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Faltblatt
Impfen gegen Grippe
Die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. hat ein
neues Faltblatt im Rahmen der Impfkampagne des Ministeriums für Soziales,
Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren des Landes Schleswig-Holstein
herausgebracht. Impfen gegen Grippe weist auf die Gefahren
der schweren Grippe hin, informiert über den wirksamen Impfschutz
für alle und gibt Tipps, wie man sich vor einer Ansteckung schützen
kann. Der Flyer kann angefordert werden bei der Landesvereinigung für
Gesundheitsförderung e. V., Flämische Str. 6-10, 24103 Kiel,
Tel. 0431/94294, Fax 0431/ 94871, E-Mail lind@lvgfsh.de oder einfach im
Internet heruntergeladen werden unter www.lv-gesundheit-sh.de. (Hilke
Lind, LVGF)
Aktuelle
Steuertipps
Gewerbliche Infizierung von Arztpraxen
Nach §§ 140 a ff. SGB V werden zwischen Arzt und Krankenkasse
bei einer integrierten Versorgung Verträge abgeschlossen, nach denen
die Krankenkasse dem Arzt für die Behandlung der Patienten eine Fallpauschale
zahlt. Diese Fallpauschale deckt sowohl die medizinische Betreuung als
auch die Abgabe von Arznei- und Hilfsmitteln ab. Das bedeutet, dass sowohl
freiberufliche als auch gewerbliche Tätigkeiten von dieser Pauschale
abgedeckt werden. Eine Tatsache, die Folgen haben kann. Denn es stellt
sich die Frage, ob die gesamten Einkünfte der Praxis durch diesen
gewerblichen Anteil - also durch Abgabe von Arznei- und Hilfsmitteln -
gewerblich infiziert werden (i. S. v. § 15 Abs. 3 Nr.
1 EStG).
Die Vertreter der obersten Finanzbehörden der Länder und des
Bundesministeriums der Finanzen haben in einer abgestimmten Verwaltungsauffassung
festgelegt: Es kommt in diesen Fällen zu einer gewerblichen Infizierung
der gesamten Tätigkeit der Gemeinschaftspraxen - sofern die von der
BFH (Bundesfinanzhof)-Rechtsprechung ausgestellte Geringfügigkeitsgrenze
(1,25 v. H.) überschritten ist (vgl. BFH-Urteil vom 11.08.1999, BStBl
2000 II S. 229 = StuB 1999, S. 1 106). (Ralph Böttcher, www.DanRevision.com)
Schleswig-Holstein
212 Euro pro Kopf und Jahr für Medikamente
Rund 13 Millionen Arzneimittelpackungen im Wert von 510 Millionen Euro haben
Schleswig-Holsteins Ärzte ihren Kassenpatienten von Januar bis Juli
2007 verordnet. Dies teilte die Techniker Krankenkasse (TK) heute in Kiel
mit. Durchschnittlich hat jeder gesetzlich Krankenversicherte Rezepte für
5,3 Arzneimittelpackungen im Wert von rund 212 Euro erhalten und dabei etwa
14 Euro zugezahlt. Am häufigsten wurden Medikamente zur Behandlung
von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verschrieben. Mit 2,9 Packungen pro Versicherten
verordneten die Allgemeinmediziner die meisten Arzneimittel, gefolgt von
den Internisten (0,8 Packungen).
Die Statistiken zu den Arzneimittelverordnungen stehen im Internet unter
www.gamsi.de (Arzneimittel-Schnellinformation der Krankenkassenverbände).
(TK)
Wahrnehmung von Gesundheitskosten
Patienten schätzen Behandlungskosten häufig
falsch ein
Im Gesundheitswesen gibt es eine erhebliche Diskrepanz zwischen den tatsächlichen
Kosten und der Wahrnehmung der Kosten durch die Versicherten. Dies ist das
Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die vom Institut für Mikrodaten-Analyse,
Kiel, durchgeführt wurde.
Dieser Kostenschleier führe z. B. für GKV-Versicherte
dazu, dass Kosten von Einzelleistungen zum Teil um den Faktor zehn überschätzt
werden. Gleichzeitig aber werden die Kosten im Lebenszyklus deutlich unterschätzt.
Im Durchschnitt über die GKV-Versicherten wurden die Lebenszykluskosten
auf rund 56 358 Euro (IST GKV ca. 142 413 Euro) geschätzt. Die Kosten
für eine Blutdruckmessung auf 24,66 Euro (IST GKV ca. 7,41 Euro) und
ein 10-minütiges Arzt-Patientengespräch auf 34,38 Euro (IST GKV
ca. 7,67 Euro). Ein dreitägiger Krankenhausaufenthalt nach einer Blinddarm-OP
wurde auf 2 561 Euro (IST GKV ca. 1 962 Euro) geschätzt und eine Blutuntersuchung
nach einem Zeckenbiss auf 165,88 Euro (IST GKV 7,70 Euro).
Diese Ergebnisse liefern nach Ansicht der Autoren auch eine Erklärung
für die Frage, warum ein halbes Jahr nach Inkrafttreten der Gesundheitsreform
2007 die Zahl der abgeschlossenen Wahltarife bei den gesetzlichen Krankenkassen
gering ist. Zwar sei das Interesse an Wahltarifen groß, doch können
Versicherte den Wahltarifen wegen des Kostenschleiers kaum einen Wert beimessen,
d. h. eine individuelle Kosten/ Nutzen-Abschätzung der Wahltarife ist
kaum möglich. (Institut für Mikrodaten-Anlayse, Kiel; Nachdruck
aus Der niedergelassene Arzt 10/2007)
Veranstaltungen zur Selbstuntersuchung der Brust in schleswig-holsteinischen
Betrieben
BRUSTlife in Betrieben
In den letzten Wochen ist das Projekt BRUSTlife für Frauen in schleswig-holsteinischen
Betrieben durchgeführt worden. Teilgenommen an der Aktion BRUSTlife
in Betrieben haben die Dräger Safety AG und die Dräger Medical
Deutschland GmbH in Lübeck sowie die E.ON Hanse AG in Stockelsdorf.
Zwei Schulklassen vom Bildungszentrum des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Campus Kiel, schlossen das Projekt mit zwei Veranstaltungen ab. Finanziert
wurde die Aktion vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie,
Jugend und Senioren des Landes Schleswig-Holstein.
Die
Aktion BRUSTlife in Betrieben steht in Zusammenhang mit dem
Mammografie-Screening-Programm, das in der Screening-Region östliches
Schleswig-Holstein im Mai dieses Jahres gestartet ist. Alle Frauen zwischen
50 und 69 Jahren sollen zukünftig regelmäßig im Abstand
von zwei Jahren zur Mammografie-Screening-Untersuchung eingeladen werden.
