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Bad Segeberg
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| Kassenärztliche
Vereinigung Schadensbegrenzung Die Führungsriege in der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) bemüht sich nach wochenlangen Querelen um Schadensbegrenzung. Der zuvor zerstrittene Vorstand hat in einem Brief an alle Ärzte im Land versichert, dass man künftig wieder konstruktiv zusammenarbeiten wird. Zu dieser Kooperation hatte sie am 5. Dezember die Abgeordnetenversammlung in interner Klausurtagung aufgefordert. Die von der Öffentlichkeit erhoffte Aufklärung über die Hintergründe der Führungskrise blieb aber aus. Wir sind zum Neuanfang verpflichtet und bereit, heißt es in dem von allen drei Vorstandsmitgliedern Ralf Büchner, Dr. Ingeborg Kreuz und Dr. Ralph Ennenbach unterzeichneten Brief. Die Thematisierung des Konflikts in den Medien bedauern sie, da dadurch ein Schaden entstanden ist, der nur sehr schwer und Schritt für Schritt wieder behoben werden kann. Die öffentliche Diskussion wird als nachteilig für alle dargestellt: Wir wissen nicht, wer vertrauliche Interna an die Presse gegeben hat, aber wir wissen, dass dies uns allen geschadet hat, heißt es weiter. Immerhin klingt auch Selbstkritik an. Wichtig ist sicherlich, dass wir intern konfliktfähiger werden müssen, um eine Situation wie diese nicht mehr entstehen zu lassen.
Keine neuen Erkenntnisse gab es bis Redaktionsschluss über die Vorwürfe wegen vermeintlicher Abrechnungsfehler von KVSH-Chef Ralf Büchner. Im gemeinsamen Brief ist das Thema dem Vorstand nur einen Satz wert: Etwa offene Abrechnungsfragen werden im zulässigen rechtlichen Rahmen geprüft, wie bei jedem anderen Mitglied der KVSH auch. Unklar blieb damit, wann und mit welchen Ergebnissen der Plausibilitätsausschuss seine Arbeit in Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Büchner beenden wird. Eine offizielle Entlastung des KV-Chefs stand damit bis Mitte Dezember noch aus. Offen blieb auch, weshalb es überhaupt zu den offenbar heftigen Meinungsverschiedenheiten kommen konnte. Das von einem Abgeordneten vermutete Kindergartenniveau dürfte kaum ausgereicht haben, um die Körperschaft in eine handfeste Führungskrise zu stürzen. Der Vorstand selbst verweist im Brief auf Unterstützung, die man außen bekommen hatte: Viele haben uns bestätigt, dass wir trotz Krise in den letzten Wochen in der Lage waren, die Sacharbeit professionell fortzusetzen. Das zeigt, dass wir eine gemeinsame Ebene haben, die auch in extremen Situationen funktioniert. Es ist an uns, deren Tragfähigkeit Schritt für Schritt auszubauen. Nur: Die konstruktive Zusammenarbeit trauen dem Vorstand längst nicht mehr alle Ärzte im Land zu. Der Underdocs-Vorsitzende Dr. Svante Gehring hatte den gesamten Vorstand nach der Klausurtagung zum Rücktritt aufgefordert. Auch der Vorsitzende der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände, Dr. Axel Schroeder, zeigte sich mit dem Ausgang unzufrieden. Er kritisierte die Entscheidung der Abgeordnetenversammlung als Weg des geringsten Widerstands. Der hausärztliche Sprecher des Kieler Praxisnetzes, Matthias Seusing, befürchtete nach der Klausurtagung Schaden für die KV insgesamt, da die Verhandlungsposition geschwächt sein könnte. Die Entscheidung der Abgeordneten wertete er als positives Zeichen für Büchner. (di) |
Schleswig-Holsteinisches
S. 32/33 |
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