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Nachrichten in Kürze


Neue Broschüre für Reisende
Infektionsrisiko Mittelmeerländer?

Das CRM Centrum für Reisemedizin, Düsseldorf, hat jetzt in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes eine 20-seitige Broschüre „Infektionsrisiko Mittelmeerländer?“ herausgegeben, die über die wesentlichen Gesundheitsgefahren informiert und Vorsorgeempfehlungen gibt. Unterstützt wurde das Projekt von GlaxoSmithKline.

Die Broschüre zeigt zahlreiche Infektionsrisiken von AIDS über Papataci-Fieber und Tollwut bis zum West Nile-Fieber auf und informiert über Schutzmaßnahmen. Da die Impfung die sicherste und einfachste Vorsorgemaßnahme für Reisende ist, sind einzelnen Mittelmeerländern Impfempfehlungen zugeordnet.

Die Broschüre ist im Internet unter www.crm.de zum Download eingestellt und kann beim CRM Centrum für Reisemedizin, Hansaallee 321, 40549 Düsseldorf mit einem frankierten (90 Cent) und adressierten Rückumschlag (DIN Lang) angefordert werden. Ärzte und Apotheken können ein Aktionspaket mit jeweils 25 Broschüren, einem Aufsteller und DIN A2 Poster kostenlos beim CRM bestellen: Fax 0221/ 9042969, E-Mail mittelmeer@crm.de. (CRM - Centrum für Reisemedizin)

Neu im Internet
Fragen und Antworten zum Vertragsarztrechtsänderungsgesetz

Bis zu welchem Alter kann der Arzt oder Psychotherapeut künftig zugelassen werden? Welche Nebentätigkeiten sind in welcher Konstellation erlaubt? Ist eine Zweigpraxis in einem zulassungsbeschränkten Planungsbereich zulässig? Aus dem Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG) ergibt sich eine Vielzahl an Fragen, die für Ärzte, Psychotherapeuten und Kassenärztlichen Vereinigungen seit Beginn dieses Jahres relevant sind. Die Rechtsabteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat als Ergänzung zu der kürzlich erschienenen Broschüre „Das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz - Chancen durch Vielfalt“ häufig gestellte Einzelfragen aufgegriffen und beantwortet. Wenn Sie detaillierte Informationen zu den Themenbereichen angestellte Ärzte, Zweigpraxen, Berufsausübungsgemeinschaften/Teilgemeinschaftspraxen, Teilzulassung oder Medizinische Versorgungszentren suchen, finden Sie diese als FAQ-Liste und als PDF-Dokument unter www.kbv.de/publikationen/10302.html. (Kassenärztliche Bundesvereinigun
g)

Hitzewarnung 2007
Cool bleiben bei Hitze

Informationen zum Verhalten bei Hitze und aktuelle Werte für Schleswig-Holstein bei Hitzewarnung im Internet.

Wie im vergangenen Jahr wird auch in diesen Sommermonaten vom Deutschen Wetterdienst das Hitzewarnsystem aktiviert. Sobald die Temperatur einen bestimmten Schwellenwert überschreitet, wird über verschiedene Medien (Radio, Fernsehen, Tageszeitungen, Internet) vor der großen Hitze und deren gesundheitlichen Risiken gewarnt. Das Sozialministerium hat hierzu Plakate und Informationsfaltblätter erstellt, die einerseits die Bevölkerung mit hilfreichen Tipps versorgen, andererseits auch Ärzte(innen) sowie Pflegepersonal präventiv unterstützen. Dieses Informationsmaterial kann im Internet unter www.sozialministerium.schleswig-holstein.de, Suchwort „Hitzewarnung“, heruntergeladen oder direkt beim Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren, Pressestelle, Postfach 11 21, 24100 Kiel, bestellt werden. Darüber hinaus besteht für Arztpraxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit, sich Hitzewarnungen direkt über einen kostenlosen E-Mail-Dienst des Deutschen Wetterdienstes schicken zu lassen.


Interessierte sollten ihre E-Mail-Anschrift unter dem Stichwort „Hitzewarnungen“ an die Ärztekammer Schleswig-Holstein unter oppermann@ aeksh.org mailen. (Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren)


Wechsel in der Geschäftsführung der Fachklinik Breklum gGmbH

Roland Wappelhorst (re.) und Ingo Tüchsen (Foto: Diako)

Am 23.03.07 wurde der Leiter des Finanz- und Rechnungswesens der Diako Flensburg, Ingo Tüchsen, durch die Gesellschafterversammlung der Fachklinik Breklum gGmbH zum Geschäftsführer berufen. Gemeinsam mit PD Dr. Klaus Friemert bildet er die Geschäftsführung und löst Roland Wappelhorst ab.

Roland Wappelhorst verlässt die Fachklinik Breklum gGmbH nach dreijähriger Tätigkeit als Geschäftsführer. Tüchsen wird weiterhin Leiter der Finanzen der Diako bleiben.

Als seine Ziele in der Fachklinik Breklum gGmbH nennt er als erstes die weitere wirtschaftliche Stabilisierung. Weitere Vorhaben sind die enge Vernetzung der psychiatrischen Angebote und Einrichtungen in Nordfriesland, die Vertiefung der Zusammenarbeit mit dem Fachkrankenhaus Nordfriesland Bredstedt, der Diako Flensburg und dem Diakoniewerk Kropp. Diese Zusammenarbeit soll das Angebot für psychisch erkrankte Menschen und ihre Angehörigen weiter verbessern und auch Spezialangebote möglich machen. (Diako Flensburg)


Für Sie gelesen:

Prof. Dr. Dr. phil. Heiner Raspe (Foto: UK S-H)

Immer mehr IgeL - warum?
Die zunehmenden „Individuellen Gesundheitsleistungen“ (IgeL) lassen sich laut Prof. Raspe möglicherweise auf bedenkliche Tendenzen zurückführen wie Regulierung und Bürokratisierung, Entwertung der ärztlichen Tätigkeit, Verschärfung des Gegensatzes zwischen Ärzteschaft und Politik/ Kostenträgern, Eingriffe in den Leistungskatalog, Schwächung des Solidarprinzips, aber:

„... könnte es einer der wichtigsten Erträge des zweiten Gesundheitsmarkts werden, dass er die Ärzteschaft, die Medizin und die GKV nötigt, ihre Werte, Ziele, Leistungen und Leistungsbegründungen zu bedenken.“

Prof. Dr. Dr. Heiner Raspe (UK S-H Lübeck, Inst. f. Sozialmedizin): Individuelle Gesundheitsleistungen in der vertragsärztlichen Versorgung - eine medizinisch-ethische Diskussion“, in: Ethik in der Medizin Heft 1, März 2007, S. 24-38 (37).