BRUSTlife und das Programm Mammografie-Screening gehören zum Netzwerk
Betrifft Brust (www.betrifft-brust.de), das Programme zur Förderung
der Früherkennung, der Diagnostik und der Krankheitsbewältigung
unter einem Dach zusammenfasst. Zu Betrifft Brust gehören auch das
Programm QuaMaDi und das Disease-Management-Programm DMP-Brustkrebs. Alle
Programme sollen die Früherkennung und Versorgung von Brustkrebs optimieren.
Weitere Infos zum Projekt BRUSTlife:
Brustkrebs ist nach wie vor die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen
in Deutschland. Je früher ein Tumor erkannt wird, desto größer
sind die Heilungschancen. Vor diesem Hintergrund finden seit dem Jahr 2001
die BRUSTlife-Seminare statt: Unter Anleitung von Frauenärzten(innen)
will BRUSTlife zur monatlichen Selbstuntersuchung der Brust und jährlichen
Untersuchung in der Arztpraxis motivieren. In einer kleinen Gruppe und unter
Anleitung einer zum BRUSTlife-Programm geschulten Frauenärztin erlernen
Frauen die richtige Technik zur Selbstuntersuchung der Brust anhand von
Tastmodellen und Videos.
Die
Kurse finden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Krankenkassen statt.
Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenfrei und nicht an eine
Mitgliedschaft in einer bestimmten Kasse gebunden.
Die Übersicht aller schleswig-holsteinischen Veranstaltungstermine
in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Krankenkassen erhalten Sie bei
der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung oder im Internet
unter www.lv-gesundheit-sh.de. Hier gibt es auch weitere Informationen
zu dem Projekt. (Hilke Lind, LVGF)
Inseminationen und Gewebegesetz
Seit dem 1. August 2007 ist das Gewebegesetz in Kraft getreten. Danach ist
für alle Gewebe und Gewebezubereitungen - z. B. auch Sperma im Rahmen
einer Fertilitätsbehandlung - für das Gewinnen, Be- und Verarbeiten,
Konservieren und Lagern sowie für das Inverkehrbringen eine arzneimittelrechtliche
Erlaubnis sowie für das Inverkehrbringen auch eine Genehmigung bzw.
Zulassung erforderlich. Darauf wies das zuständige Landesamt für
Gesundheit und Arbeitssicherheit des Landes Schleswig-Holstein hin. Auf
Nachfrage der Ärztekammer wurde bestätigt, dass ausdrücklich
hier auch die Durchführung von Inseminationen im Rahmen von Fertilitätsbehandlungen
betroffen ist. Rückfragen bei der Ärztekammer beantwortet Dr.
Edda Oppermann (04551/ 803-132). (V)
DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg
Neues DRK-Bildungszentrum in der Praxisklinik Mölln
eröffnet
Nach nur viermonatiger Bauzeit zog das Bildungszentrum des DRK-Krankenhauses
Mölln-Ratzeburg von Ratzeburg nach Mölln um. In den neuen Räumen
der Praxisklinik, dem früheren städtischen Krankenhaus, wurde
auf rund 800 Quadratmetern so mancher Traum verwirklicht. Neben drei großzügig
gestalteten Seminar-Räumen und einem nachgebauten Krankenzimmer für
den praktischen Anschauungsunterricht können die Schüler neben
einer Bibliothek auch ein kleines Internet-Café nutzen. Neben der
Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Altenpflege soll
vor allem auch die Fort- und Weiterbildung einen großen Stellenwert
erhalten, betonte Schulungsleiter Erich Wirth. (Dirk Andresen, DRK Krankenhaus)
Mit neuer Qualitätskoordinatorin
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| Mirza
Sopp (Foto: DRK) |
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Die Geschäftsführer
des DRK-Krankenhauses Mölln-Ratzeburg sprachen einem Eigengewächs
das Vertrauen aus: Seit September ist Mirza Sopp die neue Qualitätskoordinatorin,
die die massiven Veränderungen im Gesundheitswesen und speziell am
Krankenhaus-Standort Ratzeburg in den vergangenen 17 Jahren intensiv miterlebt
hat. 1990 begann die damals 19-Jährige nach dem Abitur in Lübeck
die Ausbildung zur Krankenschwester. Nach dem Einsatz auf der Intensivstation
(vier Jahre), in der Anästhesie (acht Jahre), als OP-Pflegerin (zwei
Jahre) absolvierte sie auch noch eine dreijährige Ausbildung zur Fachwirtin
im Sozial- und Gesundheitswesen an der IHK in Lübeck. Die drei wesentlichen
Ziele als neue Qualitätskoordinatorin sind die Sicherstellung einer
hohen medizinischen und pflegerischen Leistungsqualität, Gewährleistung
einer hohen Patientenzufriedenheit und einer hohen Mitarbeitermotivation.
(Dirk Andresen, DRK Krankenhaus)
Dr. Andreas Hirn neuer Schmerzspezialist
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Dr.
Andreas Hirn
(Foto: DRK) |
Das DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg
hat Dr. Andreas Hirn als leitenden Arzt für Schmerztherapie und Palliativmedizin
eingestellt. Eine erfolgreiche Behandlung chronischer Schmerzen ist
heutzutage nur möglich, wenn der Schmerz als vielschichtiges Krankheitsbild
gesehen wird, weiß Dr. Hirn, der in der Klinik mit dem Psychosomatiker,
den Physiotherapeuten und, wenn nötig, mit weiteren Spezialisten kooperiert.
Gemeinsam können für jeden Patienten strukturierte Behandlungspfade
entwickelt und umgesetzt werden. Ziel aller Beteiligten dabei ist einerseits
die größtmögliche Schmerzverminderung bei akzeptablen Nebenwirkungen
und andererseits die Begleitung der betroffenen Menschen.
Dr. Hirn ist in Innsbruck geboren und arbeitete nach Abschluss seines Studiums
dort im Bereich Pharmakologie und Toxikologie in Südafrika. Nach seiner
Ausbildung zum Allgemeinmediziner in Tirol begann er in Lemgo mit seiner
Weiterbildung in der Anästhesie und Intensivmedizin. Von dort wechselte
er an das Zentrum für Anästhesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin
der Universität Göttingen. Neben seiner Tätigkeit in allen
Bereichen dieses Zentrums arbeitete er für mehr als zwei Jahre im Rahmen
eines Projektes der Ärztekammer Niedersachsen und des Bundesgesundheitsministeriums
als Arzt eines Palliativ Care Teams. Ziel dieses so genannten Support-Projektes
war nicht nur die Schmerzbehandlung, sondern auch die umfassende palliativmedizinische
Versorgung schwerkranker Tumorpatienten. Dabei sollte herausgefunden werden,
inwieweit eine Zusammenarbeit der Hausärzte, Pflegedienste und Angehörigen
mit palliativmedizinischen Experten hilft, die betroffenen Menschen möglichst
lange in ihrer gewohnten Umgebung zu betreuen und Krankenhauseinweisungen
möglichst zu vermeiden. Die letzten zwei Jahre war Dr. Hirn als Schmerztherapeut
im Team der Schmerzambulanz der Universität Göttingen tätig.
