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Lebensstil-Veränderungen
im Mittelpunkt
Ausgewählte Veröffentlichungen zur Prävention und
Rehabilitation chronischer Krankheiten
Bibliographische
Angaben: Prof. Dr. Klaus-Dieter Kolenda (Hrsg.), Editio Zenk
Verlag Forchheim 2006, ISBN 3-9808953-4-3, 15 Euro plus Versand,
Buch kann kostenlos solange der Vorrat reicht, über die Ostseeklinik
Schönberg-Holm bezogen werden, Tel. 04344/37550
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In unserem Gesundheitssystem
spielen Maßnahmen zur Primärprävention chronischer Krankheiten
bis heute kaum eine Rolle. Ärzten und auch der interessierten Öffentlichkeit
ist im Prinzip bekannt, dass die wichtigsten und zahlenmäßig
bedeutsamsten chronischen Krankheiten wie Hypertonie, Diabetes mellitus,
koronare Herzkrankheit, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, Bronchialcarzinom
und Dickdarmkrebs von bestimmten Lebensstilfaktoren hervorgerufen oder
begünstigt werden. Aufgrund neuester Studien sind z. B. ca. 80 bis
90 Prozent der Herzinfarkte durch einen gesunden Lebensstil zu vermeiden.
Was tut die Ärzteschaft und was tut die Gesellschaft, um einen derartigen
Lebensstil in unserer Bevölkerung zu fördern?
Ganz besonders skandalös ist seit vielen Jahren der Umgang mit dem
Rauchen. Dem Rauchen verdanken wir ca. 90 Prozent aller Bronchialcarzinome
und insgesamt ca. 30 Prozent aller Krebskrankheiten, außerdem ca.
90 Prozent aller Fälle von chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung
und einen wesentlichen Teil aller Herzinfarkte. Trotz dieser dramatischen
Auswirkungen auf die Gesundheit wurde das Rauchen noch bis in die jüngste
Zeit in der Öffentlichkeit verharmlost, sodass hinsichtlich effektiver
Maßnahmen zur Tabakkontrolle und zum Nichtraucherschutz Deutschland
mittlerweile zu den Schlusslichtern in Europa gehört.
Auch auf dem Gebiet der Sekundärprävention und der Rehabilitation
besteht Handlungsbedarf, um die Zukunft zu sichern. Die gesellschaftliche
Entwicklung während der letzten 50 Jahre hat zu einer weiten Verbreiterung
einer krankheitsauslösenden Lebensweise geführt, die in einer
Kombination von Überernährung, Bewegungsmangel, Rauchen und
Alkoholmissbrauch besteht. Diese Entwicklung hat zur Folge, dass chronische
Krankheiten wie die oben genannten immer häufiger werden. So ist
z. B. jeder zweite erwachsene Bundesbürger übergewichtig und
jeder fünfte adipös. Derzeit gibt es in Deutschland ca. fünf
Millionen Diabetiker, im Jahre 2010 erwartet man eine Verdoppelung dieser
Zahl. Diesem Panoramawandel der Krankheiten in den letzten Jahren können
die akut-medizinischen Einrichtungen und die niedergelassenen Ärzte
allein nicht gerecht werden. Rehabilitationskliniken mit ihren speziellen
Angeboten, die sich als Fachkliniken für chronisch Kranke verstehen,
bieten sich in Deutschland als wichtige Kooperationspartner für diese
wachsenden Patientengruppen an.
Prof. K.-D. Kolenda hat im Hauptteil seines Buches 21 aktuelle wissenschaftliche
Veröffentlichungen aus der Ostseeklinik Schönberg-Holm zu Prävention
und Rehabilitation chronischer Krankheiten zusammengestellt. Diese Arbeiten
aus den letzten Jahren sollen zeigen, was die moderne Rehabilitation in
Deutschland derzeit leisten kann. Das Buch will darüber hinaus dazu
beitragen, eine kritische Diskussion in der Ärzteschaft und in der
Öffentlichkeit über den tatsächlichen Stellenwert der Prävention
und Rehabilitation bei chronischen Krankheiten anzustoßen, denn
unser Gesundheitswesen bedarf eines Paradigmenwechsels und einer Umsteuerung
zur besseren Ausbalancierung von Prävention, Kuration und Rehabilitation.
Rezensent: Dr. Karsten Johnsen, Ostseeklinik Schönberg-Holm,
An den Salzwiesen 1, 24217 Schönberg
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Ein
Chefarzt klagt an
Von der Profitgier der Klinikbetreiber
Bibliographische
Angaben: Frank König, Econ Verlag 2007, 272 Seiten, 16,90
Euro, ISBN 978-3-430-30035-3
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Der
Titel ist eigentlich schon der Inhalt. Ein relativ frustrierter ehemaliger
Chefarzt einer psychosomatischen Reha-Klinik lässt seinen Frust ab
über den Ärger mit der Verwaltung, dem Kostenträger und
den Kleinkrieg mit einem Kollegen. Es ist zum großen Teil auch eine
persönliche Biografie nicht ganz ohne Eitelkeit. Die allgemeine Situation
in privaten Reha-Kliniken wird geschildert am persönlichen Erleben.
Eingeschoben ist die Schilderung einer Notaufnahme der Lebensgefährtin
des Autors in eine Akutklinik. Es erscheint unglaublich, hätte der
Rezensent nicht Ähnliches erlebt.
Interessant die oft frustrierende Akquise von Privatpatienten bis hin
nach Moskau und St. Petersburg und die Ansprüche der russischen Privatpatienten
(Wo ist das nächste Casino, wie weit ist es nach Baden-Baden?)
Interessant ist dieses Buch für Kollegen und Chefärzte anderer
Kliniken, die - vor allem unter privaten Trägern - Ähnliches
erleben. Locker lesbar ist es auch eine erbauliche Lektüre für
Liebhaber (ärztlicher) Biografien.
Dass Verwaltungsdirektoren es lesen werden, erscheint fraglich.
Rezensent: Dr. Heinz-Peter Sonntag, Niobestr. 9, 23570 Lübeck-Travemünde
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 3/2008
S. 26, 29
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