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Nachrichten in Kürze


Rudolf-Frey-Preis für Notfallmedizin an Kieler Arzt

 
Dr. Patrick Meybohm
(Foto: UK S-H)
 

Dr. Patrick Meybohm, Assistenzarzt der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin (Direktor: Prof. Dr. Jens Scholz) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, hat auf der 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin im Mai 2007 in Hamburg den mit 2 500 Euro dotierten Rudolf-Frey-Preis für Notfallmedizin gewonnen. Dr. Meybohm hat den Preis „in Würdigung seines Einsatzes für die anästhesiologische Forschung“ erhalten, wo er sich mit den Veränderungen des Gehirn-Stoffwechsels im Rahmen eines unkontrollierten, so genannten hämorrhagischen Schocks nach Leberverletzung beschäftigt hat. So konnte in einer tierexperimentellen Arbeit erstmals demonstriert werden, dass die Kombination bestimmter Medikamente beim hämorrhagischen Schock im Vergleich zu üblichen Behandlungsmethoden vorteilhafter für Hirndurchblutung und Sauerstoffanreicherung ist. Die Ergebnisse der Studie wurden im angesehenen internationalen Journal Anaesthesia & Analgesia publiziert. Damit wurde die seit einigen Jahren am UK S-H, Campus Kiel, etablierte Arbeitsgruppe Experimentelle Notfallmedizin hochrangig ausgezeichnet. (Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner)



Einzigartige Bedingungen für die Erforschung von Erbkrankheiten
Kooperationsvertrag zwischen Lübeck und Bozen

Die Europäische Akademie Bozen (EURAC) und Universität zu Lübeck haben einen Kooperationsvertrag geschlossen. Darin ist die Förderung und Vertiefung der bestehenden wissenschaftlichen Zusammenarbeit vereinbart.

 
  Dr. Christine Klein
Die enge Kooperation in der genetischen Medizin besteht seit 1997. Die Lübecker Neurogenetikerin und Lichtenberg-Professorin Dr. Christine Klein und ihr Bozener Kollege PD Dr. Peter Paul Pramstaller erforschen die Mechanismen vererblicher Erkrankungen. Sie stützen sich dabei auf die Daten der Bevölkerung abgelegener Alpendörfer in Südtirol.

Für die Untersuchung von Veränderungen der Erbsubstanz bieten die Populationen solcher so genannter Mikroisolate - anders als die übrige, im Laufe der Generationen genetisch vielfach durchmischte Bevölkerung - einzigartige Bedingungen.

Prof. Dr. Christine Klein arbeitet an der Entwicklung von Biomarkern für die Parkinson-Krankheit. Dabei kombiniert sie eine Analyse des Transkriptoms (Genexpression) mit modernen bildgebenden Verfahren (strukturelle und funktionelle Magnetresonanztomographie MRT und Positronenemissionstomographie PET). Besonderes Augenmerk liegt auf den frühen oder sogar präklinischen Krankheitsstadien bei noch gesunden Mutationsträgern.

 
Vertiefung der Zusammenarbeit beschlossen: Prof. Dr. Peter Dominiak (li.) und Dr. Werner Stuflesser (re.) (Fotos: René Kube)  
Dr. Pramstaller hat sich 2003 an der Universität Lübeck habilitiert und ist seitdem Mitglied der hiesigen Medizinischen Fakultät. Er hat an der Europäischen Akademie Bozen das Institut für Genetische Medizin aufgebaut.

Lübecker und Bozener Wissenschaftler haben in den vergangenen Jahren wechselseitige Gastaufenthalte durchgeführt. Lübecker Studenten waren an Forschungsprojekten in Bozen beteiligt und haben in der dortigen Klinik für Neurologie famuliert. Christine Klein und Peter Pramstaller feierten in diesem Jahr ihre 50. gemeinsame Publikation.

An der Vertragsunterzeichnung haben aus Bozen der Präsident der EURAC, Dr. Werner Stuflesser, und der Ressortdirektor beim Landesrat für deutsche Schule, Berufsbildung und Universität der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol, Dr. Günther Andergassen, für die Universität zu Lübeck der Rektor Prof. Dr. Peter Dominiak, sowie Prof. Dr. Christine Klein, Prof. Dr. Detlef Kömpf, PD Dr. Peter Paul Pramstaller und Prof. Dr. Heribert Schunkert teilgenommen. Das Land Schleswig-Holstein war durch den Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr, Jost de Jager, vertreten. (Rüdiger Labahn)


Friedrich-Ebert-Krankenhaus und Ärzte der Lehmann-Klinik kooperieren
Aus Konkurrenten werden Partner

Ab 1. Juni 2007 beginnen das Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) und die Ärzte der Lehmann-Klinik in Neumünster eine richtungsweisende Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Chirurgie.
 
   
Friedrich-Ebert-Kranken-haus (oben), Lehmann-Klinik (re.)
(Fotos:
FEK/Lehmann-Klinik)
 

Das Friedrich-Ebert-Krankenhaus übernimmt die stationäre Versorgung der Lehmann-Klinik und sichert damit den Standort für die stationäre Versorgung in der Marienstraße.

