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Impfung
gegen Zervixkarzinom
Monika Hampl
Eine persistierende Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) ist eine
notwendige Voraussetzung für die Entstehung des Zervix-, Vulva- und
Analkarzinoms. Das HP-Virus ist das häufigste durch Geschlechtsverkehr
übertragene Virus weltweit, die Durchseuchung in der Bevölkerung
(70 bis 80 Prozent) ist sehr hoch.
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PD
Dr. Monika Hampl ist Oberärztin der Frauenklinik und Leiterin
der Dysplasiesprechstunde des Universitätsklinikums Düsseldorf
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(Foto:
tell someone-Aktionsbüro)
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Seit Oktober 2006
ist der erste Impfstoff gegen eine HPV-Infektion in Deutschland erhältlich.
Es handelt sich um den prophylaktischen, von der Firma Sanofi Pasteur
MSD entwickelten Vierfachimpfstoff Gardasil®, der gegen die zwei häufigsten
krebsauslösenden HPV-Typen 16 und 18 und gegen die beiden für
90 Prozent der Genitalwarzen verantwortlichen low-risk-Typen 6 und 11
gerichtet ist. Ein zweiter Impfstoff steht kurz vor der Markteinführung:
Der von der Firma GlaxoSmithKlein (GSK) entwickelte Impfstoff Cervarix®
ist ein bivalenter Impfstoff, der gegen die onkogenen HPV-Typen 16 und
18 wirkt. Diese Impfstoffe stellen einen Meilenstein im Kampf gegen das
Zervixkarzinom dar, das in Europa mit jährlich 33 500 neu erkrankten
Frauen der zweithäufigste Krebs bei jungen Frauen darstellt. Darüber
hinaus wird auch auf die HPV-Prophylaxe ohne Impfstoff, zum Beispiel kein
Geschlechtsverkehr, kein Partnerwechsel oder die Verwendung von Kondomen
hingewiesen.
Molekularbiologische Grundlagen der Infektion mit Humanen Papillomviren
(HPV)
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Abbildung
1: Nach stattgefundener Infektion über Mikroläsionen findet
die Produktion von humanen Papillomviren im mehrschichtigen Platten-
und Zylinderepithel des weiblichen Genitales statt. Fertige Viruspartikel
werden mit den sich abschilfernden Superfizialzellen an die Umgebung
(zum Beispiel Zervixschleim) abgegeben. (Abbildung: Nature Reviews/Cancer) |
Papillomviren gehören
zur Gruppe der Tumorviren. Es handelt sich um 55 nm große Viruspartikel
mit einer aus 8 000 Basenpaaren bestehenden zirkulären DNA, die aus
early (E1 bis E7) und late Genen (L1, L2) besteht. Das Virus ist streng
wirtsspezifisch, das heißt infiziert entweder Tiere oder Menschen
(humaner Papillo-mavirus - HPV). HPV ist ein epitheliotropes Virus, das
das mehrschichtige Plattenepithel der Schleimhäute (Zervix, Scheide)
und Haut (Vulva) des Genitale infiziert. Über kleine Einrisse in
der Haut, Schleimhaut oder im Bereich der Transformationszone des Gebärmutterhalses
gelangt das Virus in die Zellen der Basalzellschicht des mehrschichtigen
Plattenepithels, wo zunächst die Produktion der frühen
Gene stattfindet. Im Rahmen der Differenzierung der Zellen des Epithels
gelangt die Virus-DNA in die oberen Schichten des Plattenepithels, in
denen nach Produktion der Hüllproteine (Expression der späten
Gene L1/L2-Gene) die Viruspartikel zusammengesetzt werden, die dann mit
den sich abschilfernden Zellen der Superfizialschicht in die Umgebung
freigesetzt werden. Die Virusproduktion ist somit abhängig von der
Differenzierung der Zellen im Epithel (s. Abb. 1). Die HPV-Infektion ist
ausschließlich eine lokale Infektion, der Virus breitet sich nicht
im Blutkreislauf der infizierten Patientin aus. Entsprechend ihrer Zuordnung
zu den Krankheitsbildern unterscheiden wir low-risk-HPV-Typen, zum Beispiel
HPV 6 und 11, die vor allem für die Entstehung der gutartigen Genitalwarzen
und der kindlichen Larynxpapillome verantwortlich sind, und high-risk-Typen,
die für die Krebsentstehung (Zervix, Vulva, Scheide, Penis, HNO-Tumore)
verantwortlich sind (zum Beispiel HPV 16, 18, 31, 33, 45, 52 usw.).