(Dirk Andresen, DRK Krankenhaus)
Euroskin 2007 contra Sonnenstudios
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PD
Dr. Alexander Katalinic (Foto: SH) |
Die Teilnehmer der 5.
Internationalen Konferenz Reducing the Health Risks of Sunbed Use
der Europäischen Gesellschaft für Hautkrebs-Prävention (Euroskin)
haben sich in Hamburg für eine strengere Regulierung der Benutzung
kommerzieller Solarien ausgesprochen. Betreiber sollten ihre oft sehr strahlungsstarken
Geräte freiwillig nach den Kriterien des Bundesamtes für Strahlenschutz
zertifizieren lassen. Bisher haben dies nur wenige getan - in Hamburg vier
von etwa 100.
Die Hamburger Gesundheitsbehörde stellte eine Umfrage unter den Hautarztpraxen
vor. Diese bestätigte den Verdacht, dass in letzter Zeit vermehrt solarienbedingte
Hautverbrennungen von Jugendlichen behandelt werden mussten (in über
85 Prozent der rückmeldenden Praxen). Über drei Viertel der Dermatologen
sprachen sich für ein Nutzungsverbot für Jugendliche aus.
Aus Schleswig-Holstein wies PD Dr. Alexander Katalinic hin auf die gute
Datenlage im Krebsregister bei Hautkrebs durch das Netzwerk von 100 Hautpraxen,
drei Kliniken und von pathologischen Instituten. (hk)
Ausbildung
in Praxis Marczinkowski/Midlum
In dem Artikel Die ersten Operationstechnischen Angestellten (OTAs)
mit staatlicher Anerkennung, Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt
8/2007, wurde bei der Angabe zum Ausbildungsbetrieb nicht erwähnt,
dass Sandra Lehmann die ersten 18 Monate ihrer Ausbildung in der Praxis
Helmut Marczinkowski, Midlum/Föhr, absolviert hat. (Ga)
Gesundheitskampagne
mach2
Die GEK (Gmünder Ersatzkasse) hat mit sechs Landessportbünden,
darunter dem LSV Schleswig-Holstein, die Präventionskampagne mach2
gestartet. Es geht um speziell ausgearbeitete Kurse mit Bewegung und gesunder
Ernährung, um Übergewicht zu beseitigen. Die Kurse können
von der jeweiligen Krankenkasse bezuschusst werden. Anbieter sind insbesondere
die großen Sportvereine (siehe www.mach2.de).
Der Hamburger Sportmediziner
Prof. Dr. Klaus-Michael Braumann betonte die größere Bedeutung
von Bewegung gegenüber der Ernährung. In den letzten Jahren
seien einige aussagefähige Studien vorgelegt worden.
Wie der Initiator, der zum Jahresende bei der GEK (nicht jedoch bei der
Hamburgischen Zimmererkasse HZK) ausscheidende Vorstandsvorsitzende Dieter
Hebel danach in einem Gespräch mit dem Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt
erläuterte, setze die GEK stark auf Prävention (Motto: Uns
gehts gut!). In einem ausführlichen Gutachten habe das
Institut von Prof. Schwartz (Hannover) die Wirksamkeit solcher Präventionsmaßnahmen
belegt. Auf ein - wieder einmal - geplantes Präventionsgesetz des
Bundes wollten weder die Kasse noch der Sport (HSB-Sportpräsident
Günter Ploß, ehemals VdAK/AEV in Kiel) warten. (hk)
Pfeffer
auf gesundheitspolitische Defekte
Eine Gruppentherapie für Leidtragende der Gesundheitsreform
bot das Leipziger Traditionskabarett Die Pfeffermühle
am 14. Oktober im ausverkauften Augustinum Aumühle (Sachsenwald).
Therapie, denn Gesundheit müsse nicht immer reformiert, sondern (sofern
defizitär) therapiert werden. Ist ganz Deutschland ein Sanierungsfall?
Was ist Morbus Merkel? So fragten die Alt-Komiker Dieter Richter, Hans-Jürgen
Silbermann und als Gaststar Sharon Brauner in ihrem amüsant-bissigen
Programm Happy D - glückliches Deutschland.
Mehr leisten, mehr Kosten sparen: Wir sollen arbeiten, bis der Arzt
kommt! Das demografische Problem (umgekehrte Alterspyramide) eventuell
durch Auswanderung nach Ägypten lösen? Hier stehen die
Pyramiden noch richtig rum! Oder durch Schaffung von Kopulationsbeauftragten
der Bundesregierung? Was können Hartz-IV-Empfänger tun?
Zusätzliche Mittel beschaffen durch Blutspenden? Durch Samenspenden?
Durch (illegalen) Organverkauf?
Wie soll es weitergehen? Vorbeugen ist besser als heulen - das war gestern.
Die Selbstbeteiligung der Patienten steigern zum Do-it-yourself, zum Beispiel
zu Kursen bei der Volkshochschule Darmspiegelung selbst gemacht?
Und bei OBI solle es schon mehr Op-Bestecke als Fuchsschwänze geben
... Droht die Arzneilimitierung für Alte? Wenn die über
70-Jährigen eines Tages keine Medikamente mehr bekommen dürfen
- na ja, dann sterben wir wieder eines natürlichen Todes. Und
wenn es kein Sterbegeld mehr gibt - dann treten wir in Sterbestreik!
(hk)

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| Rudolf
Henke (Foto: MB) |
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112.
Marburger Bund Hauptversammlung
Rudolf Henke neuer Vorsitzender des Marburger Bundes
Der Aachener Internist
und Oberarzt Rudolf Henke ist neuer erster Vorsitzender der Ärztegewerkschaft
Marburger Bund (MB). Auf der 112. MB-Hauptversammlung in Berlin erhielt
Rudolf Henke 144 von 177 gültigen Stimmen, das sind 81,4 Prozent.
Er löst Dr. Frank Ulrich Montgomery ab, der nicht mehr zur Wahl antrat.
