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7. Norddeutscher
Fachtag
... damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen
Jana Haverbier, Lutz Regenberg
Vorwerker Fachklinik begeht 20-jähriges Jubiläum mit einem Fachtag
zum Thema Traumapädagogik
Seit genau 20 Jahren bietet die Vorwerker Fachklinik für Kinder-
und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, eine Einrichtung der Vorwerker
Diakonie, jungen Menschen therapeutische Hilfe. Zu ihrem Geburtstag lud
die Fachklinik jetzt gemeinsam mit dem Bremer Institut für
Qualifizierung und Qualitätssicherung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie
(QuQuK) am 25. April 2007 zum 7. Norddeutschen Fachtag ... damit
die Seele Lust hat, darin zu wohnen. Mehr als 150 Experten aus 25
norddeutschen Fachkliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie diskutierten
hier über die Rolle des Pflege- und Erziehungsdienstes in der Traumapädagogik.
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| Oliver Soyka,
Chefarzt, und Julia Thiel, Leiterin des Pflege- und Erziehungsdienstes
vor ihrer Fachklinik |
Es
ist gut, dass heute einmal nicht wir Ärzte, sondern die Pfleger und
Erzieher im Mittelpunkt stehen: Sie sind das Fundament jeder erfolgreichen
stationären Therapie, betonte eingangs Oliver Soyka, Chefarzt
der Vorwerker Fachklinik. Das machen auch die Zahlen in seinem Hause deutlich:
Von den über 120 Mitarbeitern der Vorwerker Fachklinik sind rund
90 im Pflege- und Erziehungsdienst tätig. Die 1987 in Kooperation
mit der Medizinischen Universität Lübeck eröffnete Vorwerker
Fachklinik gehört heute zu den Vorreitern im Bereich der Traumatherapie:
Bereits vor zehn Jahren erfolgte eine Spezialisierung und Qualifizierung
in diesem Bereich.
QuQuK-Institutsleiter Achim Beutling bedankte sich in seiner Eröffnungsrede
bei der Vorwerker Fachklinik für die Ausrichtung der Veranstaltung:
Der 7. Norddeutsche Fachtag hat QuQuK absolut keine Arbeit gemacht.
Der diesjährige Tagungsort sei eine Klinik, die ihren Versorgungsauftrag
vorbildlich erfüllt und der es gelingt, Schwerpunkte zu setzen, die
andere Kliniken auch gerne setzen würden. Beutling beendete
seine Rede mit den Worten: Allein wenn Sie aus dieser modernen,
gut aufgestellten Klinik Anregungen mit nach Hause nehmen, war der 7.
Norddeutsche Fachtag ein Erfolg.
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| Dipl.-Psych.
Lydia Hantke referierte engagiert über Traumapädagogik |
Auf die
Eröffnungsreden folgten die beiden zentralen Vorträge des Tages.
Dipl.-Psych. Lydia Hantke aus Berlin sprach zum Thema Traumapädagogik
- Begleitung auf dem Weg ins Leben. Mit den Worten Ich finde
Ihre Arbeit zehnmal wichtiger als die aller Traumatherapeuten, betonte
sie die Wichtigkeit des Pflege- und Erziehungsdienstes für eine erfolgreiche
Therapie. Wichtig sei für die jungen Patienten insbesondere der Alltag
- und den prägten die Erzieher wesentlich stärker als die Therapeuten.
Abschließend forderte Hantke dazu auf, die Arbeit des Pflege- und
Erziehungsdienstes stärker anzuerkennen. Durch den engen Kontakt
zu den Patienten nähmen insbesondere Erzieher eine wichtige Vorbildfunktion
ein. Diese könnten sie allerdings nur erfüllen, wenn es ihnen
selbst gut gehe. Entsprechend forderte Hantke von den Arbeitgebern eine
professionelle Versorgung der Mitarbeiter im Pflege- und Erziehungsdienst;
Angebote wie Supervision seien gerade in diesem Bereich außerordentlich
wichtig.
Im Anschluss stellte Dipl.-Psych. Dr. Kristin von Auer, Mitarbeiterin
der Vorwerker Fachklinik, unter dem Titel DBT-A in der stationären
Kinder- und Jugendpsychiatrie. Vorstellung des Behandlungskonzeptes und
erste Daten die Station Wellenreiter vor. Diese von der Vorwerker
Fachklinik 2004 eröffnete Station war die erste im deutschsprachigen
Raum, die ausschließlich mit dem Behandlungskonzept der Dialektisch-Behavioralen-Therapie
für Adoleszente (DBT-A) arbeitete. Die Station Wellenreiter verfügt
über acht Behandlungsplätze für Mädchen im Alter von
14 bis 18 Jahren. Die Therapie orientiert sich an der kognitiven Verhaltenstherapie
und kombiniert diese mit fernöstlichen Meditationsverfahren. Sie
setzt sich aus Einzeltherapie, Therapiegruppen, Eltern- bzw. Bezugspersonengesprächen,
Teilnahme am Qi-Gong, den Fachtherapien sowie dem Klinikschulunterricht
zusammen und dauert insgesamt drei Monate. Die Mädchen fühlen
sich bei uns verstanden und gut aufgehoben. Inzwischen erhalten wir sogar
Anfragen von Kliniken, die nicht mehr weiter wissen, resümiert
von Auer.
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| Dr. Kristin von
Auer berichtet von den Erfahrungen der Station Wellenreiter (Fotos:
Vorwerker Diakonie) |
Im Anschluss
an die Vorträge nutzen die Teilnehmer die Gelegenheit, um in sieben
verschiedenen Workshops zu Themen wie Ressourcenorientierung mit
traumatisierten Kindern und Jugendlichen oder Multiprofessionelles
Arbeiten im DBT Konzept zu diskutieren.
Die Vorwerker Fachklinik startete im April 1987 zunächst in enger
Kooperation mit der Medizinischen Universität Lübeck. 1993 eröffnete
sie in Lübeck die erste schleswig-holsteinische Tagesklinik für
Kinder- und Jugendpsychiatrie. 2004 erhielt die Klinik den Versorgungsauftrag
über Lübeck hinaus für die Kreise Stormarn, Ostholstein
und Herzogtum Lauenburg. Ein Jahr später wurde in Büchen eine
zweite Tagesklinik und Ambulanz eröffnet, sodass Kinder aus dem Herzogtum
Lauenburg heute in der Nähe ihrer Familien versorgt werden können.
Eine dritte Tagesklinik, die im Kreis Ostholstein entstehen soll, wurde
bereits beantragt.
Die Vorwerker Fachklinik verfügt heute über zwei Ambulanzen
sowie 63 stationäre und tagesklinische Plätze an den Standorten
Lübeck und Büchen. Über 120 Mitarbeiter behandeln und betreuen
jährlich fast 3 000 Kinder und Jugendliche, davon rund 350 stationär
in Lübeck.
Jana Haverbier und Lutz Regenberg, Vorwerker Diakonie, Triftstr. 139-143,
23554 Lübeck
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 6/2007
S. 30-31
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