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Bad Segeberg
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| Symposion
zur Schematherapie in den Segeberger Kliniken Aufbruch der Psychotherapieschulen Oliver Bohlen Am 5. März hat sich die inzwischen schon traditionelle Reihe der Symposien in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Segeberger Kliniken GmbH mit einer in jüngerer Zeit entwickelten Psychotherapie-Variante beschäftigt, die Konzepte und Theorien der klassischen Therapieschulen zusammenzuführen sucht. Die von Jeffrey Young begründete Schematherapie ist aus der kognitiven Verhaltenstherapie hervorgegangen und bezieht u. a. gestalttherapeutische und psychoanalytisch begründete Ansätze mit ein, um eine möglichst optimale Behandlung psychischer Erkrankungen, u. a. auch schwerer Persönlichkeitsstörungen, zu erreichen. Die Zahl der Besucher war rekordverdächtig. Etwa 170 Gäste kamen, um den Hauptreferenten Prof. Dr. Berbalk vom Psychologischen Institut der Universität Hamburg zu hören und gleichzeitig den neuen Chefarzt des Fachbereiches Psychosomatik der Segeberger Kliniken GmbH Prof. Dr. Dr. phil. Kollenbaum zu begrüßen. Kollenbaum hatte im Oktober letzten Jahres die Leitung der Klinik übernommen und bereits während seiner früheren Tätigkeit an der Universität Kiel viele Kontakte in der Psychotherapieszene im Norden geknüpft. In seinen Begrüßungsworten unterstrich er sein persönliches Interesse an den Möglichkeiten der Schematherapie im Hinblick auf die Integration bislang nebeneinander existierender Verfahren und kündigte eine Unterstützung ihrer weiteren Entwicklung, z. B. durch die Einrichtung eines Weiterbildungsganges Schematherapie in der Bad Segeberger Klinik, an.
Berbalk ging in seinem Referat auf nähere Details der Methode ein. Ein in der Lerngeschichte erworbenes, fehlangepasstes Muster von Gefühlen, Gedanken, Körperreaktionen und Handlungsbereitschaften kann im Erwachsenenalter immer wieder aktiviert werden und so das Funktionsniveau eines Menschen chronisch herabsetzen bzw. einen lebenslangen Leidensdruck verursachen. Häufig bedingen dysfunktionale Bewältigungsstile der Betroffenen wie passive Erduldung, Vermeidung und einseitige Kompensation die Aufrechterhaltung der Probleme. Schematherapeuten, so Berbalk, begegneten ihren Patienten mit begrenzter elterlicher Fürsorge, um früher in der Kindheit unzureichend berücksichtigten Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Aufdeckung der Schemata helfe die eigenen Schwierigkeiten besser verstehen zu können. Gleichzeitig würden die Patienten aber auch in der aktiven Auseinandersetzung mit ihren Problemen gefordert und müssten z. B. durch konkrete Übungen lernen, neue, angemessenere Verhaltensweisen aufzubauen. Die offenkundige Routine Prof. Berbalks in der Vermittlung dieser Inhalte kam dem Fachpublikum zugute, indem die z. T. komplexen Zusammenhänge sehr anschaulich dargestellt wurden. Es folgte eine rege Diskussion, in der noch einmal die Schnittstellen der verschiedenen Therapieschulen kritisch reflektiert und bestehende Gemeinsamkeiten mit der Schematherapie aufgezeigt wurden. Insgesamt entstand der Eindruck, dass bei den versammelten Vertretern des Fachgebietes ein hoher Konsens im Hinblick auf die Bedeutung der Schematherapie für eine moderne Psychotherapie bestand, nicht zuletzt auch wegen ihrer sehr unterstützenden und von Menschlichkeit geprägten Haltung den Patienten gegenüber. Dipl.-Psych. Oliver Bohlen, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Am Kurpark 1, 23795 Bad Segeberg |
Schleswig-Holsteinisches
S. 24-26 |
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