Montgomery und Henke hatten den Marburger Bund in den 18 Jahren seit 1989
als erster und zweiter Vorsitzender geführt. In dieser Zeit ist der
Marburger Bund von 47 000 auf 108 000 Mitglieder gewachsen. Als neuer
zweiter Vorsitzender hat die 112. MB-Hauptversammlung den Münchener
Chirurg Dr. Andreas Botzlar gewählt. (MB)
Für
Sie gelesen
Therapiefreiheit in der Inneren Medizin!
Gegen Eingriffe in die Therapiefreiheit beispielsweise durch Disease Management
Programme und das Arzneimittelverordnungswirtschaftlichkeits-Gesetz
mit seiner Bonus-Malus-Regelung bei der Medikamentenverordnung protestierte
Prof. Dr. Ulrich R. Fölsch, Direktor der Klinik für Allgemeine
Innere Medizin im UK S-H, Campus Kiel, mit dieser Begründung:
In der Inneren Medizin müssen wir uns den komplexen Krankheitsbildern
bei multimorbiden Patienten stellen. Diese Patienten bedürfen in
vielen Fällen einer individualisierten und nicht einer standardisierten
Medizin.
(Herbstsymposium der Deutschen Ges. f. Innere Medizin - DGIM, 18. Okt.
2007, Wiesbaden) (hk)
Patientenfreundliches
Licht
Ein schönes Beispiel für eine patientenfreundliche medizintechnische
Innovation, die nicht übermäßig viel kostet, haben die
Asklepios Kliniken und Philips im Allgemeinen Krankenhaus Barmbek in Hamburg
vorgestellt. Ein volldigitaler Angiografieplatz wurde erstmals mit farbiger
animierter Beleuchtung ausgestattet. In Deutschland seien schon rund 60
weitere Großgeräte wie CT und Kernspin bei entsprechender Patientenbegeisterung
farbig ausgestaltet worden - hoffentlich demnächst auch in Schleswig-Holstein.
Licht nimmt Angst - das ist unsere Botschaft, sagten der (scheidende)
Asklepios-Geschäftsführer Dr. Jörg Weidenhammer und Philips-Geschäftsführer
Jochen Franke. (hk)
Buchtipps
Gesundheitsmarkt
2008
Wer sich für die Tarifverträge im Bereich der Kliniken interessiert,
findet die wichtigsten im Taschenkalender Gesundheitsmarkt 2008 von Dr.
Uwe K. Preusker (ehemals mb-Zeitung, jetzt Publizist und Moderator zu
gesundheitspolitischen Themen auf Bundesebene). Es handelt sich um die
- aus Sicht eines Freiberuflers erstaunlich reichhaltigen - TV-Ärzte
(Uni-Kliniken), den Tarifvertrag für Ärzte an kommunalen Krankenhäusern,
den TVöD und den Tarifvertrag zur Zukunftssicherung der Krankenhäuser.
Economica Verlag Heidelberg u. a., ISB 978-3-97081-529-5, 20 Euro.
Wenn die alten Eltern sterben
Die in Schleswig-Holstein lebende Autorin Barbara Dobrick hat jetzt eine
völlig überarbeitete Ausgabe ihres viel beachteten Trauer-Buchs
verfasst, das zu den palliativmedizinischen Diskussionen im Oktober/November
bei uns passt:
Wenn die alten Eltern sterben. Das endgültige Ende der
Kindheit. Kreuz Verlag 2007, 200 Seiten, ISBN 978-3-7831-2866-6, 17,95 Euro.
Dazu und ergänzend
zum Bericht über die Jahrestagung der Ethik-Akademie (AEM) in der vorigen
Ausgabe sei hingewiesen auf die zahlreichen guten Bücher zur Medizinethik
im LIT-Verlag Münster, zum Beispiel H. A. Kick/J. Taupitz, Ethische
Orientierung in Grenzsituationen des Lebens, 2004, 126 Seiten, ISBN 3-82258-7398-6.
Ach! Das
kleine Buch vom großen Staunen
Ein schönes kleines Advents- und Weihnachtsgeschenk ist das Büchlein
Ach! Das kleine Buch vom großen Staunen (Vertrieb Hg.
Andere Zeiten e. V., Tel. 040/47112727), ca. 60 Seiten, 7 Euro, mit guten
Texten und Bildern aus den letzten Adventskalendern. (hk)
Weiterer
Ausbau Palliativmedizin
Die mit der Krankenhausplanung befasste Beteiligtenrunde hat Einigkeit
über den Ausbau der palliativmedizinischen Versorgung in Schleswig-Holstein
erzielt. Sie stimmte dem Antrag auf Einrichtung von sechs palliativmedizinischen
Betten im Westküstenklinikum in Heide zu.
Die Planung in Schleswig-Holstein fokussiert sich darüber hinaus
auf den Auf- und Ausbau einer ambulanten palliativmedizinischen Versorgung.
Durch die Einrichtung so genannter Palliativ-Care-Teams soll inhaltlich
und konzeptionell auf die Vernetzung von ambulanten und stationären
Einrichtungen bzw. Versorgungsangeboten hingearbeitet werden. Außerdem
sollen Kooperationen zwischen hauptamtlichen und ehrenamtlich Tätigen
in der Palliativmedizin und in Hospizen gefördert und verstärkt
werden.
In einem nächsten Schritt ist ein weiterer Ausbau des palliativmedizinischen
Angebots im Bereich Lübeck, Stormarn, Herzogtum Lauenburg geplant.
(Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren)
Asklepios
verspricht Qualität
Asklepios Kliniken, Deutschlands größte private
Klinikgruppe mit Standorten auch in Schleswig-Holstein (Bad Oldesloe,
Westerland, Bad Schwartau), verspricht weitere Qualitätsverbesserungen
in der Krankenversorgung. Hochqualifizierte medizinische Hilfe für
Patienten, das ist unser Ziel, nicht eine Gewinnentnahme, die wir noch
nie gemacht haben, sagte Gründer und Gesellschafter Dr. Bernard
große Broermann vor der Presse in Hamburg. In seinem ersten Hintergrundgespräch
mit Hamburger Journalisten im Grand Elysee Hotel verteidigten Broermann
und sein noch derzeit in Hamburg als Vorstandschef eingesetzter Spitzenmanager
Elmar Willebrand die Rationalisierungspolitik in den ehemaligen LBK-Häusern
der Hansestadt. Die Qualität der medizinischen Versorgung werde hier
wie in den anderen Häusern noch verbessert. Das sei auch ablesbar
an den Qualitätsberichten (mit Ergebnisqualität), die immerhin
von der AOK als beste bewertet worden seien. Asklepios verwende über
50 Clinical Pathways, mehr als andere. Viele Kliniken böten Präventionsprogramme
für Schüler aus benachbarten Schulen. Der Ethische Salon
in Hamburg werde fortgeführt. Die medizinische Online-Bibliothek
sei die größte in Europa.
