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Nachrichten in Kürze


Arbeitsgericht gibt Marburger Bund Recht
Klinik muss Oberarzt auch Oberarztvergütung zahlen

Im Streitfall um die Vergütung von Oberärzten hat die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) einen wichtigen juristischen Erfolg errungen. Das Arbeitsgericht Kassel urteilt in einem Fall eines Oberarztes aus Kassel, dass ihm laut Ärzte-Tarifvertrag die Oberarztvergütung zusteht (AZ 5 CA 116/07). Das betroffene Klinikum Kassel hatte den Oberarzt eine Stufe tiefer in die Entgeltgruppe für Fachärzte eingruppiert. Dem Arzt wurden damit monatlich mehrere Hundert Euro an Einkommen vorenthalten. Gleichzeitig übe aber der betroffene Arzt Oberarzttätigkeiten aus.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist eine Passage in den neuen Ärzte-Tarifverträgen, die die Ärztegewerkschaft mit den Arbeitgebern des öffentlichen Dienstes im Jahr 2006 vereinbarte. Demnach ist Oberarzt derjenige, dem die medizinische Verantwortung für selbstständige Teil- oder Funktionsbereiche der Klinik bzw. Abteilung ausdrücklich übertragen worden ist. Etliche Arbeitgeber wiesen den oftmals schon langjährig als Oberärzten tätigen Medizinern jedoch die niedriger bezahlte Facharztgruppe zu, da es angeblich eine ausdrückliche Übertragung nicht gegeben habe. Der Marburger Bund argumentiert jedoch, dass es für eine „Übertragung“ im Gegensatz zu einer „Anordnung“ keiner schriftlichen Form bedürfe. (Marburger Bund)



Wissens- und Kommunikationszentrum Borstel

 
Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. h. c. Ernst Theodor Rietschel (Foto: hk)  
Das Forschungszentrum Borstel (Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften) im Kreis Segeberg hat am 15. Juni sein neues „Wissens- und Kommunikationszentrum“ im sorgsam für sieben Millionen Euro restaurierten Herrenhaus eröffnet. Wissenschaftsminister Austermann verwies beim Festakt auf das „außergewöhnlich offene, Diskussionen anregende und zugleich leistungsorientierte Arbeitsklima“ und sagte: „Das nun restaurierte Herrenhaus ist so etwas wie die Seele dieser Forschungseinrichtung, die damit ihren bewährten Weg fortsetzen kann.“

Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft und langjährige frühere Direktor des Zentrums, Prof. Dr. Dr. h. c. Ernst Theodor Rietschel, lobte die kreativitätsfördernde Schönheit des Hauses: „Es verkörpert den genius loci Borstels.“

Das Zentrum soll mehrere Ziele erreichen: Es soll ein Forum des Wissenstransfers sein mit wissenschaftlichen Kongressen, als Zentrum für Netzwerke, ein Ort des Austauschs mit der Wirtschaft, aber ebenso einen Platz bieten für kulturelle Veranstaltungen im Dialog mit der Wissenschaft. (hk)



Für Sie gelesen:

„Demografischer Wandel“ - kein Grund zur Panikmache

Angesichts düsterer Modellrechnungen von einer Bevölkerung mit immer weniger jungen und mehr alten Menschen mahnte Statistik-Professor Dr. Gerd Bosbach (Fachhochschule Koblenz, zuvor Statistisches Bundesamt) vor Übertreibungen und erinnerte an die Fehlprognosen der Vergangenheit und an die Ausgleichsmöglichkeiten, vor allem Schaffung einer höheren Arbeitsproduktivität:

„Wir haben im letzten Jahrhundert viel mehr geschafft, als für die Zukunft erwartet wird: Die Lebenserwartung stieg um 30 Jahre, der Anteil der Jugendlichen sank von 44 auf 21 Prozent. Parallel wuchs der Anteil der über 65-jährigen von fünf Prozent 1900 auf über 16 Prozent in 2000, also auf mehr als das Dreifache.“

Aus Interview in „Die Pastille“ (Mitgliederzeitschrift der in der Praxis mitarbeitenden Ehefrauen), Juni 2007, H. 53, S. 12 f.

PS: Die Techniker Krankenkasse hat soeben mitgeteilt, dass sie „Demografie-Berater“ in interessierte Betriebe schicken will, die helfen sollen, sich auf Anpassungsprozesse einzustellen (!). (hk)



Zu viele Ärzte?

„Folgt man den Richtlinien der Bedarfsplanung, gibt es in Deutschland nicht zu wenig Ärzte, sondern eher zu viele, aber sie sind schlecht verteilt.“

Aus: Ärzteatlas. Daten zur Versorgungsdichte von Vertragsärzten, Herausgeber: Wissenschaftliches Institut der AOK (www.wido.de), Juni 2007, S. 179:

Ein Beleg für die Tatsache, dass sozialwissenschaftliche Daten methodisch unterschiedlich erhoben und so oder so (auch nach vorgefassten Meinungen und vom „Grünen Tisch“ her) interpretiert werden können. Hat das WidO-Auftragswerk noch viel zu tun mit der Realität des typischen, vielfach von Patienten überlaufenen, treppauf treppab Hausbesuche machenden Kassenarztes und immer länger wartender Patienten? (hk)


Buchtipp: Kurzfassung Sachverständigengutachten 2007


Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat sein Gutachten 2007 vorgelegt. Es trägt den interessanten Titel „Kooperation und Verantwortung. Voraussetzungen einer zielorientierten Gesundheitsversorgung“. Es enthält u. a. Kapitel über eine neue Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe, über die Integrierte Versorgung in der gestzlichen Krankenversicherung, über Planung und Finanzierung im Krankenhauswesen, über Qualität und Sicherheit sowie über die Primärprävention in vulnerablen Gruppen.

