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Bad Segeberg

Gesunde Arbeit Segeberg auch für Arztpraxen interessant
Unbürokratische Beratung sichert Gesundheit am Arbeitsplatz
Hendrik Persson

Die Arbeit so gestalten, dass die Beschäftigten möglichst lange gesund arbeiten können. Hierfür bekommen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in der Gesundheitsregion Segeberg Unterstützung und Hilfe von dem neuen Projekt Gesunde Arbeit Segeberg, das dabei insbesondere auf die Kooperation mit niedergelassenen Ärzten hofft. Denn die Ärzte sind bei körperlichen und psychischen Problemen meistens die ersten Ansprechpartner der Betroffenen und können selbst als Inhaber eines Kleinbetriebs mit gutem Beispiel vorangehen.

Hendrik Persson, Projektleiter und Geschäftsführer InReha

Ziel des Projekts ist, den kleineren Betrieben und Mittelständlern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, die nicht wie Großunternehmen über ein eigenes Gesundheitsmanagement verfügen. Über geeignete Schritte und Maßnahmen im Betrieb auch dann, wenn gesundheitliche Probleme bei der Arbeit bereits aufgetreten sind, bietet Gesunde Arbeit Segeberg eine unabhängige, neutrale Beratung und wird dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Firmen zu erhalten und zu verbessern. Der Unternehmensservice ist kostenlos und wird zunächst für zwei Jahre durch das Bundesarbeitsministerium als Projekt finanziert.

Elke Hippauf, Projektkoordinatorin

Fakt ist, dass Gesundheit am Arbeitsplatz sich nicht nur ethisch, sondern auch betriebswirtschaftlich auszahlt: Mit oft geringem Aufwand können häufig später höhere Kosten durch zu langsames, ggf. schmerzhaftes Arbeiten oder möglicherweise gänzlichen längeren Ausfall vermieden werden. Gesunde Arbeit Segeberg arbeitet dabei im besten Sinne des Case Management interdisziplinär und koordiniert die Zusammenarbeit der vorhandenen Akteure wie Krankenkassen, Renten- und Unfallversicherungsträger sowie der Leistungsanbieter, stimmt sie aufeinander ab und optimiert - wo es möglich und gewünscht ist - das Zusammenspiel. Dabei wird Gesunde Arbeit Segeberg nur in den Betrieben aktiv, wo der Unternehmer bisher keinen Ansprechpartner gefunden hat, der ihn zu den Themen berät und ihn bei der Umsetzung geeigneter Maßnahmen unterstützt.

Manfred Konrad, Projektkoordinator (Fotos: InReha)

Für nähere Informationen und Tipps kommen die Mitarbeiter von Gesunde Arbeit Segeberg auf Wunsch auch in den Betrieb oder in die Arztpraxis, denn die individuellen Begebenheiten in den einzelnen Unternehmen spielen eine wesentliche Rolle. Es sollen keine theoretischen Gesundheitsinformationen gegeben werden, sondern praktische Tipps, die mit einfachen Mitteln oft große Wirkung erzielen können: Denn in vielen Fällen steht nur die Macht der Gewohnheit ergonomischen Erleichterungen entgegen.

Manfred Konrad, Projektkoordinator von Gesunde Arbeit Segeberg, erfährt täglich bei seinen Besuchen in den Betrieben, wie oft ein „externer“ Blick bei den Arbeitsabläufen hilfreich sein kann: „Da nicht nur über die Hilfe geredet, sondern sie praktisch angewendet und ausprobiert wird, kann sie leichter übernommen werden“, weiß er aus seinem Alltag zu berichten. Das kann aber auch mal bedeuten, dass festgestellt wird, dass die körperlichen Voraussetzungen des Arbeitsplatzes perfekt sind und die Ursachen des Unwohlseins möglicherweise woanders zu suchen sind. Während er die Firmen besucht, den Bedarf ermittelt und im Auftrag des Betriebsinhabers oder Personalverantwortlichen geeignete Maßnahmen koordiniert, berät seine Kollegin Elke Hippauf am Telefon und sorgt im Hintergrund für die Logistik.