Die Ärzte der Gemeinschaftspraxis (Dr. Norbert Spilok, Dr. Frank Supke, Dr. Gerhard Schubert) gründen gemeinsam mit dem FEK ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) für die ambulante chirurgische Versorgung. Das FEK beteiligt sich in Nachfolge des ausscheidenden Arztes Dr. Heiko Dau ab 1. August 2007 am MVZ mit einem noch anzustellenden Chirurgen. Die Motivation der Ärzte der Lehmann-Klinik zur Kooperation liegt in der wirtschaftlichen Sicherung des Standortes Marienstraße, der traditionellen Verbundenheit zum Krankenhaus, der Stärkung der regionalen chirurgischen Versorgung und besonders in der Sicherung der 35 Arbeitsplätze am Standort in der Marienstraße. Das FEK ließ sich letztlich leiten durch die Verbesserung der Wettbewerbssituation in Neumünster auf chirurgischem Gebiet, der intensiveren Zusammenarbeit mit dem ambulanten Bereich und einer richtungsweisenden Verzahnung der ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen in Neumünster.

Für die Bevölkerung bringt diese Kooperation die Vorteile einer wohnortnahen kompletten chirurgischen Versorgung, die Abstimmung von ambulanten und stationären Behandlungskonzepten, die Einbindung von erfahrenen Fachärzten der Lehmann-Klinik in die stationäre Versorgung. Weiterhin wird in Kürze die ambulante chirurgische Notfallversorgung außerhalb der Praxissprechzeiten gemeinsam an einem Standort am Friedrich-Ebert-Krankenhaus konzentriert, sodass der Patient am Abend nur noch eine Anlaufstelle hat.

Insgesamt wird diese Kooperation eine Stärkung des Standortes Neumünster in zunehmendem Wettbewerb für die Patientenversorgung mit sich bringen. (A. von Dollen/Dr. N. Spilok)


Rating der apoBank heraufgestuft


Die Rating-Agentur Moody’s hat das Langfrist-Rating der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) von bisher „A2“ auf jetzt „A1“ angehoben; der Ausblick wurde mit „stabil“ bestätigt. Das individuelle Finanzkraft-Rating bleibt mit „C+“ unverändert hoch auf der in dieser Klassifizierung aktuell zweitbesten Rating-Note deutscher Banken.

Die Beurteilung, die nach der Heraufstufung dem Rating von Standard & Poor’s und dem Verbund-Rating von Fitch entspricht, spiegelt neben den stabilen finanzwirtschaftlichen Fundamentaldaten das solide Risikoprofil und die gute Geschäftsposition der apoBank wider. (Deutsche Apotheker- und Ärztebank)



Universität Lübeck
Neuer Hemmstoff gegen das Aidsvirus entdeckt

 
Prof. Dr. Thomas Peters  

Chemiker der Universität zu Lübeck sind an der Entwicklung von Hemmstoffen gegen das Aidsvirus beteiligt. Die Entschlüsselung des Wirkprinzips bei dem körpereigenen HIV-Hemmer Virip, dessen Entdeckung jetzt in der Zeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, geschah auf Grundlage kernmagnetischer Resonanzanalysen (Nuclear Magnetic Resonance, NMR) aus Lübeck.

Prof. Dr. Thomas Peters und Dr. Thorsten Biet aus dem Institut für Chemie der Universität Lübeck benutzten die gewonnenen NMR-Daten, um zusammen mit Prof. Dr. Bernd Meyer von der Universität Hamburg einen molekularen Strukturvorschlag zu entwickeln. Er betrifft die Wechselwirkung zwischen den Zellmembranen von Virus und Wirtszelle, die von Aidsforschern gegenwärtig mit besonderem Interesse untersucht wird.

Leiter der Arbeitsgruppe, die den neuen HIV-Hemmer fand, ist Prof. Dr. Frank Kirchhoff von der Universität Ulm. Der Beitrag in „Cell“ trägt den Titel „Discovery and Optimization of a Natural HIV-1 Entry Inhibitor Targeting the gp41 Fusion Peptide“ (Cell 129, S. 263-275, 20. April 2007).

 
  Dr. Thorsten Biet
(Fotos: Universität Lübeck)

Die Wissenschaftler entdeckten, dass ein bestimmtes Teilstück eines bekannten Blutproteins Aidsviren blockiert (Virus-inhibitorisches Peptid = Virip). Virip unterbindet beim Aidserreger HIV-1 eine spezifische Funktion des Hüllproteins gp41. Die Viren benötigen das Protein, um in die menschlichen Zellen einzudringen. Laborversuche ergaben, dass Viren gegen Virip nicht resistent wurden.

Virip greift am selben Protein an wie das seit 2003 zugelassene Aidsmedikament Fuzeon mit dem Wirkstoff Enfuvirtid, aber an einer anderen Stelle. Wenn die künstlichen Abkömmlinge von Virip in klinischen Studien erfolgreich sind, könnten diese Verbindungen Menschen helfen, deren Aidsviren gegen andere Medikamente resistent geworden sind.

Die Lübecker Forschungen mit der kernmagnetischen Resonanzanalyse stehen im Rahmen eines gemeinsam mit der Universität Hamburg betriebenen NMR-Großgerätes der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Es hat sich hier in den vergangenen Jahren ein leistungsstarkes Zentrum für Wirkstoffforschung entwickelt, das an modernen Methoden der Medikamentenentwicklung arbeitet. (Rüdiger Labahn)



Urologie Kiel des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein
Förderung mit über 200 000 Euro

Die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) fördert seit Juni 2007 die Klinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel. Der Antragsteller, PD Dr.
Christoph Seif, wird die Fördersumme von über 200 000 Euro für die Erforschung und Therapie von Blasenentleerungsstörungen und Prostataleiden mit Botulinumtoxin einsetzen.