Klinik Borstel „erfreulich stabil“
„In den vergangenen zwei Jahren ist die ökonomische Situation der (Medizinischen) Klinik (Borstel) trotz weiter abschmelzender Budgets und weiterer großer Belastungen im Gesundheitssystem bei gleichzeitig notwendiger Qualitätssteigerung und weiterer Leistungsverdichtung erfreulich stabil.“

Jahresbericht 2005-2006 des Forschungszentrums Borstel - Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften, Kapitel „Abteilung Klinische Medizin“, Leiter Prof. Dr. Peter Zabel, S. 139, Kontakt: www.fz-borstel.de. (hk)


Buchtipps

Gesundheitsberichterstattung des Bundes
Als Heft 38 in der Reihe „Gesundheitsberichterstattung des Bundes“ ist erschienen: „Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten“. Die Autoren (von der Bau-BG) führen die Nahezu-Halbierung der Zahl der Arbeitsunfälle auf 1,1 Millionen in 2003 gegenüber 1992 und den noch stärkeren Rückgang der angezeigten Berufskrankheiten (auf 65 000 in 2003) vor allem auf verbesserte Arbeitsbedingungen einschließlich Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung zurück. Heute steht an erster Stelle der Berufskrankheiten bei Männern die Lärmschwerhörigkeit (vor asbestbedingten Krankheiten). Bei Frauen liegen Infektionskrankheiten, Hautkrankheiten und allergische Atemwegserkrankungen vorn. Hier sei eine verstärkte Prävention erforderlich. Das von RKI und Statistischem Bundesamt herausgegebene Heft mit 39 Seiten ist unter Tel. 030/18754-3400 zu beziehen.

Medikamente - schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit

Die Bundesärztekammer hat im April ihren Leitfaden „Medikamente - schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit“ in einer Online-Vorabfassung vorgelegt. Er ist entstanden in Zusammenarbeit mit der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, unter Schriftleitung von Prof. Dr. Ingo Flenker, Dr. Astrid Bühren u. a. Ziel ist, Ärzten eine Hilfe an die Hand zu geben, die den Umgang mit gefährdeten Patienten erleichtern soll. Das sind, heißt es im Leitfaden, rund 1,5 Millionen mit manifester und mindestens ebensoviel mit drohender Medikamentenabhängigkeit. Die Vielzahl der rund 10 000 verschreibungspflichtigen Arzneimittel - davon fünf Prozent mit Missbrauchspotenzial - macht es dem Arzt allerdings nicht gerade leicht.

In dem 70-Seiten-Text wird behandelt: Problemerkennung in der ärztlichen Praxis, Umgang mit den Patienten, Liste (Tabelle) der problematischen Arzneimittel, Therapiemöglichkeiten (Entzug, Entwöhnung, Nachsorge) und Einrichtungen des Hilfesystems. Eine schnellere (gentechnische) Therapie ist erst Zukunftsmusik: Soeben hat eine Forschergruppe des Universitätsklinikum Eppendorf um den Neurowissenschaftler Prof. Dr. Christian Büchel gefunden, dass bei Suchtabhängigen bestimmte Gene verändert sind, die verhindern, dass der Botenstoff Dopamin das Belohnungszentrum (nucleus accumbens) im Gehirn ausreichend aktiviert. Folge ist das Verlangen nach ständig neuen Reizen, z. B. Medikamenten. (Internet www.baek.de)

Handbuch für das Gesundheitswesen
Das unentbehrliche Handbuch für das Gesundheitswesen in Schleswig-Holstein ist Ende April in der Ausgabe 2007 (54. Jahrgang) in Neumünster erschienen. Das Adressbuch enthält Angaben über alle ambulant Tätigen in ca. 680 alphabetisch aufgeführten Orten. Kliniken, Reha-Zentren, Apotheken usw. sind mit den leitenden Personen aufgeführt. Das Handbuch umfasst ca. 900 Seiten und kostet 28 Euro plus Mehrwertsteuer und Versandkosten. Tel. 04321/910-190, Fax -199. (hk)


Verordnung von Rehabilitationssport

Auf die am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Änderungen der Rahmenvereinbarung für den Rehabilitationssport und das Funktionstraining macht die Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e. V. (LAG) als maßgebliche Landesorganisation für die Herzgruppen aufmerksam.

Betonen möchte die LAG, dass der Rehabilitationssport in Herzgruppen nach §§ 43, 44 SGB IX eine ergänzende Leistung zur Rehabilitation darstellt und damit, bei Vorliegen der medizinischen Voraussetzungen, eine Pflichtleistung der gesetzlichen Kostenträger ist.

Die Teilnahme am „Sport in Herzgruppen“ wird wie bisher mit dem Formblatt „Muster 56“ verordnet. Bis zur Herausgabe des neuen „Muster 56“, welches die geänderten Vereinbarungen berücksichtigt, haben die bisherigen Verordnungsvordrucke weiterhin Gültigkeit.

Die wesentlichen Änderungen im Einzelnen:

  • Der Verordnungszeitraum, in dem die von den Kostenträgern finanzierten Übungsveranstaltungen wahrgenommen werden können, verlängert sich von 24 auf 30 Monate,
  • die zulässige Teilnehmerzahl in den Herzgruppen wird auf 20 erhöht,
  • die Kriterien für eine Folgeverordnung wurden erweitert: sie ist möglich (wie bisher) bei reduzierter linksventrikulärer Funktion = EF < 40 Prozent und eingeschränkter Dauerbelastbarkeit (= maximale ergometrische Belastbarkeit abzüglich 30 Prozent) < 0,75 W/kg Körpergewicht (Nachweis nicht älter als sechs Monate) als Folge einer Herzkrankheit oder (neu) symptomlimitierter Dauerbelastbarkeit auf Werte < 0,75 W/kg Körpergewicht (Nachweis nicht älter als sechs Monate) aufgrund von Ischämiekriterien (belastungsabhängige Angina pectoris oder ST-Streckensenkungen bei nicht revaskularisierbaren Patienten).

Die Zahl der Folgeverordnungen könnte sich durch diesen geänderten Passus (oder symptomlimitierte Dauerbelastbarkeit) etwas erhöhen.

Einen weiteren Zusatz in der neuen Fassung der Rahmenvereinbarung dürften insbesondere die (Sport) Vereine als Träger von ambulanten Herzgruppen begrüßen. So heißt es jetzt sinngemäß: Die Rehabilitationsträger (Kostenträger) begrüßen eine Mitgliedschaft in den Herzgruppen auf freiwilliger Basis, sie darf jedoch weiterhin für eine Teilnahme nicht verpflichtend gemacht werden.

