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Unsere Nachbarn
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| Hartmannbund
und NAV-Virchowbund Mehr Verantwortung für Verbände? Zusammenarbeit der Verbände im Gesundheitswesen forderte der Bundeschef des NAV-Virchowbundes Dr. Klaus Bittmann am 5. Mai in Schwerin - und sein Verband machte es gleich vor. Die NAV-Landesverbände Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern tagten zusammen mit den beiden Landesverbänden des Hartmannbundes. Hauptthemen waren der Wettbewerb im Vertragsgeschäft und der Einsatz Arzt entlastender Gemeindeschwestern.
Zweites Schwerpunktthema der gemeinsamen Tagung war die Versorgung im ländlichen Raum. Das Institut für Community Medicine an der Universität Greifswald hat dazu Modellprojekte initiiert - Ärzte etwa auf der Insel Rügen werden durch eine Gemeindeschwester entlastet. Projektleiter Prof. Wolfgang Hoffman nutzte die Tagung, um für die von Ärzten kritisch beobachteten Projekte zu werben. Er stellte klar, dass die ärztlichen Budgets wegen der Gemeindeschwestern nicht belastet werden dürfen - vielmehr erfordere ihr Einsatz zusätzliche Mittel. Das System wird durch die Gemeindeschwestern nicht billiger, sagte Hoffmann. Er stellte auch klar, dass die Qualifikation der Gemeindeschwestern höher ist als etwa die einer Arzthelferin - und er deshalb auch eine bessere Bezahlung erwartet. Woher dieses Geld kommen soll, ließ er offen. Nach seiner Ansicht ist eine ablehnende Haltung der ärztlichen Organisationen zu diesem Thema unangebracht, da die Arzt entlastende Pflege schon im Koalitionsvertrag als Ziel verankert ist. Komplette Verweigerung ist nicht angesagt, andere Länder sind da schon weiter, stellte Hoffmann fest. Zugleich räumte er mit einigen Missverständnissen auf. Eine Konkurrenz durch die Gemeindeschwestern soll weder zu Ärzten, noch zu Pflegediensten geschaffen werden. Die Gemeindeschwester soll niemanden ersetzen, sondern entlasten. Es geht nicht um Medizin zum halben Preis, sagte Hoffmann. Er warnte aber auch vor übertriebenen Erwartungen an die Gemeindeschwestern. Diese hätten einen klar definierten Tätigkeitskatalog, der etwa Blutdruckmessen oder Sturzprophylaxe umfasse. Eine Lösung der mit der demographischen Entwicklung entstehenden Probleme sei durch die Gemeindeschwestern nicht zu erwarten, nur eine Abmilderung. Hoffmann gab zu bedenken, dass die zunehmende Alterung der Bevölkerung zu einem deutlichen Anstieg von Demenz, Herzinfarkten, Krebs und Schlaganfällen führen wird. Dies führe zu Folgeproblemen wie etwa stärkere Engpässe an Blutkonserven. Zugleich stoße die Familienpflege an ihre Grenzen. Deshalb sei ein verstärkter Einsatz von Gemeindeschwestern sinnvoll. (di) |
Schleswig-Holsteinisches
S. 72 |
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