Eine Kurzfassung von 106 Seiten liegt seit Anfang Juli vor. Sie ist beim Rat (www.svr-gesundheit.de) bzw. beim BMG in Bonn (Fax 022899/4414915) zu beziehen. (hk)


„Gesundheitsreform 2007 - geht das?
Was sagen die Betroffenen?“


Seit dem 1. April 2007 ist das „Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung“ (GKV-WSG) in Kraft. Ein Gesetz, das bereits im Vorfeld des Gesetzgebungsverfahrens heftigste Proteste provoziert hatte: Nie zuvor in der bundesrepubilkanischen Vergangenheit war ein Gesundheitsreformgesetz bei nahezu allen Beteiligten im Gesundheitswesen derart umstritten, selten der gemeinsame, breite innerärztliche aber auch Gesundheitsberufe übergreifende Schulterschluss gegen ein Reformgesetz derart geschlossen. Nach fünf Monaten „GKV-WSG“ sollen nun die im Vorfeld der Gesetzgebung geäußerten diesbezüglichen Emotionen, Befürchtungen und Kritikpunkte durch die ersten Erfahrungsberichte der Beteiligten/Betroffenen ersetzt werden.

Dazu möchten wir Sie am

8. September 2007, 10:00-15:00 Uhr,

recht herzlich in die Ärztekammer Schleswig-Holstein einladen.

Fortbildungspunkte: 6
Veranstalter: Förderkreis Qualitätssicherung e. V. Schl.-Holst.
Anmeldung: Marion David, Geschäftsstelle FKQS, Tel. 04551/803-168,
E-Mail fkqs@aeksh.org
Gebühr: 30 Euro
Moderation: Bernd Seguin
Referenten:
Dr. Franz Bartmann
(1. Vors. des Förderkreises Qualitätssicherung und Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein)
Dr. rer. nat. Ralph Ennenbach (Vorstand der KVSH)
Dr. rer. nat. Peter Froese
(Vors. des Apothekerverbandes SH)
Dr. rer. pol. Heiner Garg/MDL
(Stellv. Vors. der FDP-Fraktion)
Dietmar Katzer (VdAK/AEV Landesvertretung SH)
Hans-Martin Kuhlmann
(Verband der Krankenhausdirektoren)
Dr. rer. soc. Dieter Paffrath
(Vorstandsvors. der AOK SH)
Jens-Hinrich Pörksen (Patientenombudsmann)
Ursula Sassen/MDL
(Gesundheitspol. Sprecherin CDU-Fraktion)
Klaus Schlüter (Pfizer Deutschland GmbH)



40 Jahre Orthopädie in Bad Bramstedt - mit Prof. Tillmann (75)

Ende Juni feierte die Rheumaklinik Bad Bramstedt ein Doppeljubiläum: Seit 40 Jahren gibt es dank Prof. Dr. Karl Tillmann, der am 3. März 75 Jahre alt wurde, eine Orthopädie. Tillmann, geboren in Euskirchen (Rheinland) und ausgebildet am UKE in Hamburg, hat die internistisch-rheumatologisch geprägte Klinik seit 1967 (bis 1997) bereichert vor allem durch die operative Orthopädie. Er gilt, zumal für die Extremitäten Fuß und Hand, als Pionier der Rheumachirurgie. Über 700 wissenschaftliche Arbeiten sind mit seinem Namen veröffentlicht. Zu seinen Verdiensten gehört, dass die orthopädische Rheumatologie zu einem eigenen Schwerpunkt in der Orthopädie geworden ist. Wer den heute noch (privat-)ärztlich tätigen Jubilar persönlich kennen gelernt hat, weiß, dass er auch mit seiner menschlichen, patientenbezogenen Art Vorbild für heutige Ärzte sein kann. (hk)

Norddeutsche Universitätsklinika
Einigung in den Tarifverhandlungen

In den Tarifverhandlungen zwischen dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, den Uniklinika Rostock und Greifswald mit der Gewerkschaft ver.di konnte am 3. Juli eine Einigung erzielt werden.

Das jetzt erreichte Verhandlungsergebnis beinhaltet die grundsätzliche Anwendung der Tarifverträge für den öffentlichen Dienst in der Fassung der Länder (TV-L). Dabei wird den beteiligten Universitätsklinika im Rahmen des Zukunftssicherungstarifvertrages die Möglichkeit eingeräumt, gesonderte Regelungen zu vereinbaren. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Vereinbarungen kann der Tarifvertrag, der vom 1. Januar 2008 bis zum 31. Dezember 2010 gelten soll, in Kraft treten.

Parallel dazu konnte das UK S-H mit dem Marburger Bund für ärztliche Mitarbeiter im Vorgriff auf einen endgültigen Tarifvertrag eine Einigung erzielen, um die Bedingungen des Arbeitszeitgesetzes umsetzen zu können.

Für die Mitarbeiter des UK S-H bedeutet der erfolgreiche Abschluss der Tarifverhandlungen die Absicherung ihrer Einkommen nach Ablauf des Beschäftigungspaktes Ende 2007. (Dr. A. Aldenhoff-Zöllner)

Mammografie-Screening:
Sinnvolle Früherkennung oder Panikmache?