Viele Patienten leiden unter einem sehr häufigen und unwillkürlich auftretenden Harndrang, der zu Inkontinenz führen kann und mit Tabletten oft nicht zu behandeln ist. Die Harnblase krampft sich bei den Betroffenen, ähnlich wie bei querschnittgelähmten Patienten, ohne Vorankündigung zusammen. Als Therapiemaßnahme kann jetzt unter örtlicher Betäubung ein Medikament (Botulinumtoxin A) in die Blase injiziert werden, das die genannten Symptome für acht bis zehn Monate reduziert oder gänzlich verschwinden lässt. Auch Patienten mit gutartigen Prostataproblemen, die sich nicht operieren lassen wollen, können mit diesem Medikament behandelt werden. Es bewirkt, dass die Prostata schrumpft und sich der Harnstrahl und die Blasenentleerung verbessern.

Zahlreiche nationale und internationale wissenschaftliche Veröffentlichungen zeigen, dass die Botulinumtoxin-Therapie für Blase und Prostata sehr gut wirkt. In Deutschland ist sie bisher allerdings nicht zugelassen. An der Klinik für Urologie am Campus Kiel laufen daher Zulassungsstudien, um die Therapien zukünftig allen Patienten anbieten zu können. Mit den bewilligten finanziellen Mitteln der DFG werden zudem grundlagen-wissenschaftliche Daten und Informationen im Labor gesammelt, um die Behandlung weiter zu optimieren. (Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner)



Johanniter-Krankenhaus Geesthacht

 
  Dr. Ekkehard Schnieber (Foto: hk)

Neuer Geschäftsführer des Johanniter-Krankenhauses Geesthacht wird Carsten Schwaab ab 1. August 2007. Er ist Nachfolger des langjährigen stellvertretenden und (seit 2005) Geschäftsführers Christian Madsen, der zum 1. Mai 2007 an das Krankenhaus in Wermelskirchen (Nordrhein-Westfalen) gegangen war. Madsen hatte das Krankenhaus in einer schwierigen Phase übernommen und erfolgreich die wirtschaftliche Neuausrichtung eingeleitet, so der ärztliche Direktor Dr. Frank Templin und der Kuratoriumsvorsitzende Dr. Ralph Kramer.

Intern bekannt wurde die Neubesetzung um den 23. Mai 2007, als in der Eingangshalle des Krankenhauses eine interessante Fotoausstellung eröffnet wurde. Der Chefarzt der Inneren Dr. Ekkehard Schnieber und sein Oberarzt Dr. Volker Penselin mit Ehefrau Dorothea zeigten zusammen mit einem Vortrag zum Klimawandel von Dr. Markus Quante, GKSS Forschungszentrum, nachdenklich machende Bilder von schmelzenden Gletschern in Chile und Wüstensand in der Sahara. (hk)



Onkologie-Vereinbarung verlängert


Die vor zwei Jahren zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) und AOK Schleswig-Holstein abgeschlossene „Vereinbarung zur Förderung der qualifizierten medizinischen Versorgung auf dem Gebiet der Onkologie“ hat sich bewährt und ist daher verlängert worden. Dies teilten beide Vertragspartner am 25. Mai 2007 mit. Der Vertrag nach § 73 c SGB V (Versorgungsvertrag zur Förderung der Qualität in der vertragsärztlichen Versorgung) umfasst über 20 Seiten und ist - allerdings bei den Anlagen nicht vollständig - mit einem schnellen Rechner unter www.kvsh.de zu finden. Es sei gelungen, so die Vorsitzenden von KVSH und AOK-SH, die Qualitätsstandards in der ambulanten Krebsdiagnostik und -therapie weiter hoch zu halten, besonders auch bei der zytostatischen Therapie.
Seit der Einführung wurden etwa 30 000 Patienten behandelt. Auf der ersten Versorgungsebene sorgen besonders qualifizierte Ärzte vor Ort für Betreuung und für die Koordination der Behandlungsabläufe und der psychotherapeutischen Betreuung. Auf der zweiten Versorgungsebene wird die Chemotherapie durch überwiegend onkologisch tätige Ärzte sichergestellt. Die Behandlungsqualität werde gesichert durch regelmäßige Fortbildungen und durch onkologische Kooperationsgemeinschaften mit weiteren Fachärzten bei Fach- und Fallkonferenzen.

Interessierte erhalten, so heißt es in der Pressemitteilung, in den AOK-Geschäftsstellen „Auskunft über die insgesamt 135 teilnehmenden Vertragsärzte in Schleswig-Holstein“. Eine Übersicht wenigstens über die regionale Verteilung wurde dem Berichterstatter des Schleswig-Holsteinischen Ärzteblattes von KVSH und Kasse nicht gewährt. (hk)



Eröffnung der gefäßchirurgischen Praxis am Lubinus Clinicum, Kiel
Vor zehn Jahren

Am 1. Juni 1997 eröffnete die inzwischen verstorbene Dr. Eva Schweizer ihre gefäßchirurgische Praxis am Lubinus Clinicum Kiel.

