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Pouch-Dilatation nach
Gastric Banding
Gibt es Beziehungen zu präoperativen psychologischen
Parametern?
Steffen Krause, Gudrun Zepter, Heike Christiansen
Abstract
Die Pouch-Dilatation nach Gastric Banding ist ein häufiges Problem
und setzt sich aus radiologischen Zeichen (Erweiterung des Vormagens,
meist mit Horizontalverkippung des Bandes) sowie klinischen Symptomen
(anfangs oft nur Sodbrennen) zusammen. Die Diagnose ist nicht nur häufig,
sondern auch wichtig, da einerseits eine Behandlung konservativ möglich
ist und andererseits der Übergang zum operativ zu behandelnden Slipping
(Gleiten von Magenwand im Band in caudocranialer Richtung) fließend
ist. Wir haben 68 konsekutive Patienten, die von 11/05 bis 02/07 in unserem
Adipositas Zentrum Nord in Tönning mit Magenband versorgt wurden,
retrospektiv analysiert und sind der Frage nachgegangen, ob bestimmte
präoperativ erhobene Parameter aus der interdisziplinären Evaluation
gehäuft bei Patienten mit dem späteren Phänomen der Pouch-Dilatation
auftreten. Die Auswertung zeigt unter anderem etwas niedrigere Prozentränge
im Angsttest (STAI-X2), etwas höhere Punktwerte im BDI
(Beck Depressions Inventar), jüngeres Alter und Bevorzugung des weiblichen
Geschlechtes in der Gruppe mit Pouch-Dilatation. In dieser Gruppe war
die OP-Zeit kürzer, der Gewichtsverlust höher und die Rate an
intraabdominellen Folgeeingriffen höher. Da wir in unserem Adipositas
Zentrum das Magenband als invasives Primärverfahren aufgrund seines
günstigen Risikoprofiles bevorzugen, ist es umso wichtiger, neben
somatischen Parametern (zum Beispiel BMI, Diabetes mellitus) auch nach
psychometrischen Daten zu suchen, die Patienten mit erhöhtem Risiko
für eine Pouch-Dilatation bereits präoperativ identifizieren.
Dies kann zu Änderungen im Follow-Up-Konzept oder auch in der nach
Verfahren differenzierten Indikationsstellung führen.
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Dr.
Steffen Krause, geboren 1961 in Wiesbaden, ist als Viszeralchirurg
Leiter des Adipositas Zentrums Nord am Klinikum Nordfriesland gGmbH
mit Hauptsitz an der Klinik in Tönning; Teilnahme des Zentrums
an der bundesweiten Qualitätssicherungsstudie zur Adipositaschirurgie
seit Anfang 2006. |
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Die Behandlung der
morbiden Adipositas mit dem Magenband führt zu Gewichtreduktion,
positiver Beeinflussung der assoziierten Komorbiditäten bzw. deren
Prävention und auch zur Verlängerung der Lebenserwartung1,2,3,4.
Diese Ergebnisse sind alle evidenzbasiert. Das Gastric Banding (Abb. 1)
geht dabei mit der geringsten Morbidität und Mortalität im Vergleich
zu allen anderen bariatrischen Operationen einher1.
Die Pouch-Dilatation ist eine der spezifischen Probleme/Komplikationen
nach Gastric Banding5. Sofern nicht ein chirurgisch-technisches
Problem besteht, wird sie häufig mit einem Over-Eating
des Patienten in Verbindung gebracht, d. h. man geht von einer mechanischen
Dekompensation des Systems aus, am ehesten als Folge einer chronischen
alimentären Volumenüberlastung vor dem Band. Der Patient ist
vermutlich nicht in der Lage, auf Dauer die erforderlichen Essregeln einzuhalten.
In diesem Sinne gilt postoperatives Binge Eating auch als prognoserelevant
hinsichtlich Gewichtsverlust nach Gastric Banding (nicht übrigens
die entsprechende präoperative Essstörung13). Dabei
ist das so genannte Slipping, bei dem Teile der Magenwand von caudal nach
cranial durch das Band rutschen, wahrscheinlich eine Extremvariante bzw.