Über die, von der LAG als Vertragspartner der Kostenträger anerkannten Herzgruppen, gibt das neu aufgelegte Herzgruppenverzeichnis für Schleswig-Holstein Auskunft, das gegen eine Schutzgebühr von 3,45 Euro bei der LAG angefordert werden kann. Detaillierte Auskunft zu den einzelnen Gruppen kann auch telefonisch (0431/6486290) zu den Geschäftszeiten (Mo.-Mi. 10:00-13:00 Uhr und Do. 16:00-19:00 Uhr) abgefragt werden. (Heidemarie Berke, LAG)


Schön Kliniken
Erfolgreich

Führungsteam der Medizinisch-Psychosomatischen Klinik Bad Bramstedt im Jahr 2006 (v. l.): Dr. Michael Armbrust, Prof. Dr. Detlev O. Nutzinger, Dipl-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing Martin von Hummel, Dr. Bernhard Osen (Foto: Medizinisch-Psychosomatische Klinik Bad Bramstedt)

Die Schön Kliniken, zu denen die Medizinisch-Psychosomatische Klinik Bad Bramstedt gehört, haben im Jahr 2006 ihren Gesamtumsatz um rund 14 Prozent auf 348 Millionen Euro erhöht. Dazu beigetragen hat hierbei die Übernahme des Hamburger Klinikums Eilbeck zum 1. August 2006. In den jetzt elf Kliniken in Bayern, Schleswig-Holstein, Hessen und Hamburg konnte die Anzahl der stationären Fälle von 52 396 im Vorjahr auf 60 320 gesteigert werden. Die Zahl der Mitarbeiter ist um 964 auf 5 423 angewachsen. Die Bettenzahl ist um 26 Prozent auf 3 547 gestiegen. Das geht aus dem Jahresbericht 2006 hervor, den die Klinikgruppe in privater Trägerschaft jetzt veröffentlicht hat. (Schön Kliniken)


Dr. Issifi Djibey neuer Chefarzt der Rendsburger Gefäßchirurgie

Einer der beiden leitenden Abteilungsärzte der Gefäß- und Thoraxchirurgie am Krankenhaus Rendsburg, Dr. Bernd Glücklich, ist zum 30. April 2007 aus dem aktiven Dienst ausgeschieden. Gleichzeitig wurde der zweite leitende Abteilungsarzt, Dr. Issifi Djibey, zum 1. Mai neuer Chefarzt der Klinik für Gefäß- und Thoraxchirurgie.

Dr. Issifi Djibey (Foto: KKH RD)

Vor seiner Tätigkeit als leitender Abteilungsarzt war Dr. Djibey bereits fast 17 Jahre als leitender Oberarzt in der Gefäßchirurgie der Rendsburger Klinik tätig. Nach seinem Studium der Humanmedizin an der Universität Gießen sowie seiner Ausbildung in der Chirurgie und in den Teilgebieten Kardiovaskularchirurgie, Gefäßchirurgie und Thoraxchirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover hat er vor allem in der Thoraxchirurgie die Behandlungsmöglichkeiten für die Patienten erweitert.

Das Leistungsspektrum ist vielfältig und breit gefächert, indem sämtliche Eingriffe am Gefäßsystem - bis auf den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine - mit den Schwerpunkten Carotis-, Aorta- und Bypasschirurgie durchgeführt werden. Weiterhin werden sämtliche moderne intraoperative und radiologisch-interventionelle Maßnahmen wie Ballon-Dilatation, Stent-Implantation sowie loko-regionale Lyse durch die exzellente Zusammenarbeit mit der radiologischen Abteilung vorgenommen.

Minimal-invasive Verfahren wie die intraaortale Stent-Ausschaltung eines Bauchaortenaneurysmas werden in Rendsburg als schonende Methode, besonders bei älteren Patienten, ebenfalls durchgeführt. Eine moderne Krampfaderchirurgie, die zunehmend ambulant durchgeführt wird, rundet das Bild ab. (Petra Krügel)


Norddeutsches Seminar für Strahlenschutz in der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Strahlenschutzkurse im III. und IV. Quartal 2007

Ausgaben für ärztliche Leistungen zehn mal weniger gestiegen als für Arzneimittel und Medizinprodukte

Die Gesundheitsausgaben im Jahre 2005 sind wieder deutlich angestiegen (um 2,4 Prozent) auf fast 240 Milliarden Euro, nachdem sie im Jahr zuvor stagnierten. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt mit fast elf Prozent und die Ausgaben pro Kopf der Bevölkerung mit knapp 3 000 Euro blieben kaum verändert. Nach wie vor machen den Löwenanteil (57 Prozent) die Ausgaben der GKV aus, so das Statistische Bundesamt in seiner Pressemitteilung 170/07.

Nach Ausgabenarten entfielen je 27 Prozent auf ärztliche Leistungen und auf Waren, d. h. Arzneimittel und Medizinprodukte. Bemerkenswert sind die Steigerungsraten gegenüber 2004: bei ärztlichen Leistungen um 0,5 Prozent, bei Waren (insbesondere Arzneimitteln) um 5,4 Prozent - also über zehn mal soviel.

Nach Ausgabenbereichen dominiert nicht etwa der stationäre Sektor (37 Prozent), sondern der ambulante (48 Prozent), weil Apotheken und Zahnarztpraxen dazugerechnet werden. Weiteres: www.gbe-bund.de. (hk)


apoBank
Veränderungen im Vorstand

Dr. Franz Georg Brune, dessen Vertrag als Mitglied des Vorstands der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank), Düsseldorf, zum 31.12.2007 ausgelaufen wäre, hat mitgeteilt, dass er für eine Vertragsverlängerung nicht zur Verfügung steht.

Aufsichtsrat und Vorstand der Bank respektieren diesen Entschluss und danken Dr. Brune sehr herzlich für sein verdienstvolles Engagement.

Die Verantwortung für das bisher von Dr. Brune geleitete Ressort Vertriebssteuerung Privatkunden übernimmt Gerhard K. Girner. Dessen Ressort wird ab sofort von Claus-Harald Wilsing - neben seinen bestehenden Zuständigkeiten - geführt. (apoBank)


Prüner Gang und Krankenhaus Rendsburg
Versorgungsauftrag für Brustkrebsscreening

90 000 Frauen werden innerhalb von zwei Jahren gescreent. Vorbereitungen laufen, Start ist im Juni in Rendsburg, September in Kiel.

Das medizinische Versorgungszentrum Prüner Gang in Kiel hat gemeinsam mit dem Kreiskrankenhaus Rendsburg den Versorgungsauftrag zum bundesweit eingeführten Mammascreening (Brustkrebsscreening) für die K.E.R.N Region erhalten. In den nächsten zwei Jahren sollen alle 50-69 Jahre alten Frauen durch das Programm geführt werden. Etwa 90 000 Frauen werden dafür durch die Kassenärztliche Vereinigung eingeladen, um am Screening teilzunehmen.

Prüner Gang und Kreiskrankenhaus Rendsburg sind für die K.E.R.N Region zuständig. Etwa zwölf Prozent der Bevölkerung sind Frauen in der fraglichen Altersgruppe 50-69:

Ort Bevölkerung Frauen
Kiel 233 270 29 392
Rendsburg-Eckernförde 272 681 34 358
Neumünnster 79 544 10 023
Plön 134 358 16 020

Die Mammographien werden von speziell ausgebildeten Fachkräften durchgeführt. Die Befundung erfolgt nach dem Vier-Augen-Prinzip - der so genannten Doppelbefundung. Kommt es zu keinem klaren Meinungsbild, nimmt der programmverantwortliche Arzt eine Drittbefundung vor. Die Frauen werden spätestens innerhalb von sieben Tagen über das Ergebnis informiert. Auffälligkeiten werden mit den Frauen vor Ort besprochen und der behandelnde Hausarzt und Gynäkologe informiert.

