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Schleswig-Holstein
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Ärztegenossenschaft
und Barmer
Simples Sparen
ist in der Pharmakotherapie gefährlich. Das eingesparte Geld muss
reinvestiert werden, um die Versorgung zu verbessern, beschreibt
Christoph Meyer aus dem Vorstand der Ärztegenossenschaft im Gespräch
mit dem Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt das Ziel der Vereinbarung
mit der größten Ersatzkasse. Deren Chef Thomas Wortmann will
die Menschen dort wo sie leben erreichen und ihre Lebenssituation
im Krankheitsfall verbessern helfen. Dabei setzt Wortmann auf Effizienzsteigerungen,
gekoppelt mit einer verbesserten Versorgung. Um die hoch gesteckten
Erwartungen zu erfüllen, werden Ärzte in Initiativgruppen Erfahrungen
austauschen, lassen sich Praxismitarbeiter schulen, befragen Kasse und
Genossenschaft Patienten und Ärzte. Wissenschaftlich begleitet wird
die Arbeit durch den Fachbereich Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät
der Lübecker Universität. Die Initiativgruppen werden zum Teil
aus bestehenden Qualitätszirkeln gebildet, zum Teil werden neue Gruppen
zusammengestellt, zu denen die Initiatoren einladen. Zwischen Geesthacht
und Flensburg wollen Genossenschaft und Barmer auf diese Weise bis zu
500 Ärzte erreichen, die in den Gruppen mitarbeiten. Projektleiter
Frank Hammer stellt heraus, dass in den Gruppen konkrete Probleme aus
dem ärztlichen Alltag besprochen werden sollen, etwa zur Teilbarkeit
von Tabletten oder zur sinnvollen Packungsgröße der verordneten
Medikamente. Zugleich werden Ärzte und Patienten schriftlich befragt.
Ziel ist eine Studie zur Berufssituation und -zufriedenheit der Mediziner.
Dabei wird zunächst der Status Quo abgefragt, etwa zur durchschnittlichen
Arbeitszeit, zum Zeitaufwand für Hausbesuche, Sprechstunden, Verwaltung,
zu den gesammelten Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit niedergelassenen
und angestellten Kollegen, aber auch zu den ärztlichen Eindrücken
zur Einschränkung der Therapiewahl durch bürokratische Vorschriften
und Einflussnahme der Krankenkassen. Von den Patienten wollen die Initiatoren
zum Beispiel wissen, wie sich eine Umstellung in der Medikation ausgewirkt
hat.
Genossenschaftschef Dr. Klaus Bittmann sieht die Vereinbarung als sinnvolle Ergänzung der Rabattverträge an. Dass es bei vielen dieser Verträge nur um Kostenreduzierung geht, hält Meyer für gefährlich. Er hält manche von den Kassen geschlossenen Vereinbarungen für Knebelverträge für die Industrie. Am Ende dieser Entwicklung, so die Befürchtung des Allgemeinmediziners aus Satrup, überstehen nicht einmal eine Handvoll Anbieter den Preiskampf - mit entsprechenden Nachteilen des dann entstandenen Oligopols. Politikern und vielen Krankenkassenvorständen, so sein Eindruck, ist dieses Risiko noch nicht bewusst. Gespräche der Ärztegenossenschaft mit anderen Krankenkassen über eine vergleichbare Kooperation wie mit der Barmer sind nach seiner Auskunft schwerfällig verlaufen. Mit dem Vertragspartner wird dagegen schon über weitere Projektinhalte neben der Pharmakotherapie nachgedacht. Meyer könnte sich vorstellen, dass etwa das Thema Disease-Management-Programme (DMP) sich für eine ähnliche Zusammenarbeit eignet. (di) |
Schleswig-Holsteinisches
S. 34 |
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