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Schleswig-Holstein
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| Krankenhäuser Wettbewerb um Patienten Dirk Schnack Der steigende Wettbewerb im Klinikbereich erfasst aus den Städten heraus immer stärker auch das Umland. Patienten aus den Regionen sind zunehmend bereit, für eine Krankenhausbehandlung nach Kiel, Lübeck oder Hamburg zu fahren - mit entsprechenden Folgen für die Krankenhäuser im Umland.
Besonders das Umland der Landeshauptstadt spürt, dass der Konkurrenzdruck aus Kiel hoch ist. Nicht selten werden die Kliniken aus der Landeshauptstadt direkt vor der Haustür des Krankenhauses vor Ort aktiv. Ziel solcher Patientenveranstaltungen durch Kieler Krankenhäuser im Umland ist es, dass Patienten das Krankenhaus um die Ecke nicht länger als einzige Alternative für einen Klinikaufenthalt begreifen. Von einem seit einigen Jahren zunehmenden Wettbewerb mit Kieler Krankenhäusern berichtet etwa Alfred von Dollen. Der Geschäftsführer des Friedrich-Ebert-Krankenhauses (FEK) in Neumünster beobachtet eine hohe Bereitschaft von Patienten, die rund 30-minütige Entfernung in die Landeshauptstadt in Kauf zu nehmen. Besonders ausgeprägt ist der Wettbewerb nach Angaben des FEK um gynäkologische und orthopädische Patienten. Auch das Krankenhaus in Preetz arbeitet unter starker Konkurrenz aus Kiel. Chefarzt Dr. Thomas Holst bestätigt, dass etwa die Gynäkologie und Bereiche der Chirurgie den Wettbewerb besonders deutlich spüren. Neben dem hohen Angebot in Kiel nennt er die Zahl der niedergelassenen Spezialisten in der Landeshauptstadt als Ursache. Viele Preetzer Patienten fahren in diese Praxen, aus denen häufig in Kieler Krankenhäuser eingewiesen wird. Diese Beobachtung bestätigt die Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH) auch aus dem Hamburger Umland. Konkrete Zahlen über Patientenströme in die Metropolen gibt es nach Auskunft von KGSH-Geschäftsführer Bernd Krämer aber nicht. Zu nennenswerten Patientenwanderungen vom Umland in die Stadt ist es nach Beobachtung des Städtischen Krankenhauses Kiel in den vergangenen Monaten nicht gekommen. Als Schwerpunktkrankenhaus haben wir ohnehin immer Patienten aus dem Umland in Kiel versorgt, daran hat sich nichts geändert. Einen signifikant vermehrten Zustrom von Patienten aus dem Umland können wir deshalb auch nicht feststellen. Die Regelversorgung wird nach wie vor durch die Krankenhäuser aus dem Umland in Eckernförde, Preetz und anderen Häusern abgedeckt, teilte das Krankenhaus auf Anfrage des Schleswig-Holsteinischen Ärzteblattes mit. Der verschärfte Konkurrenzdruck hat etwa in Neumünster zur Folge, dass stärker in Marketing investiert wird als zum Beispiel in Kreiskrankenhäusern ohne Konkurrenzkliniken im Umland. Die Umlandkliniken gehen durchaus selbstbewusst in den Wettbewerb. Holst berichtet für Preetz von einer guten Zusammenarbeit mit der Kieler Universitätsklinik. Die Zahl der jährlich über 7 000 behandelten Patienten steigt leicht an. In einigen Fachdisziplinen wie etwa in der Visceralchirurgie werden auch neue Patienten gewonnen. Das FEK hat trotz des starken Wettbewerbs nach Angaben von Dollens noch nie Verluste geschrieben. Die Rendite von bis zu drei Prozent bei einem jährlichen Umsatz von 70 Millionen Euro ist nach Angaben von Dollens aber auch notwendig, um gezielt reinvestieren und damit weiter attraktiv für die Patienten bleiben zu können. Dirk Schnack, Postfach 12 04, 24589 Nortorf |
Schleswig-Holsteinisches
S. 22 |
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