Ergebnisse der kontinuierlichen
Patientenbefragung im Brustzentrum Herzogtum Lauenburg
Gelebte Patientenorientierung und steigende Fallzahlzahlen
F.-Michael Niemann
Zu den Zielen des Brustzentrums Herzogtum Lauenburg (BzHzgtL), zu dem
sich das Johanniter Krankenhaus Geesthacht, das DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg
und das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift Ende 2003 zusammengeschlossen
haben, zählt u. a. die Sicherstellung der Patientenorientierung
v. a. durch die Gestaltung eines freundlichen Umfeldes bei der Therapie
von Brustkrebs, der Vermeidung von Wartezeiten, einer adäquaten
psychosozialen und -onkologischen Betreuung sowie der Vermittlung zu
Selbsthilfegruppen.
Zur
Überprüfung
der Zielerreichung führt das BzHzgtL seit dem 01.07.2006 - zunächst
als Pretest und ab 2007 im Routinebetrieb - bei allen an Brustkrebs
erkrankten und in einem der Kooperationskrankenhäuser behandelten
Patientinnen eine Befragung - erstmals zum Zeitpunkt der Entlassung
- durch.
Die aktuellen Auswertungen der 2007er Patientinnenbefragung belegen
zum Teil eindrucksvoll die im BzHzgtL gelebte Patientenorientierung
und untermauern damit die guten Ergebnisse der 2006er Patientinnenbefragung.
Im Folgenden werden zunächst einige dieser positiven Ergebnisse
der 2007er Befragung vorgestellt, die bei Rücklaufraten von bis
zu 80 Prozent eindeutig als repräsentativ eingestuft werden dürfen.
(Tabelle 1)
Auch bei der Beurteilung der Fragen zur Information und Aufklärung
bei Untersuchung und Diagnostik im Kontext der präoperativen Diagnostik
im Krankenhaus stellen die Patientinnen dem
BzHzgtL ein gutes Zeugnis aus (Abbildung 2).
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| Abb.
2: Beurteilung der Fragen zur Information und Aufklärung bei
Untersuchung und Diagnostik im Rahmen der präoperativen Diagnostik |
Natürlich
freuen sich die Verantwortlichen des BzHzgtL über diese zum Teil
sehr guten Ergebnisse, die durchaus auch im Zusammenhang mit den steigenden
Fallzahlen des
BzHzgtL zu sehen sind. So konnte die jährliche Patientenzahl seit
dem Gründungsjahr 2003 bis Ende 2007 um nahezu 40 gesteigert werden
- bis heute sind im BzHzgtL seit dem Gründungsjahr über 800
Patientinnen mit Brustkrebs von den Ärztinnen und Ärzten des
BzHzgtL behandelt worden.
Gleichwohl gilt es aber auch, im Rahmen der kontinuierlichen Patientinnenbefragung
nach Verbesserungsmöglichkeiten zu fahnden. Auch hierzu liefern
die 2007er Ergebnisse wertvolle Anhaltspunkte.
So sind beispielsweise die Informationsmöglichkeiten für Patienten,
sich selbst über ihre Krankheit anhand von Broschüren zu informieren,
genauso ausbaufähig wie Informationen über Selbsthilfegruppen
oder Rehabilitationsmaßnahmen (Abbildung 3).
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| Abb.
3: Beurteilung der Fragen zur Information und Aufklärung bei
Untersuchung und Diagnostik nach der endgültigen Diagnose |
Verbesserungsmöglichkeiten sind auch für einige Aspekte im
Zuge der Vorbereitung auf die Entlassung gegeben (Abbildung 4). Hier
gilt es insbesondere - neben Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten
durch Selbsthilfegruppen und Informationen darüber, worauf die
Patientin in nächster Zeit gesundheitlich besonders zu achten hat
sowie Informationen über mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten
- den Patientinnen Fähigkeiten aufzuzeigen, die ihnen helfen besser
mit ihrer Krankheit im Alltag zu leben.
Den hier durch die Ergebnisse der kontinuierlichen Patientinnenbefragung
aufgezeigten Verbesserungspotenzialen hinsichtlich der Informationen
über die Krankheit und deren Behandlungsmöglichkeiten wird
in einem ersten Schritt durch eine leicht verständliche Patienten-Informationsmappe,
die gegenwärtig erstellt wird, begegnet. Mit dieser Patienten-Informationsmappe
im Sinne eines Wegweisers soll auch auf die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt
insbesondere durch das Aufzeigen weiterer Unterstützungsmöglichkeiten
beispielsweise im Rahmen von Selbsthilfegruppen oder durch Rehabilitationsmaßnahmen
eingegangen werden.
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| Abb.
4: Beurteilung der Fragen zur Vorbereitung auf die Entlassung |
Gerade im Zuge der sektorübergreifenden Betrachtung der Behandlung
von Patientinnen mit Brustkrebs ist die Zeit nach der Krankenhausbehandlung
für die Verantwortlichen des BzHzgtL von besonderem Interesse.
Aus diesem Grund führt das Brustzentrum auch eine Befragung sechs
Monate nach der Krankenhausbehandlung durch, um insbesondere zu prüfen,
welche Probleme nach der Krankenhausbehandlung auftraten, inwieweit
die weiterführenden Therapie- und Nachsorgemaßnahmen von
den Patientinnen entsprechend der Planung wahrgenommen bzw. auch empfunden
worden sind. Eine erste Auswertung hierzu wird gerade durchgeführt.
Die vollständigen Ergebnisse der Patientinnenbefragungen sowie
weitere Informationen zum BzHzgtL finden sich auf der Homepage des Brustzentrums
unter www.bzhzgtl.de.
Dr. rer. medic. F.-Michael Niemann, K & N Gesellschaft für
Informationsmanagement und Forschung im Gesundheitswesen mbH, Wissenschaftliche
Begleitung und Netzwerkmanagement für das BzHzgtL, Am Herrkamp
14 a, 24226 Heikendorf, E-Mail dr-niemann@if-gesundheit.de