Insgesamt stehen für die Durchführung des Mammographiescreenings zwei zentrale Mammographieeinheiten in Rendsburg und Kiel zur Verfügung. Eine dritte ebenfalls digitale Einheit wird von Rendsburg aus mobil eingesetzt. (Robert Quentin)


Netzwerk „Betrifft Brust“ begann Mammographie-Screening in Lübeck

Die ersten persönlichen Einladungen zum Mammographie-Screening sind am 4. Mai herausgegangen: 26 582 Lübecker Frauen zwischen 50 und 70 Jahren sind die ersten von insgesamt über 368 000 Schleswig-Holsteinerinnen, die von der Zentralen Stelle Mammographie-Screening in Bad Segeberg angeschrieben wurden. Diese Stelle unter Leitung der Juristin Dagmar Hergert-Lüder wird aufgrund einer Vereinbarung mit den Krankenkassen und der Krankenhausgesellschaft sowie aufgrund einer Durchführungsverordnung des Sozialministeriums vom 31.07.2006 von der Kassenärztlichen Vereinigung (räumlich getrennt) betrieben. Die genannten Partner bilden seit 2005 das Netzwerk „Betrifft Brust“, das nun einen weiteren Schritt im gemeinsamen Kampf gegen den Brustkrebs unternimmt.

Im Anschreiben wird hingewiesen auf die Häufigkeit des Mammakarzinoms, auf die verbesserten Heilungschancen durch das Früherkennungsprogramm, auf den gesetzlichen Anspruch der genannten Altersgruppe und auf Freiwilligkeit und Kostenfreiheit der Teilnahme. Beigefügt ist neben einer Broschüre auch ein Fragebogen für persönliche Daten und Vorerkrankungen, die eine Mammographie evtl. ausschließen könnten. Eingeladen wird in das Screeningzentrum (Röntgenpraxis) Lübeck im Tesdorpfhaus, die eine der sechs „Screening-Einheiten“ im Lande darstellt (es folgen Kiel, Rendsburg, Flensburg, Heide und Pinneberg). Weitere Informationen des Netzwerkes unter www.betrifft-brust.de und www.mamma-screening-sh.de. (hk)


Familienministerin Trauernicht heißt alle Neugeborenen
„Willkommen im Leben“

Zum UN-Tag der Familie (15. Mai) startete das Familienministerium ein landesweites Eltern-Hilfe-Projekt gemeinsam mit den Familienbildungsstätten und den Geburtskliniken.

Dr. phil. Gitta Trauernicht überreicht Catharina Schuhmacher und Jakob Lasse Schuhmacher den „Willkommens-Beutel“. (Foto: Thies Rätzke)

Ein Säugling aus dem Städtischen Krankenhaus Kiel hatte als erster in Schleswig-Holstein einen Willkommens-Beutel von Familienministerin Dr. Gitta Trauernicht erhalten. Die stolze Mutter nahm das prall gefüllte Präsent für ihr Kind entgegen. Damit startete Trauernicht das von ihr initiierte Projekt „Willkommen im Leben“. Ab dem UN-Tag der Familie sollen alle jungen Eltern bei ihrer Entlassung aus allen 26 Geburtsabteilungen der Kliniken des Landes die Willkommens-Tasche erhalten.

„Es geht nicht allein um die Übergabe eines Beutels. Sein Inhalt eröffnet den jungen Eltern ein Netzwerk an regionalen und landesweiten Hilfs- und Bildungsangeboten. Er ist der Schlüssel, um Eltern und Elternhilfen zusammenzubringen. Hebammen sowie Ärzte(innen) werden durch seine Übergabe zu vertrauensvollen Vermittlern dieser bereits vorhandenen guten Angebote“, sagte Trauernicht anlässlich des Projektstarts.

Bisher war es für die - gerade im ersten Kinderjahr - stark geforderten Eltern häufig nicht einfach, bei Hilfebedarf die richtige Anlaufstelle oder den richtigen Ratgeber zu finden. In dem Willkommens-Beutel erhalten sie neben einem kleinen Geschenk und einem gespendeten Einkaufsgutschein über fünf Euro viele wichtige Informationen. Dazu gehören die Ratgeber

  • „Eltern-ABC“, mit den wichtigsten Antworten zu allen Gesundheitsfragen von „Allergie“ bis „Zahnen“,
  • „Kinderkost leicht und lecker“, mit Informationen zur Ernährung und Stillen,
  • „Elterngeld und Elternzeit“, mit Informationen für wen es wann, wo und wie finanzielle Unterstützung des Bundes gibt und
  • „Stark mit Kindern“. Darin finden Eltern viel Nützliches über Recht, Behördengänge aber auch die wichtigen landesweiten Eltern- und Kinder-Notrufnummern.

Einen besonders praktischen Nutzen bietet den Eltern der enthaltene Gutschein der Familienbildungsstätten. Damit verschenken die Bildungsstätten jedem Elternpaar eine kostenlose „Schnupperstunde“ bei einem Eltern-Kind-Angebot in ihrer Region. Das enthaltene Programm des aktuellen Kursangebots der jeweiligen Bildungsstätte vor Ort ermöglicht die leichte Kontaktaufnahme. (Christian Kohl, Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren)


Auszeichnung für Kieler Forscher des UK S-H
Dem Selbstschutz der Haut auf der Spur

Prof. Dr. Jens-Michael Schröder von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des UK S-H am Campus Kiel hat mit seinen Forschungsarbeiten die entscheidenden Elemente des natürlichen Abwehrmechanismus der Haut identifiziert: körpereigene Antibiotika, so genannte antimikrobielle Peptide.

Hierfür wurde Schröder mit der Schaudinn-Hoffmann-Plakette 2007 ausgezeichnet. Die Schaudinn-Hoffmann-Plakette ehrt Ärzte und Wissenschaftler, die Hervorragendes zur Erforschung sexuell übertragbarer Krankheiten und Infektionskrankheiten der Haut geleistet haben.

