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Personalia

In Memoriam
Dr. Günter Frahm aus Kiel
Erhart Bauer

Am 21. Juni 2007 verstarb Dr. Günter Frahm kurz nach Vollendung seines 88. Lebensjahres in seinem Hause in Kiel. Er übte über 48 Jahre in Kiel eine Kassenarztpraxis aus, war Promotor und Mitbegründer des Kieler Zentrallaboratoriums 1974 und gehörte zu den ersten Arbeitsmedizinern in Schleswig-Holstein. In diesem Fach gehörte er jahrelang dem Prüfungsausschuss der schleswig-holsteinischen Ärztekammer an und gründete 1976 gemeinsam mit Dr. Piepgras das Arbeitsmedizinische Zentrum. Schließlich war er über 38 Jahre, und das noch bis April 2007, Betriebsarzt bei den Kieler Nachrichten.

 
Dr. Günter Frahm (Foto: Privat)  

Dr. Günter Frahm wurde am 20. Mai 1919 in Itzehoe geboren. Nach dem Abitur 1937 in Itzehoe studierte er in Rostock und Kiel Medizin. 1945 legte er in Kiel das Staatsexamen ab und promovierte zum Dr. med. In den schweren Nachkriegsjahren hielt er sich als Volontärassistent am Pathologischen Institut der Universität und als Praxisvertreter über Wasser. 1948 ließ er sich als Praktischer Arzt in der Holstenstraße in Kiel nieder und erhielt 1949 die Kassenzulassung, die er bis 1997 behielt. Später praktizierte er in der Muhliusstraße und führte dort noch bis 2002 eine Privatpraxis und leitete das Arbeitsmedizinische Zentrum.

Hinter diesen nüchternen Zahlen und Fakten steht der Mensch Günter Frahm.

In erster Linie war er Arzt und das mit Leib und Seele. Er verkörperte und pflegte den „klassischen Hausarzt“ wie kein anderer. Die Zuneigung und Fürsorge zu seinen Patienten war stets persönlich und einfühlsam. Entsprechend groß waren seine Praxis und die Dankbarkeit der Patienten, die er genoss. Seine Faszination am Arztberuf und seine Freude am Umgang mit seinen Patienten führten dazu, dass er bis ins hohe Alter ärztlich tätig blieb. Er empfand den Arztberuf nicht nur als harte Arbeit und Pflicht, er war dankbar, dass er diesen Beruf ausüben konnte. Daraus resultierte auch seine Lebensfreude und positive Lebenseinstellung. Trotz enger Verknüpfung seines Berufes mit seinem Privatleben genoss er das Leben in vollen Zügen. Dank seiner humanistischen Schulbildung und der vorzüglichen Allgemeinbildung, gepaart mit seinem spitzbübischen Humor, war er ein hervorragender Gesellschafter. Entsprechend groß war sein Freundeskreis und beliebt sein offenes Haus. Seine Erzählkunst hat viele seiner Gäste fasziniert.

Auch in sportlichen Dingen war Günter Frahm vielen Zeitgenossen voraus, er spielte bereits als Student in Rostock Golf, später in Kiel auch Hockey. Und dann war da noch das Segeln. Neben Familie und Beruf war das seine dritte große Liebe. Dabei konnte er auf kleinstem Raum all seine guten Fähigkeiten meisterhaft entfalten.

Wir gedenken bei Günter Frahm voller Dankbarkeit einer allseits gebildeten Arztpersönlichkeit und einem liebenswerten Menschen, der für seinen Berufsstand, seine Patienten, seine Freunde und nicht zuletzt für seine Familie über viele Jahrzehnte immer wieder eine große Bereicherung darstellte.

Er hinterlässt seine Ehefrau, mit der er über 62 Jahre verheiratet war, zwei Töchter und vier Enkel.
Alle die ihn gekannt haben, werden ihn vermissen.

Dr. med. habil. Erhart Bauer, Wiesenweg 2, 24113 Molfsee


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 9/2007

S. 20