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Schleswig-Holstein
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| Innungskrankenkassen Erfolgskurs trotz Gegenwind Die IKK direkt bleibt trotz des schlechten Abschneidens bei der Bewertung durch die Zeitschrift Finanztest auf Erfolgskurs. Vorstandschef Ralf Hermes will die Defizite abstellen, das Wachstum fortsetzen und sich auch von Bedenken der Aufsichtsbehörde nicht ausbremsen lassen. Der Mitgliederansturm kam wie ein Tsunami, sagt Ralf Hermes. Selbst der Vorstandschef der kleinen Kasse hat nicht mit diesem Zuspruch der Versicherten gerechnet. Seit einigen Monaten wechseln gesetzlich Versicherte in Scharen zur Kieler Direktkasse, die mit einem Beitragssatz von derzeit zwölf Prozent täglich rund 1 000 neue Versicherte begrüßt. Grund: Zur Jahreswende hatten viele Krankenkassen ihren Beitragsatz angehoben, während die ohnehin schon günstige IKK direkt ihren Beitragssatz stabil hielt.
Das soll sich ändern, verspricht Hermes. Er hatte nach dem miserablen Ergebnis ein geringeres Interesse der Versicherten befürchtet, was aber nicht der Fall war. Hermes erwartet, dass aus den derzeit 460 000 Mitgliedern bis zum Jahresende mehr als eine halbe Million werden. Damit diese künftig besser beraten werden, hat die Kasse mehr Personal eingestellt und sich außerdem Unterstützung von der IKK Niedersachsen und vom IKK-Landesverband Nord geholt. Außerdem wurde in Technik und Schulungen investiert, damit die Anfragen der Versicherten künftig schneller und kompetent beantwortet werden können. Noch nicht den gewünschten Erfolg hat der von der Kasse mit der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) ausgehandelte Vertrag zum gesetzlichen Privatpatienten. Das Kieler Sozialministerium als zuständige Aufsichtsbehörde für die KVSH hat den Vertrag beanstandet, weil er nach ihrer Ansicht die Beitragssatzstabilität gefährdet. Diese Befürchtung ist laut Hermes unbegründet, der Beitrag soll konstant bleiben. Zur Erinnerung: Mit dem geplanten Tarif sollten Versicherte statt des Sachleistungsprinzips Kostenerstattung wählen können. Die behandelnden Ärzte sollten bei Kostenerstattung nach der Gebührenordnung (GOÄ) mit dem 2,3fachen Satz abrechnen können. Bei Sachleistung hätte grundsätzlich ein Punktwert von 7,5 Cent gegolten. Die KVSH hat bereits Klage gegen den Bescheid der Aufsichtsbehörde eingereicht. Die Kasse selbst kann nicht klagen, da der IKK-Verband seinen Sitz in Schwerin hat - das dortige Aufsichtsministerium hat keine Beanstandung ausgesprochen. Nicht nur deshalb ist Hermes optimistisch, dass es bald weitere vergleichbare Verträge dieser Art in Deutschland geben wird. Mit den Kassenärztlichen Vereinigungen in Bayern und in Mecklenburg-Vorpommern hat er bereits verhandelt und sieht sich auf einem guten Weg zu einem Abschluss über einen vergleichbaren Vertrag wie in Schleswig-Holstein. Um das Argument der gefährdeten Beitragssatzstabilität zu entkräften, kann sich Hermes aber eine Punktwertabsenkung auf sechs Cent vorstellen. Fest steht für ihn, dass die derzeitige Vergütung niedergelassener Ärzte in Deutschland dringend reformiert werden muss. Eine Euro-Vergütung ist nach seiner Ansicht überfällig - jedoch mit Verlagerung des Morbiditätsrisikos auf die Krankenkassen. Hermes: Morbidität ist ein Kassenrisiko, das darf nicht zu Lasten der Ärzte gehen. (di) |
Schleswig-Holsteinisches
S. 27 |
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