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Kammer-Info aktuell

Medizinischen Fachangestellten (MFA) 2008
Passgenaue Vermittlung Auszubildender
Thomas Neldner

Trotz der schwierigen finanziellen Situation vieler Arztpraxen im Lande und der angespannten Lage auf dem Lehrstellenmarkt: Die Ausbildungszahlen zur/zum Medizinischen Fachangestellten (vormals Arzthelfer[in]) sind in Schleswig-Holstein in diesem Jahr nicht gesunken. Dies ist vor allem auf das Engagement und die Ausbildungsbereitschaft der niedergelassenen Ärzte, der Krankenhäuser, der Laborgemeinschaften und der Bundeswehr zurückzuführen.

Die positive Entwicklung soll vor allem Ansporn dazu sein, in der Berufsausbildung nicht nur ein Gebot wirtschaftlicher Vernunft, sondern vor allem ein Stück Zukunftssicherung für die junge Generation zu sehen. In Zeiten, in denen viele Arztpraxen aufgrund der allgemein bekannten Entwicklung vorsichtig kalkulieren und bei der Personaleinstellung Zurückhaltung üben, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass das Funktionieren der eigenen Praxis und eine weiterhin gute Versorgung der Patienten nur durch die in eigener Zuständigkeit durchgeführte Ausbildung gewährleistet werden kann.

Um das bestehende Serviceangebot im Bereich der Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten (MFA) zu erweitern, ist die Ärztekammer Schleswig-Holstein dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie initiierten und finanziell in Kooperation mit dem Europäischen Sozialfond (ESF) geförderten Programm „Passgenaue Vermittlung Auszubildender an ausbildungswillige Unternehmen“ beigetreten. Dies u. a. aus der Überlegung, dass die niedergelassenen Ärzte einen großen Anteil am Ausbildungsgeschehen leisten; zunehmend aber erfahren müssen, dass angesichts der Demografie vermehrte Anstrengungen nötig sein werden, um geeignete Ausbildungsbewerber(innen) für den sehr schönen und anspruchsvollen Beruf der/des Medizinischen Fachangestellten (MFA) zu finden. Verantwortlich dafür ist, dass derzeit die familiäre und schulische (Vor-)Bildung oftmals unbefriedigend sind und die gesamtgesellschaftliche Einstellung die klassischen Tugenden der „dienst“-leistenden freien Berufe nicht mehr ausreichend fördert. Umso wichtiger wird es daher, das eigene Personal sorgfältig auszuwählen, auszubilden, zu fördern und zu fordern. Als wesentlicher Einstieg dazu dient bereits die richtige Wahl für den Ausbildungsplatz sowohl seitens des potenziellen Auszubildenden als auch des Ausbilders.

Gemeinsam mit der überbetrieblichen Ausbildungsstätte für Medizinische Fachangestellte, dem Edmund-Christiani-Seminar (ECS), wird die Ärztekammer Schleswig-Holstein mit der Teilnahme an diesem Programm dieser Problematik entgegenwirken. Während sich alle Ärzte und Praxen bereits in der Vergangenheit auf die Kompetenz der Ärztekammer Schleswig-Holstein bei allen Fragen rund um die Ausbildung von Medizinischen Fachangestellten verlassen konnten, wird dies im Rahmen des Programms weiter ausgebaut. Sämtliche Beratungsleistungen im Hinblick auf eine passgenaue Auswahl Auszubildender wird von der Ärztekammer angeboten. Dies umfasst auch das Führen von Auswahlgesprächen mit potenziellen Auszubildenden sowie die damit notwendigerweise zusammenhängenden Arbeiten wie z. B. Recherchen, Prüfung der Bewerbungsunterlagen.
Sie bilden noch nicht aus? Denken Sie doch einmal darüber nach: Auch für Ihre Praxis kann es von großem Nutzen sein, selbst auszubilden. Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit motivierte und sachkundige Mitarbeiter(innen) mit hohem Engagement zu bekommen, als diese selbst auszubilden.

Für Fragen rund um das Programm stehen Ihnen Heidi Reimers, Tel. 04551/8813153, und für die Ausbildung Christine Gardner, Tel. 04551/803135, von der Ärztekammer gerne zur Verfügung.

Thomas Neldner, Bismarckallee 8-12, 23795 Bad Segeberg


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 9/2007

S. 51