Die Entdeckung der Haut als Quelle antimikrobieller Peptide eröffnet neue therapeutische Optionen. Während bisher der Einsatz von Antibiotika das Problem der Resistenzen mit sich bringt, könnten aus körpereigenen Peptiden entwickelte Medikamente hier Abhilfe schaffen. (A. Cornils)


100 Jahre Albertinen-Diakoniewerk

Die weit nach Schleswig-Holstein ausstrahlende Klinikgruppe Albertinen im Hamburger Norden ist 100 Jahre alt geworden. Was 1907 mit acht Schwestern begann (Diakonissenverein Siloah), ist heute der drittgrößte Gesundheitsdienstleister Hamburgs mit fast 2 400 Beschäftigten. Anerkannte Behandlungsschwerpunkte seien Herz/Gefäße, Bewegungsapparat, Onkologie und Altersmedizin, sagte Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. rer. pol. Fokko ter Haseborg. In Zukunft würde die Strategie der Umsetzung innovativer Konzepte zusammen mit vielen Partnern fortgesetzt. Aber nicht nur ökonomisch: „Trotz aller wirtschaftlichen Zwänge gibt es im Albertinen einen moralischen Hintergrund“, dankte der Erste Bürgermeister Ole von Beust vor 2 000 Festgästen im Hamburger Michel. (hk)


UnderDOCs und Freie Ärzteschaft
Gemeinsame Arbeitsgruppen zu Selektivverträgen und eCard

Dr. Martin Gattermann, 2. Vorsitzender der UnderDOCs und Dr. Roland Friedrich, Hausarzt aus Oeversee, werden die AG Selektivverträge leiten. „Wir werden die Vertragsabschlüsse von Kassenärztlicher Vereinigung und Hausärzteverband auf der einen Seite und unserer Ärztegenossenschaft auf der anderen Seite kritisch begleiten, aber auch eigene kreative Vorschläge unterbreiten“, kündigt Dr. Gattermann an. Er fordert die Ärzteschaft auf, Ängste und Resignation durch die Mitarbeit in den Arbeitsgruppen zu überwinden.

Eine weitere AG wird sich der elektronischen Gesundheitskarte und Patientenakte annehmen. Sie wird geleitet von Dr. med. dent. Manuela Peters, Ansprechpartnerin der Freien Ärzteschaft in Schleswig-Holstein und Dr. Svante Gehring, 1. Vorsitzender der UnderDOCs, der zum Boykott der eCard aufruft und mit einer entsprechenden Resolution bereits 344 Unterschriften in Schleswig-Holstein gesammelt hat. (Dr. S. Gehring)


Prüfung des Sachkundekurses erfolgreich bestanden

18 Teilnehmerinnen haben am 20.05.07 die Prüfung des 40-stündigen Sachkundekurses zur Medizinprodukteaufbereitung erfolgreich bestanden. Die Dozenten Birgit Vermehren-Schmelz, Alexandra Niemeier und Helmut Pahlke gratulieren herzlich.

Bestanden: Die Teilnehmerinnen des Sachkundekurses zur Medizinprodukteaufbereitung (Foto: Ho)

Das Team des Edmund-Christiani-Seminars schließt sich diesen Glückwünschen an und hofft, dass die Teilnehmerinnen den Kurs weiterempfehlen werden. Der nächste findet vom 31.08.-02.09.07 und vom 28.09.-30.09.07 statt. Informationen zu diesem Kurs können Sie unter Tel. 04551/8813-292 bei Gabriele Schröder erhalten. (Britta Hollander)


Traumaambulanz Kiel

Die akute notfallmäßige psychotherapeutische Versorgung von Menschen, die aufgrund eines sehr belastenden Lebensereignisses psychisch traumatisiert sind, ist in Deutschland immer noch unzureichend. Sowohl Primärbetroffene wie Gewaltopfer als auch Sekundärbetroffene, zu denen Augenzeugen, Polizisten und Feuerwehrleute zählen, werden oft gar nicht oder nicht unmittelbar nach dem akuten Ereignis fachgerecht durch Psychotherapeuten versorgt. Dies haben verschiedene Katastrophenszenarien in den letzten Jahren deutlich gemacht. Insbesondere die schnelle fachliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen ist nicht gewährleistet. Dabei konnte in Studien nachgewiesen werden, dass Menschen, die kurzfristig nach einem traumatischen Ereignis psychotherapeutische Hilfe erhalten, weniger langfristige gesundheitliche Beeinträchtigungen aufweisen als solche, die erst nach dem Auftreten von körperlichen und psychischen Spätfolgen wie der posttraumatischen Belastungsstörung, PTSD, behandelt werden. Nicht selten sind schwerwiegende psychische und körperliche Beeinträchtigungen Langzeitfolgen akuter Psychotraumatisierung, die zu einer massiven Einschränkung der Lebensqualität und sogar zur Frühpensionierung führen können.

Traumaambulanz Kiel
Telefon für Kinder und Jugendliche: 0431/2209900
Telefon für Erwachsene: 0431/6594650

Am Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie (IMPS) wurde bereits 2004 ein neuer Forschungsschwerpunkt Psychotraumatologie begründet. Dank der finanziellen Forschungsförderung durch das Sanitätsamt der Bundeswehr ist es dem IMPS nunmehr möglich, sich noch intensiver mit der Frage zu beschäftigen, welche körperlichen und seelischen Auswirkungen akute traumatische Erlebnisse bei Menschen haben können. Zudem sollen im Rahmen von Netzwerkforschung die bestehenden Versorgungsstrukturen und Kooperationen der Versorgungsanbieter wissenschaftlich untersucht und daraus Hinweise auf Optimierungsmöglichkeiten abgeleitet werden. Dazu gehören unter anderem Kriseninterventionsteams, die Frauenhäuser, die Beratungsstellen, Kliniken und niedergelassene Psychotherapeuten.

Welche Personen können sich an die Traumaambulanz wenden?

Die Inanspruchnahme der Leistungen der neuen Ambulanz setzt eine akute Belastungsreaktion voraus. Dies bedeutet, dass sich Personen, die aufgrund körperlich oder seelisch beeinträchtigender Lebenserfahrungen psychische Probleme in der Verarbeitung und der Bewältigung dieser Erlebnisse (Schockphase) verspüren, an die Ambulanz wenden können. Betreut werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie die unmittelbaren Bezugpersonen. Darüber hinaus können auch Institutionen und Helfer, die traumatisierte Personen direkt nach dem belastenden Ereignis betreuen, die Ambulanz kontaktieren. Die Ambulanz wird kurzfristig und bis spätestens 72 Stunden nach dem Ereignis eine psychotherapeutische Betreuung anbieten.

Die notfallmäßige Traumaambulanz für Kinder, Jugendliche und Erwachsene steht ab dem 7. Mai 2007 in den Räumlichkeiten des IMPS für Betroffene zur Verfügung. (Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner)


Reanimationsregister soll Sterblichkeit senken

Prof. Dr. Jens Scholz, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des UK S-H, Campus Kiel, hat über die erfolgreiche Erprobungsphase des Reanimationsregisters der Fachgesellschaft Deutsche Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin - DGAI - bei der 54. Jahrestagung der DGAI (deutscher Anästhesiekongress) in Hamburg berichtet. Mehr als 50 Notarztstandorte in Deutschland melden bisher alle Reanimationen. Dazu melden sechs Kliniken alle Fälle von Herzstillständen. Ziel sei, durch Vergleich nunmehr aller Behandlungsergebnisse landesweit die hohe Sterblichkeit zu senken. Denn von den etwa 100 000 Menschen mit plötzlichem Herzstillstand pro Jahr in Deutschland sterbe die Hälfte vor Eintreffen des Arztes. Bei der anderen Hälfe führten die Wiederbelebungsmaßnahmen zu insgesamt 20 Prozent zum Erfolg.