Die Forschung mit Eigen- und Drittmitteln laufe gut (koordiniert von Proresearch),
da die Schwerpunktkliniken über viele geeignete Patienten verfügten.
So sei Hamburg weltweit zum zweitgrößten Standort für
klinische Forschung geworden.
Für die Zukunft seien weitere Verbesserungen geplant, etwa der Ausbau
der Perinatalzentren, der Stammzelltherapie (St. Georg), der Stroke Units,
von Herzkathetermessplätzen und der Langzeitbeatmung. (hk)
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32.
Interdisziplinäres Forum der
Bundesärztekammer
Fortschritt und Fortbildung in der Medizin
10.-12. Januar 2008
Veranstaltungsort:
Tagungszentrum Katholische Akademie, Hannoversche Str. 5 b,
Berlin
Kongresseröffnung: Prof. Dr. Dr. h. c. Jörg-Dietrich
Hoppe, Berlin, Dr. Franz Bartmann, Flensburg
Themen und Moderatoren:
- Schmerztherapie
bei Tumorerkrankungen, Prof. Dr. Scholz, Kiel
- Interdisziplinäre
Aspekte der bildgebenden Diagnostik, Prof. Dr. Eckel, Hannover,
Prof. Dr. Freyschmidt, Bremen
- Kontrazeption
- aktuelle Aspekte, Prof. Dr. Hepp, Buch am Ammersee
- Sportmedizin
und klinische Medizin: Widerspruch und Notwendigkeit? Prof. Dr.
Löllgen, Remscheid, Prof. Dr. Dickhuth, Freiburg
- Pädiatrische
Arzneimitteltherapie, Prof. Dr.
Ludwig, Berlin, Prof. Dr. Seyberth, Marburg
Weitere Informationen:
Bundesärztekammer, Dezernat Fortbildung und Gesundheitsförderung,
Postfach 12 08 64, 10598 Berlin, Tel. 030/400456-415, -418, Fax
030/400456-429,
E-Mail cme@baek.de, Internet www.bundesaerztekammer.de
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Kommunikationskongress
der Gesundheitswirtschaft
Noch ein Kongress? Ja, aber eine Premiere in Deutschland: Erstmals trafen
sich im Oktober in der Handelskammer Hamburg Vertreter von Gesundheitsunternehmen
(darunter viele Krankenhäuser und auch Krankenkassen), mit Vertretern
der Medien, von Presseagenturen und mit Pressesprechern zum beiderseitigen
Informationsaustausch. Die Initiatoren aus dem Umkreis des Hauptstadtkongresses
und des Gesundheitswirtschaftskongresses Hamburg: Die dynamische
Wachstumsbranche Gesundheitswirtschaft braucht zur Vermittlung die Medien,
umgekehrt sind die Medien in hohem Maße an den Themen und Ereignissen
der Gesundheitsbranche interessiert.
Neben den Fachvorträgen z. B. über die Arbeitsweise seriöser
Journalisten, über das Spannungsverhältnis zu den Medien (Patient
beißt Arzt - oder was ist berichtenswert) oder Krisenkommunikation
in der Klinik drängten die 250 Teilnehmer zu den zwölf Redaktionsbesuchen.
Alles in allem ein Auftakterfolg, mit dem eine neue Plattform für
die Kommunikationsprofis der Branche installiert wurde. Den Machern war
allerdings auch klar (so auf Nachfrage), dass eine freie, möglichst
objektive Berichterstattung nicht einfach wie die Arbeit von PR-Textern
instrumentalisiert werden kann. (hk)
Ausgaben
für Medikamente steigen
Fiskus kassiert kräftig mit
Die Ausgaben
für Medikamente steigen weiter. Die Krankenkassen in Schleswig-Holstein
gaben von Januar bis September dieses Jahres über 600 Millionen Euro
für Arzneimittel aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht
dies einer Steigerung von rund neun Prozent. Dies teilte die Techniker
Krankenkasse (TK) in Kiel mit. Einen Grund für die gestiegenen Kosten
sieht die TK in der Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Beginn des Jahres.
Mit mehr als 97 Millionen Euro war der Fiskus an den Arzneimittelausgaben
in den ersten neun Monaten beteiligt - knapp 20 Millionen mehr als im
Vorjahreszeitraum. Die TK bezieht sich auf aktuelle Zahlen des Deutschen
Apothekerverbandes.
Die Anhebung der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent belastet die Krankenkassen
bundesweit allein bei den Arzneimittelkosten zusätzlich mit rund
700 bis 800 Millionen Euro pro Jahr. Mit der Entscheidung zur Mehrwertsteuererhöhung
wurde die Bundesregierung selbst einer der größten Kostentreiber
im Gesundheitswesen, sagte Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK
in Schleswig-Holstein. Die TK setzt sich seit Jahren dafür ein, Medikamente
nur mit dem ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent zu belegen.
Brunkhorst: Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb zum Beispiel Schnittblumen
in den Genuss des ermäßigten Steuersatzes kommen, lebenswichtige
Arzneimittel dagegen voll belastet werden. Während Deutschland
im europäischen Vergleich beim regulären Mehrwertsteuersatz
im Mittelfeld liegt, nimmt es beim Steuersatz für Arzneimittel einen
Spitzenplatz ein. Es ist eines der wenigen Länder, das für Medikamente
den vollen Mehrwertsteuersatz erhebt. Zuwächse bei den Ausgaben für
Arzneimittel wirken sich automatisch einnahmeerhöhend aus - der Fiskus
kassiert also kräftig mit. Die Mehrwertsteuer machte allein bei den
im Jahr 2006 zulasten der Krankenkassen verordneten Medikamenten rund
3,6 Milliarden Euro aus. Seit 1996 sind auf diesem Weg 32 Milliarden Euro
an den Fiskus geflossen. (TK)
Exzellenzinitiative
Lübeck, Kiel, Borstel und Geesthacht erfolgreich
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Prof.
Stefan Schreiber
(Foto: UK S-H) |
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In der zweiten Runde
der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung
von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen waren die Universitäten
Kiel und Lübeck zusammen mit dem Forschungszentrum Borstel sowie
das Forschungszentrum Geesthacht erfolgreich.