Am 1. Juni 2000 wurde die Praxis von Dr. Astrid Maquardt übernommen. Die Praxis ist mit dem Lubinus Clinicum Kiel durch die konsiliarärztliche und belegärztliche Tätigkeit eng verbunden. Im Jahre 2006 wurden 82 Patienten gefäßchirurgisch stationär behandelt und rund 160 gefäßchirurgische ambulante Operationen im Lubinus Clinicum durchgeführt. (Christoph Merker)



Philosophische Beratung


 
Dr. Ina Schmidt (Foto: hk)  

Die vor den Heilberufen nicht haltmachende Burnout-Symptomatik lässt auch nach eher ungewöhnlichen Hilfen Ausschau halten. Wer abseits der Psycho-Schiene ein klärendes Gespräch auf Augenhöhe schätzt, kann zum Beispiel eine philosophische Beratung in Anspruch nehmen. In Reinbek ist seit zwei Jahren die philosophische Praxis „Denkräume“ von Dr. Ina Schmidt tätig. Die von der Universität Lüneburg kommende Kulturwissenschaftlerin und Philosophin (33) bietet Einzelgespräche, Seminare und Vorträge zu Lebensfragen an. Sie kommt von der Lebensphilosophie her, schätzt die Phänomenologie, die ja auch für Heilberufler im Blick auf den Patienten wertvoll sein kann. Bei Patienten, sagte sie im Gespräch mit dem Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt, könne philosophisch tiefer nach dem Befinden, nach den Wünschen (Gesundheit inwiefern?) und nach der Verbindung von Gedanken und Gefühlen gefragt werden. Für Ärzte, denen mitunter die Zeit fehle, ihre Persönlichkeit positiv in das Arzt-Patienten-Gespräch einzubringen, gebe es die Möglichkeit der assistierten Selbstreflexion, etwa im Sinne eines sokratischen Dialogs. Info im Internet unter www.denkraeume.net. (hk)



Für Sie gelesen:


Firmenlastige Studien

„Natürlich sind nicht nur viele Studien firmenlastig, sondern auch die dazugehörigen ,Editorials’ und die resultierenden Leitlinien. Wenn es um Arzneimittel geht, fehlen offenbar in vielen Fällen industrieunabhängige Experten, auch in den Fachgesellschaften.“

Prof. em. Dr. Frank P. Meyer in AVP Arzneiverordnung in der Praxis, April 2007, S. 34 f., Hg. Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), mit der Forderung, konkrete Halbwahrheiten, Versäumnisse oder Lügen „zu denunzieren“ - dies sei die originäre Aufgabe der AkdÄ, aller Ethikkommissionen und kritischer Medizinjournalisten. (hk)



Medizin und Naturwissenschaften


„Chemie, Anatomie und Botanik galten als medizinische Hilfswissenschaften, die Naturwissenschaften waren in diesem frühneuzeitlichen Wissenschaftsverständnis auf das menschliche Wohlbefinden bezogen.“

(Dr. phil. Jan Schlürmann, Historisches Seminar d. Univ. Kiel, über den Kieler Medizinprofessor und Gartengründer „Johann Daniel Major und der erste Botanische Garten der CAU zu Kiel“, in: Christiana Albertina, Forschungen und Berichte aus der CAU, Mai 2007, S. 37). (hk)


Buchtipp: Arthrose-Info Fuß

Das Arthrose-Info Heft 74 vom Juni 2007 gibt auf 16 Seiten nützliche Tipps für Patienten mit Fuß-, zumal Sprunggelenksarthrose. Erhältlich bei der Deutschen Arthrosehilfe, Tel. 06831/946677. (hk)



Deutsch-schweizerische Forschungskooperation erhält Auszeichnung
Rudolf-Virchow-Preis für Kieler Pathologen des UK S-H

Die Pathologen Dr. Martin Anlauf aus Kiel und Prof. Dr. Aurel Perren aus Zürich sind für gemeinsam durchgeführte Forschungsprojekte mit dem Rudolf-Virchow-Preis ausgezeichnet worden. Der mit 3 000 Euro dotierte Preis wurde auf der 91. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie in Magdeburg verliehen. Der Rudolf-Virchow-Preis ist die höchste Auszeichnung für Pathologen unter 40 Jahren im deutschsprachigen Raum.

 
Prof. Dr. Aurel Perren (links) und Dr. Martin Anlauf bei der Preisverleihung (Foto: UK S-H)  

Anlauf ist wissenschaftlicher Assistent am Institut für Pathologie des UK S-H am Campus Kiel (Direktor: Prof. Dr. Günter Klöppel). Perren lehrt an den Instituten für Pathologie in Zürich (Direktor: Prof. Dr. Holger Moch) und München. Ausgezeichnet wurden die Wissenschaftler für ihre Forschungsergebnisse zur Morphologie und Genetik duodenaler Gastrinome.

Duodenale Gastrinome sind mikroskopisch kleine Tumore des Zwölffingerdarms, die das Hormon Gastrin bilden. Gefährlich für den Patienten sind meist nicht die Tumore als solche, sondern die Auswirkungen des produzierten Hormons, das die Schleimhaut schädigt und innere Blutungen verursacht. Aufgrund ihrer Größe sind Gastrinome schwer zu diagnostizieren und zu therapieren, auch nach einer Operation sind Patienten häufig nicht geheilt. Anlauf und Perren konnten mit molekularen Analysen erstmals nachweisen, dass bei einem Teil der Patienten nicht nur einzelne, sondern multiple Gastrinome in Verbindung mit mikroskopisch kleinen Gastrinzell-Vorläuferstadien auftreten, aus denen sich vermutlich weitere Gastrinome entwickeln können.