Eine Defibrillation bei schwerer Herzrhythmusstörung sei nur bei jedem vierten Patienten möglich. Vorher solle in jedem Fall mit Herzdruckmassage sowie Beatmung begonnen werden.

Information: www.reanimationsregister.de und E-Mail info@informationsregister.de. (hk)


Moderne Rehabilitation in Hamburg und Schleswig-Holstein

Das Reha-Zentrum Berliner Tor in Hamburg (ambulant und teilstationär) gilt als größte Reha-Einrichtung ihrer Art in Deutschland. Es gehört zu 75 Prozent der Rheumaklinik Bad Bramstedt und zu 25 Prozent der DRV Nord, die wiederum Hauptgesellschafter der Rheumaklinik, aber auch anderer schleswig-holsteinischer Kliniken wie der Mühlenbergklinik Bad Malente ist. Von daher ergibt sich eine enge Vernetzung der Kliniken, die auch den Patienten im Bereich Hamburg/Schleswig-Holstein zugute kommt.

Gebäude des Reha-Zentrums Berliner Tor in Hamburg
(Foto: hk)

Wie die leitenden Ärzte bei einem Pressegespräch sagten, hat das Reha-Zentrum Berliner Tor 80 Plätze in der Fachabteilung Orthopädie (Leiter Dr. Horst W. Danner), 33 Plätze in der Neurologie (Dr. Heike Stein), 30 Plätze in der Kardiologie (Prof. Dr. Eike Hoberg, Malente) und 30 Plätze in der Psychosomatik (Dr. Matthias Jacobi). Ärztlicher Direktor ist Dr. Andreas Arlt, Chefarzt der Abt. Neurologie der Rheumaklinik Bad Bramstedt. Er wies auf den Veränderungsprozess in der medizinischen Rehabilitation in Deutschland seit 15 Jahren hin - die „Hinwendung zur evidenzbasierten Therapie“. Ziel sei, mehr und mehr die Ergebnisqualität der Maßnahmen zu belegen.

Dies geschieht zumindest in Ansätzen bereits in der orthopädischen Reha, wo die komplexe stufenweise Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess mit begleitender Rehabilitation („Danner-Modell“) bei Rückenschmerzpatienten evaluiert wurde. Auch in der kardiologischen Rehabilitation sei man mit der Kombination von ambulanter und stationärer Reha im Reha-Netz Nord (einschl. Compass-Klinik Kiel) sowie mit speziellen Reha-Nachsorgeseminaren auf einem guten Weg. Für neurologische Rehabilitanden gebe es spezielle Geräte und Hilfsmittel, die auf die besonderen Bedürfnisse etwa von Schlaganfall-Patienten mit Bewegungsstörungen eingestellt seien. Schließlich sei es ein erheblicher Vorteil, dass Patienten mit komplexen Gesundheitsstörungen unter einem Dach von verschiedenen Disziplinen einschließlich der Psychosomatik betreut werden könnten. (hk)


Wettbewerb „Austauschprozesse zwischen Hochschule und Wirtschaft“
Universität und Fachhochschule Lübeck bei den fünf Gewinnern

Die beiden Lübecker Hochschulen setzen sich mit jeweils eigenen Beiträgen in der zweiten entscheidenden Runde in Berlin gegen ihre Mitbewerber durch. Das Bildungsministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Stifterverband für die Deutsche Wirtschaft suchten herausragende Ideen für den Wissens- und Technologietransfer zwischen Hochschulen und Wirtschaft. Ursprünglich hatten sich 85 staatliche und private Hochschulen und Universitäten beworben, von denen zehn zur Endrunde nach Berlin eingeladen wurden. Weitere Preisträger sind die Technische Universität Dresden, die Handelshochschule Leipzig und die Fachhochschule Münster.

Bundesforschungsministerin Brigitte Schavan hat den mit fünf mal 250 000 Euro dotierten Preis in Stuttgart übergeben. Sie zeigte sich erfreut über Umfang und Tiefe der Zusammenarbeit von Hochschulen und Unternehmen: „Die Konzepte der Preisträger zeigen deutlich, dass beide Seiten durch den wechselseitigen Austausch profitieren. Die Hochschulen erarbeiten wichtige Wissensgrundlagen und eröffnen so neue Innovationspotenziale in der Wirtschaft. Gleichzeitig sichern sie durch eine qualifizierte Ausbildung Nachwuchs für die Unternehmen. Im Gegenzug gibt das in der Wirtschaft vorhandene Know-how Anregungen für die Wissenschaft. Diese Bündelung der Kräfte von Wissenschaft und Wirtschaft ist das Herzstück der Hightech-Strategie für Deutschland.“

Die Jury war beeindruckt von der Bandbreite, Qualität und Originalität aller zehn Wettbewerbsbeiträge. Sie legte bei der Auswahl der fünf Sieger besonderen Wert darauf, dass die Projekte neue und innovative Ideen für den Austausch sichtbar werden lassen, dauerhaft wirksam werden und ein Beispiel für andere Hochschulen zu geben versprechen. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury die Austauschprozesse und das Gesamtkonzept zur Weiterentwicklung des Wissens- und Technologietransfers der Hochschule. (Fachhochschule Lübeck)


Krebsforschungs-Preis für Prof. Walter Jonat

Prof. Dr. Walter Jonat
(Foto: UK S-H)

Prof. Dr. Walter Jonat hat den mit 10 000 Euro dotierten Wilhelm-Warner-Preis erhalten. Der jährlich von der im Jahr 1961 eingerichteten Wilhelm-Warner-Stiftung gestiftete Preis wird für namhafte Wissenschaftler im Bereich der Krebsforschung verliehen. Erstmals wieder seit 40 Jahren wird dieser Preis für die Forschung und Behandlung im Bereich von Brustkrebs verliehen.

Die Übergabe des Preises fand am 27. April in Hamburg statt. Der Preis geht, so die Laudatio, an Jonat „für seine Verdienste auf dem Gebiet der Optimierung der Behandlung von Patientinnen mit Mamma-Carcinom“.


Prof. Walter Jonat ist seit 1995 Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel. Der Schwerpunkt seiner klinischen Tätigkeit liegt auf der Diagnostik und Therapie von Brustkrebs. Er ist Mitglied verschiedener nationaler und internationaler wissenschaftlicher Gesellschaften, unter anderem der deutschen Krebsgesellschaft (DKG), der deutschen Krebshilfe (DKH), der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Onkologie (ASCO) und der Amerikanischen Vereinigung für Krebsforschung (AACR).