Um all die Möglichkeiten, die im Kreis Segeberg den Unternehmen rund um das Thema Gesunde Arbeit zur Verfügung gestellt werden können, sicht- und erlebbar zu machen, lädt Gesunde Arbeit Segeberg zusammen mit der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck und der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein zu einem „Markt der Möglichkeiten“ am 27. Mai 2008 in die Wirtschaftsakademie Bad Segeberg ein. Die Informationsmesse unter dem Motto „Wettbewerbsvorteil Gesundheit“ stellt von 10:00-20:00 Uhr für Unternehmer und Personalverantwortliche eine Art regionale Leistungsschau zum Themenfeld betriebliches Gesundheitsmanagement dar. Hier wird nicht nur anschaulich dargestellt, wie die Beschäftigungsfähigkeit im Betrieb erhalten und verbessert werden kann, sondern auch, wie und warum es sich lohnt!

Auf der Unternehmermesse wird durch mehrere Dutzend Aussteller aus der Region präsentiert, welche Gesundheitsangebote es gibt und was sie am Arbeitsplatz bewirken können. In Kurzvorträgen werden Praxisbeispiele zu gesundheitsfördernden Maßnahmen durch Krankenkassen bzw. Berufsgenossenschaften jeweils gemeinsam mit beteiligten Betrieben vorgestellt. Oder - bezogen auf den ratsuchenden Betrieb - wird dargestellt, wie Gesunde Arbeit Segeberg Maßnahmen der Kammern, der Krankenkassen, der Berufsgenossenschaft, den Rentenversicherern, dem Integrationsamt oder in einem besonderen Fall auch mal dem Amt für Denkmalschutz koordiniert und es so gelingt, einer guten Mitarbeiterin oder einem guten Mitarbeiter die schnelle Rückkehr an seinen Arbeitsplatz zu ermöglichen.

Mit seinem Beratungsangebot will das Modellprojekt Gesunde Arbeit Segeberg, das mit drei weiteren Projekten Vorreiter im gesamten Bundesgebiet ist, keinesfalls das Rad des betrieblichen Gesundheitsmanagements neu erfinden oder gar vorhandene, funktionierende Strukturen ablösen. Doch Hendrik Persson, Projektleiter von Gesunde Arbeit Segeberg sowie Geschäftsführer des Projektträgers InReha, weiß aufgrund eigener Erfahrungen und vieler Untersuchungen, dass für den Firmeninhaber und Personalverantwortlichen in einem kleinen oder mittleren Unternehmen oftmals nur schwer zu erkennen ist, welche Maßnahme sinnvoll im Betrieb umgesetzt werden oder wo er kompetente Hilfe finden kann. Deshalb ist Persson überzeugt, dass ein zentraler Ansprechpartner für den Unternehmer dessen Fürsorge für seine Mitarbeiter erhöhen wird.

Informationsmesse unter dem Motto:
„Wettbewerbsvorteil Gesundheit“
Markt der Möglichkeiten

Termin
27.05.2008, 10:00-20:00 Uhr
Veranstaltungsort: Wirtschaftsakademie, Marienstr. 11, JobA, 23795 Bad Segeberg
Auskunft und Kontakt: Tel. 0800/1166123, Internet www.gesundearbeit.se

Die Kontaktaufnahme zu Gesunde Arbeit Segeberg ist denkbar einfach: Es gibt eine kostenlose Hotline (0800/1166123) sowie die Internet-Adresse www.gesundearbeit.se. Ärzte sollten im Bedarfsfall ihre Patienten auf das Angebot hinweisen, um individuell Wege aus der Arbeitsunfähigkeit zu bahnen. Und in den Terminplan gehört natürlich der Messebesuch am 27. Mai 2008 in der Wirtschaftsakademie Bad Segeberg (Marienstraße 11). Es wird empfohlen, möglichst vorab einen kostenlosen Beratungstermin zu reservieren. Wer zur Messe verhindert ist, kann auch einen Termin für das Büro von Gesunde Arbeit in der Kreisverwaltung Segeberg oder in der eigenen Praxis vereinbaren.
Hendrik Persson, InReha, Kompetenznetzwerk für Reintegration, Havighorster Weg 8 a, 21031 Hamburg


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 4/2008

S. 26-28