Screeningregionen in Schleswig-Holstein
und Starttermine:

  • Region 1 „K.E.R.N.-Region“ Landeshauptstadt Kiel, Kreis Rendsburg-Eckernförde, Kreis Plön, Stadt Neumünster; Starttermin: Anfang Juli 2007 in Rendsburg, September/Oktober in Kiel
  • Region 2 „Östliches Schleswig-Holstein“ Kreis Ostholstein, Hansestadt Lübeck, Kreis Stormarn, östlicher Kreis Segeberg, Kreis Herzogtum-Lauenburg; Starttermin: Juni 2007
  • Region 3 „Südwestliches Schleswig-Holstein“ westlicher Kreis Segeberg, Kreis Pinneberg, Kreis Steinburg, Kreis Dithmarschen; Starttermin: August/September 2007
  • Region 4 „Nördliches Schleswig-Holstein“ Stadt Flensburg, Kreis Schleswig-Flensburg, Kreis Nordfriesland; Starttermin: Januar 2008
In Schleswig-Holstein wird, wie im übrigen Bundesgebiet auch, zurzeit ein flächendeckendes Mammografie-Screening für alle Frauen zwischen 50 und 69 eingeführt. In der Region „Östliches Schleswig-Holstein“ (Kreis Ostholstein, Lübeck, Kreis Stormarn, Kreis Herzogtum-Lauenburg, östlicher Kreis Segeberg) werden bereits Frauen zu dieser Reihenuntersuchung eingeladen, deren Ziel ist, Brustkrebs früh zu erkennen. Internationale Studien haben gezeigt: Ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs durch Mammografie für die Altersgruppe der 50 bis 69-jährigen Frauen, das so genannte Mammografie-Screening, kann die Sterblichkeitsrate an Brustkrebs bei einer hohen Teilnehmerquote deutlich reduzieren.

Um Frauen bei der Entscheidung für oder gegen eine Teilnahme an der Mammografie zu unterstützen, bietet die Techniker Krankenkasse (TK) die Entscheidungshilfe „Brustkrebs Früherkennung“ an. Die Broschüre informiert über aktuelle Studien zur Brustkrebsfrüherkennung, die Vor- und Nachteile des Mammografie-Screenings und berichtet, wie sich andere Frauen entschieden haben.

Auf der Internetseite der TK gibt es unter www.tk-online.de neben weiteren Informationen auch die Broschüre „Brustkrebs Früherkennung - Informationen zur Mammografie“ zum kostenlosen Download. Unter www.mamma-screening-sh.de gibt es Informationen zum Mammografie-Screening-Programm in Schleswig-Holstein. (TK)

KGSH-Vorsitz weiterhin bei Dr. jur. Burghard Rocke

 
Dr. jur. Burghard Rocke
(Foto: KGSH)
 
Dr. Burghard Rocke, Landrat des Kreises Steinburg, wurde am 9. Juli für weitere drei Jahre zum Vorsitzenden der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein e. V. gewählt. Der 15-köpfige Mitgliederausschuss (erweiterter Vorstand) bestätigte den 65-jährigen einstimmig in seinem Amt, das er seit 1985 innehat. Nach seinem wichtigsten Ziel befragt, nannte Rocke nicht etwa die Erhaltung aller Mitgliedskrankenhäuser, sondern differenzierte: „Ein vernünftig arbeitendes Krankenhaus muss die Chance haben, Gewinne zu machen.“ Das heiße, es werde keine Garantie gegeben, jeder müsse sich Mühe geben.

In der KGSH sind die Träger von rund 80 Akut- und 20 Rehakliniken organisiert. Sie beschäftigen 30 000 Mitarbeiter und erzielten einen Jahresumsatz von über 1,7 Milliarden Euro. (hk)

Umorientierung des Rüschmann-Instituts (GSbG)

Nach 30 Jahren gesundheitsökonomischer Forschung und Politikberatung, davon seit über 20 Jahren selbstständig mit der Gesellschaft für Systemberatung im Gesundheitswesen (GSbG), hat sich Prof. Dr. Hans-Heinrich Rüschmann zu einer Neuorientierung entschlossen. Da es im Gesundheitswesen nicht an Erkenntnisdefiziten, wohl aber an Umsetzungsaktivitäten mangele, gehe der Weg jetzt weg von Beratung und Publikation hin zur Umsetzung „intelligenter Versorgungsmodelle“ in eigener Trägerschaft oder als beteiligter Partner.

In einem Interview mit „Klinik Markt Inside“ (11/2007) machte Rüschmann keinen Hehl aus seiner Kritik an der Qualität gesundheitspolitischer Entscheidungen. Mangels valider Daten sei der Entscheidungsprozess vielfach antiquiert, dringend sei mehr Datentransparenz im Gesundheitswesen erforderlich, aber: „Die Furcht vor den Ergebnissen und den Unannehmlichkeiten hat in Deutschland bisher immer über die Vernunft gesiegt.“

Der Sitz der GSbG (www.gsbg.de) wurde auf die Insel Sylt verlegt, wie Prof. Rüschmann in seiner bemerkenswerten, Individualprävention und Standortqualität vereinenden Antwort auf die Schlussfrage sagte: „Ob vorher in Kiel und Hamburg oder jetzt auf Sylt, ich fühle mich im Norden und am Wasser zu Hause. Gesundheit bedeutet mehr Lebensqualität - auch während der Arbeitszeit. So habe ich die Fahrtrichtung umgekehrt und fahre zu Terminen aufs Festland. Ich freue mich über die Kraft des Meeres, denn ich habe die besten Ideen unter dem weiten Himmel der Insel.“ (hk)

