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Schleswig-Holstein

Gesundheitliche Integration von
Migranten in Schleswig-Holstein gestartet
Projekt „Mit Migranten für Migranten (MiMi)“
Oliver Breuer, Thomas Fritsch, Ramazan Salman

Das bundesweite Lotsenprojekt zur gesundheitlichen Integration von Migranten „Mit Migranten für Migranten“ (MiMi) ist zum 1. April 2007 auch in Schleswig-Holstein gestartet worden. Ins Leben gerufen und finanziert vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren und vom BKK-Landesverband Nord hat das Projekt das Ziel, Migranten(innen) über das deutsche Gesundheitssystem zu informieren. Sozialministerin Dr. phil. Gitta Trauernicht hat die Schirmherrschaft für das Landesprojekt übernommen.

Freut sich, dass MiMi nun auch in Schleswig-Holstein durchgeführt wird: Staatssekretär Dr. rer. pol. Hellmut Körner (2. li.) mit Oliver Breuer, Pressesprecher MSGF, Manfred Puppe, BKK Landesverband Nord, Ramazan Salman, Ethno-Med. Zentrum (v. l.)
(Fotos: Eth.-Med. Zentrum)

Sprachliche und kulturelle Barrieren führen dazu, dass viele in Deutschland lebende Migranten(innen) schlecht über das deutsche Gesundheitssystem informiert sind und Präventionsmaßnahmen seltener in Anspruch nehmen. Das vom Ethno-Medizinischen Zentrum in Hannover initiierte Projekt „MiMi - Mit Migranten für Migranten“ hat sich zum Ziel gesetzt, die gesundheitliche Situation von Migranten(innen) in Deutschland zu verbessern, indem ihnen mehr Eigenverantwortung für ihre Gesundheit übertragen und der Zugang zu einer selbstbestimmten Nutzung des Gesundheitswesens erleichtert wird. Die Projektstandorte in Schleswig-Holstein sind Kiel, Lübeck und Neumünster. Diese Städte liegen mit Ausländeranteilen von 9,6 und 8,8 beziehungsweise 7,1 Prozent deutlich über dem Landesdurchschnitt von rund fünf Prozent.

Im Zuge des Projekts sollen engagierte Migranten(innen) gewonnen und in einer Schulung zu interkulturellen Gesundheitslotsen ausgebildet werden. Diese Ausbildung zu zertifizierten Gesundheitslotsen findet von August bis November 2007 statt. Die Teilnehmer werden in Fragen des deutschen Gesundheitssystems qualifiziert sowie zu Themen der Gesundheitsförderung und Prävention geschult. Dieses Wissen geben sie anschließend in muttersprachlichen Veranstaltungen an ihre Landsleute weiter.

Aktive im Projekt: Ramazan Salman, Lidia Pfeiffer, AWO Kiel, Michael Treiber, AWO, Dr. Cordelia Andreßen, Ärztekammer

Das Projekt richtet sich in 16 Sprachen an Migranten(innen) - unter anderem in den Muttersprachen russisch, türkisch, englisch, französisch, polnisch und arabisch. Hierzu werden 75 engagierte, sprachlich versierte, erfolgreich integrierte Migranten(innen) ausgewählt und von Mitarbeitern des Ethno-Medizinischen Zentrums gemeinsam mit Fachleuten des Gesundheitswesens ausgebildet werden. Interessierte können sich bei den Projektverantwortlichen vor Ort in Kiel, Lübeck und Neumünster informieren. Hierzu wurde eine Broschüre „Migrantinnen und Migranten gesucht - Schulung zu interkulturellen Gesundheitslotsen“ gedruckt. Die Schulung hat einen Umfang von 50 Stunden und wird von August bis November 2007 stattfinden. An dem Kurs können zeitgleich Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen und Ländern teilnehmen, denn der Unterricht wird in deutscher Sprache stattfinden. Die deutsche Sprache wird hierbei die Brücke zwischen den zahlreichen kulturellen Gruppen und gesundheitlichen Sichtweisen sein. Im Unterricht werden nicht nur theoretische Kenntnisse vermittelt. Es wird mit den Teilnehmern auch geübt, wie eine gute Veranstaltung mit Migranten für Migranten geplant und realisiert wird. Zu den Kursthemen gehören auch Ernährung, Vermeidung von Übergewicht, seelische Gesundheit, Mundgesundheit, Schwangerschaft und Familienplanung.

Im Anschluss an die Schulung sollen die Lotsen(innen) gegen eine Aufwandsentschädigung ihre eigenen Landsleute muttersprachlich und kultursensibel über Themen der Gesundheit und Prävention sowie über das deutsche Gesundheitssystem informieren. Hierzu wurde ein mehrsprachiger Gesundheitswegweiser für Migranten entwickelt, der Informationen zum Aufbau und zu Angeboten des Gesundheitswesens, zu gesunden Lebensweisen und zu ausgewählten Themen von Gesundheit und Krankheit enthält. Für Schleswig-Holstein wird zusätzlich ein Landespräventionswegweiser entwickelt und implementiert.

Informationen:

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren, Oliver Breuer, Pressesprecher, Adolf-Westphal-Straße 4, 24143 Kiel, Tel. 0431/988-5316, Fax 0431/988-5344,
E-Mail oliver.breuer@sozmi.landsh.de

BKK - Landesverband Nord, Thomas Fritsch, Presse/Öffentlichkeitsarbeit, Süderstr. 24, 20097 Hamburg, Tel. 040/251505-258, Fax 040/251505-422,
E-Mail Presse@BKK-NORD.de

Ethno-Medizinisches Zentrum e. V., Ramazan Salman, Königstraße 6, 30175 Hannover, Tel. 0511/168410-20, Fax 0511/457215,
E-Mail ethno@onlinehome.de

Das auf 15 Monate angelegte Projekt „MiMi - mit Migranten für Migranten; interkulturelle Gesundheit in Schleswig-Holstein“ hat einen Etat von knapp 100 000 Euro. Der BKK-Landesverband Nord trägt 48 000 Euro, das schleswig-holsteinische Sozialministerium 24 000 Euro. Zudem beteiligen sich drei Standortpartner durch Eigenleistungen im Wert von 27 000 Euro.

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren des Landes Schleswig-Holstein


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 6/2007

S. 31-33