Eine dauerhafte Infektion mit high-risk-HPV ist eine notwendige Voraussetzung
für die Entstehung der schweren Präneoplasie der Zervix und
des Zervixkarzinomes. Das Zervixkarzinom ist die zweithäufigste Krebserkrankung
junger Frauen (unter 50 Jahre) in Deutschland, ca. 7 000 Frauen erkranken
pro Jahr an diesem Tumor und ca. 2 000 versterben daran. Weltweit liegen
die entsprechenden Daten bei 500 000 Neuerkrankungen und 230 000 Todesfällen.
Bei jungen Patientinnen spielt das Virus auch eine entscheidende Rolle
bei der Ausbildung der Vorstufen und bösartigen Veränderungen
am äußeren Genitale (Vulva) und der Scheide (s. Abb. 2). HPV
ist das häufigste durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragene
Virus weltweit. Die Durchseuchung mit diesem Virus ist sehr hoch, mindestens
70 bis 80 Prozent der Frauen machen in ihrem Leben die Infektion durch,
meist jedoch symptomlos, das heißt die Frau oder der Mann sind mit
dem Virus vorübergehend infiziert, ohne dass sie es merken oder (sichtbare)
Veränderungen haben.
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| Abbildung
2: Kolposkopisches Bild eines Zervixkarzinoms und eines HPV-induzierten
Mikrokarzinoms der Vulva mit umgebender vulvärer intraepithelialer
Neoplasie III bei einer 35-jährigen Patientin. |
Die spontane Ausheilung
der Infektion erfolgt bei einem Großteil der Frauen innerhalb von
zwölf bis 18 Monaten, da das körpereigene Immunsystem die Infektion
in Schach hält und den für die Krebsentstehung erforderlichen
Einbau der Virus-DNA in die Erbsubstanz der infizierten Frau verhindern
kann. Nur ein geringer Anteil wird eine bleibende Infektion entwickeln
(ca. zehn Prozent) mit dem Risiko der Entstehung einer Vorstufe oder eines
Genitalkrebses (Gebärmutterhals, Vulva), weil die nach Einbau der
Virus-DNA in das Genom des Wirtes expremierten Onkogene E6 und E7 über
Inaktivierung der Tumorsupressorgene p53 und dem Retinoblastomgen (Rb)
zu einem ungehemmten Zellwachstum und somit zur Krebsentstehung führen.
Der zeitliche Rahmen von der Infektion bis zum Karzinom beträgt in
der Regel zehn bis 15 Jahre. Prädisponierende Faktoren sind Erkrankungen,
die mit einer gestörten Immunabwehr einhergehen (HIV), Nikotinabusus,
häufig wechselnde Geschlechtspartner, Multiparität, virale Faktoren
usw.
Die sekundäre Prävention zur Verhinderung HPV-induzierter maligner
Erkrankungen ist die Diagnosestellung im Stadium einer leichten Zellveränderung
oder Präkanzerose im Rahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung
und somit eine rechtzeitige Therapie. Die Teilnahmerate an diesem Programm
beträgt in der Bundesrepublik Deutschland jedoch nur 50 Prozent,
sodass in Deutschland jährlich ca. 100 000 Frauen mit einer schweren
zervikalen Dysplasie behandelt werden müssen und 7 000 Zervixkarzinome
und ca. 1 400 HPV-induzierte Vulvakarzinome neu diagnostiziert werden.
Zur primären Prävention steht uns nunmehr ein prophylaktischer
Impfstoff gegen eine HPV-Infektion zur Verfügung.