Wissenschaftspreis für Kieler Anästhesiologie und operative Intensivmedizin

 
Prof. Dr. Christian Poets, Vorsitzender der Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin, und Preisträgerin Prof. Dr. Inéz Frerichs (Foto: UK S-H)  


Prof. Dr. Inéz Frerichs von der Kieler Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein hat den Wissenschaftspreis der Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin erhalten. Ausgezeichnet wurde sie auf der Jahrestagung der Fachgesellschaft für ihr langjähriges wissenschaftliches Engagement bei der Entwicklung und Etablierung eines neuen strahlenfreien bildgebenden Verfahrens, der elektrischen Impedanztomographie. Frerichs hat den Nutzen dieser Methode erwiesen und sie im Rahmen von klinischen Studien zur Untersuchung der Lungenfunktion von Früh- und Neugeborenen angewendet. Mit der Verleihung des Wissenschaftspreises wurde auch die am Campus Kiel des UK S-H tätige Arbeitsgruppe anästhesiologische Intensivmedizin ausgezeichnet. (Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner)



Schleswig-Holstein
Arzneimittel im Wert von 2,3 Millionen Euro je Tag verordnet

Medikamente im Wert von knapp 280 Millionen Euro haben Schleswig-Holsteins niedergelassene Ärzte in den ersten vier Monaten des Jahres 2007 verschrieben. Das entspricht einem Verordnungsvolumen von rund 2,3 Millionen Euro je Tag. Dies teilt die Techniker Krankenkasse (TK) in Kiel unter Bezug auf die Arzneimittel-Schnellinformationen der Krankenkassenverbände mit.

Insgesamt wurden von Januar bis April sieben Millionen Arzneimittelpackungen per Rezept verordnet. Im Durchschnitt erhielt jeder gesetzlich Versicherte in Schleswig-Holstein 130 Tagesdosierungen eines Medikamentes. Die Zuzahlung belief sich in diesem Zeitraum auf insgesamt 19,5 Millionen Euro, rund acht Euro pro Kopf. Die Statistiken finden Sie unter www.gamsi.de. (Techniker Krankenkasse)

Freisprechungsfeier der Arzthelferinnen in Kiel

Am 11.07.2007 fand in Kiel die Freisprechungsfeier der Arzthelferinnen in der Kieler Berufsschule statt. Die große Halle im Eingangsbereich war für die Prüflinge, deren Eltern und Arbeitgeber hergerichtet und mit Blumen geschmückt worden. Einige Fachlehrerinnen aus den drei Abschlussklassen waren sehr zur Freude der anwesenden neuen Arzthelferinnen gekommen.

Mit einer auflockernden Rede begrüßte die Schulleiterin Frau Grossmann die Gäste. Die Worte richteten sich in erster Linie an die junge Zuhörerschaft, die mit großer Aufmerksamkeit den Worten lauschten und sich an vielen Stellen lachend an die verbrachte Zeit in der Schule erinnerten.

Anschließend gab es Redebeiträge von Dr. Bock, Kiel, und Christine Gardner, Ärztekammer Schleswig-Holstein, die die Leistung der Prüflinge würdigten und an alle Glückwünsche aussprachen.
Danach war die Bühne frei für den wohl ersehntesten Beitrag des Abends. Frau Scheil, eine der Fachlehrerinnen, ergriff das Wort und somit auch gleichzeitig die Stimmung, die fröhlich und ungezwungen blieb. Die Ansprache wurde mit herzlichem Lachen begleitet und mit einem riesigen Beifall der Zuhörer beendet.

An den Redebeiträgen der Schülerinnen und den danach überreichten Geschenken als großes Dankeschön für eine unvergessliche Zeit, die sie mit ihren Lehrern(innen) geteilt haben, in der man einander kennen gelernt und weiter gebracht hat, ließ sich erkennen wie aufgehoben sich die Auszubildenden in ihrer Schule gefühlt haben. Die Begleitung über die Jahre und durch manche Schwierigkeiten hindurch ist von den Schülerinnen und einem Schüler dankbar angenommen worden.
Endlich war es soweit. Die einzelnen Klassen wurden aufgerufen und die lang ersehnten und erarbeiteten Zeugnisse mit den Arzthelferinnen-Briefen zusammen verteilt.

Am Ende wurden alle zu einem Glas Sekt eingeladen und verließen nach munteren Gesprächen mit ihren Familien glücklich die Schule und eine wirklich gut gelungene Veranstaltung. (Ga)

Freisprechung in Pinneberg in diesem Jahr einmal ganz anders ...

Auf der Anlage des Golf-Clubs in Prisdorf im Restaurant Peiner Hof und dort im rustikal ausgebauten Kuhstall fand in festlichem Rahmen die diesjährige Freisprechungsfeier statt. Die frisch gebackenen Arzthelferinnen, ebenfalls festlich gekleidet, nahmen mit Eltern, Geschwistern und Freunden an dieser Ehrenfeier teil. An der Organisation war maßgeblich auch die Lieblingslehrerin ihrer eigenen Klasse, Maren Kittler, beteiligt. Nach Glückwünschen und gut gemeinten Ratschlägen für die Zukunft sowohl von der Ärztekammer als auch vom Berufsverband wurden den Arzthelferinnen Briefe ausgehändigt.