Diese grundlegenden Erkenntnisse liefern möglicherweise die Basis für neue Therapieansätze und wurden in den internationalen Fachzeitschriften Gastroenterology und Gut publiziert. Die Arbeitsgruppen von Anlauf und Perren in Kiel und Zürich werden ihre gemeinsame Forschungsarbeit auch in Zukunft fortsetzen. Gefördert wurde das Kieler Forschungsprojekt von der Hensel-Stiftung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. (Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner)



Bundesforschungsministerium fördert klinische Studie
Hautregeneration mit Erythropoietin bei Verbrennungen

 
Prof. Machens
(Foto: Uni Lübeck)
 

Das die Bildung roter Blutkörperchen verstärkende Erythropoietin (EPO) kann in der Verbrennungsmedizin für die Hautregeneration genutzt werden. Eine klinische Multicenterstudie dazu an sieben deutschen Verbrennungszentren wurde am Zentrum für Schwerbrandverletzte des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, konzipiert. Sie wird jetzt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 1,1 Millionen Euro gefördert.

Bei Patienten mit großflächigen Verbrennungs- oder Verbrühungsverletzungen kann eine wiederholte Spalthautentnahme von derselben Entnahmestelle notwendig sein, um zu transplantierende Areale decken zu können. Häufig regenerieren die Entnahmestellen jedoch nicht ausreichend schnell, so dass bei solchen Patienten ein Mangel an Spenderhaut zu weiteren und weitreichenden Komplikationen mit fatalem Ausgang führen kann.

Seit etwa drei Jahren sind zahlreiche regenerative und zytoprotektive Effekte von niedrigdosiertem Erythropoietin bekannt. In der Multicenterstudie sollen diese Effekte sowohl auf die Entnahmestellen von Spalthaut als auch auf die Verbrennungs- und Verbrühungsverletzungen selbst untersucht werden. Die Ergebnisse sollen zur Etablierung einer neuen Therapie mit einer deutlichen Verringerung der Morbidität und Mortalität schwerbrandverletzter Patienten führen.

Leiter der Studie „Regenerative Effekte von niedrig dosiertem Erythropoietin bei Verbrennungs- und Verbrühungsverletzungen“ („A multicenter study on regenerative effects of low-dose erythropoietin, LDE, in burn and scald injuries“) ist Prof. Dr. Hans-Günther Machens aus der Sektion für Plastische und Handchirurgie und dem Zentrum für Schwerbrandverletzte des Universitätsklinikums in Lübeck. (Uni Lübeck)



Qualitätssiegel der Krankenhausgesellschaft erneut erhalten


Nach 2001 und 2004 hat das Team der Röpersbergklinik am 22. und 23. März 2007 zum dritten Mal die Prüfung für das Qualitätssiegel der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH) bestanden. In den seit 2004 vollständig überarbeiteten 21 Prüfkriterien werden u. a. die Ergebnisqualität, das Informations- und Qualitätsmanagement, der Umgang mit den Rehabilitanden und die Wirksamkeit der Behandlungsprozesse genau betrachtet. Die Vorbereitungen für die Prüfung fanden intensiv seit Oktober letzten Jahres statt. Bestehen kann eine Klinik das Verfahren allerdings nur, wenn sie nachweisen kann, dass man sich kontinuierlich um eine hohe Qualität und Verbesserungsprozesse kümmert. Dies ist den Mitarbeitern offensichtlich gut gelungen.

Bereits am 23. März wurde das neue Prüfsiegel „Medizinische Rehabilitation in geprüfter Qualität“ übergeben, das bis zur nächsten Prüfung 2010 geführt werden darf. (Rainer Simeit, Röpersbergklinik)



MRT von EU-Bürokraten bedroht


Bis spätestens April 2008 ist noch Zeit, um eine zur Bürokratieposse geratene Arbeitsschutzrichtlinie der Europäischen Union zu entschärfen. Nach der Richtlinie 2004/40 EG soll Personal bei Arbeiten mit elektromagnetischen Feldern geschützt werden, z. B. Arbeiter an Hochspannungseinrichtungen. Nicht bedacht hatte man, dass danach medizinisches Personal bei einer Magnetresonanztomographie (MRT) nicht mehr beim Gerät anwesend sein dürfte, auch wenn dies bei Notfallpatienten, Kindern oder anästhesierten Patienten notwendig wäre. Beim 88. Deutschen Röntgenkongress der Deutschen Röntgen-Gesellschaft (DRG) Mitte Mai im ICC Berlin sorgte die auch in Deutschland vorgesehene Umsetzung in nationales Recht für großes Kopfschütteln: „Wir müssten dann viel weniger mit MRT und wieder mehr mit Röntgen arbeiten, also ein extrem unwahrscheinliches, hypothetisches gegen ein bekanntes Risiko eintauschen“, sagte DRG-Präsident Prof. Reiser (München). Die Frage bleibt, was eigentlich für eine Qualitätsarbeit für viel Geld in Brüssel geleistet wird. Oder sind es Kompetenzdefizite, ist es Richtlinien-Wichtigtuerei? (hk)



5,6 Millionen Euro für den SFB 415 in Kiel

 
Prof. Kabelitz
(Foto: Privat)
 