An das Exzellenzcluster Entzündungsforschung an Grenzflächen
mit 70 Forschergruppen in Kiel (dort der Sprecher Prof. Stefan Schreiber,
zugleich seit Oktober neuer Dekan in Kiel), Lübeck (Prof. Enno Hartmann,
Institut für Biologie) und Borstel (Prof. Rietschel) gehen in den
nächsten fünf Jahren 35 Millionen Euro. Weitere fünf Millionen
fließen an die in Lübeck geplante Graduiertenschule Informatik
in Medizin und Lebenswissenschaften - federführend Prof. Schweikard,
Institut für Robotik und Kognitive Systeme der Universität.
Damit war Lübeck mit beiden Anträgen erfolgreich: Damit
kann sowohl der Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein im Allgemeinen
als auch die Universität Lübeck im Besonderen einen großen
und, wie ich meine, verdienten Erfolg feiern, sagte Prorektor Prof.
Peter Schmucker für das Präsidium. ... man darf sagen,
dass wir uns gemeinsam geradewegs auf die Spitze der deutschen Universitätslandschaft
zu bewegen.
Auch Geesthacht (GKSS-Forschungszentrum) war erfolgreich: als Partner
der Univ. Hamburg hat es teil an der Auszeichnung des meteorologischen
Großprojekts eines Weltklimaforschungszentrums. Dazu gehört
das vom GKSS initiierte Norddeutsche Klimabüro, das den Dialog mit
der Öffentlichkeit fördern soll - vermutlich auch im Bereich
Klima und Gesundheit. (hk)
Kieler
Forscher entdecken neuen Transportweg in der Zelle
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In
den blau eingefärbten Zellkernen sind die zellulären Recyclingwerke,
die Lysosomen erkennbar, um den Zellkern herum sieht man die rot eingefärbten
Enzyme, die von den gelblich-grünen Rezeptoren transportiert
werden.
(Foto/Copyright: Saftig) |
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Prof.
Paul Saftig vom Biochemischen Institut, Dr. Michael Schwake, Dr. Judith
Blanz und Jenny Schröder (v. l.) erforschen seit mehr als drei
Jahren Enzyme in Zellen, die in gefrorenem Stickstoff bei -196 Grad
Celsius aufbewahrt werden.
(Foto: Haacks, Copyright: CAU) |
Einem Kieler Wissenschaftlerteam
um Prof. Dr. rer. nat. Paul Saftig ist es gelungen, einen bislang unbekannten
Transportweg eines für den Körper wichtigen Enzyms in der Zelle
zu identifizieren. Diese Entdeckung könnte Grundlage für die
Entwicklung neuer Therapien gegen Morbus Gaucher sein, einer vererbbaren
Erkrankung, in der dieses Enzym defekt ist. Diese Krankheit ist zwar relativ
selten, verläuft aber oft schon im Kindesalter tödlich. In der
am 16. November erschienenen Ausgabe der renommiertesten zellbiologischen
Zeitung CELL ist die Forschungsarbeit erstmalig veröffentlicht,
an der auch Wissenschaftler einer amerikanischen Firma beteiligt waren,
die Medikamente zur Behandlung von Morbus Gaucher vertreibt.
Die Gaucher-Erkrankung ist eine vererbbare Fettspeichererkrankung. Fette
aus der Zellmembran können nicht abgebaut werden, sondern reichern
sich in den Zellen an und führen so zu einer Vergrößerung
der Organe wie Leber und Milz. Im gesunden Zustand spaltet das untersuchte
Enzym die Fette und wird von einem Rezeptor, dem biochemischen Spediteur,
in die Lysosomen transportiert, den so genannten Recyclingfabriken
der Zelle, wo diese Fette abgebaut werden. Die Entdeckung des neuen Transportweges
und des Rezeptors birgt u. a. die Chance, Medikamente gegen Morbus Gauches
vereinfacht herzustellen. Zu wissen, wie dieses Enzym transportiert
wird, ermöglicht es, den Transport zu steuern, so Prof. Saftig,
durch gezielte Manipulation kann so das Enzym zum Beispiel aus der
Zelle herausbefördert, dort abgefangen und dann in großen Mengen
zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden. Diese Erkenntnisse
sind aber nicht nur im Hinblick auf therapeutische Maßnahmen zur
Bekämpfung dieser Erkrankung, sondern auch für das generelle
wissenschaftliche Verständnis von zellulären Transportprozessen
von großer Bedeutung. Inwieweit auch andere zelluläre Eiweiße
den neu identifizierten Transportweg benutzen und ob ein fehlerhafter
Transport auch mit anderen Erkrankungen verbunden ist, wird derzeit im
Labor von Prof. Saftig untersucht.
Prof. Saftig ist der Leiter der Arbeitsgruppe für Transgene Maus-
und molekulare Zellbiologie an der Christian-Albrechts-Universität
zu Kiel (CAU). Mit beteiligt an der Studie waren Dr. Judith Blanz, Dr.
Michael Schwake und Jenny Schröder. (CAU)
Entscheidung
des Bundesgerichtshofes
Das 2,3-fache des Gebührensatzes für Normalfall
möglich
In seiner Entscheidung vom 8. November 2007 hat sich der III. Zivilsenat
des Bundesgerichtshofs mit der immer wieder mal kontrovers diskutierten
Frage nach der Wahl des richtigen Steigerungsfaktors bei Erbringung durchschnittlicher
ärztlicher Leistungen befasst. Das Urteil selbst liegt in Textform
noch nicht vor, aber der hierzu veröffentlichten Pressemitteilung
lässt sich entnehmen, dass nach Ansicht des III. Zivilsenats ein
Arzt das ihm nach § 5 Abs. 2 GOÄ eingeräumte Ermessen nicht
verletzt, wenn er nach Schwierigkeit und Zeitaufwand durchschnittliche
ärztliche Leistungen mit dem Höchstsatz der Regelspanne
(also im Normalfall mit dem 2,3fachen des Gebührensatzes)
abrechnet. Diese Klarstellung bringt mehr Rechtssicherheit. Der Vollständigkeit
halber ist der weitere richterliche Hinweis nicht unerwähnt zu lassen,
dass der Arzt seine Leistungen nicht schematisch mit dem Höchstsatz
der Regelspanne berechnen darf, sondern sich bei einfachen ärztlichen
Verrichtungen im unteren Bereich der Regelspanne bewegen muss. (IIIa)
Krankenhaus
Umgang mit schwierigen Patienten
Mit schwierigen Patienten im Krankenhaus kann man lernen umzugehen.