Danach hatten die Klassenlehrer das Wort. Jörn Saul appellierte vor allem an die Wichtigkeit der Teamfähigkeit. „Bitte interpretieren Sie das Wort TEAM nicht als Toll, Ein Anderer Machts“ war die Bitte an seine ehemaligen Schülerinnen. Maren Kittler hatte ihre Klasse von der krankheitsbedingt ausgeschiedenen Frau Beuermann übernommen. Sie selbst hat mit dieser Klasse ihr Staatsexamen erworben. „Wir haben gelacht, gekämpft, irre viel gelernt, es war ein tolles Zusammenspiel, das als beispiellos bezeichnet werden kann“ waren die Dankesworte einer glücklichen und ebenso traurigen Schülerin. Sie bezeichnete die Berufsschuljahre als „ein Tauziehen am selben Strang“, das für beide Seiten zu einem glücklichen Ende geführt hat.

Nach Ende des offiziellen Teils wurde temperamentvoll das Tanzbein geschwungen und fröhlich und ausgelassen mit Eltern, Freunden und Lehrern gefeiert. (Br)

Die Veranstaltung

Neue Impfempfehlungen - Neue Impfstoffe

findet statt am

12.09.2007 in Ratzeburg
und am 19.09.2007 in Pinneberg -
jeweils von 15:00-18:00 Uhr.

4 Fortbildungspunkte

Referenten: Dr. Hans-Martin Bader, Prof. Dr. Peter Rautenberg, Prof. Dr. Jörg Steinmann, Dr. Wolfgang Barchasch u. a.

Weitere Informationen, ausführliches Programm und Anmeldung: Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. in Schleswig-Holstein, Kiel, Tel. 0431/94294, Fax 0431/94871, E-Mail gesundheits@lvgfsh.de, Internet www.lv-gesundheit-sh.de (Elfi Rudolph)



Befunddokumentation und Hilfsangebote für Opfer von Gewalt

Die Präventionsstelle der Polizeidirektion Lübeck machte vor kurzem auf die Problematik der nicht ausreichenden oder nicht vorhandenen Befunddokumentation von Verletzungen bei Gewaltopfern aufmerksam. Das Institut für Rechtsmedizin, Kiel, stellt dazu fest, dass den erstbehandelnden Ärztinnen und Ärzten eine wichtige Aufgabe in der Erhebung und Dokumentation der Befunde bei Gewaltopfern zukommt. Prof. Dr. Dr. jur. Hans-Jürgen Kaatsch, Direktor des Instituts, verwies in diesem Zusammenhang auf eine bereits vorhandene hilfreiche Broschüre „Diagnose: Gewalt“. Diese wurde vom Ministerium für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Schleswig-Holstein herausgegeben und enthält die Formulare für eine gerichtsverwertbare Dokumentation der erhobenen Befunde.

Die in der Broschüre enthaltenen Vordrucke/Dokumentationsbögen zur Befunderhebung sind nun im Institut für Rechtsmedizin nochmals überarbeitet worden und stehen zum Download bzw. Ausdruck zur Verfügung (z. B. über die Homepage der Ärztekammer unter www.aeksh.de/6Presse_Info_Service. Sie können bei allen Gewaltopfern verwendet werden und ersparen zusätzliche Arbeit, z. B. wenn nachträglich Berichte durch die Ermittlungsbehörden angefordert werden bzw. eine Ladung zur Gerichtsverhandlung erfolgt.

Eine professionelle Erhebung der Befunde und deren Dokumentation kann auch durch das Institut für Rechtsmedizin des UK S-H in Lübeck und Kiel übernommen werden. Das Institut steht dabei für eine Beratung und telefonische Rückfragen (Prof. Dr. Dr. jur. H.-J. Kaatsch, Tel. 0431/597-3570 o.
-3600, oder Dr. Ivana Gerling, Tel. 0451/500-0) zur Verfügung.

Für die Beratung speziell von häuslicher und/oder sexueller Gewalt betroffener Frauen sind in Schleswig-Holstein 23 vom Ministerium für Frauen und Bildung geförderte Facheinrichtungen tätig. Sie haben einen themenbezogenen Flyer erstellt, lassen sich über www.frauenberatung-sh.de im Internet kontaktieren und haben eine Helpline eingerichtet. Unter der zentralen Rufnummer 0700/99911444 können Betroffene sich von Montag bis Freitag von 18:00 bis 3:00 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10:00 bis 3:00 Uhr melden. (V)

Demenz -
Die Krankheit des Vergessens nicht vergessen!

Eine Veranstaltung des Betreuungsvereins Ostholstein e. V.

Mittwoch, 29. August 2007, Beginn 14:30 Uhr

Die Zahl der Demenzkranken steigt unaufhörlich. Unter dem Titel „Die Zukunft hat Alzheimer“ spricht Ron Brookmeyer auf der internationalen Alzheimerkonferenz in Washington, D. C., von einer Steigerung der Morbidität von zurzeit 26 Millionen auf 106 Millionen Menschen weltweit.

Auch in Ostholstein sowie überall in unserer direkten Nachbarschaft werden die Zahlen steigen.

Den erkrankten Menschen und ihren Familien muss jetzt und in Zukunft unsere Zuwendung und Unterstützung gelten.
Das Ziel ist eine optimale medizinische und soziale Versorgung dieser Menschen!

Veranstaltungsort: Rathaus Neustadt i. H., Seiteneingang, „Kämmerei“, Rosenstr., Neuer Sitzungssaal
Moderation: Michael Freudenberg, Oberarzt Gerontopsychiatrie, AMEOS psychatrium gGmbH, Neustadt i. H.