Prof. Jonat ist aktueller Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und gewähltes Mitglied der deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. (Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner)


Ärztekammern: Erster gemeinsamer Qualitätsbericht

Bundesärztekammer-Präsident Prof. Hoppe hat im April den ersten gemeinsamen Qualitätsbericht der Bundesärztekammer (BÄK) und der Landesärztekammern vorgelegt. Gegenüber manchen Verdächtigungen von politischer Seite sagte er: „Für uns Ärzte ist Qualitätssicherung (QS) kein Lippenbekenntnis, sondern seit Jahrzehnten geübte Praxis in allen Bereichen der Versorgung.“ Der Bericht belege die patientenorientierte, von wirtschaftlichen Interessen unabhängige Qualitätsarbeit. Die kontinuierliche Verbesserung der eigenen Arbeit gehöre zum professionellen Selbstverständnis, daher seien die QS-Projekte der Kammern nicht auf Kontrolle und Sanktion ausgerichtet. Sie sollten vielmehr Transparenz schaffen und den interkollegialen und den berufsübergreifenden Austausch fördern.

Der Bericht von 77 Seiten nennt die QS-Richtlinien (z. B. Transfusionsmedizin), die curriculäre Fort- und Weiterbildung in QS und QM (Qualitätsmanagement), die zahlreichen Kooperationen der BÄK, z. B. mit der BQS Bundesgeschäftstelle Qualitätssicherung in Düsseldorf, deren neuer Geschäftsführer seit 15. Mai Dr. Christof Veit von der Externen Qualitätssicherung (EQS) der Hamburger Kliniken ist.

Enthalten sind in dem Bericht aber auch die Initiativen der Landesärztekammern (z. B. Ärztliche Stellen für Röntgendiagnostik u. a.). Die Ärztekammer Schleswig-Holstein (QS-Ansprechpartnerin Cornelia Ubert) bringt als Beispiel für ihren Beitrag die QS in der assistierten Reproduktionsmedizin - die Führung des Deutschen IVF-Registers. Hier wurde ein Aufwärtstrend in den Behandlungen (IVF und ICSI) verzeichnet bis zu einem Spitzenwert von über 105 000 in 2003, der durch Restriktionen der Gesundheitsreform zurückging. Positiv sei, dass die Schwangerschaftsraten auf 28 Prozent gestiegen und die Abortraten auf unter 20 Prozent je Transfer gesunken seien. Auch Mehrlingsschwangerschaften seien kontinuierlich zurückgegangen: „Das sind sehr gute Behandlungsergebnisse, die sich auch im internationalen Vergleich behaupten können.“

Der Bericht kann gratis von der BÄK, Dezernat 3, bezogen werden. (hk)



Neues Institut will „eingeschnürten Gesundheitsmarkt beleben helfen“

Das im März des Vorjahres in Berlin gegründete Deutsche Institut für Gesundheitsrecht hat kürzlich die 6. Berliner Gespräche zum Gesundheitsrecht veranstaltet. Thema war die Gesundheitsreform 2006/2007 aus juristischer und politischer Perspektive, u. a. die Auswirkungen des Vertragsarztrechts-Änderungsgesetzes (www.helge-sodan.de).

Die zwölf Gründer waren Akteure aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens, darunter die Bundeszahnärztekammer, die Arbeitsgemeinschaft MEDI Deutschland, die Quintessenz-Verlagsgruppe, Pfizer Deutschland GmbH. Spiritus rector und erster Institutsdirektor ist Prof. Dr. jur. Helge Sodan, Lehrstuhlinhaber Öffentliches Recht an der Freien Universität und Präsident des Verfassungsgerichtshofes des Landes Berlin.

Ziel sei, so Prof. Sodan, unser überreguliertes Gesundheitswesen durch wissenschaftliche und praktische Lösungsansätze voranzubringen. Das Recht bilde nicht nur die Basis für alle Beziehungen zwischen Ärzten, Patienten, Versicherer oder Arzneimittelherstellern; „es kann auch einen Rahmen schaffen für neue Freiheiten, die den eingeschnürten Gesundheitsmarkt beleben und sanieren.“ (hk)



Dr. Jongen in Präsidium gewählt

Dr. Johannes Jongen aus der Proktologischen Praxis, Kiel, ist als Vertreter der niedergelassenen Chirurgen in das Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie gewählt worden. (Ärzteverein Kiel)


Forschungsstipendien der Deutschen Hochdruckliga
Ausschreibung

Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Hypertonieforschung schreibt die Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL® - Deutsche Hypertonie Gesellschaft - erneut fünf Stipendien mit einer Förderdauer bis zu zwei Jahren in Höhe von je 25 000 Euro pro Jahr aus.

Das Gesamtvolumen der Forschungsstipendien ist mit 250 000 Euro angesetzt.

Gefördert werden soll der wissenschaftliche Nachwuchs in der Hypertonieforschung. Es können Forschungsprojekte aus der Grundlagenforschung wie auch aus der klinischen Hypertonieforschung zur Begutachtung eingereicht werden. Die Bewerber sollen nicht älter als 35 Jahre sein. Die Anträge sind bis zum 30. Juni 2007 zu richten an den Vorstand der Deutschen Hochdruckliga e. V. DHL® Deutsche Hypertonie Gesellschaft, Berliner Str. 46, 69120 Heidelberg. (Deutsche Hochdruckliga)


Doping im Sport - Sport ohne Doping

Doping ist unvereinbar mit den Werten des Sports, dem Prinzip der Chancengleichheit, des Fair Play und der Gesundheit der Sportler. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat mit der Verabschiedung eines Anti-Doping-Aktionsplans ein klares Bekenntnis für einen fairen Sport abgegeben. Neben Verbesserungen des Kontrollsystems kommt einer umfassenden Aufklärung und Prävention eine besondere Bedeutung zu.

Am 6./7. Juli 2007 will das Malenter Sportforum versuchen, wirksame Ansätze einer Präventionsstrategie vorzustellen und zu erörtern.

Freitag, 06.07.2007
16:30 Uhr Eröffnung des Symposiums: Dr. Ekkehard Wienholtz, Präsident des Landessportverbandes; Grußworte
17:00 Uhr Vortrag mit anschl. Diskussion: „Doping im Sport. Wie kann das Problem gelöst werden?“, Prof. Dr. Digel, Universität Tübingen, Vizepräsident der IAAF
19:30 Uhr Coming Together Party Mühlenbergklinik

Samstag, 07.07.2007
9:15 Uhr Zusammenfassung der Ergebnisse
9:30 Uhr Vortrag: „Sport ohne Doping. Konzepte und praktische Modelle aus der Sicht der Sportwissenschaft“, Prof. Dr. Treutlein, Pädagogische Hochschule Heidelberg
10:15 Uhr Vortrag: „Sport ohne Doping. Doping Prävention aus der Sicht der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA)“, Armin Baumert, Vorstandsvorsitzender der NADA
11:00 Uhr Podiumsdiskussion
Moderation Prof. Dr. G. Anders
Meike Evers (Olympiasiegerin Rudern), G. Hillringhaus (Radsportverband), Prof. Dr. Arnd Krüger (ISS Uni Göttingen), D.-R. Martens (Fachanwalt für Sportrecht), I. Weiss (1. Vors. DSJ), Prof. Dr. B. Weisser (ISS Uni Kiel), Dr. E. Wienholtz (LSV- Präsident)
12:00 Uhr Schlussworte Dr. E. Wienholtz.

