UK
S-H investiert in den nächsten Jahren über 16 Millionen Euro für
ein neues Krankenhaus-Informationssystem
Weichenstellung für die Zukunft im klinischen IT-Bereich
 |
|
Marko
Schmitz (li), Geschäftsführer der Agfa HealthCare GmbH,
und Günter Zwilling (re.), kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums
Schleswig-Holstein
(Foto: UK S-H) |
|
In dieser Woche hat der
Vorstand des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) der
Agfa HealthCare GmbH den Zuschlag für die campusübergreifende
Einführung eines Krankenhaus-Informationssystems mit integriertem Radiologie-Informationssystem
und Bildarchivierungs- und -kommunikationssystem erteilt. Die Ablösung
vorhandener Lösungen durch das Krankenhausinformationssystem ORBIS
an den beiden Standorten des UK S-H in Kiel und Lübeck erfolgt in fünf
Teilschritten und hat unmittelbar nach der Zuschlagserteilung begonnen.
Das neue Krankenhaus-Informationssystem löst im UK S-H die bisherigen
IT-Installationen für Patientenabrechung, Operationsplanung und Dokumentation
ab. Auch die vorhandenen Radiologie-Informationssysteme werden ersetzt,
zudem erhalten die radiologischen Abteilungen ein modernes System zur digitalen
Bildarchivierung (PACS). Damit werden die Voraussetzungen für die Bereitstellung
digitaler Röntgenbilder in den verschiedenen Bereichen wie OPs, Intensivstationen
und die Normalstationen geschaffen.
Das Produkt ORBIS ist bereits in mehreren Universitätsklinika und Großklinika
in Deutschland im Einsatz. Mit mehr als 700 ORBIS-Installationen ist die
Firma Agfa mit ihren Produkten Marktführer im deutschsprachigen Raum.
Der Entscheidung zugunsten von Agfa HealthCare ging eine mehr als zweieinhalbjährige
Vorbereitungszeit voraus. Die europaweite Ausschreibung für das unter
anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte IT-Großprojekt
erfolgte im September 2006. Günter Zwilling, kaufmännischer Vorstand
des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, kommentierte: Das
Krankenhaus-Informationssystem ORBIS von Agfa HealthCare überzeugte
uns als ganzheitliche Lösung aus einer Hand, die unsere Informationstechnologie
auf den aktuellsten Stand bringen wird. Damit stellen wir am Universitätsklinikum
Schleswig-Holstein die Weichen in Richtung vernetztes Gesundheitswesen.
(Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner)
Ärzte
ohne Grenzen
Sie interessieren sich für die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen
und möchten mehr erfahren? Sie möchten uns aktiv unterstützen
oder vielleicht sogar selbst in einem Hilfsprojekt mitarbeiten und haben
Fragen dazu?
Ärzte ohne Grenzen lädt alle Interessierten zu einem
Informationsabend ein, bei dem ein Projektmitarbeiter die Organisation vorstellt,
Möglichkeiten der Mitarbeit aufzeigt und über seine persönlichen
Erfahrungen berichtet. Anschließend werden die Fragen der Teilnehmer
diskutiert.
Für die Projekte suchen wir Ärzte, MTAs, Hebammen, Psychologen
und Pflegepersonal sowie Finanz-Administratoren und technisch begabte Allrounder
als Logistiker. Die Veranstaltung kann im Hinblick auf zukünftige berufliche
Tätigkeiten auch für Studenten sehr interessant sein.
Der Infoabend findet am 06.06.2007 um 18:00 Uhr im Universitätsklinikum
Hamburg-Eppendorf, Universitäre Bildungsakademie, Festsaal im Gebäude
S 35 (ehemalige Krankenpflegeschule), Martinistraße 52, 20246 Hamburg,
statt.
Ein weiterer Infoabend findet am 14.06.2007 um 19:00 Uhr in der evangelisch-lutherischen
Diakonissenanstalt, Fliedner-Saal, Eingang Marienhölzungsweg, Knuthstr.
1, 23939 Flensburg, statt. Weitere Informationen: Tel. 030/22337700, Internet
www.aerzte-ohne-grenzen.de.
(Ärzte ohne Grenzen e. V.)
|
Gesundheitspolitische
Veranstaltung im Rahmen der
Kieler Woche 2007
Am Vorabend der Kieler Woche 2007 findet eine gesundheitspolitische
Veranstaltung statt zum Thema:
Gesundheitsreform
2007 - Eine Antwort auf
den demographischen Wandel in Deutschland?
Freitag, 15. Juni 2007, 17:00 Uhr
Veranstaltungsort:
Hotel Steigenberger Conti Hansa, Schlossgarten 7, 24103 Kiel,
Tel. 0431/ 5115-0, Fax 0431/5115-444
Das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz ist verabschiedet. Zu den
Problemen, die vom Gesundheitswesen zu lösen sind, gehören
die Auswirkungen des demographischen Wandels. Immer weniger jüngere
Menschen müssen für immer mehr ältere Menschen aufkommen,
finanziell und personell.