Die Veranstaltung wir ergänzt durch Infostände der Alzheimergesellschaft Ostholstein e. V., des Betreuungsvereins Ostholstein e. V., der Hospizvereine Neustadt, Eutin und einem Büchertisch von „Buchstabe - Der Buchladen in Neustadt“. (Betreuungsverein Ostholstein, Waldstr. 6, 23701 Eutin, Tel. 04521/800331, Fax 04521/798946, E-Mail betreuungsverein@drk-ostholstein.de)



Ende der Dienstzeit, 10-jähriges Jubiläum und bestandene Prüfungen

 
  Ursula Brocks (Foto: Dav)
Mit Reisen, Reisen, Reisen, so möchte die am 20. Juli aus der aktiven Kammerarbeit ausgeschiedene Verwaltungsleiterin Ursula Brocks ihre neu gewonnene Freizeit verbringen. 26 Jahre hat sie in vielen wichtigen Bereichen der Kammer wie z. B. der Weiterbildungs- und Rechtsabteilung und als Referentin für Organisation, Koordination und EDV Maßstäbe gesetzt.

Die letzten Jahre war sie als Verwaltungsleiterin der Kammer für die innere Verwaltung sowie die Ausbildung der Arzthelferinnen und der Operationstechnischen Angestellten (OTA) zuständig. Ihrer Initiative und ihrem Engagement ist der Wandel des Erscheinungsbildes der Kammer in ihrem Zuständigkeitsbereich zu einer Serviceeinrichtung zu verdanken.

Besonders hervorzuheben ist ihr gegen viele Widerstände durchgehaltener Einsatz bei der Schaffung des neuen dualen Ausbildungsberufes der Operationstechnischen Angestellten (OTA). Bei diesem neuen Beruf, der erstmalig den im Operationssaal tätigen nichtärztlichen Krankenhausmitarbeitern in Schleswig-Holstein die Möglichkeit gibt, eine staatliche geregelte Berufsausübung zu absolvieren, sah es zeitweise so aus, als würde er wieder eingestellt werden müssen. Nur der unerschütterlichen Zähigkeit von Ulla Brocks ist es zu verdanken, dass auch in Zukunft die staatlich anerkannte Berufsbezeichnung OTA (nach Übergangsbestimmungen oder Ausbildung) weiterhin erworben werden kann.

Viele Jahre war Ursula Brocks Gleichstellungsbeauftragte, nicht leicht in einer Einrichtung, die nahezu 90 Prozent weibliche Mitarbeiterinnen beschäftigt. Sie war für zahlreiche Ausschüsse geschäftsführend zuständig, besonders hervorzuheben sind ihre Tätigkeiten im Krankenhausausschuss und der Beratenden Kommission Sucht und Drogen.

Ursula Brocks ist wegen ihrer liebenswürdigen Art, ihrer menschlichen Qualitäten, ihres Mutes, als richtig anerkannte Notwendigkeiten auch gegen Unverständnis durchzusetzen und ihres Einsatzes für Kolleginnen und Kollegen in schwierigen Situationen in der Kammer außerordentlich beliebt. Sie hinterlässt eine große Lücke, die, wenn überhaupt, nur mit großer Mühe zu schließen sein wird. Wir wünschen ihr bei ihren Reisen - im Sommer in ihre Ferienwohnung an der Ostsee, im Winter zum Skifahren und nach Thailand - und der Gestaltung ihres neuen Lebensabschnitts alles Gute. (rat/Dav)




 
Tanja Holst-Oldenburg (Foto: rat)  
Tanja Holst-Oldenburg, ehemals Tanja Mohr, feierte 10-jähriges Dienstjubiläum und geht fast gleichzeitig in den Mutterschutz. 1997 begann sie ihre Berufsausbildung als Kauffrau für Bürokommunikation in der Ärztekammer, im Jahr 2000 hervorragender Abschluss und Übernahme durch die Ärztekammer. Es folgten Tätigkeiten in der Rechtsabteilung, ab Oktober 2001 dann zuständig für den Aufbau des MedFindex, einer Internetsuchmaschine für Gesundheitseinrichtungen in Schleswig-Holstein. Seit April 2003 ist Tanja Holst-Oldenburg im Sekretariat der Hauptgeschäftsführerin tätig. Eine Woche vor ihrem 10-jährigen Dienstjubiläum geht sie nun in Mutterschutz und anschließende Elternzeit. Die besten Wünsche ihrer Kolleginnen und Kollegen begleiten sie.
 
  Ausbildung erfolgreich beendet: Rebecca Blumenhagen und Melanie Lübker



Auch in diesem Jahr haben zwei Auszubildende der Ärztekammer, Rebecca Blumenhagen und Melanie Lübker, ihre Ausbildung als Kauffrau für Bürokommunikation erfolgreich abgeschlossen. Es folgt zunächst ein Zeitvertrag für drei Monate. Rebecca Blumenhagen wird Aufgaben in der Akademie für medizinische Fort- u. Weiterbildung übernehmen. Melanie Lübker soll zunächst die Weiterbildungsabteilung, dann das Sekretariat der Hauptgeschäftsführerin unterstützen. (SH)


Leserbriefe:


Leserbrief von Dr. Jürgen Schultze zum Artikel „Bericht des Präsidenten“, SHÄ 5/2007, S. 29 ff.

 
Dr. Schulze (Foto: rat)  
Mit großem Interesse habe ich den Bericht des Präsidenten der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Dr. Franz Bartmann, gelesen, den er am 28.03.2007 in der Kammerversammlung vorgetragen hat. Hierin bemerkt er, dass sich die Ärztekammern innerhalb der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen neu aufstellen müssten und führt im Weiteren wörtlich aus:

„Dazu ist auch und zunächst der Aufbau und Umbau gewachsener und in der Vergangenheit sehr erfolgreicher innerer Strukturen erforderlich.“

Hierbei ist ihm uneingeschränkt zuzustimmen, man fragt sich nur, warum das für die Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung nicht gelten soll. Für deren Zukunft werden drei Modelle vorgestellt, wobei Modell I eine Erhöhung des Kammerzuschusses, Modell II eine pauschale Gebühr fortbildungsverpflichteter Ärzte vorsieht und Modell III gar alle Ärzte mit einem Sockelbetrag jährlich belegen will.

