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Bad Segeberg

Mentoring-Projekt gestartet
Ärztinnen haben Interesse an Mentoring
Maria Koch-Dörfler

Maria Koch-Dörfler, Vorsitzende des Ausschusses Ärztinnen
(Foto: rat)

Über tausend ausgefüllte Fragebögen, eine Rücklaufquote von 40 Prozent innerhalb weniger Wochen und zahlreiche telefonische Nachfragen sowie E-Mails - die Teilnehmer der Mentoring-Umfrage hatten dem Ausschuss Ärztinnen eine echte Weihnachtsüberraschung bereitet. Der Ausschuss hatte im Dezember letzten Jahres in Vorbereitung des Mentoring-Programmes die bis 45-jährigen Ärztinnen im Kammerbereich schriftlich befragt. Der Rücklauf zeigte vor allem, dass das Interesse an einem reibungslosen Berufseinstieg und einem Erfahrungsaustausch mit älteren Kolleginnen groß ist.

Von den knapp 3 000 angeschriebenen Ärztinnen haben rund 1 200 den mehrseitigen Fragebogen beantwortet. Ein Rücklauf dieses Ausmaßes ist als vergleichsweise außergewöhnlich hohe Resonanz zu werten. Besonders viele Antworten bekamen wir von den klinisch-tätigen Kolleginnen. Von den Assistenz- und Oberärztinnen (in der Weiterbildung oder in fachärztlicher Tätigkeit) antworteten mit rund 54 Prozent die meisten, gefolgt von den in der Praxis tätigen Kolleginnen mit rund 27 Prozent.

Ulla Heilmeier (Foto: Privat)

Immerhin 35 Prozent der Befragten war das Prinzip des Mentoring bereits vertraut, bei knapp 23 Prozent war es zumindest teilweise bekannt. Dennoch können sich 81 Prozent Situationen vorstellen, in denen sie gern ein Mentoring gehabt hätten, zum Beispiel bei Berufseinstieg, zur Vermittlung von Erfahrungen, zur Weitergabe formeller und informeller Kenntnisse sowie zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Grundsätzliches eigenes Interesse zur Teilnahme an einem Mentoring-Programm bekunden fast 60 Prozent der Befragten.

Das Ergebnis der Befragung bietet dem Ausschuss Ärztinnen einen weiteren
Anhaltspunkt, um das Mentoring-Projekt nun endlich in die Tat umzusetzen. Wir möchten deshalb alle Interessierten, Mentees wie Mentorinnen, zu einer Einführungs-Veranstaltung am 4./5. Juli 2008 einladen. Am Freitagnachmittag/-abend soll das Projekt vorgestellt und die einzelnen Bausteine genauer erläutert werden. Ulla Heilmeier aus Göttingen, die auf langjährige Erfahrungen auf diesem Gebiet an der Universitätsklinik zurückgreifen kann und die konzeptionell an der Erstellung unseres Programms beteiligt war, wird diese Aufgabe übernehmen. Mentees und Mentorinnen sollen Einblicke in die Chancen und Möglichkeiten des Mentoring nahe gebracht werden.


Ein anderer wichtiger Aspekt soll außerdem sein, Schwierigkeiten im Vorfeld möglichst weit auszuräumen. Kurzum: Es geht darum, Mentoring im Allgemeinen, aber auch im Konkreten, den Teilnehmerinnen nahe zu bringen. Ein gemeinsames Beisammensein im Anschluss an die Informationsveranstaltung soll den ersten Abend ausklingen lassen. Hier bietet sich die Möglichkeit für Menntees und Mentorinnen, am Freitagabend, in entspannter Atmosphäre unverbindlich miteinander zu sprechen, sich kennen zu lernen, vielleicht auch schon erste Kontakte zu knüpfen.

Der Samstag ist der weiteren Information und Vorbereitung der Mentees gewidmet. In einem Workshop sollen sie lernen, auf das Projekt bezogene Ziele zu entwickeln: Was ist überhaupt möglich für mich? - Wo will ich hin? - Was ist meine Rolle als Mentee? - Was ist die Rolle der Mentorin? - Was kann ich(Mentee) von ihr (Mentorin) erwarten?

Ferner gilt es, sich mit den Rahmenbedingungen des Mentoring zu beschäftigen und zu lernen, einen ersten Kontakt aufzubauen, ein Gespräch zu gestalten, denn die Mentee ist diejenige, die etwas aus dieser Beziehung schöpfen möchte. Gleichzeitig ist es auch wichtig, Störungen innerhalb der Mentoring-Beziehung wahrzunehmen und zu bearbeiten. Letztlich muss auch erkannt werden können, wann eine Beziehung beendet werden kann oder muss.

Ein weiterer wichtiger Punkt wird sein, einen vom Ausschuss entwickelten Profilbogen zu bearbeiten, anhand dessen später die passende Mentorin für die jeweilige Mentee gefunden werden kann. Das jeweilige Tandem sollte sich danach kennen lernen und ausloten, ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Nach den bisherigen Erfahrungen anderer, ähnlich arbeitender Mentoring-Projekte sind bis zu zwei Treffen etwa im Abstand von jeweils vier Wochen nötig. Danach ist relativ sicher abschätzbar, ob eine erfolgreiche Zusammenarbeit des Tandems möglich ist.

Für Kolleginnen, die Interesse an der Teilnahme am Mentoring-Programm haben, sich aber bisher noch nicht bei uns gemeldet haben (z. B. telefonisch oder mittels E-Mail) besteht jetzt noch die Möglichkeit der nachträglichen Anmeldung, telefonisch unter 04551/803-104 (Dr. Uta Kunze), per Fax 04551/803-188 oder per E-Mail kunze@aeksh.org.
Maria Koch-Dörfler, Dorfstr. 20, 24146 Kiel


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 4/2008

S. 32, 33