen, dass in Großbritannien Kochkurse in
den Schulen für Jugendliche zwischen 11 und 14 Jahren abgehalten
werden sollen, in denen sie lernen, wie gesunde Mahlzeiten mit frischen
Zutaten zubereitet werden. Außerdem wurde kürzlich in Großbritannien
das Werbeverbot noch mehr ausgeweitet, mit dem vor allem Jugendliche unter
16 Jahren vor Dickmachern mit einem hohen Fett-, Salz- oder Zuckergehalt
geschützt werden sollen. Sehr wichtig wäre auch die breite Einführung
einer Ernährungsbildung in Kindergärten und im Schulunterricht
mit entsprechender Ernährungspraxis. Weiterhin sind massenmediale
Informationskampagnen zum Problem Adipositas und viele andere verhältnispräventive
Maßnahmen denkbar. Die Umsetzung dieser und weiterer Vorschläge
stößt jedoch in unserer Gesellschaft derzeit an eine Grenze,
die in der Zeitschrift Science kürzlich auf ironische
Weise folgendermaßen beschrieben wurde (16; zitiert nach 17): Gewichtsanstieg
ist gut für das Geschäft. Lebensmittel sind ein besonders gutes
Geschäft, weil jeder isst. Es fällt in der Tat schwer, an große
Wirtschaftszweige zu denken, für die es ein Vorteil wäre, wenn
die Menschen weniger essen würden, sicherlich nicht die Agrarindustrie,
Lebensmittelindustrie, Großhandelsketten, Restaurants, Hersteller
von Diätprodukten oder die Pharmaindustrie. Allen geht es gut, wenn
die Menschen mehr essen und alle beschäftigen Armeen von Lobbyisten,
um die Regierung davon abzuhalten, irgendetwas zu unternehmen, was die
Menschen hindert, zu viel zu essen.
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| Abb. 3: Gewichtsverlauf
des 65-jährigen Patienten nach Beginn der Ernährungsumstellung
(aus5) |
Zusammenfassung
Die Adipositas, von der derzeit ca. 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung
in Deutschland betroffen ist, hat sich in den letzten Jahrzehnten wegen
der durch sie hervorgerufenen Folgeerkrankungen, insbesondere des Diabetes
mellitus Typ 2, zu einem der bedeutsamsten gesundheitlichen Probleme auch
in unserem Land entwickelt. Deshalb sind neue Ansätze für die
Primärprävention, aber auch für eine effektive Therapie
im Sinne der Sekundärprävention dringend erforderlich.
Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit steht die Vorstellung des neuen
Münchener Therapie-Konzeptes von Schusdziarra und Mitarbeitern. Nach
diesen Autoren ist die entscheidende Ursache für die Adipositas nicht
eine fehlerhafte Regulation der Nahrungsaufnahme, sondern eine fehlerhafte
Anpassung des Essverhaltens an ein adipositasförderndes Umfeld. Dieses
ist gekennzeichnet durch eine breite Verfügbarkeit von preisgünstigen
energiedichten Lebensmitteln, deren Absatz durch eine ausgefeilte Werbung
gefördert wird, und die Tatsache, dass die Notwendigkeit zu körperlicher
Aktivität bei der Berufstätigkeit, im Haushalt und in der Freizeit
drastisch gesunken ist.
Die Münchener Arbeitsgruppe zeigt, wie man sich heute satt essen
und trotzdem abnehmen kann. Sie hat herausgefunden, dass die durchschnittliche
sättigende Essensmenge bei Adipösen 1 150 g pro Tag beträgt,
aufgeteilt in drei Mahlzeiten. Wenn die Energiezufuhr auf den Grundumsatz
von ca.
1 700 kcal reduziert wird, bedeutet das für die genannte Essensmenge
eine durchschnittliche Energiedichte der täglichen Mahlzeiten von
1,5 kcal/g, die nicht überschritten werden sollte. Der Schlüsselbegriff
des Münchener Konzeptes ist die Energiedichte der Lebensmittel, die
aus übersichtlichen Tabellen, die nach dem Ampelprinzip aufgebaut
sind, für fast jedes Lebensmittel einfach zu entnehmen ist. Auf der
Basis von Ernährungsprotokollen kann mithilfe dieser Energiedichte-Tabellen
eine individuelle Ernährungsumstellung durchgeführt werden,
die mit einer Reduktion der Energiezufuhr einhergeht. Dabei müssen
die individuellen Gewohnheiten des Patienten berücksichtigt werden.
Gewohnheiten, die sich über Jahrzehnte im täglichen Leben als
angenehm erwiesen haben, werden nicht in kurzer Zeit aufgegeben.
Während die individuelle Ernährungsumstellung zum Ziel hat,
die Energiezufuhr zu reduzieren, geht es bei der Bewegungstherapie darum,
die Energieausgabe zu erhöhen. Dabei sollte berücksichtigt werden,
dass kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel eine insulinstimulierende Wirkung
haben, die dazu führt, dass der Fettabbau längere Zeit gestoppt
wird. Deshalb sollte eine regelmäßige körperliche Aktivität
praktiziert werden, die Spaß macht und morgens vor dem Frühstück
oder zwei bis drei Stunden nach der letzten Mahlzeit durchgeführt
wird. Mit dem neuen Münchener Therapie-Konzept lassen sich möglicherweise
bei motivierten Patienten größere Erfolge erreichen als mit
dem bisherigen Konzept der alleinigen Fettreduktion bei Liberalisierung
der Kohlenhydrate. Von der Mehrheit der Adipösen wird derzeit jedoch
ein Behandlungsangebot weder gewollt noch wahrgenommen. Dafür ist
das mangelhafte Problembewusstsein die entscheidende Ursache, aber auch
für die schlechte Compliance bei der Therapie der Adipositas und
für die enttäuschenden Langzeitergebnisse. Aus diesen Gründen
ist eine breite und ernsthafte gesellschaftliche Debatte über das
Problem der Adipositas in unserer Gesellschaft notwendig, bei der auch
geklärt werden könnte, welche verhältnispräventiven
Maßnahmen, für die die Politik zuständig ist, geeignet
und von der Mehrheit der Bevölkerung gewünscht werden, um an
dieser Situation etwas zu ändern.
Prof. Dr. Klaus-Dieter
Kolenda, Medizinisches Versorgungszentrum Blücherplatz, Blücherplatz
11, 24105 Kiel, Tel. 0431/87205, E-Mail klaus-dieter.kolenda@gmx.de (Privatanschrift
siehe S. 64)
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 7/2008
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