Gibt das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz Antworten auf diese
Problematik und wenn ja welche?
Podiumsteilnehmer:
Dr. Hans Jürgen Ahrens, Vorsitzender des Vorstands des
AOK-Bundesverbandes,
Ralf W. Büchner, Vorsitzender der Kassenärztlichen
Vereinigung Schleswig-Holstein,
Dr. Klaus Bittmann, Vorsitzender des NAV-Virchowbundes,
Dr. Rainer Hess, Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses,
Prof. Dr. Heiner Raspe, Direktor des Instituts für Sozialmedizin
des UK S-H,
Prof. Dr. Herbert Rebscher, Vorsitzender des Vorstands der
Deutschen Angestellten Krankenkasse,
Annette Widmann-Mauz MdB, gesundheitspolitische Sprecherin
der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,
Moderation: Prof. Dr. Fritz Beske, MPH.
Eingeladen sind Angehörige aller Berufe des Gesundheitswesens
sowie interessierte Bürger(innen). Das Auditorium wird nach
einer ersten Gesprächsrunde im Podium in die Diskussion einbezogen.
Der Besuch der Veranstaltung ist kostenfrei. (IGSF)
|
Zentrale
Informationsstelle für rabattierte Arzneimittel
Seit In-Kraft-Treten des GKV-WSG ist für verordnete rabattierte Arzneimittel
keine Wirtschaftlichkeitsprüfung mehr zu befürchten. Apotheken
sind verpflichtet, bei einer Aut-idem-Substitution immer ein rabattiertes
Arzneimittel abzugeben, sobald für diesen Wirkstoff eine Rabattvereinbarung
vorliegt. Somit haben Rabattverträge auch in der Praxis eine außerordentliche
Bedeutung.
Das DeutscheArztPortal, die Zentralstelle für Rabattverträge,
bietet einen umfassenden, kassenübergreifenden Überblick aller
rabattierten Arzneimittel im Internet.
Die Zugangsdaten für medizinische Fachkreise: www.deutschesarztportal.de,
Benutzername: Rabatt, Passwort: Vertrag.
Mit diesem Login erhalten medizinische Fachkreise Online-Zugang zu den
rabattierten Arzneimitteln aller Kassen und damit einen stets topaktuellen
Überblick sowie aller praxisrelevanten Informationen zu den jeweiligen
Präparaten. (DeutscheArztPortal)
Aufsichtsrat und UK S-H-Vorstand einigen
sich auf Sanierer
Der langjährige Vorstandsvorsitzende der Damp Holding AG, Dr. Carl
Hermann Schleifer, wird zum 1. Juni zum Sanierungsberater des Universitätsklinikums
Schleswig-Holstein (UK S-H) bestellt. Das teilten UK S-H-Vorstandsvorsitzender
Prof. Dr. Bernd Kremer und Aufsichtsratsvorsitzender Jost de Jager mit.
Nach den Worten von de Jager wurde die Entscheidung nach der letzten Auswahlrunde
unter insgesamt drei verbliebenen Bewerbern einvernehmlich getroffen. Wir
haben in einer bundesweiten Ausschreibung eine Unternehmerpersönlichkeit
mit Topmanager-Qualitäten im Gesundheitsbereich gesucht - und Dr. Schleifer
hat dieses Profil aus unserer Sicht am eindrucksvollsten ausgefüllt,
so de Jager.
Schleifer war von 1997 bis 2005 Vorstandsvorsitzender der Damp-Holding AG
und hat das Klinikum in seiner Amtszeit zur größten - und einer
äußerst ertragsstarken - privaten Klinikgruppe in Norddeutschland
entwickelt. Darüber hinaus ist ihm eine optimale Verzahnung zwischen
Tourismus und Medizin im Sinne eines qualitätsorientierten Gesundheitstourismus
gelungen. Zuvor war Schleifer unter anderem Vorstandsvorsitzender der Colonia
Krankenversicherung in Köln und Vorstandschef zweier Lebensversicherungen
sowie von 1983 bis 1988 Staatssekretär im schleswig-holsteinischen
Finanzministerium.
Nach den Worten von UK S-H-Vorstand Prof. Dr. Bernd Kremer soll der Sanierungsberater
bereits eingeleitete und zukünftige Sanierungsschritte neutral bewerten
und anstehende Strukturveränderungen in einvernehmlicher Abstimmung
zwischen dem Vorstand, dem Aufsichtsrat und den beteiligten Abteilungen
unterstützen. (Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner)
Baby-Notarztwagen bringt Neugeborene sicher
und schnell in die Diako-Kinderklinik
 |
|
| Die
Besatzung geht mit Inkubator an Bord (v. l.): Kinderkrankenpfleger
Palle Schendel, Neugeborenen-Intensivarzt Dr. Sönke Thomsen sowie
Manfred Leinen und Sascha Münster, Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr
Flensburg (Foto: Diako/Ole Michel) |
|
Bei Frühgeborenen,
aber auch bei Notfällen anderer Neugeborener geht es oft um Minuten:
Dann rückt ab sofort in Flensburg der Baby-Notarztwagen aus, um Neugeborene,
die eine spezielle medizinische Versorgung benötigen, in die Diako-Kinderklinik
zu bringen. Oft verfügen Geburtskliniken nicht über eine Kinder-Intensivstation,
sodass die Neugeborenen bei Komplikationen in der Diako-Kinderklinik behandelt
werden müssen. Der besondere Rettungswagen kommt aber auch bei allen
anderen Notfällen von Neugeborenen, die in die Diako verlegt werden
müssen, zum Einsatz.
