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Kammer-Info aktuell

Alternative BuS-Betreuung durch die Fachkundige Stelle der Ärztekammer
Axel Klötzing

In der fast zehnjährigen Niederlassung als Allgemeinarzt wurde ich immer wieder mit (vermeintlichen) Vorschriften zur Sicherheitstechnik, zur Hygiene oder Gesundheitsschutz konfrontiert. So kam in gewissen Abständen ein Techniker in die Praxis und erklärte, der Feuerlöscher müsste wieder überprüft werden, das hätte er schon bei meinem Vorgänger regelmäßig gemacht. Bei voller Sprechstunde und mit Grundvertrauen in das Handwerk ließ ich ihn jeweils gewähren, und nahm mir vor, mich über die entsprechenden Vorschriften kundig zu machen, was nie passierte. Mehr Sorgen bereiteten mir aber meine rudimentären Kenntnisse über die Vorschriften zum Arbeitsschutz meiner Mitarbeiterinnen, aber auch zum Schutz der Patienten. Als Praxisbetreiber stehe ich hier letztlich in der Verantwortung, auch wenn ich die Betreuung an entsprechende Firmen abgegeben habe.
Das Angebot der Ärztekammer zur Betreuung durch die Fachkundige Stelle und das Seminar zur BuS Betreuung habe ich daher gern angenommen.

Mit einer meiner Helferinnen habe ich das Seminar im November belegt. An einem Freitagnachmittag nach einer vollen Sprechstunde und mit Ausblick auf einen trockenen Kurs mit zahlreichen Gesetzestexten fuhr ich nicht sehr motiviert einmal quer durch Schleswig-Holstein nach Bad Segeberg. Erfreulicherweise entpuppte sich der Kurs als sehr praxisrelevant mit vielen lebensnahen Beispielen, die wir alle aus der täglichen Praxis kennen. Konkrete Handlungsanweisungen, wie das Vorgehen nach Nadelstichverletzungen mit fundierten Hintergrundinformationen, hatten unmittelbare Umsetzungen in der Praxis zur Folge. Zudem wurde reichhaltiges Informationsmaterial mit ausgearbeiteten Vordrucken für Arbeitsanweisungen zur Verfügung gestellt. Auf Themen wie Brandschutz, elektrische Sicherheit, Medizin-Betreiber-Verordnung, Gefährdungsbeurteilung, aber auch psychomentale Belastung am Arbeitsplatz wurde angemessen eingegangen, ohne in Formalismen oder Gesetzestexten zu verharren.

Im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, den Kurs bereits vor meinem Praxisumzug absolviert zu haben. Vielleicht wäre mir manch unnötige Investition infolge Fehlinformation vermeintlicher Sicherheitsexperten erspart geblieben, wie einem Teilnehmer, dem für seine neue Praxis besonders abgesicherte Steckdosen empfohlen wurden, weil diese angeblich so „Vorschrift“ seien.

Neben der größeren Sicherheit in der Wahrnehmung seiner Pflichten als Praxisbetreiber und Arbeitgeber besteht also auch noch die Möglichkeit Geld zu sparen.

Haben auch Sie Interesse an der Alternativen BuS-Betreuung, dann wenden Sie sich bitte an die Fachkundige Stelle der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Antje Gosch,
Tel. 04551/803-196.

Dr. Axel Klötzing, Allgemeinarzt, Alte Landstraße 40 a, 25597 Kronsmoor


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 1/2008

S. 48