Das sollte auch durch Fortbildung der Mitarbeiter besonders in kommunikativer
Kompetenz angemessen geschehen, um sowohl die Interessen der Patienten wie
der Mitarbeiter zu respektieren. So etwa ließe sich das Ergebnis einer
Tagung im Berliner St. Joseph-Krankenhaus (Tempelhof), veranstaltet auch
von der Ev. Akademie zu Berlin und der Kath. Akademie in Berlin, zu diesem
Thema beschreiben. Über 150 Teilnehmer aus Berlin und darüber
hinaus diskutierten am 3. November die ärztlichen, pflegerischen juristischen
und ethischen Perspektiven.
Sie klingeln alle fünf Minuten, diskutieren ohne Unterlass und
werden gewalttätig. Sie verweigern die Einnahme der nötigen Medikamente,
waschen sich nicht und belästigen andere Patienten und das Personal,
obwohl sie nicht offenkundig psychisch krank sind ... Dazu gehören
nicht nur einfache Menschen, die ihre Bedürfnisse nicht gut artikulieren
können, sondern ein Querschnitt der Bevölkerung - und als besonders
anspruchsvolle Gruppe zunehmend auch alte Patienten mit demenziellen Problemen,
so Dr. Hans Willner, Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie des St. Joseph-Krankenhauses.
Sehr wichtig seien der Zusammenhalt im multiprofessionellen Team und das
arbeitsteilige Vorgehen in erster Linie mit Gesprächspsychotherapie.
Dazu gehörten Basisfertigkeiten wie die Kongruenz mit sich selbst,
die Akzeptanz des Gegenübers, einfühlendes Verstehen der Problematik
des anderen. In extremen Fällen müsse man sich nach der notwendigen
medizinischen Versorgung von dem Patienten trennen. (hk)
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St.
Adolf-Stift
Elisabeth-Ausstellung verlängert
Bis zum 13.
Januar 2008 hat das Reinbeker St. Adolf-Stift die Ausstellung aus
Anlass des 800. Geburtsjahres der heiligen Elisabeth verlängert.
Die Ausstellung zeigt ca. 85 Exponate aus der Lebensgeschichte der
Landgräfin von Thüringen, Stammmutter des hessischen Landgrafen-Hauses
sowie Patronin des Deutschen Ordens und auch der Kongregation der
Schwestern von der hl. Elisabeth, die Rechtsträgerin des Reinbeker
St. Adolf-Stiftes ist. Höhepunkte der Ausstellung sind zwei
faksimilierte Urkunden aus dem 13. Jahrhundert.
Zum einen handelt es sich um eine Urkunde vom 1. Juli 1234, mit
der Papst Gregor IX. die Übergabe des 1228 von Elisabeth gegründeten
Franziskus-Hospitals in Marburg an den Deutschen Orden bestätigte.
Im Oktober 1234 trat Konrad von Thüringen, ein Schwager Elisabeths,
in den Deutschen Orden ein und wurde 1239 dessen Hochmeister. Bis
zur Auflösung der Marburger Niederlassung des Deutschen Ordens
im Jahre 1809 gehörte die Marburger Elisabeth-Kirche dem Ritterorden.
Bei der zweiten Urkunde handelt es sich um die päpstliche Kanonisationsbulle,
mit der Papst Gregor IX. zu Pfingsten 1235 Elisabeth in Perugia
heiligsprach. (St. Adolf-Stift, Reinbek)
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Die
heilige Elisabeth,
Sieger Köder, Altar-Malerei,
Pfarrkirche St. Stephanus, Wasseralfingen
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4K-Kliniken
im Programm zur Senkung der Frühgeburtenrate
Hallo Baby
Im November 2007 haben sich die Krankenhäuser des 4K-Verbundes, Westküstenkliniken
Brunsbüttel und Heide gGmbH, Medizinisches Zentrum Klinikum Itzehoe
und Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster GmbH dem BKK-Vertrag Hallo
Baby angeschlossen und bieten damit nun auch für Schwangere
und Entbindende eine integrierte Versorgung an. Dieses BKK-Vorsorgeprogramm
baut auf einer Versorgungsstruktur auf, bei der zzt. 117 niedergelassene
Frauenärzte in Schleswig-Holstein mit regionalen Perinatalzentren
und besonders qualifizierten Geburtskliniken nach aktuellen medizinischen
Leitlinien zusammenarbeiten.
Rund jedes zwölfte Kind in Deutschland wird zu früh, d. h. vor
der 37. Schwangerschaftswoche, geboren. Diese Frühgeburtenrate zu
senken und für einen gesunden Schwangerschaftsverlauf zu sorgen,
ist Ziel von Hallo Baby. Dabei geht es u. a. um die rechtzeitige
Erkennung und Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes, Infektionen und
vorzeitigen Wehen, wie es in den Mutterschaftsrichtlinien empfohlen wird.
Diese Früherkennung soll durch eine umfassendere Begleitung und Aufklärung
der Schwangeren und eine enge Zusammenarbeit zwischen Frauenärzten
und den begleitenden Krankenhäusern erreicht werden.
Das integrierte Versorgungs-Programm basiert auf wissenschaftlich gesicherten
Informationen und beinhaltet u. a. die Ermittlung der Risikofaktoren für
eine Frühgeburt, ausführliche Beratungsgespräche über
individuelle Risikofaktoren, Informationsmaterial, Testhandschuhe zur
pH-Wertmessung und im Bedarfsfall die Betreuung der Schwangeren in Perinatalzentren/geburtshilflich-neonatologischen
Krankenhäusern. Teilnehmen können alle schwangeren BKK-Versicherten
in Schleswig-Holstein. (4K-Kliniken und BKK)
DFG
fördert Forschungsprojekt des UK S-H zur Immuntherapie
Die Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten des UK S-H, Campus
Kiel, erhält für die kommenden drei Jahre Fördergelder
der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Höhe von 250 000 Euro. Das
geförderte Projekt beschäftigt sich mit der Herstellung und
funktionellen Testung so genannter rekombinanter IgA-Antikörper,
um deren immuntherapeutisches Potenzial zu ermitteln.
Die Immuntherapie mit monoklonalen Antikörpern bietet heute eine
nebenwirkungsarme Möglichkeit, sehr gezielt in die Entstehung unterschiedlicher
Krankheiten einzugreifen. Bisher sind alle therapeutisch zugelassenen
Antikörper vom Typ Immunglobulin G. Im Körper werden jedoch
mengenmäßig mehr Antikörper vom Typ Immunglobulin A produziert.
Dabei nimmt man an, dass die normale Funktion dieser speziellen Antikörper
vor allem dem Immunschutz in Magen-Darm-Trakt und Lunge dient. Diese Antikörper
können nämlich dort aktiv vom Körper ausgeschüttet
werden. Bisher ist jedoch nur wenig untersucht, welche Funktion diese
Immunglobuline im menschlichen Körper haben.