Analog zur Ärztekammer vermisse ich Modell IV, nämlich den Umbau gewachsener und in der Vergangenheit sehr erfolgreicher innerer Strukturen.

Machen wir uns doch nichts vor: Im Umfeld der Universitätskliniken von Hamburg, Lübeck und Kiel sowie der großen Schwerpunktkrankenhäuser Flensburg, Heide, Rendsburg, Neumünster und Itzehoe hat sich mittlerweile ein fast unübersehbares Angebot qualifizierter, industriefreier Fortbildungsveranstaltungen etabliert, das allen Ärzten offen steht.

Zudem hat sich die cme-online-Fortbildung bewährt, die nicht nur das Deutsche Ärzteblatt sehr erfolgreich anbietet und bis in den letzten Winkel des Landes genutzt werden kann.
Das führt zwangsläufig zu einer Abnahme der Nachfrage nach einer zentralen Fortbildungsinstitution im fernen Bad Segeberg, der wir Rechnung tragen müssen.

Konsequenz für mich ist deshalb die Verkleinerung des Akademiebetriebes auf die wirklich nachgefragten Veranstaltungen, wodurch neue Zwangsbeiträge oder Belastungen der Ärztekammer überflüssig würden. An vielen Stellen in unserem Gesundheitswesen lautet das Motto: „Gesund schrumpfen!“

Dr. Jürgen Schultze, Klabautermanngang 6, 24159 Kiel




Leserbrief von Gerhard Leinz zum Artikel „Wettbewerb um Krankenkassenverträge“, SHÄ 5/2007, S. 35

 
G. Leinz (Foto: Privat)  
Ärztegenossenschaft spaltet Ärzteschaft

Die Interessen der Psychotherapeuten und Psychiater/Nervenärzte sind in dem Vertrag „BKK Privat“ in gröbster Weise nicht beachtet worden.

Wenn ein Psychotherapeut eine/n Patientin/en nach dem Modell „BKK Privat“ in tiefenpsychologischer Psychotherapie (Ziffer 861 nach GOÄ) (Zeitaufwand eine Stunde incl. Vor- und Nachbereitung) behandelt, erhält der Psychotherapeut/in nur 52,28 Euro. Wenn die Behandlung über den üblichen Weg über die Kassenärztliche Vereinigung abgerechnet wird und entsprechend dem Urteil des Bundessozialgerichtes über die Höhe der angemessenen Bezahlung der Antragspsychotherapeutischen Leistungen vergütet wird, erhält der Psychotherapeut dagegen ca. 71,96 Euro für die Behandlung. Ein ähnlicher Stundensatz ergibt sich für das kurze (mind. 20 Min.) psychotherapeutische Gespräch (Ziffer 849 nach GOÄ).

Dies kann von Psychotherapeuten nicht hingenommen werden. Der Vorstand der Ärztegenossenschaft kann nur eindringlich aufgefordert werden, den Vertrag im Interesse der Psychotherapeuten und zur Abwendung der sonst zu erwartenden Austritte der Psychotherapeuten aus der Ärztegenossenschaft nachzuverhandeln.

Gleichermaßen „misshandelt“ werden jedoch durch den Vorstand der Ärztegenossenschaft auch die Psychiater/Nervenärzte. Der Stundensatz für das Psychiatrische Gespräch (Ziffer 806 n. GOÄ) beträgt (ohne Vor- und Nachbereitung) nach dem „BKK Privat“ Tarif maximal 56,82 Euro. Der Trost „außerhalb des Budgets“ ist schwach. Mit diesen Stundensätzen lässt sich nach Abzug der Kosten bei üblichen Arbeitszeiten kein arztwürdiges Einkommen gewährleisten!

Gerhard Leinz, Arzt, Harmsstr. 76, 24114 Kiel



Leserbrief von Dr. Robert Wysocki zum Artikel „Annäherung zwischen Alternativ- und Schulmedizin“, SHÄ 6/2007, S. 77 f.

„Alternativ- und Schulmedizin werden für das Gesundheitswesen wirtschaftlich an Bedeutung gewinnen." Dieser Satz zu Beginn des Artikels entlarvt die ganze nachfolgende Argumentation für eine weitere Beschäftigung mit der Paramedizin.

Zunächst eine Begriffserklärung: Statt „Schul-" sollte es wissenschaftliche Medizin heißen, alles andere ist Paramedizin. Der Begriff „Komplementärmedizin" ist falsch, denn er verwischt den grundlegenden Unterschied. Zwischen beiden kann es keine Annäherung geben, da sie von ihrer Prämisse her unvereinbar sind.

Die konventionelle moderne Medizin bedient sich wissenschaftlicher Methoden, um ihre Diagnostik und Therapien ständig zu überprüfen und zu korrigieren, während in der Paramedizin diese Methoden verpönt sind und abgelehnt werden. Wir dürfen uns also nicht annähern, denn es kann niemand ernsthaft wollen, dass wir den wissenschaftlichen Anspruch zurückschrauben, sondern wir müssen eindeutig Stellung beziehen und uns dementsprechend abgrenzen. Den wissenschaftlichen Nachweis ihrer Wirksamkeit muss die Paramedizin erst noch bringen. Sie wird auch nicht dadurch „wahrer", dass immer mehr Patienten und Ärzte sie fordern. Eine Unzufriedenheit mit dem was machbar und wünschenswert ist darf uns nicht dazu verleiten, den Grundsatz zu revidieren und aufzuweichen.