Begleiterscheinung des Phänomens der Pouch-Dilatation. Häufig
sind die beiden Krankheitsbilder nicht sicher voneinander zu trennen.
Klinisch führt die Pouch-Dilatation meist zu Sodbrennen (als Ausdruck
der Stase-Ösophagitis), seltener zu Oberbauchbeschwerden oder Erbrechen.
Letztere Symptome finden sich beim Slipping häufiger, die Palette
der klinischen Erscheinungsformen reicht hierbei auch bis zum akuten Abdomen
(Pouchnekrose). Radiologisch ist die Pouch-Erweiterung unter oraler Kontrastmittel-Darstellung
(10-20 ml wasserlösliches Kontrastmittel, dargeboten als Getränk)
durch eine den Außendurchmesser des Bandes mehr oder minder deutlich
überschreitende konzentrische Vergrößerung gekennzeichnet,
ferner ist das Band meist horizontal verkippt (Abb. 2). Im Gegensatz hierzu
zeigt sich das Slipping meist als exzentrische Dilatation des Pouches
bei steilgestelltem Band (dorsales Slipping) oder seltener auch bei horizontal
verkipptem Band (anterolaterales Slipping). Alle radiologischen Zeichen
verstehen sich hierbei als neu auftretende Phänomene in Bezug auf
einen normalen Vorbefund. Die Häufigkeiten werden in der Literatur
mit vier bis sieben Prozent für das Slipping und mit bis zu 25 Prozent
für die Poucherweiterung angegeben5,6.
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Abb.
1: Radiologischer Normalbefund nach Gastric Banding unter oraler Gabe
von flüssigem Kontrastmittel (Fotos/Abb. Quelle: S. Krause) |
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Abb.
2: Mittelgradige neu aufgetretene konzentrische Pouch-Dilatation,
das Band ist leicht nach horizontal im Uhrzeigersinn verkippt |
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Abb.
3: Deutliche und exzentrische Pouch-Dilatation im Sinne eines beginnenden
antero60ateralen Slippings, das Band steht horizontal, typischerweise
ist das Stoma sehr eng |
Die besondere Bedeutung
der Pouch-Dilatation begründet sich einerseits in dem Umstand, dass
sie die häufigste mittel- und langfristige Komplikation nach Magenband-Implantation
darstellt. Andererseits ist die Situation durch eine vorübergehende
Entblockung (drei Monate) des Bandes in einigen Fällen noch reversibel
und somit konservativ therapierbar. Ein manifestes Slipping hingegen sollte
wegen der Gefahr der Inkarzeration operativ korrigiert werden.
Mit dieser Arbeit soll überprüft werden, ob bei unseren Patienten
die Pouch-Dilatation nach Gastric Banding mit bestimmten Konstellationen
ernährungspsychologischer Parameter aus der präoperativen interdisziplinären
Evaluation einhergeht. Im Einzelnen gelangten neben den Grunddaten (Alter,
Geschlecht, Gewicht, BMI sowie Beobachtungszeiträume und der Excess
Weight Loss = EWL) die interdisziplinär präoperativ erhobenen
testpsychologischen Parameter hinsichtlich Angst (STAI-X2), Depression
und Selbstwert (ADS-L, BDI) sowie subjektivem Leidensdruck zur Auswertung.
Schließlich wurden auch intraoperative Angaben zur OP-Zeit, zur
Anzahl der Antislipping-Nähte und die mittlere prozentuale Füllmenge
des Bandes angegeben (bezogen auf den mittleren Zeitpunkt der Diagnosestellung
Pouch-Dilatation).