Der Flensburger ist landesweit nach Lübeck der zweite Baby-Notarztwagen
und steht für Fahrten in dem Gebiet Flensburg, Schleswig, Kappeln,
Husum und Niebüll zur Verfügung. Jetzt haben wir eine sichere
Transportmöglichkeit, freut sich PD Dr. Hans-Dieter Oldigs, Chefarzt
der Diako-Kinderklinik. Das Fahrzeug sei optimal für den Transport
der kleinen Patienten ausgerüstet. Der Transportinkubator, der
Brutkasten, ist im Gegensatz zu den Möglichkeiten eines normalen Rettungswagens
so installiert, dass die Gefahr von Verletzungen minimiert wird, erklärt
Rainer Blaas, Abteilungsleiter Technik der Flensburger Berufsfeuerwehr,
bei der der Rettungswagen stationiert ist. Durch eine bessere Federung seien
die Erschütterungen zudem wesentlich geringer als bei einem herkömmlichen
Notarztwagen. Nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Schnelligkeit des
Fahrzeugs hebt Dr. Sönke Thomsen, Kinder-Intensivarzt der Diako, hervor:
Oft ist der Rettungshubschrauber nicht sofort verfügbar. Dann
sind wir mit dem Baby-Notarztwagen selbst in Husum oder Niebüll schneller
als mit dem Hubschrauber.
Zur Besatzung gehören zwei Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr
Flensburg sowie ein Neugeborenen-Intensivarzt und eine Kinderkrankenschwester
bzw. ein Kinderkrankenpfleger der Diako. Der von der Björn-Steiger-Stiftung
gespendete Notarztwagen wurde von der Berufsfeuerwehr Lübeck übernommen.
(Ole Michel)
Hilfe
bei der Suche nach dem richtigen Pflegeheim:
AOK-Pflegeheim-Navigator online
Wer eine Pflegeeinrichtung für Angehörige oder für sich
selbst sucht, kann ab sofort im Internet einen speziellen Navigator der
AOK nutzen.
Über die Internetseite www.aok.de/sh
in der Rubrik Pflege lassen sich Angebote der vollstationären Pflege,
der Kurzzeit- sowie der Tages- und Nachtpflege nicht nur in Schleswig-Holstein,
sondern sogar im ganzen Bundesgebiet recherchieren. Man kann damit Informationen
über Pflegeeinrichtungen in der näheren Umgebung einholen oder
Heime in einem bestimmten Postleitzahlenbereich suchen. Auch kann nach
der Art der Pflege unterschieden werden: vollstationäre Pflege, Kurzzeit-
oder Tages- und Nachtpflege.
Der Navigator bietet einen guten Überblick über Pflegeheime,
deren Lage, Leistungsangebot, Preise und sonstige Rahmenbedingungen.
Ein weiterer entscheidender Vorteil des Navigators gegenüber bereits
bestehenden Internet-Suchmaschinen im Pflegebereich sind zuverlässige
Angaben über Preise der Pflegeleistungen. Außerdem wird dargestellt,
welche Leistungen die Pflegekasse zahlt und welche Kosten man selbst übernehmen
muss. Damit ist der Navigator ein wichtiger Schritt hin zu mehr
Transparenz im Bereich der Pflege und zur Stärkung der Verbrauchersouveränität,
so Dr. rer. soc. Dieter Paffrath, Vorstandsvorsitzender AOK Schleswig-Holstein.
(AOK
Schleswig-holsteinische
Gemeinde wird selbst aktiv:
Landarzt gesucht!
Medizinische Versorgung und Gesundheitsdienstleistungen direkt vor Ort
sind in ländlichen Gemeinden Schleswig-Holsteins immer seltener zu
finden. Dies ist besonders ein Problem für ältere Menschen,
die zum Beispiel auf regelmäßige ärztliche Hilfe angewiesen,
aber oftmals nicht mehr mobil sind. Doch es gibt Kommunen, die diese Situation
nicht einfach so hinnehmen und aktiv werden. Beispiel Beidenfleth in der
Wilstermarsch, unweit der Elbe.
Deshalb sucht Beidenfleth jetzt eine(n) Allgemeinmediziner(in), die/der
die im Ort bestehenden Praxisräume (124 qm) übernehmen will.
Die Räumlichkeiten stehen zum Kauf oder als Mietobjekt zur Verfügung.
Finanzierungsmöglichkeiten können mit der Gemeinde diskutiert
werden. Eine Kooperation des/r neuen Arztes/Ärztin mit einer bestehenden
Arztpraxis aus der näheren Umgebung wäre ebenfalls denkbar.