Der Sonderforschungsbereich 415 „Spezifität und Pathophysiologie von Signaltransduktionswegen“ wird in einer abschließenden vierten Periode für weitere drei Jahre mit 5,6 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Der SFB 415 wurde 1998 an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel eingerichtet und wird in der am 1. Juli 2007 beginnenden neuen Förderperiode insgesamt 18 Teilprojekte umfassen. Im SFB 415 arbeiten Forscher aus Kliniken und Instituten der CAU sowie des Forschungszentrums Borstel zusammen, um auf molekularer Ebene intrazelluläre Signalwege aufzuklären, die an Entzündungsreaktionen und an der Kontrolle von Zellwachstum und Zelldifferenzierung beteiligt sind. Einen Schwerpunkt stellen dabei die Signalwege von Zytokinen dar, den löslichen Botenstoffen des Immunsystems. Ein weiterer Schwerpunkt ist die molekulare Kontrolle des programmierten Zelltods (Apoptose) von Tumorzellen. Wie der Sprecher des SFB 415, Prof. Dr. Dieter Kabelitz vom Institut für Immunologie der CAU, mitteilt, ist es das erklärte Ziel des SFB 415, die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung möglichst schnell für die Entwicklung neuer therapeutischer Ansatzpunkte zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen und Tumorerkrankungen zu nutzen. In der neuen Förderperiode kommen hierbei verstärkt innovative Tiermodelle zur Anwendung, es werden aber auch im SFB 415 entwickelte und patentierte innovative Methoden der Zellbiologie benutzt, um intrazelluläre Signalwege zu charakterisieren. Der SFB 415 ist von zentraler Bedeutung für die Forschungsschwerpunkte Entzündung und Onkologie der Medizinischen Fakultät der CAU. Viele Wissenschaftler des SFB 415 sind gleichzeitig im standortübergreifenden Netzwerk Entzündungsforschung tätig. Der SFB 415 ist somit auch eine tragende Säule der Exzellenzcluster-Initiative Entzündungsforschung in Schleswig-Holstein. Weitere Informationen zum SFB 415 finden Sie im Internet unter www.sfb415.uni-kiel.de. (Prof. Dr. Dieter Kabelitz, UK S-H)


Die Veranstaltung

Neue Impfempfehlungen - Neue Impfstoffe


findet statt am 12.09.2007 in Ratzeburg und am 19.09.2007 in Pinneberg -
jeweils von 15:00-18:00 Uhr.

4 Fortbildungspunkte

Referenten: Dr. Hans-Martin Bader, Prof. Dr. Peter Rautenberg,
Prof. Dr. Jörg Steinmann, Dr. Wolfgang Barchasch u. a.

Weitere Informationen, ausführliches Programm und Anmeldung:
Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. in Schleswig-Holstein, Kiel, Tel. 0431/94294, Fax 0431/94871, E-Mail gesundheits@lvgfsh.de,
Internet www.lv-gesundheit-sh.de (Elfi Rudolph)


Herzchirurgie in Lübeck operiert erfolgreich


Die Klinik für Herzchirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, unter der Leitung von Prof. Dr. Hans-Hinrich Sievers behauptet sich erneut in der Spitzengruppe der Ergebnisqualität herzchirurgischer Operationen. Im Jahr 2006 wurden in der Klinik für Herzchirurgie
1 450 herzchirurgische Eingriffe vorgenommen. Die Bundesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung, eine Institution der Bundesärztekammer, analysierte die Daten von 77 herzchirurgischen Kliniken in Deutschland.

In der Klinik der überregionalen Maximalversorgung wird ein erheblicher Anteil an Hochrisikopatienten behandelt. Umso höher ist es zu bewerten, dass insbesondere die Sterblichkeitsraten signifikant unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Bei den Routineoperationen, wie dem isolierten Aortenklappenersatz, ist die Sterblichkeit im Vergleich zum Bundesschnitt in Lübeck am zweitniedrigsten. Bei der häufigsten herzchirurgischen Operation, der isolierten Bypassoperation, beträgt die Sterblichkeit nur 2,2 Prozent im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 3,6 Prozent. Bei komplexen Eingriffen, die einen Schwerpunkt der Tätigkeit der Klinik für Maximalversorgung in Lübeck darstellen, wie die Kombination aus Aortenklappenersatz und Bypassoperation, liegt die Sterblichkeit in Lübeck bei 3,7 Prozent im Vergleich zu 6,4 Prozent bundesweit. (Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner)



Kriegskinder im Alter


„Es ist an der Zeit, dass auch Ärzte, Psychologen und Seelsorger sich um ein umfassendes Verständnis der Traumatisierung von Kriegskindern bemühen“, sagte Dr. Anita Stork (Jg. 1940) zu ihrem Seminarprojekt „Kriegskinder im Alter“ in der Akademie Sandkrughof (bei Lauenburg). Die Chefärztin für geriatrische Rehabilitation (a. D.) in Bad Bevensen initiierte und begleitet das Projekt gemeinsam mit der Autorin, Biografin und Dozentin Kathleen Battke M. A.