Die HPV-Impfung
Die HPV-Infektion und somit die Entstehung des Zervixkarzinomes und in
vielen Fällen des Vulvakarzinomes (vor allem bei jungen Frauen) kann
durch eine prophylaktische HPV-Impfung verhindert werden.
Wegweisend im Hinblick auf die Entwicklung eines prophylaktischen Impfstoffes
war die Entdeckung, dass (nur) die Virushüllen (Kapside) der Papillomviren
die Bildung schützender Antikörper im menschlichen Körper
induzieren. Diese im Labor durch Expression der Kapsidgene Ll und L2 hergestellten
Kapside enthalten keine virale Erbsubstanz (DNA) und sind deshalb nicht
infektiös und völlig ungefährlich.
Zwei solcher prophylaktischer HPV-Impfstoffe wurden entwickelt: Der von
der Firma GSK entwickelte bivalente HPV 16, 18 Impfstoff Cervarix®
und der von der Firma Sanofi Pasteur & MSD entwickelte Vierfach-Impfstoff
Gardasil® (HPV 6, 11, 16, 18). Beide Impfstoffe bestehen aus den oben
erwähnten leeren Kapsiden, so genannten VEPs (virus like
particles), die entweder in Zellsystemen (Cervarix®) oder Hefen (Gardasil®)
hergestellt werden (siehe Abb. 3). Die Hochrisiko-HPV-Typen 16/18 sind
für ca. 70 Prozent der Zervixkarzinome weltweit verantwortlich, sodass
die beiden Impfstoffe theoretisch ca. 70 Prozent der Zervixkarzinome verhindern
können. Durch eine neuerdings nachgewiesene Kreuzimmunität gegen
weitere Virus-Typen (HPV 31, 45, 52, 58) erhöht sich dieser Anteil
wohl auf an die 80 Prozent. Der zusätzlich die gutartigen HPV-Typen
6, 11 beinhaltende Impfstoff Gardasil® schützt auch in ca. 90
Prozent gegen Genitalwarzen.
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| Abbildung
3: Gentechnische Herstellung der prophylaktischen HPV-Impfstoffe in
Hefen oder Baculoviren. Die Impfstoffe bestehen aus Kapsiden, die
keine Virus-DNA enthalten, somit nicht infektiös, jedoch hochimmunogen
und gut verträglich sind. |
Die Ergebnisse mit
den beiden Impfstoffen, die jeweils an ca. 30 000 Frauen von 16 bis 26
Jahren (GSK bis 55. Lebensjahr) und zum Teil auch an Jungen und Mädchen
im Alter von zehn bis 15 Jahren getestet wurden, sind sehr vielversprechend:
Keiner der Impflinge entwickelte in der Nachbeobachtungszeit von bis zu
fünf Jahren eine Krebsvorstufe an Gebärmutterhals, Scheide (zervikale
intraepitheliale Neoplasie) oder Scheideneingang (vaginale intraepitheliale
Neoplasie, vulväre intraepitheliale Neoplasie) und auch keiner Krebs
(Wirksamkeit des Impfstoffes in Bezug auf Verhinderung einer Erkrankung:
100 Prozent). Einige wenige entwickelten eine vorübergehende Infektion,
die ausheilte (Wirksamkeit in Bezug auf Verhinderung einer Infektion:
96 Prozent). Der gleichzeitig gegen die Warzenviren HPV 6/11 schützende
Impfstoff Gardasil® konnte auch die Entstehung von Genitalwarzen komplett
verhindern (s. Tabelle).
