zurück zur Rubrikensuche
zurück zum Inhaltsverzeichnis

110. Deutscher Ärztetag, Münster

Wahlen
Karl-Werner Ratschko

Alle vier Jahre wählt der Deutsche Ärztetag den Vorstand der Bundesärztekammer, den Deutschen Senat für ärztliche Fortbildung sowie die Vorstände der deutschen Akademien für Allgemeinmedizin und für Gebietsärzte.

Wahl des Vorstands der Bundesärztekammer

 
Wiedergewählt: Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe  
Die Präsidenten der 17 deutschen Ärztekammern sind von Amts wegen Mitglieder. Durch Wahl zu besetzen waren deswegen ausschließlich die Positionen Präsident(in), zwei Vizepräsidenten(innen) und zwei weitere Ärzte(innen).

Der bisherige Amtsinhaber Prof. Dr. Dr. h. c. Jörg-Dietrich Hoppe wurde unangefochten ohne Gegenkandidaten mit 202 (von 241 gültigen) Stimmen für eine dritte Wahlperiode als Präsident des Vorstandes der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages gewählt.

Anders bei den Vizepräsidenten: Drei Wahlgänge waren nötig, bis es Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Ärztekammer Hamburg und Bundesvorsitzender des Marburger Bundes, in einem Kopf-an-Kopf-Rennen (121 Stimmen) gegen den Präsidenten der Ärztekammer Berlin Dr. Günther Jonitz (114 Stimmen) geschafft hatte. Die weiteren beiden Kandidaten Dr. Ursula Stüwe (Präsidentin des Landesärztekammer Hessen) und der bisherige Amtsinhaber über zwei Wahlperioden Dr. Andreas Crusius (Präsident der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern) schieden in den beiden ersten Wahlgängen aus. Dr. Cornelia Goesmann, schon bisher Vizepräsidenten der Bundesärztekammer, setzte sich unangefochten mit 162 Stimmen gegen Dr. Elke Köhler aus Brandenburg (63 Stimmen) im 1. Wahlgang der Wahl des zweiten Vizepräsidenten durch.

Kopf-an-Kopf-Rennen: Dr. Frank Ulrich Montgomery Montgomery „hart auf den Fersen“: Dr. Günther Jonitz Unangefochten: Hausärztin Dr. Cornelia Goesmann
Spannend wurde es wieder bei den Wahlen der „zwei weiteren Ärztinnen/Ärzte“ für den Vorstand. Amtsinhaber Rudolf Henke, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes, setzt sich erst im 3. Wahlgang (mit 128 Stimmen) gegen den Vizepräsidenten der Landesärztekammer Bayern Dr. Max Kaplan (113 Stimmen) durch, Kaplan schafft es dann aber mit 120 Stimmen im 1. Wahlgang der zweiten Wahl sich gegen die bisherige Amtsinhaberin und Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes Dr. Astrid Bühren (117 Stimmen) durchzusetzen.

 
Präsident, Vizepräsidentin und weitere Mitglieder des Bundesärztekammer-Vorstandes, re. im Bild Dr. Max Kaplan, li. Dr. Andreas Crusius und Rudolf Henke  
Weitere Wahlen

In den Vorstand des Deutschen Senats für ärztliche Fortbildung wurden gewählt:
Prof. Dr. Otto Bach, Dresden; Dr. Franz-Joseph Bartmann, Bad Segeberg; Prof. Dr. Jürgen Gedschold, Magdeburg; Dr. H. Hellmut Koch, München; Prof. Dr. Wilfred Nix, Mainz; Dr. Wolf von Römer, München; Jens Wagenknecht, Varel.

In den Vorstand der Deutschen Akademie für Allgemeinmedizin wurden gewählt:
Prof. Dr. Vittoria Braun, Berlin; Dr. Cornelia Goesmann, Hannover; Dr. Max Kaplan, Pfaffenhausen; Dr. Gitta Kudela, Magdeburg; Bernd Zimmer, Wuppertal.

In den Vorstand der Deutschen Akademie der Gebietsärzte wurden gewählt:
Dr. Franz-Joseph Bartmann, Bad Segeberg; Dr. Horst Feyerabend, Hagen; Dr. Klaus Ottmann, München; Dr. Christa Schaff, Weil der Stadt; Dr. Martina Wenker, Hannover.

 
Die Auszählung der Stimmen durch den Wahlausschuss  
Zu den Ergebnissen

Die Wahl Hoppes für die der dritten Wahlperiode mit einem für Ärztetagsverhältnisse mit 202/241 Stimmen hervorragenden Ergebnis ist ein Glück für die deutsche Ärzteschaft. Mit ihm könnte es möglicherweise in den nächsten Jahren gelingen, durch kluge Politikberatung langsam zur Einsicht kommende Politiker zu einer vernünftigen Gesundheitspolitik zu bewegen. Die Wahl von Montgomery, der von manchen als viel versprechender „Kronprinz“ angesehen wird, war knapp, Jonitz saß ihm hart auf den Fersen. Da ist für die Zukunft noch einiges zu erwarten.

Auch Henke, der zuvor noch vor dem Ärztetag mit einem Referat zur Kindergesundheit brilliert hatte, hat es gerade eben so in den Vorstand geschafft - ein Ergebnis, das nachdenklich machen könnte. Die Zeiten, in denen die angestellten Ärzte(innen) zusätzliches Entgegenkommen benötigten, um im Vorstand der Bundesärztekammer vertreten zu sein, sind lange vorbei, denn die große Mehrzahl der Präsidenten(innen) im Vorstand gehört zur Gruppe der Angestellten.

Hatte während der Wahl die Sitzungsleitung: Prof. Dr. Dr. mult. h. c. Karsten Vilmar Der neue gesamte Wahl-Vorstand der Bundesärztekammer kurz vor der feierlichen Verpflichtung
Kaum vertreten waren im Vorstand die Hausärzte, dies ist bei der Wiederwahl von Goesmann und der Wahl von Kaplan offenbar berücksichtigt worden. Eine bedauerliche Konsequenz dieser Wahlentscheidungen war das knappe Unterliegen von Astrid Bühren. Aber: Auch Ärztinnen sind glücklicherweise mittlerweile als Präsidentinnen (Stüwe, Wenker, Vahl) und Vizepräsidentin (Goesmann) im Bundesärztekammervorstand recht gut vertreten.

Die Schleswig-Holsteiner haben mit ihrem Präsidenten Franz Bartmann in zwei wichtigen Ausschüssen, den Vorständen des Senats für ärztliche Fortbildung und der Deutschen Akademie der Gebietsärzte, Einfluss gewonnen, ein schöner Erfolg für Franz Bartmann.

Insgesamt zeigen die Wahlergebnisse wieder einmal eine glückliche Hand der Delegierten des Deutschen Ärztetages. Sie werden für die nächsten vier Jahre gute Arbeit für die deutsche Ärzteschaft ermöglichen. Wünschen wir ihnen und uns, dass die Umstände entsprechend sind.

Dr. Karl-Werner Ratschko, Havkamp 23, 23795 Bad Segeberg


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 6/2007

S. 54-56