Bürgermeister Krey begründet das Engagement seiner Gemeinde
so: Wir möchten Beidenfleth auch in Zukunft für unsere
Bewohner lebenswert erhalten. Darum versuchen wir nicht nur einen Arzt,
sondern auch weitere Gesundheitsangebote in den Ort zu holen. Die
Gemeinde sei mit dem DRK-Kreisverband im Gespräch. Ambulante Versorgung,
häusliche Pflege, Informationsgespräche zur Vorsorge usw. -
das alles soll es bald in Beidenfleth geben. Vielleicht kann unsere
Initiative ja ein Vorbild für vergleichbare Gemeinden sein,
sagt Peter Krey.
Allgemeinmediziner, die sich in Beidenfleth niederlassen möchten,
nehmen bitte Kontakt auf mit Bürgermeister Peter Krey, Fockendorf
4, 25573 Beidenfleth, Tel. 04823/8704, Fax 04823/75637, E-Mail krey-peter@web.de.
(Alexandra Greger
Per
Datenbank zur passenden Patientenschulung
| |
 |
| |
 |
| |
oben:
In der Lehrküche
Qualitätskriterium Gruppengröße: Das Gespräch
in einem überschaubaren Kreis stärkt die Eigenverantwortung
(Fotos: Archiv der DRV Bund) |
Patientenschulungen
gibt es in unterschiedlichster Form. Doch nicht alle Angebote entsprechen
dem aktuellen Erkenntnisstand. Gute Programme sind noch nicht genug
verbreitet, sagt der Würzburger Mediziner und Psychologe Hermann
Faller. Mit seinem Team hat er daher eine Datenbank Patientenschulung
entwickelt. Wir wollen mit der Datenbank einen Service für
Praktiker bieten, die ein Schulungsprogramm suchen. Sie können sich
so aufwändige Recherchen ersparen, erläuterte der Forscher
im März auf dem Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium der
Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund, zu dem rund 900 Teilnehmer aus
Forschung und Praxis nach Berlin gekommen waren.
Derzeit stehen 55 Trainingsprogramme für Gruppen bis zu 15 Teilnehmern
im Netz. Interaktive Vermittlungsformen gelten als besonders wirksam für
die Krankheitsbewältigung und das Selbstmanagement chronisch kranker
Menschen. Sie bilden daher ein wichtiges Qualitäts- und Auswahlkriterium.
Grundsätzlich werden nur Schulungen aufgenommen, die in einem Manual
ausgearbeitet sind. Ein Raster gibt einen Überblick über Inhalte,
Zielgruppen und daktische Kategorien wie Wissenserwerb, Fertigkeitentraining,
Motivation zur Lebensstiländerung, Angstreduktion, soziale Kompetenzen.
Darüber hinaus findet man Hinweise auf Evaluationsergebnisse, Fortbildungsangebote
und Bezugsquellen.
Anhand von Suchfunktionen lassen sich die Programme nach einzelnen Merkmalen
filtern, zum Beispiel nach Indikationen: Das sind derzeit Adipositas,
Allergien und Asthma, Bluthochdruck und koronare Herzkrankheit, Diabetes,
Epilepsie, Hauterkrankungen, Neubildungen, Parkinsonkrankheit, Rheuma
und Polyarthritis, Pankreatitis, Leber- und Darmerkrankungen, Neurodermitis
und chronischer Rückenschmerz. Die Datenbank soll kontinuierlich
erweitert werden.
Weitere Informationen im Internet:
www.zentrum-patientenschulung.de/datenbank,
E-Mail kontakt@zentrum-patientenschulung.de (Leonie von Manteuffel
Buchtipps:
Mit Zellen statt Skalpellen
Mit Zellen statt Skalpellen heißt der neue Band in der
GEK-Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse (Bd. 48). Der Düsseldorfer
Spezialist für Krebsfrüherkennung Prof. Dr. Alfred Böcking
(Institut für Cytopathologie der Univ.) stellt anhand von 16 realen
Patientengeschichten dar, wie mit sanften Methoden (Abstrich mit kleinen
Bürsten oder Nadeln) anstelle der invasiven Histologie Proben zur
Klärung eines Verdachts gewonnen werden können. Nur beim Cervix-Abstrich
sei dies bisher in größerem Umfang der Fall, aber auch Mund,
Lunge, Schilddrüse, Leber oder Prostata seien geeignete Organe. Die
Gmünder Ersatzkasse will sich für eine bessere Vergütung
dieser Untersuchungsmethoden einsetzen. Eine größere Studie
zum Vergleich mit der Histologie sei Anfang 2007 in Auftrag gegeben worden.
Das Buch ist in Lehmanns Fachbuchhandlung in Berlin 2007 erschienen, hat
107 Seiten, ISBN
9-783865-411778, 19,90 Euro.