Wenn Patienten zunehmend das Bedürfnis nach „Heilern" haben, sollen sie sie aufsuchen, das war schon immer so, wenn es ernst wird, kommen sie doch zur geschmähten Medizin zurück.
Dass in der Mongolei und Island Annäherungen bestehen, ist kein Beweis für die Richtigkeit der Methode. Und wirtschaftliche Gründe für eine Annäherung anzuführen entbehrt nicht einer gewissen Peinlichkeit.

„Die Wirklichkeit dringt nicht in die Welt des Glaubens." (M. Proust)

Dr. Robert Wysocki, Neustr. 7, 25832 Tönning




Leserbrief von Dr. Birger Heinzow zum Thema „Merkblatt für Ärzte - Blaualgenblüten“

Wenn die Wetterlage es will, ist auch 2007 ein erhöhtes Blaualgenvorkommen im August gut möglich. Für Ärzte(innen) sind die Informationen des LGA-SH „Vergiftungen durch Cyanobakterien - Toxische Blaualgenblüten“ beim Landesamt, Ministerium oder im Internet erhältlich. Landesamt für Gesundheit und Arbeitssicherheit des Landes Schleswig-Holstein, Dezernat „Umweltbezogener Gesundheitsschutz, Brunswiker Str. 4, 24105 Kiel, Tel. 0431/9884330, Fax 0431/9554329. Bei akuten Vergiftungsfällen wenden Sie sich bitte an das Giftinformationszentrum-Nord, Robert-Koch-Str. 40, 37070 Göttingen, Tel. 0551/19240, Internet www.giz-nord.de.

Dr. Birger Heinzow, Brunswiker Str. 4, 24105 Kiel, E-Mail birger.heinzow@lgash-ki.landsh.de



Leserbrief von Susanne Reinke und Prof. Dr. Jürgen Westermann zum Artikel „Ausbildung oder Ausbeutung?“, SHÄ 6/2007, S. 41 f.


 
Susanne Reinke (Foto: Privat)  

Die vom Autor angesprochenen Unzulänglichkeiten im Praktischen Jahr mögen auf einige Krankenhäuser zutreffen, nicht jedoch auf die akademischen Lehrkrankenhäuser der Universität zu Lübeck. Dazu einige Fakten:

  • In Lübeck hat jeder Student pro Tertial die Möglichkeit, fünf Ortspräferenzen zu wählen. Rund 98 Prozent der Studenten erhalten auf Anhieb die erste Ortspräferenz.
  • Die Einteilung in das Praktische Jahr wird von einer Kommission aus studentischen Vertretern vorgenommen. Sie haben diese Einteilung mit so großem Engagement und so effektiv und fair durchgeführt, dass die Mitglieder dieser Gruppe am 14. Juli 2007 den Fakultätspreis für besonderes studentisches Engagement erhalten haben.
  • Studentische Vertreter werden ferner einbezogen, wenn akademische Lehrkrankenhäuser besucht und neue Krankenhäuser auf ihre Eignung als akademische Ausbildungsstätten geprüft werden.
  • Unsere Lehrkrankenhäuser bieten hochwertige Fortbildungsprogramme. Dies wird unter anderem auch dadurch deutlich, dass jedes PJ-Tertial von den Studenten evaluiert wird. Die Evaluationsergebnisse werden analysiert und Maßnahmen zur Verbesserung eingeleitet.
 
  Prof. Westermann (Foto: Privat)

Die Universität zu Lübeck bietet außerdem jährlich eine große Informationsveranstaltung an, auf der Repräsentanten der akademischen Lehrkrankenhäuser vertreten sind.

Darüber hinaus wird zum Abschluss des Praktischen Jahres ein Repetitorium für das Hauptfach Innere Medizin angeboten.

Die Forderung des Autors nach einer Vergütung der Studenten im Praktischen Jahr ist zweifelsohne ein legitimes Anliegen. Hier muss nach einer vernünftigen Lösung gesucht werden. Auf keinen Fall darf es dazu kommen, dass Studenten im Praktischen Jahr Studiengebühren zahlen müssen.

Insgesamt zeigt der Beitrag von Fabian Spies, wie vorsichtig man sein muss, um keine Pauschalurteile zu fällen. Abschließend sei noch richtig gestellt, dass Studenten im Praktischen Jahr natürlich Urlaub nehmen können. Wenn die ÄappO auch nicht ausdrücklich einen Anspruch auf Urlaub formuliert, gewährt sie jedoch in § 3 Abs. 3 zwanzig Fehltage, die ohne Angabe von Gründen auf das Praktische Jahr angerechnet werden können.

Susanne Reinke, Lehrkoordinatorin des Dekanats der Medizinischen Fakultät zu Lübeck, Prof. Dr. Jürgen Westermann, Leiter des Instituts für Anatomie und Studiendekan der Medizinischen Fakultät, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck



Leserbrief von Dr. Willy Kellner zum Artikel „Ärzte - Loser durch E-Card“, SHÄ 6/2007, S. 26 f.


Wenn man schon glaubt ohne Anglizismen nicht auskommen zu können, sollte man wenigstens die englische Rechtschreibung beherrschen!

Dr. Willy Kellner, Möltenorter Weg 20, 24226 Heikendorf


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 8/2007

S. 6-14