Wir haben die Daten aller Patienten(innen), die seit Ende 2005 in unserem
Adipositas Zentrum Nord in Tönning mit Magenband bei morbider Adipositas
versorgt worden sind, retrospektiv analysiert. Der Zeitpunkt resultiert
aus der hausinternen Umstellung auf einen anderen Band-Hersteller, da
nicht verschiedene Band-Typen einfließen sollten. Alle Patienten
der vorliegenden Untersuchungsreihe wurden nach der Pars flaccida
Technik operiert mit Implantation eines Bandes der Firma Allergan
(VG, APL), es erfolgten zwei bis sieben Anti-Slipping-Sicherungsnähte
(Anzahl abhängig vom Situs). Eingeflossen in die Untersuchung sind
damit 68 konsekutive Patienten, die zwischen November 2005 und Februar
2007 operiert wurden und somit eine minimale Nachbeobachtungszeit von
sieben Monaten aktenkundig war. Als im Sinne der Fragestellung auffällig
wurde die radiologisch diagnostizierte und im Vergleich zur Voruntersuchung
neu aufgtretetenen Pouch-Dilatation bei gleichzeitiger horizontaler Bandverkippung
gewertet, und zwar unabhängig vom Ausmaß der Befunde und der
Klinik. Es wurden ausdrücklich auch diskrete Befunde gewertet in
der Annahme, dass auch hierbei schon ein inadäquates Essverhalten
vermutet werden kann (Abb. 2). Angesichts der Fallzahlen wurde auf statistische
Signifikanz-Berechnungen verzichtet. Tabelle 1 zeigt die Basis-Daten der
oben definierten Gesamtgruppe und vergleicht die Daten beider Teil-Gruppen
(PD = Pouch-Dilatation und OB = Fehlen dieser Befunde). Tabelle 2 gibt
ergänzend Auskunft über die präoperativ gewonnenen testpsychologischen
Parameter.
Die somatischen
Daten (Tab. 1) unserer Gesamtgruppe entsprechen den Angaben aus der Literatur,
unsere Letalität betrug null Prozent (weltweit 0.06 Prozent, Magenbypass
0.16 Prozent;1,2,6). In der PD-Gruppe befinden sich drei Patienten
mit anterolateralem Slipping, welchem jeweils eine leichte Pouch-Dilatation
und horizontale Verkippung des Bandes vorausgegangen war (Kombination
Dilatation/Slipping; siehe auch Abb. 3). Alle drei Patienten kamen trotz
mehrmonatigen und wechselhaften Sodbrennens und anderslautender Anweisung
bei überdurchschnittlichem Gewichtverlust erst verspätet zum
Follow-up (Intervall länger als drei Monate). Zwei dieser Patienten
wurden zwischenzeitlich revidiert (ein Redo, ein zweizeitiger Verfahrenswechsel
zur biliopankreatischen Diversion). In der OB-Gruppe trat als Major-Komplikation
ein dorsales Frühslipping auf, welches am ersten postoperativen Tag
korrigiert wurde. Darüber hinaus wurde in beiden Gruppen je eine
Portrevision durchgeführt (eine Portverdrehung und ein Infekt). Die
übrigen zehn Patienten der PD-Gruppe zeigten verschiedene Grade der
Horizontalkippung des Bandes mit entsprechenden Pouch-Erweiterungen, wobei
alle ausschließlich über zeitweises Sodbrennen berichteten.
Diesem wurde patientenseitig keine wesentliche Aufmerksamkeit geschenkt,
obwohl selbstverständlich diese Probleme mit allen Patienten gleichermaßen
bereits präoperativ und auch in jeder Nachuntersuchung thematisiert
wurden. Die Gewichtsreduktion in dieser Gruppe war überdurchschnittlich
bei jeweils relativ engem Stoma (Abb. 2). Im Mittel trat das Problem der
Pouch-Dilatation 11,5 Monate postoperativ auf, die Füllvolumina der
Bänder zeigten nach diesem postoperativen Intervall keinen wesentlichen
Unterschied zwischen beiden Teilgruppen, bezogen auf vergleichbare Nachbeobachtungszeiträume
und in Relation zu dem herstellerseitig angegebenen Maximalvolumen (Angaben
in Prozent). Dies spricht gegen eine zu hohe Befüllung als Teil-Ursache
für die Pouch-Dilatation. Interessanterweise lag in unserem Kollektiv
das Alter in der PD-Gruppe niedriger, außerdem war diese Gruppe
fast ausschließlich weiblich. In der Regel werden schlechteres Outcome
nach bariatrischer Chirurgie für Männer und Ältere erwartet,
wobei allerdings die meisten entsprechenden Studien auf den Gewichtsverlust
als Endpunkt zielen (und nicht auf das Auftreten einer Pouch-Dilatation).