Basisdaten
Seine Ausgewählten Basisdaten des Gesundheitswesens (2006)
hat der VdAK/AEV (Verband der Angestellten-Krankenkassen mit Arbeiter-Ersatzkassenverband,
Siegburg bei Bonn) im März neu vorgelegt. Die (oft bis Ende 2005
reichenden) Daten beziehen sich auf diese Abschnitte: Rahmendaten, Krankenversicherungsschutz,
Risikostrukturausgleich, Beitragssätze, Leistungsausgaben, Angebotskapazitäten,
Zuzahlungen, Pflegeversicherung.
Einige Beispiele: Gut 88 Prozent der Bevölkerung waren zuletzt in
der GKV und gut neun Prozent in der PKV versichert. Schleswig-Holstein
hat - nach Bevölkerungsanteil gerechnet - ein bundespolitisches Gewicht
von nur 3,4 Prozent (gegenüber Nordrhein-Westfalen 22 Prozent, Bayern
ca. 15, Baden-Württemberg 13 und Niedersachsen knapp zehn Prozent).
Zudem liegt das Pro-Kopf-Einkommen einige Prozent unter dem Bundesdurchschnitt
- bei Angestellten (2005) 37 700 Euro p. a. gegenüber
40 600 im Bund und an der Spitze Hamburg (ca. 44 450).
Die Zahl der Krankenkassen hat sich weiter verringert - von über
1 800 in 1970 auf 256 in 2006, davon allerdings 201 Betriebskrankenkassen.
Die Ausgaben der GKV (nur alte Länder, 2005, knapp 120 Milliarden
Euro) verteilten sich so: Krankenhaus knapp 34 Prozent, Arzneimittel gut
17 Prozent, (Vertrags-)ärztliche Behandlung 16,6 Prozent, Zahnärzte
und -ersatz sieben, Verwaltungskosten knapp sechs, Krankengeld gut vier,
Fahrtkosten knapp zwei und sonstige Leistungen knapp acht Prozent.
Das Heft mit 108 Seiten ist beim VdAK (Fax 0222241/108-567) erhältlich
oder zum Download aus www.vdak-aev.de/presse/daten/basisdaten_
2006/index.htm.
Rote Liste
Die bewährte Rote Liste ist als Buchausgabe 2007 seit
Anfang April erhältlich. Sie umfasst 8 834 gesicherte Einträge
über Präparate und 35 774 Preisangaben von fast 500 pharmazeutischen
Unternehmen. Daneben gibt es wie bisher eine Internet-Ausgabe (www.rote-liste.de),
eine Intranet-Ausgabe für Kliniken und andere große Institutionen,
eine DVD und eine Software kombiniert mit einem Pocket-PC.
Buchausgabe: 2 272 Seiten, ISBN-13: 978-3-939-192-10-7, Preis 77 Euro
plus Versandkosten.
Gesundheitstagebuch
Mein Gesundheitstagebuch enthält viele Tabellen zum Selbstausfüllen
und Selbstkontrollieren mit Werten wie Blutdruck, Puls, Körpergewicht,
Blut-zucker und sportlichen Betätigungen. Für disziplinierte,
engagierte Patienten bzw. Präventionsinteressenten geeignet.
Dr. Andreas Davis und R. Martovic, Humboldt Verlag, Baden-Baden 2007,
159 Seiten, ISBN 3-89994-125-X, 7,90 Euro. (hk
Für
Sie gelesen:
| |
 |
| |
Dr.
Jochen-Michael Schäfer
(Foto: Br) |
Essentials für die künftige KV
Entscheidend ist, dass der Patient die Versorgung bekommt, die er
benötigt, und dass der Vertragsarzt Rahmenbedingungen vorfindet,
die ihm seine Arbeit in Übereinstimmung mit seiner Überzeugung
und mit dem notwendigen Verantwortungsspielraum ermöglichen, bei
gleichzeitiger Bezahlbarkeit der ärztlichen Leistungen und angemessenen
Honoraren.
Dr. Jochen-Michael Schäfer, Kiel, erster Vorsitzender PVS-Verband,
in: Ausstieg aus dem System der kas-senärztlichen Versorgung
- Perspektiven, Hg. Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen
(PVS), Berlin 2007, S. 4 f.
Wachstumsmarkt Gesundheit? Ohne GKV!
Wenn vom Wachstumsmarkt Gesundheit gesprochen wird, muss ... deutlich
sein, dass damit nur der Wachstumsmarkt gemeint sein kann, der durch freiwillige
Leistungen, durch Eigenfinanzierung und durch Eigenvorsorge entsteht.
Die gesetzliche Krankenversicherung wird nicht der Motor sein ...
Prof. Dr. Fritz Beske, Artikel Wachstumsmarkt Gesundheit - und wer
zahlt? in Arzt und Krankenhaus 3/2007, S. 1. (hk
Häufigste
DRG: Angina pectoris
Die häufigste Hauptdiagnose bei stationärem Krankenhausaufenthalt
war im letzten abgerechneten Jahr (2005) Angina pectoris mit 316 000 Fällen.
Wie das Statistische Bundesamt (www.destatis.de)
mitteilte, gab es insgesamt 17 Millionen Behandlungsfälle einschließlich
der knapp 500 000 Geburten. An zweiter Stelle folgte (die früher
führende) Herzinsuffizienz sowie drittens mit knapp 300 000 Fällen
psychische Störungen und Verhaltensstörungen durch Alkohol.