In der Öffentlichkeit noch wenig bemerkt, ist das „Tabuthema“ am ehesten bei Heilberuflern wie Hausärzten, Psychotherapeuten, Psychiatern bekannt (das Deutsche Ärzteblatt hatte vor etwa zwei Jahren berichtet). Sonst, so sagen die Seminarleiterinnen, habe sich die Gesellschaft bis vor wenigen Jahren stillschweigend darauf geeinigt, dass die Kinder des 2. Weltkriegs - anders als die Kinder der Nazi-Opfer und der Täter - gut davongekommen seien. „Kriegskinder sind überwiegend fleißige und sozial engagierte Erwachsene geworden; ihre Lebensstrategie hieß Schweigen, Durchhalten, Vergessen, Verdrängen, Bagatellisieren und Funktionieren.“ Doch 60 Jahre später beim Eintritt in den Ruhestand brächen bei vielen die alten Wunden wieder auf. Die verdrängten Erlebnisse führten zu seelischen und körperlichen Beschwerden. Aber wer wolle zuhören, glauben, die Trauer und Ängste verstehen? Die Gesellschaft biete ihnen keinen Ort des Gedenkens, keinen Volkstrauertag, keine Erinnerungsstätten.
Zu wünschen sei Hilfe bei der Annahme der eigenen Vergangenheit. „Trauern heißt, mit unserem Schicksal Frieden zu schließen“. Viele Kriegskinder wollten sich austauschen und ihre Erinnerungen aufschreiben. Dabei sollten die Seminare helfen. Diese Idee brachte schon am ersten Seminarwochenende im März große Resonanz, etwa derart: „Wir möchten uns nicht nur selbst von der Lähmung des Nichtverstandenwerdens befreien, wir wollen auch ein Beispiel geben, wie man sinnvoll alt werden kann.“

Der Sandkrughof, ein schöner ehemaliger Landsitz am hohen Elbufer, eigne sich auch als damaliger Ort der Heilung für viele Verletzte nach den Bombenangriffen auf Hamburg besonders gut für das Projekt. Der nächste Termin ist 31.08.-02.09.2007 sowie eine Schreibwerkstatt im November (www.sandkrughof.de). (hk)



Neuer Vorstand im Landespflegeausschuss

Dietmar Katzer
(Fotos: rat)
Andreas Fleck

Der Landespflegeausschuss Schleswig-Holstein hat in seiner Sitzung am 12. Juni einen neuen Vorstand gewählt: Vorsitzender des Landespflegeausschusses bleibt weiterhin Andreas Fleck, Abteilungsleiter im Sozialministerium. In ihrem Amt als Stellvertreter bestätigt wurden ebenfalls Dietmar Katzer (VdAK/ AEV Landesvertretung) und Reinhard Rehm (AOK) als Vertreter der Pflegekassenverbände sowie Anke Schimmer (Diakonisches Werk Schleswig-Holstein) und Kurt Rohde (Städteverband Schleswig-Holstein). Neu in den Vorstand gewählt wurde Adolf Popall (bpa), nachdem der bisherige Amtsinhaber, Dr. Reinhard Becker (bpa), nicht mehr für das Amt kandidiert hat.

Der Landespflegeausschuss ist das zentrale Gremium im Land, in dem alle Verbände und Aufgabenträger zu Fragen der Finanzierung und des Betriebs von Pflegeeinrichtungen eng zusammenarbeiten. Er kann hierzu Empfehlungen abgeben. Das Gremium setzt sich zusammen aus Vertreter(innen) der Pflegeeinrichtungen (Wohlfahrtsverbände und private Einrichtungen) und Pflegekassen, des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK), des Verbandes der privaten Krankenversicherung, der kommunalen Landesverbände und des Sozialministeriums. Der Landesseniorenrat gehört dem Ausschuss als beratendes Mitglied an. (Oliver Breuer)



Sinkende Durchschnittswerte pro Verordnung


Erstmals seien 2006 bei Verordnungen rezeptpflichtiger Arzneimittel nicht mehr steigende Preise („Strukturkomponente“), sondern sinkende Durchschnittswerte zu beobachten, teilte der BAH (Bundesverband der Arzneimittelhersteller) mit. Neu implementierte Wettbewerbselemente und die Festbetragsregelungen hätten gewirkt. Dennoch sei insgesamt mit 29 Milliarden Euro etwas mehr Umsatzvolumen zu verzeichnen. Dagegen seien die Verordnungen rezeptfreier Arzneimittel im dritten Jahr rückläufig - auch nicht kompensiert durch zunehmende Selbstkäufe. Der BAH als Interessenverband kritisierte die „Stigmatisierung“ der Selbstmedikation durch den grundsätzlichen Erstattungsausschluss und meinte sogar, von einer Schwächung der gesundheitlichen Eigenverantwortung sprechen zu sollen - was sich doch eher auf einen gesunden Lebensstil bezieht? (hk)


Wegfall Fachkunde Rettungsdienst -
Wartezeiten für Prüfung Zusatzbezeichnung Notfallmedizin


Zum 30.08.2007 wird die Fachkunde Rettungsdienst nicht mehr von der Ärztekammer Schleswig-Holstein ausgestellt, sie bleibt aber weiterhin als Voraussetzung für die Teilnahme am Rettungsdienst im Landesrettungsdienstgesetz verankert. Es wird dann nur noch, zwar unter den gleichen Voraussetzungen, die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin erteilt. In diesem Zusammenhang machen wir darauf aufmerksam, dass die Prüfung zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Notfallmedizin mindestens drei Monate Wartezeit in Anspruch nimmt. Somit ist die Möglichkeit, kurzfristig eine Qualifikation für den Rettungsdienst zu erlangen, nicht mehr gegeben. Wer die Fachkunde Rettungsdienst noch erlangen möchte, muss den Antrag, auch unvollständig und mit Nachreichen der restlichen Unterlagen innerhalb einer kurzen Frist, bis zum 30.08.2007 bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein vorgelegt haben. (I/Ho)