Andererseits war die durchschnittliche OP-Zeit in der PD-Gruppe kürzer
als in der Vergleichsgruppe bei gleichzeitig etwas höherer Anzahl
von Antislipping-Nähten. Beides spricht gegen die Annahme von intraoperativen
technischen Schwierigkeiten/Problemen als Ursache für Pouchdilatation/Slipping.
Der höhere Excess Weight Loss in unserer PD-Gruppe kann teilweise
mit dem im Mittel längeren Follow-up in dieser Gruppe erklärt
werden, da die Mehrzahl der Patienten in der ersten Hälfte des Beobachtungszeitraumes
operiert wurde. Der Befund passt auch zu der weiter unten diskutierten
psychologischen Hypothese, kann aber über den weiteren
zeitlichen Verlauf letztlich geklärt werden.
Die Betrachtung von Tabelle 2 zeigt einen Unterschied zwischen den beiden
Teilgruppen hinsichtlich der Prozentrangwerte im STAI-X2, wobei sich aber
beide Mittelwerte im Normbereich befinden (Prozentrang 25-75).
Dieser Test (State-Trait Angst Inventar) dient der Feststellung individueller
Unterschiede im Ausprägungsgrad der Ängstlichkeit als Eigenschaft
und ist ein Verfahren zur Einschätzung der empfundenen Bedrohlichkeit
bestimmter Situationen sowie der hieraus resultierenden Angst. Es handelt
sich bei unserer Problemgruppe somit überwiegend um jüngere
Frauen mit niedrigeren Prozenträngen im STAI-X2, was ja ebenfalls
im Sinne der verspäteten Vorstellung in unserem Zentrum trotz neu
aufgetretener Symptome gedeutet werden kann. Subjektiver Leidensdruck
und die Erfassung depressiver Symptome (als Screening im ADS-L) zeigen
nur sehr geringe Unterschiede zwischen den Gruppen auf. Des Weiteren bestehen
geringe Unterschiede zwischen den beiden Teilgruppen im BDI (Beck Depressions
Inventar), der den Schweregrad einer depressiven Symptomatik und Aspekte
einer Selbstwertproblematik erfasst. Letztere sind in der PD-Gruppe etwas
stärker ausgeprägt, was sich durchaus mit den Eindrücken
aus den individuellen Gesprächen deckt. Allerdings liegen beide Punktwerte
im Mitelwert-Vergleich noch in der gleichen Kategorie der leichten
Gefühlsstörungen, wobei hierbei die PD-Gruppe an der Grenze
zur milden Depression gelagert ist. Eine differenzierte statistische Analyse
mit größeren Fallzahlen wird vermutlich deutlichere Unterschiede
herausarbeiten können. Die Analyse unserer persönlichen Gespräche
mit den Patienten der betroffenen PD-Gruppe und der Normalgruppe konnte
im Vergleich darüber hinaus keine unterschiedlichen Häufigkeiten
von Essstörungen im engeren Sinne aufdecken (insbesondere Binge Eating
Disorder und Night Eating Disorder).
Alle vorgenannten Phänomene könnten auch zu der Hypothese passen,
dass die im Mittel jüngeren Frauen unserer PD-Gruppe gerade durch
die Kombination von niedrigerem Selbstwert und weniger Angstpotenzial
dazu tendieren, das Ziel der Gewichtreduktion über die allgemeine
gesundheitliche Situation zu stellen: Warnsymptome wie das Sodbrennen
werden (bewusst?) überhört.