Bei Männern lag letztere Fallgruppe an der Spitze, gefolgt von Angina
pectoris und Leistenbruch
(153 000). Bei Frauen kamen nach Herzinsuffizienz an zweiter Stelle Brustkrebs
(153 000) und an dritter Stelle Gallensteine. (hk
Wirtschaftsrat
CDU
Falsche Zahlen und Fakten
Eine Falschmeldung wird nicht besser, indem man sie wiederholt,
so der Kommentar des Vorstandsvorsitzenden des Universitätsklinikums
Schleswig-Holstein, Prof. Bernd Kremer, zur Kritik des CDU-Wirtschafsrates.
Das Jahresdefizit des UK S-H liegt im Schnitt bei 15 Millionen Euro -
und im Jahr 2006 damit um fünf Millionen besser als der mit dem Aufsichtsrat
vereinbarte Jahresabschluss und fünf Millionen unter dem von 2005.
Für den Vorstand des UK S-H ist nicht erkennbar, dass sich der Wirtschaftsrat
der CDU jemals ernsthaft mit den Problemen und der wirtschaftlichen Situation
des UK S-H beschäftigt hätte. Der Beweis, dass die Privatisierung
eines Universitätsklinikums heute die beste Lösung aller Probleme
darstellt, ist derzeit in Deutschland nicht erbracht. Auch die Äußerungen,
dass private Betreiber sich der Forschung und Lehre besonders anzunehmen
hätten, entbehren jeder Grundlage und sind als bloße Behauptungen
zu bewerten.
Im Gegenteil hat das aktuelle Jahresergebnis gerade eindrucksvoll bewiesen,
wie sich ein fusioniertes Universitätsklinikum wie das UK S-H in
öffentlicher Trägerschaft wirtschaftlich positiv entwickeln
kann. Die Unternehmensberatung Roland Berger hatte für das Jahr 2006
für die Unikliniken Kiel und Lübeck ein Defizit von 52,8 Millionen
Euro prognostiziert - ohne Fusion. Die Fusion hätte nach Aussagen
der Gutachter dieses Defizit auf 25,6 Millionen Euro reduziert. Der Vorstand
und die Beschäftigten des UK S-H haben also knapp zehn Millionen
Euro mehr eingespart als überhaupt geplant war - ein Beweis mehr
für die umgesetzten umfangreichen Maßnahmen zur Kostenreduzierung
und Umsatzausweitung. (Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner
KammerIdent
in Flensburg
 |
|
| Mitarbeiterinnen
der Ärztekammer Schleswig-Holstein: Stefanie Hartmann, Tatjana
Voß und Janina Lohse (v. l.) (Foto: Dav) |
|
Erstmals wurde am 21.
Februar 2007 das so genannte KammerIdent in Flensburg angeboten.
Ärztinnen und Ärzte, die den elektronischen Heilberufsausweis
(eHBA) beantragen, müssen sich nach Signaturgesetz identifizieren lassen.
Standard ist das PostIdentverfahren, das vielen auch aus anderen Bereichen
bekannt ist.
Die Ärztekammer Schleswig-Holstein hat Mitarbeiterinnen schulen lassen,
wurde daraufhin vom Zertifizierungsdiensteanbieter (ZDA) D-Trust als externe
Identifikationsstelle anerkannt und darf nunmehr das Identverfahren für
ihre Mitglieder anbieten.
Erstmals zum Einsatz gekommen sind die Mitarbeiterinnen der Ärztekammer
anlässlich eines Workshops des Projektbüros der Arbeitsgemeinschaft
elektronische Gesundheitskarte (ARGE eHBA.SH GmbH) in Flensburg, bei dem
die am Test teilnehmenden Ärzte(innen) sowie zum Teil deren Praxisteams
sich anhand der Musterumgebung über die in der nächsten Teststufe,
dem so genannten Release 1, im Sommer 2007 vorgesehenen Verfahrensschritte
informieren konnten: Beschreiben der elektronischen Gesundheitskarte (eGK)
mit Notfalldatensatz und elektronischem Rezept - zunächst offline.
Unter Anleitung von Claudia Klug, D-Trust, nahmen Stefanie Hartmann, Janina
Lohse und Tatjana Voß die Identifikationen nach Signaturgesetz vor
und boten zudem an, auch den Antrag auf Ausstellung des eHBA vor Ort aufzunehmen.