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| Tabelle:
Ergebnisse in Bezug auf Verhinderung einer Infektion (Effektivität:
96 Prozent) bzw. Verhinderung einer Erkrankung (Effektivität:
100 Prozent), die mit dem Vierfach-Impfstoff Gardasil®, der seit
Dezember 2006 in Deutschland zur Verfügung steht, erreicht wurden
(maximal fünf Jahre Beobachtungszeit). (aus: Villa et al., Vaccine
24, 5571-5583, 2006) |
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Die beiden Impfstoffe
sind hoch immunogen: Alle Impflinge entwickelten Antikörper (Serokonversionsrate:
100 Prozent) und die von beiden Impfstoffen erzeugten Antikörpertiter
sind primär ca. 80- bis 100-fach höher als die durch eine natürliche
Infektion hervorgerufenen Antikörpertiter und persistieren auf einem
ca. 20-fach erhöhtem Niveau über fünf Jahre (bisherige
Nachbeobachtungszeit). Inwieweit auch bei älteren Frauen und Männern
der Impfstoff wirkt, ist Gegenstand derzeit laufender Studien. Schwere
Nebenwirkungen oder Autoimmunerkrankungen sind bislang nicht zu verzeichnen.
Bis auf leichte Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Einstichstelle,
Grippesymptomatik, Kopfschmerzen oder leicht erhöhter Körpertemperatur
traten keine Nebenwirkungen auf. Die Impfung wird intramuskulär in
drei Dosen am Tag null, nach einem Monat bzw. zwei und sechs Monaten verabreicht.
Ob und wann eine Auffrischimpfung nötig sein wird, müssen die
laufenden Langzeitstudien beantworten.
Die Zulassung des Vierfach-Impfstoffes Gardasil® erfolgte durch die
amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA)
im Juni 2006 in den USA, Mexiko, Brasilien, Australien und Neuseeland
für die prophylaktische Impfung von Mädchen und jungen Frauen
im Alter von neun bis 26 Jahren.
In Europa erfolgte die Zulassung von Gardasil® am 20. September 2006
durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMEA). Empfohlen ist die
Impfung für Jugendliche von neun bis 15 Jahren und junge Frauen im
Alter von 16 bis 26 Jahren, da für diese Altersgruppen die Wirksamkeit
des Impfstoffes bislang nachgewiesen werden konnte. Die Markteinführung
des Zweifach-Impfstoffes Cervarix® wird für Mitte des Jahres
2007 erwartet.
Obwohl die Ständige Impfkommission (STIKO) Ende des Jahres 2006 noch
keine offizielle Impfempfehlung erteilt hatte, werden die Kosten für
die HPV-Impfung in Deutschland von der Techniker Krankenkasse (TK), der
Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) und der Deutschen Angestellten-Krankenkasse
(DAK) für junge Frauen seit Dezember 2006/Anfang 2007 übernommen
(AOK: neun bis 17 Jahre; TK/ DAK: elf bis 18 Jahre). Weiterhin übernehmen
die meisten Betriebskrankenkassen die Impfkosten für junge Mädchen.
Bei den anderen Krankenkassen sollte die Kostenübernahme angefragt
werden. Am 23. März 2007 wurde im Epidemiologischen Bulletin des
Robert Koch-Institutes die offizielle Mitteilung der STIKO veröffentlicht:
Darin wird die Empfehlung zur generellen Impfung gegen HPV für Mädchen
im Alter von zwölf bis 17 Jahren gegeben. Frauen, die innerhalb des
von der STIKO empfohlenen Zeitraumes keine Impfung gegen HPV erhalten
haben, können ebenfalls von der Impfung profitieren (s. Tabelle).
Neben der Entwicklung eines optimalen Impfstoffes ist die Umsetzung eines
wirksamen Konzeptes für die Anwendung der Impfung in der Zielpopulation
eine entscheidende Voraussetzung für die Effektivität der Impfung.
Nur eine hohe Durchimpfungsrate von über 70 Prozent kann die Inzidenz
von HPV-induzierten Läsionen in der Bevölkerung signifikant
reduzieren. Da schon ca. 20 bis 40 Prozent der 15-jährigen Jugendlichen
in Deutschland sexuellen Kontakt hatten und das Risiko der Infektion bereits
beim ersten Geschlechtsverkehr gegeben ist, sollte die prophylaktische
Impfung der jungen Mädchen (und Jungen) vor Aufnahme des ersten Sexualkontaktes
erfolgen. Die Ansteckungsrate ist im Teenageralter am höchsten, sodass
hier der größte Effekt zu erwarten ist. Doch das Risiko einer
Infektion besteht generell für alle sexuell aktiven Frauen, sodass
die Empfehlung auch für junge Frauen erteilt wurde. Erste Daten zeigen,
dass eine Frau, die (vorübergehend) infiziert ist oder war, durch
die Impfung eine Boosterung ihres natürlich erworbenen Antikörpertiters
erfährt und deshalb auch von dem Impfstoff profitieren kann. Zusätzlich
wird sie gegen die weiteren im Impfstoff enthaltenen Typen geschützt.