Eine Arbeitsgruppe des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein unter
der Leitung von Dr. Michael Dechant und Prof. Dr. Thomas Valerius wird
zukünftig spezielle Antikörper vom Typ Immunglobulin A herstellen
und deren Funktionsweise untersuchen. Dabei werden sie sich beispielsweise
mit der Funktion dieser Antikörper bei der Therapie von Tumoren befassen.
Enge Kooperationen bestehen dabei zu den Arbeitsgruppen von Prof. Jan
van de Winkel (Genmab und University Medical Center, Utrecht, Niederlande)
und Prof. Martin Glennie (University Southampton, England). (Dr. Anja
Aldenhoff-Zöllner)
Bernd
Schloer in Ruhestand verabschiedet
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| Bernd Schloer
(Mitte) mit Ehefrau bei seiner Verabschiedung am 31. Oktober 2007
im Sozialministerium (Foto: rat) |
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Mit Ablauf des Monats
Oktober ist der Leiter der Gesundheitsabteilung im Ministerium für
Soziales, Familie, Jugend und Senioren, Ministerialdirigent Bernd Schloer,
in den Ruhestand getreten. Am 4. März 1974 wurde er nach seinem 2.
juristischen Staatsexamen als Regierungsrat eingestellt. 1977 wurde er
dann als Oberregierungsrat persönlicher Referent des damaligen Kultus-
und Sozialministers Prof. Dr. Braun, später dann auch von Sozialministerin
Gräfin von Brockdorff. 1987 stieg er zum stellvertretenden Leiter
der Gesundheitsabteilung auf. Am 25. März 1993 wurde er unter dem
damaligen Sozialminister Prof. Günther Jansen zum neuen Abteilungsleiter
der Gesundheitsabteilung ernannt. Heute ist das kaum noch vorstellbar:
Damals war es eine ungewöhnliche Entscheidung, einen Nichtarzt
mit der Leitung einer Gesundheitsabteilung zu betrauen, da diese Tätigkeit
bis dahin mit einer Ausnahme immer Ärzten vorbehalten geblieben war.
In der Abteilungsleiterzeit Bernd Schloers gab es mehrere Ministerwechsel.
Günther Jansen folgte von März bis Mai 1993 Claus Möller,
dann für die längste Zeit seiner Tätigkeit bis April 2004
Heide Moser und seitdem Dr. phil. Gitta Trauernicht. In seine Amtszeit
fallen viele unterschiedliche Probleme, die von ihm immer einer souveränen,
unaufgeregten Bearbeitung zugeführt wurden. Die Vorbereitung der
einschlägigen Gesetzgebung gehörte zu seinen Zuständigkeiten,
wie, um nur einige aus den letzten Jahren zu nennen, das Maßregelvollzugsgesetz,
das Leichen-Bestattungsgesetz, das Krebsregistergesetz und nun erst jüngst
das Heilberufegesetz. Dazu kommt eine Flut von Stellungsnahmen und Vermerken
zu den zahlreichen Gesundheitsgesetzgebungsverfahren des Bundes.
Sein besonderes Interesse galt der Krankenhausplanung in Schleswig-Holstein,
die Bernd Schloer über viele Jahre außerordentlich gefordert
hat. Seine von allen sehr geschätzte Stärke ist seine ruhige,
unbeirrbare Art, mit der er auch festgefahrene Vorhaben wieder gangbar
machen konnte, wie zuletzt die Ausbildungsverordnung zum Operationstechnischen
Angestellten. Bernd Schloer wird auch im Ruhestand keine Ruhe geben: Neben
seinen Hobbys und Ehrenämtern wird er neue Aufgaben übernehmen,
mit denen seine beruflichen Kernkompetenzen nicht brachliegen müssen.
(Ratschko)
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Resolution
der Kammerversammlung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, 19.09.2007
Die Ärztekammer
Schleswig-Holstein fordert eine vergütungsrechtliche Gleichbehandlung
von Ärztinnen und Ärzten in Forschung, Lehre und Krankenversorgung
an den Universitäten des Landes. Im Tarifvertrag der Länder
werden an den Universitäten Ärzte in der Forschung in
die Entgeltgruppen 13 bis 15 eingestuft. In der Entgeltgruppe 13
wird ein Berufsanfänger bei gleicher wöchentlicher Arbeitszeit
etwa 300 Euro monatlich niedriger vergütet, als ein frisch
approbierter Arzt in der universitären Krankenversorgung, der
im arztspezifischen Tarifvertrag nach Ä 1 eingruppiert wird.
Noch extremer wird die Differenz, wenn die Facharztvergütung
entsprechend Ä 2 mit der Vergütung eines forschenden Facharztes,
z. B. in der Physiologie, der in der Entgeltgruppe 14 eingestuft
würde, verglichen wird: Hier beträgt die Differenz über
1 000 Euro monatlich zu Ungusten des Forschenden.
Diese Ungleichbehandlung setzt sich mit zunehmender Qualifizierung
fort und gefährdet dadurch die klinisch-theoretische und klinische
Forschung in der Medizin. Dies gilt auch für beamtete Ärzte,
die als W2-Professoren häufig oberärztliche Tätigkeiten
ausführen, jedoch trotz zusätzlicher Dienstaufgaben in
Forschung und Lehre deutlich schlechter als Oberärzte ohne
akademische Aufgaben vergütet werden.
Die Ärztekammer Schleswig-Holstein fordert die Tarifgemeinschaft
der Länder deshalb auf, alle Ärzte an den Universitäten
nach dem arztspezifischen Tarifvertrag TV-Ä oder im Äquivalent
zu vergüten.
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Leserbrief von
Dr. med. vet. Anita Idel zum Leserbrief von Dr. Hermann Dahm, SHÄ
10/2007, S. 13, zum Artikel Traditionelle Chinesische Arzneimitteltherapie,
SHÄ 8/2007, S. 36 ff.
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| Dr.
Idel (Foto: Privat) |
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Schade, schade. Stellt
euch vor, einer will ernsthaft über TCM diskutieren, und keiner geht
hin ... Keiner? Keiner! Denn Dr. Dahm setzt sich nicht mit dem Artikel
von Dr. Xiaoyun Liang und Udo Lorenzen auseinander, sondern arbeitet sich
an tatsächlichen Schmonzetten aus der Friseurauslage ab. Oder ist
das ein Auftragsartikel der Redaktion, rein rhetorisch, zum Anheizen der
Diskussion? Schön wärs.
Dr. med. vet. Anita Idel, Projektmanagement Tiergesundheit und Agrobiodiversität,
Monumentenstr. 3, 10829 Berlin
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 12/2007
S. 5-17
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