So konnten an dem Nachmittag für alle teilnehmenden Ärzte(innen)
die entsprechenden Anträge auf den Weg gebracht werden. Als interessierte
Gäste nahmen zudem Dr. Esther Freese und Georgios Raptis vom Projektbüro
der Bundesärztekammer teil. (Dav)
Impfung zur Vorbeugung des Cervix-Karzinoms
Nachdem die Ständige Impfkommsission (STIKO) am Robert Koch-Institut
(RKI) am 26.03. die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) als Standardimpfung
für 12 bis 17-jährige Mädchen empfohlen hatte, startete
im Norden, in Hamburg, am 28.03. die Auftaktveranstaltung für die
bundesweite Aufklärungskampagne der Bevölkerung. Bei der Pressekonferenz
waren u. a. dabei Vertreter der STIKO, vom Deutschen Krebsforschungszentrum
Heidelberg (an der Entdeckung beteiligt), vom Berufsverband der Frauenärzte,
vom Hausärzteverband, vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte,
von der Deutschen Kebsgesellschaft, vom Impfmittelhersteller Sanofi Pasteur
MSD.
Der erste Krebs-Impfstoff überhaupt, Gardasil, habe in
zwei großen Studien (Future I und II) mit mehr als 25 000 Probanden
einen bis zu 100-prozentigen Schutz vor dem Cervix-Karzinom, seinen Vorstufen
sowie vor Vorstufen des Vulva-Karzinoms und der äußeren Genitalwarzen
gezeigt. Die beobachtete Wirksamkeit über fünf Jahre lege die
Annahme nahe, dass ein Langzeitschutz gegeben sei. Der komplette Impfzyklus
besteht aus drei Impfungen, idealerweise zu den Zeitpunkten 0,2 und sechs
Monate. Die meisten gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten
von über 400 Euro, die übrigen dürften bald folgen. Informationen
im Epidemiologischen Bulletin des RKI 12/2007, www.rki.de.
(hk)
Protonentherapiezentrum
Wie berichtet, soll in Kiel am UK S-H ein Protonentherapiezentrum zur
effektiveren Bestrahlung bestimmter seltenerer Krebsarten geschaffen werden.
Jetzt sind Pläne bekannt geworden, am Standort Lübeck ein zweites
Zentrum zu errichten, möglicherweise mit weitergehender Schwerionenbestrahlung.
Dahinter stehen anscheinend private Investoren, die nach Presseberichten
Firmenchef Stefan Dräger persönlich (nicht qua Firmengruppe
Dräger/Siemens) zur Stärkung des Medizin-Standorts Lübeck
ermuntert haben soll. Da die Zentren sehr hohe Investitionen (um 160 Millionen
Euro) und hohe Behandlungskosten mit sich bringen, hat der VdAK/AEV Schleswig-Holstein
bereits deutlich gegen die neuen Pläne protestiert. Die Zustimmung
zu einem norddeutschen Zentrum (in Kiel) sei dann nicht mehr gegeben,
sagte VdAK-Landesleiter Dietmar Katzer. Der Letter of intent
an das UK S-H gelte in dem Fall nicht mehr. Es sei nicht vernünftig,
in einem kleinen Bundesland zwei derartige Bestrahlungszentren zu schaffen.
Der VdAK habe auf Bundesebene soeben einen Vertrag mit der Universität
Essen dahingehend abgeschlossen, dass Ersatzkassen-Versicherte aus dem
Bundesgebiet am dortigen Protonentherapiezentrum behandelt werden könnten.
(hk)
Mobiler
Gesundheitsassistent
An vielversprechenden technischen Erfindungen mangelt es im Gesundheitssektor
nicht, eher an der praxisbezogenen, patientengerechten Umsetzung. Jüngstes
Beispiel für technischen Fortschritt ist die auf der CeBIT in Hannover
unlängst vorgestellte Ambient Intelligence, d. h. die
Vernetzung winziger Sensoren in Alltagsgegenständen mit Kleincomputern
oder Mobiltelefonen und telemedizinischen Betreuungszentralen. In einem
Pressegespräch stellte der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft,
Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, die unsichtbaren Helfer
vor.
Das ist z. B. der Mobile Gesundheitsassistent für Patienten
mit erhöhtem Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse. Erfasst
werden über ein Sensorhemd mit EKG-Elektroden auch Daten
wie Puls, Sauerstoffsättigung des Blutes und indirekt der Blutdruck.
Verschlechtert sich der Zustand, alarmiert der Mobile Gesundheitsassistent
den Arzt. Ein anderes Beispiel seien intelligente Gehstöcke,
die bei einem Sturz die Alarmzentrale informieren. Ambient Intelligence
könne aber auch Menschen helfen, die beim Lebensmittel-Einkauf genau
überprüfen müssen, ob bestimmte nicht geeignete Inhaltsstoffe
enthalten sind. (hk
Hansepreis für Intensivmedizin
an Kieler Ärztin
 |
|
Prof.
Dr. Inéz Frerichs
(Foto: UK S-H) |
|
Auf dem 17. Symposium
für Intensivmedizin und Intensivpflege im Februar 2007 in Bremen
hat Prof. Dr. Inéz Frerichs, Mitarbeiterin der Klinik für
Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin (Direktor: Prof. Dr.
Jens Scholz) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus
Kiel, den mit 5 000 Euro dotierten Hansepreis für Intensivmedizin
gewonnen.