Der Impfstoff hat keinen therapeutischen Effekt, das heißt Frauen
mit bereits bestehenden Zellveränderungen können nicht geheilt
werden.
tell
someone: Ich sags weiter - Du auch?
Aufklärungskampagne zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs
gestartet
Die Kampagne tell someone: Ich sags weiter - Du auch?
will Mädchen und junge Frauen informieren und gleichzeitig
motivieren weiterzusagen, was sie über die Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs
wissen. Nina Petri, Mutter von zwei Töchtern, engagiert sich
als prominente Botschafterin der Initiative: Mädchen
und junge Frauen sollen frühzeitig dafür sensibilisiert
werden, wie sie Gebärmutterhalskrebs vorbeugen können.
Gleichzeitig richtet sich die Kampagne auch an die Mütter:
Sie tragen die Verantwortung für die Gesundheit ihrer Kinder.
Die Broschüre Wichtige Informationen für Mädchen
und junge Frauen über Gebärmutterhalskrebs kann
kostenfrei angefordert werden bei:
tell someone-Aktionsbüro, Circle Comm GmbH -
Agentur für Gesundheitskommunikation,
Ober-Ramstädter-Straße 96, 64367 Mühltal,
Tel. 06151/3608791, Fax 06151/3608799,
E-Mail service@tellsomeone.de.
Weitere Infos unter www.tellsomeone.de
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Ideale Ansprechpartner
für Aufklärung der Jugendlichen und Eltern und die Verabreichung
des Impfstoffes sind die betreuenden Kinder- und Jugendärzte zum
Beispiel im Rahmen der Jugenduntersuchung J1 oder die Gynäkologen,
wenn die jungen Mädchen zur Pillenerstverordnung in die Praxis kommen.
Weiterhin sollte durch Aufklärung der Mütter in den gynäkologischen
Praxen die Impfung jugendlicher Töchter möglichst frühzeitig
empfohlen werden. Öffentliche Aufklärungskampagnen und Aufklärungsaktionen
in Schulen sind dringend erforderlich und werden bereits durchgeführt.
An der derzeitig gängigen jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchung
darf und soll sich derzeit nichts ändern. Anzustreben ist eine hohe,
flächendeckende Durchimpfungsrate der Frauen, die jedoch Jahrzehnte
in Anspruch nehmen wird. Da es noch weitere krebserregende HPV-Typen gibt,
die die Impfstoffe nicht abdecken, gegebenenfalls eine Virusshift unter
einer laufenden Impfung auftreten könnte und im Rahmen der gynäkologischen
Vorsorgeuntersuchung neben dem Pap-Abstrich weitere Untersuchungen durchgeführt
werden (Untersuchung der Brust, Ultraschall, Inspektion der Vulva usw.)
muss die Vorsorgeuntersuchung in der bisherigen Form unbedingt beibehalten
werden, zumal nur jede zweite Frau an der Krebsvorsorge teilnimmt. Auch
die Aufklärung im Rahmen der jährlichen Untersuchung stellt
einen wichtigen präventiven Faktor dar, da Umfragen zufolge nur ca.
vier Prozent der Frauen wissen, dass eine HPV-Infektion Krebs auslösen
kann.
PD Dr. Monika Hampl, Oberärztin der Frauenklinik und Leiterin der
Dysplasiesprechstunde, Universitätsklinikum Düsseldorf, Moorenstr.
5, 40225 Düsseldorf
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 6/2007
S. 66-71
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