Wir empfehlen unseren morbid adipösen Patienten in der Regel das
Magenband als bariatrisches Primärverfahren7,12. Dies begründen
wir mit dem niedrigen Risikoprofil der Methode. Allerdings muss es Ziel
sein, bereits im Vorfeld eine suffiziente Selektion derjenigen Patienten
zu erreichen, die entweder mit einiger Wahrscheinlichkeit im Verlauf bestimmte
Probleme bieten und/oder mit einem anderen Verfahren das bessere Outcome
erwarten lassen. Bisher gibt es nur Hinweise (noch keine Evidenz8)
in der Literatur hinsichtlich der Verfahrenswahl bezogen auf die Endpunkte
Gewicht, Letalität und Komorbiditäten. Jedoch kristallisieren
sich derzeit auf somatischem Sektor der hohe Ausgangs-BMI (super-obesity)
und der Diabetes mellitus Typ 21 als Kriterien für einen primären
Magenbypass heraus. Seitens psychologischer Prädiktoren sind wir
noch weit von solchen Kriterien entfernt9,11, in der Literatur
haben wir hierzu nur sehr wenig Informationen gefunden10. Auch
bezüglich der anderen vorgenannten Endpunkte sind die Aussagen hinsichtlich
psychologischer Variablen eher widersprüchlich. Wir haben daher bereits
seit Anfang dieses Jahres zur weiteren Vertiefung der Thematik zusätzlich
aktuelle und umfangreiche Testbatterien in Zusammenarbeit mit dem Psychologischen
Institut der Universität Salzburg (Prof. Ardelt-Gattinger) eingeführt.
Hierbei werden alle psychologisch und ernährungswissenschaftlich
relevanten Aspekte incl. der körperlichen Aktivität erfasst.
Da der Erfolg nach allen bariatrischen Eingriffen in sehr hohem Maße
von der Compliance der Patienten, also letztlich seiner Psyche, abhängt,
müssen unseres Erachtens zusätzlich zur Erarbeitung von Kriterien
für eine differenzierte (somatisch orientierte) Verfahrensindikation
auch psychologische Prädiktoren definiert werden, die eine Aussage
zur Auftretenswahrscheinlichkeit häufiger Komplikationen machen.
Nur beide Betrachtungsebenen gemeinsam werden zu einer Abnahme der Therapieversager
und damit zur langfristigen Optimierung der bariatrischen Ergebnisse führen.
Am Adipositas
Zentrum Nord kommen konservative und invasive Therapien gegen das Übergewicht
zur Anwendung. Als primäre invasive Verfahren werden der Magenballon,
das Magenband und der Magenbypass angeboten, der Schwerpunkt liegt aufgrund
des günstigen Risikoprofiles auf dem Gastric Banding. Darüber
hinaus werden neben Revisionseingriffen auch Verfahrenswechsel und mehrschrittige
Konzepte durchgeführt. Dabei werden alle Patienten, die zu einer
bariatrischen Therapie vorgestellt werden, präoperativ interdisziplinär
evaluiert. Das Verfahren beginnt mit einer ausführlichen Konsultation
in der chirurgisch geführten Adipositas-Sprechstunde (30-60 Minuten).
Danach erfolgen in Einzelsitzungen die Vorstellung bei unserer Psychologin
(60-90 Minuten), bei unserer Oecotrophologin (60 Minuten) und bei unserer
Sportlehrerin/Fitnesstrainerin (60 Minuten). In unseren Teamsitzungen
werden für jeden Patienten alle Informationen zusammengetragen, auch
unter Berücksichtigung der anamnestischen psychischen und der testpsychologischen
Ergebnisse, und auf dieser Basis unsere therapeutische Empfehlung definiert.
Diese wird dann im Rahmen der zweiten Konsultation in der Adipositas-Sprechstunde
mit dem Patienten diskutiert. Unsere Empfehlung bezieht sich nicht nur
auf die Verfahrenswahl, sondern auch auf eine ggfs. vorzuschaltende oder
parallele Psychotherapie. Im Falle einer geplanten bariatrischen Operation
erfolgt auch die Unterstützung des Patienten bei der Antragstellung
zur Kostenübernahme für die Maßnahme sowie die dringende
Empfehlung zur Teilnahme an einer unserer Selbsthilfegruppen. Postoperativ
stehen neben der langfristigen chirurgischen Nachsorge allen Patienten
alle supportiven Angebote an der Klinik Tönning zur Verfügung
einschl. psychologischer und oecotrophologischer Therapie-Gruppen.
Dr. Steffen Krause, Gudrun Zepter, Heike Christiansen, Adipositas Zentrum
Nord, Klinikum Nordfriesland GmbH, Selckstr. 13, 25832 Tönning
Literatur
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 1/2008
S. 51-56
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