Veranstaltungsort/Anmeldung: Sport- und Bildungszentrum des Landessportverbandes, Eutiner Str. 45, 23714 Bad Malente, Tel. 04523/984430, E-Mail bildungswerk@lsv-sh.de. (Ulrike Göde)



Sparsame Verordner im Norden

Am sparsamsten von allen Bundesländern wurde in Schleswig-Holstein verordnet: Für 55 Euro Medikamente verschrieben erhielten hier im Durchschnitt die GKV-Versicherten in den ersten beiden Monaten des Jahres. Demgegenüber kamen die Berliner auf den Spitzenwert 80 Euro, während im Bundesgebiet 65 Euro verzeichnet wurden. Dies teilte die Techniker Krankenkasse unter Bezug auf die Arzneimittel-Schnellinformationen der Kassenverbände mit. Nicht gesagt wurde, dass die Bundesländer natürlich unterschiedliche Bevölkerungs- und Morbiditätsstrukturen haben. Infos im Internet unter www.gamsi.de. (hk)



Kinderkliniken des UK S-H erhalten BMBF-Förderung für Forschungsnetzwerk Intersexualität

„Disorders of sex development“ (DSD oder Intersexualität) sind angeborene Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung. Ihre Ursache liegt in einer Störung der somatosexuellen Determinierung und Differenzierung. DSD betrifft insgesamt etwa 2 : 10 000 Neugeborene, einige dieser Störungen treten sehr viel seltener auf (1 : 100 000). DSD liegt vor, wenn chromosomales, gonadales und phänotypisches Geschlecht nicht übereinstimmen.

Prof. Dr. Olaf Hiort und Prof. Dr. Ute Thyen
(Foto: UK S-H)

Der Forschungsbereich DSD/Intersexualität am UK S-H ist ein überregionaler und international anerkannter gemeinsamer Schwerpunkt der Abteilungen für Kinderendokrinologie in Lübeck und Kiel. Seit 2003 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bundesweit zehn Netzwerke „Seltene Erkrankungen“ mit insgesamt 31,3 Millionen Euro. Das multidisziplinäre Forschungsnetzwerk DSD/Intersexualität mit Standorten in Berlin, Bochum, Erlangen, Heidelberg, Kiel und Magdeburg wird von Prof. Dr. Ute Thyen und Prof. Dr. Olaf Hiort am Campus Lübeck des UK S-H koordiniert und erhält daraus 3,4 Millionen Euro.

Die grundlagenorientierten Forschungsprojekte im Netzwerk arbeiten daran, die Ursachen und die Funktionsstörungen von DSD besser zu verstehen. Diese Arbeit hat bisher zur Identifizierung einiger neuer Genmutationen geführt, wie auch zu einer neuen Klassifikation bei anderen Störungen. Dennoch gibt es etwa 40 Prozent Betroffene, bei denen bisher trotz intensiver Bemühungen keine eindeutige Diagnose gestellt werden konnte. Das Netzwerk führt sehr erfolgreich eine klinische Evaluationsstudie mit DSD-Betroffenen bzw. ihren Eltern durch und baut mit dem Einverständnis der Beteiligten eine zentrale Datenbank auf, die auch Langzeitbeobachtungen ermöglichen soll. Im Rahmen des Netzwerkes arbeiten auch verschiedene Arbeitsgruppen zu ethischen Grundsätzen und Empfehlungen im therapeutischen Umgang mit DSD. Patienten- und Elternorganisationen sind eingebunden in die Arbeit des Netzwerkes für eine Verbesserung der medizinischen Versorgung. Zudem werden in den endokrinologischen Ambulanzen in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Lübeck und der Klinik für allgemeine Pädiatrie in Kiel besondere diagnostische Möglichkeiten vorgehalten, die zu einer überregionalen, ja internationalen Patientenversorgung geführt haben.

Im Rahmen der zweiten Förderphase konnten für die Standorte in Kiel und Lübeck jeweils zusätzliche Großgeräte eingeworben werden. Der Kieler Kinderklinik (Prof. Dr. Paul-Martin Holterhus und Dr. Felix Riepe) wurden knapp 500 000 Euro für ein Tandemmassenspektrometer für eine hochmoderne Sexualhormonanalytik zur Verfügung gestellt. Hormone können jetzt extrem genau auch aus kleinsten Blutmengen bestimmt werden. Gerade für Säuglinge und kleine Kinder ist diese Diagnostik von großer Bedeutung, da sie eine präzise individuelle Beratung, Behandlung und Langzeitprognose für die jungen Patienten bzw. ihre Eltern ermöglicht. Maßgeblich unterstützt wurden sie dabei auch von der medizinischen Fakultät der CAU zu Kiel. Der Lübecker Kinderklinik (Prof. Dr. Olaf Hiort und Dr. rer. nat. Ralf Werner) wurden zusätzlich 150 000 Euro für einen Hochleistungssequenzierer für die molekulargenetischen Untersuchungen bei Patienten und für Forschungsvorhaben bewilligt. Auch hier hat die medizinische Fakultät zusätzlich einen maßgeblichen Beitrag zur Installation des Gerätes geleistet.

Diese Förderung ermöglicht es den Bereichen für Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie an beiden Standorten, die spezialisierte Patientenversorgung auszubauen, sich als nationales Referenzzentrum für seltene Erkrankungen der Geschlechtsentwicklung weiter zu positionieren und kompetitiv im europäischen Rahmen Forschung zu betreiben. (Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner)


Leserbrief



 
Prof. Schirren
(Foto: Privat)
 

Leserbrief von Prof. Dr. Carl Schirren zum Leserbrief von Prof. Dr. Klaus Diedrich, SHÄ 4/2007, S. 13 f.

Ob die pränatale Diagnostik nicht zur Reproduktionsmedizin gehört bzw. damit nichts zu tun hat, das ist eine Ermessensfrage. Wenn Prof. Diedrich anderer Ansicht ist, so kann ich das nicht ändern.

Sie übersehen in Ihrer Replik leider, dass meine Beispiele insgesamt „selbst erfahren“ sind, also auf Erlebnisse mit meinen Patienten zurückgehen, die nicht etwa aus Hamburg stammen. Die von Ihnen angeführten Positionspapiere etc. sind guten Glaubens entstanden, wie auch der Beschluss der Bundesärztekammer.

Mir lag daran zu zeigen, dass trotzdem die genannten Fehlhandlungen von Ärzten vorgekommen sind. Das gilt auch für die genetische Beratung und Untersuchung von Paaren, die leider nicht in dem von Ihnen dargestellten Teil vorkommen.

Wenn ich Dinge fordern sollte, wie Sie schreiben ... das kann ich doch überhaupt nicht, da sich doch sowieso niemand daran halten würde. Der Hinweis auf das Berufsrecht läuft ins Leere, da niemand „kontrollieren“ kann.

Prof. Dr. Carl Schirren, Buurnstraat 13, 25938 Midlum/Föhr


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 6/2007

S. 2, 8-19