Schleswig-Holstein auf Platz zehn


Auf Rang zehn unter den Bundesländern liegt die Landesförderung der Krankenhausinvestitionen im vergangenen Jahr. 88,6 Millionen Euro bedeuteten bei 2,83 Millionen Einwohnern gut 31 Euro pro Einwohner. Pro gefördertem Bett von insgesamt 13 397 Betten waren es 6 612 Euro (Rang acht). An der Spitze lag Hamburg mit 63 Euro pro Einwohner und knapp 10 000 Euro pro Bett, am Ende Niedersachsen mit 15 Euro pro Einwohner. Das Hamburger Krankenhaus-Investitionsprogramm 2007 ist veröffentlicht unter www.krankenhaeuser.hamburg.de. Was bisher - soweit ersichtlich - fehlt, ist eine klare gesundheitsökonomische und versorgungspolitische Analyse der Bundesländer über die Zukunft der Krankenhausfinanzierung (duales System?) und über die (welche?) Notwendigkeit und Möglichkeit der Steuerung von Krankenhaus-Kapazitäten und über die sinnvolle Höhe von Fördermitteln.

Ein Seitenblick auf ein anderes, soeben vom HWWI (Hamburgisches Weltwirtschafts-Institut) publiziertes Bundesländer-Ranking zur Zukunftsfähigkeit (ökonomische Wachstumsfaktoren) legt nahe, nicht zu sehr in blau-weiß-rote Euphorie auszubrechen: danach liegt Schleswig-Holstein mit 6,8 Punkten auf dem drittletzten Platz (Bayern vorn 12,5 und am Ende Sachsen-Anhalt 4,9 Punkte). (hk)



 
Thomas Neldner
(Foto: Privat)
 
Neuer Mitarbeiter

Die Ärztekammer Schleswig-Holstein hat neu im Mitarbeiterteam einen Referenten des Vorstandes. Thomas Neldner, geboren in Halle/Westfalen, absolvierte nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann ein Studium in Betriebswissenschaften mit Schwerpunkt Gesundheitswissenschaften in Augsburg. Er übernimmt neben der neu geschaffenen Funktion des Vorstandsreferenten einen Teil der Aufgaben von Ursula Brocks, die Ende Juli ausscheiden wird. (SH)




 
  Sylvia Hajduk
(Foto: wi)

Sylvia Hajduk - 10 Jahre Mitarbeit in der Ärztekammer

Kaum zu glauben, aber wahr: Sylvia Hajduk hatte am 1. Juli ihr 10-jähriges Dienstjubiläum in der Ärztekammer.

Ihre gestalterischen Fähigkeiten fielen schon während ihrer Ausbildung auf, schon damals ergänzte sie das Team des Ärzteblattes. Nach bestander Prüfung wurde sie nach kurzer Zeit als Nachfolgerin von Annika Doose und Marion David technische Leiterin und trägt zusammen mit Tina Rohlf und Katja Willers die Verantwortung für die Herstellung des Ärzteblattes. Einfallsreichtum und Kreativität sind herausragende Merkmale ihrer Tätigkeit - dem Ärzteblatt sieht man es an. Wir sind gespannt, was ihr in Zukunft noch einfallen wird. (K.-W. Ratschko)


Arznei- und Heilmittelverordnung 2007

Ab sofort finden Sie die von der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein und ihren Vertragspartnern unterschriebene Arznei- und Heilmittelvereinbarung 2007 im Internet unter www.kvsh.de - Verträge - Arznei- und Heilmittel zum Download. Auf Wunsch kann die Vereinbarung auch in Papierform bei der Formularausgabe der KVSH bestellt werden. (KVSH)



Leserbrief

von Dr. Axel Kloetzing zum Artikel „Diabetes-Zentrum mit angestelltem Arzt“,
SHÄ 4/2007, S. 29 f.


 
Dr. Kloetzing
(Foto: Privat)
 

Der Artikel erweckt den Eindruck, die Versorgung der Diabetiker im Kreis Steinburg sei unzureichend. Dieses kann mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Es gibt in unserer Region allein 45 Praxen mit der Qualifikation zur Durchführung von Schulungen, das sind ca. 50 Prozent aller Hausarztpraxen. Eine flächendeckende, qualifizierte Versorgung der immer größer werdenden Zahl von Diabetikern kann nur durch gut ausgebildete Hausärzte, in Zusammenarbeit mit den Fachärzten der beteiligten Gebiete gewährleistet werden. Weitere diabetologische Schwerpunktpraxen sind dabei nicht erforderlich.

In diesem Zusammenhang ist die Abschaffung des Zertifikats Diabetologie zu bedauern, da es doch für viele, auch schon länger niedergelassene Kollegen, eine Motivation war, sich noch mal intensiv mit dem Gebiet auseinanderzusetzen. Gleiches gilt im Übrigen auch für die Gebiete Palliativmedizin und Geriatrie. Auch hier kann die Therapie nur durch Hausärzte gewährleistet werden, allein durch die anfallenden Hausbesuche. Leider ist nach Ablauf der Übergangsfristen die Zusatzausbildung nur noch nach Einsatz auf entsprechenden Stationen während der stationären Ausbildung zu erlangen. Die Angebote der Akademie sind zudem so gelegt, dass sie für niedergelassene Ärzte kaum zumutbar sind.

Hier hätte ich gern die Stimme des Kammerausschusses für Allgemeinmedizin vernommen.

Dr. Axel Kloetzing, Bahnhofstr. 8, 25358 Horst/Holstein


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 1/2007

S. 8-17