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Medizin und Wissenschaft
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Kieler Herzchirurgen
erfolgreich in der Herzklappen-Forschung
Kinder mit komplexen,
angeborenen Herzfehlern benötigen bis zum Erwachsenenalter häufig
mehrere Operationen - speziell, wenn dabei eine Herzklappe betroffen ist.
Für die Patienten und deren Eltern bedeutet dies häufige Krankenhausaufenthalte.
Zeitgleich hat die
Arbeitsgruppe um PD Dr. Georg Lutter mit ihrem Kooperationspartner PD
Dr. Ulrich Stock aus Tübingen mehr als 600 000 Euro bei der Deutschen
Forschungsgemeinschaft eingeworben, um Herzklappen aus körpereigenem
Gewebe herzustellen. Dieses Verfahren, bei dem dem späteren Empfänger
der Herzklappe zunächst Zellen entnommen werden, wird als Tissue
Engineering bezeichnet. Körpereigene Zellen werden außerhalb
des Körpers vermehrt und für den Aufbau einer Herzklappe benutzt.
Diese kann dann gefaltet und über einen Katheter in das rechte Herz
implantiert werden. Die körpereigene Herzklappe soll in Zukunft auch
mit dem Körper, beispielsweise bei Kindern, mitwachsen.
Die Arbeitsgruppe
Lutter und Cremer hat damit in diesem Jahr mit ihren Kooperationspartnern
bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft und beim Bundesministerium für
Bildung und Forschung über 1,7 Millionen Euro eingeworben. Wichtige
Partner bei der Durchführung sind das Laserzentrum in Lübeck
und das Institut für Mikrotechnik der TU Braunschweig. Die Fördermittel
werden in den nächsten drei Jahren in die Weiterentwicklung von Techniken
eingesetzt, um verkalkte, patienteneigene Herzklappen über einen
Leistenkatheter herauszuschneiden, um anschließend eine neue körpereigene
Herzklappe zu implantieren. Dieses kombinierte
Verfahren ist heute für den Patienten noch nicht verfügbar,
wird in der modernen Herzklappen-Chirurgie jedoch eine große Rolle
spielen. Für den Körper und Organsysteme des Patienten bedeutet
es, dass die gesamte Operation schonend durchgeführt werden kann
und die Operationswunde im Bereich des Brustbeins nicht mehr notwendig
ist. Die Patienten können früher nach Hause entlassen werden
und benötigen keine lange Rehabilitation mehr. |
Schleswig-Holsteinisches
S. 67, 68 |
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