Die Ergebnisse der von ihr durchgeführten Studie wurden zudem im
international renommierten American Journal of Respiratory and Critical
Care Medicine publiziert. Damit wurde die seit einigen Jahren am UK S-H,
Campus Kiel, etablierte Arbeitsgruppe Beatmung in der Intensivmedizin
hochrangig ausgezeichnet.
Prof. Frerichs hat sich mit dem neonatalen Atemnotsyndrom und der dazugehörigen
Surfactant-Therapie beschäftigt. Bisher konnte die optimale Applikationsform
und das Beatmungsmanagement vor, während und nach der Surfactant-Gabe
nicht endgültig definiert werden. Mit der so genannten elektrischen
Impedanztomographie steht seit kurzem ein neues Verfahren zur Verfügung,
mit dem nicht-invasiv die Verteilung der Ventilation in der Lunge untersucht
werden kann. Dieses Verfahren wurde von Prof. Frerichs an einem akuten
Lungenschädigungsmodell eingesetzt, um die Änderungen der regionalen
Lungenventilation nach Surfactant-Gabe zu untersuchen. Es zeigte sich,
dass ein nach Gabe des Surfactant durchgeführtes Rekruitment-Manöver
die Verteilung der Ventilation am günstigsten beeinflusste. Die für
diese Untersuchung entwickelten Auswertealgorithmen erwiesen sich als
geeignet, die Unterschiede in der Verteilung der Ventilation bei verschiedenen
Beatmungsstrategien zu quantifizieren. (Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner
Psychisch
Kranke in Lübeck
Künftig von Uniklinikum und Psychatrium-Gruppe
gemeinsam versorgt
Zwei Träger - ein gemeinsames Versorgungskonzept. Auf diese Formel
lässt sich die neue Kooperation der Lübecker Universitätsklinik
für Psychiatrie und Psychotherapie und der AMEOS Psychatrium-Gruppe
bringen. Bislang wurden psychisch Erkrankte in Lübeck allein vom
Uniklinikum gemeindenah versorgt.
In der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Lübeck (Direktor: Prof. Dr. Fritz Hohagen) werden etwa 1 000 Menschen
im Jahr mit psychischen Problemen behandelt. Hinzu kommen über 1
000 Notfälle in der ambulanten Versorgung.
| |
 |
| |
Gemeindenahe
Versorgung: Das alte Kesselhaus der Uniklinik für Psychiatrie
(Foto: UK S-H) |
Fast 70 Prozent der
Patienten sind aus Lübeck. Etwa 300 Patienten jährlich kommen
aus anderen Bundesländern. Dies belegt den hervorragenden überregionalen
Ruf, den die Klinik bei der Behandlung von Depressionen, Angsterkrankungen
und Persönlichkeitsstörungen genießt.
Neben die Uniklinik tritt in der gemeindenahen Versorgung psychischer
Erkrankungen künftig auch die Psychiatrische Klinik im früheren
Gebäude der Universitätskinderklinik in der Kahlhorststraße.
Die Klinik (Leitung: Dr. Angela Schürmann) wird am 16. April 2007
eröffnet. Träger ist die AMEOS Psychatrium-Gruppe. Presseberichte
der vergangenen Tage hatten den unzutreffenden Eindruck vermittelt, eine
Behandlung psychisch Kranker in Lübeck habe es bisher nicht gegeben.
Das zusätzliche Versorgungsangebot entsteht durch die Verlagerung
von 66 Betten von Neustadt nach Lübeck. Die verschiedene Schwerpunktsetzung
beider Kliniken ermöglicht es, Menschen mit psychischen Erkrankungen
an zwei Standorten optimal zu versorgen.
Damit die Kooperation zwischen beiden Kliniken möglichst reibungslos
funktioniert, wurde zwischen den Trägern ein Kooperationsvertrag
geschlossen, der die Behandlungsschwerpunkte aufeinander abstimmt. Am
Universitätsklinikum werden vorrangig Menschen mit Depressionen,
Angst- und Zwangsstörungen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen
und Alkoholabhängigkeit behandelt. Die neue Klinik in der Kahlhorststraße
spezialisiert sich auf die Behandlung alter Menschen, Psychoseerkrankter
und Abhängiger. (Rüdiger Labahn
DÄB
Kiel wählt neuen Vorstand
Die Gruppe Kiel des Deutschen Ärztinnenbundes e. V. hat Dr. Ulla
Ballies (Fachärztin für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie,
Fachärztin für Laboratoriumsmedizin und Infektiologin) zu ihrer
neuen Vorsitzenden gewählt. Zur Schriftführerin wurde Dr. Brunhild
Rauner-Trompetter (Urologie, Medizinökonomie) gewählt. Dr. Christine
Rosenstein (Allgemeinmedizin) wurde im Amt der Kassenwartin, das sie seit
2003 innehat, bestätigt.
Die nächste Sitzung des DÄB ist am 19.06.07 (bei Interesse bitte
den Versammlungsort erfragen unter Tel. 0431/2183816). Alle interessierten
Kolleginnen sind herzlich willkommen! (Gabriele Stange

Mehr Sicherheit auf See bei Verdacht
auf Herzinfarkt
An Bord aller Fährschiffe der Lübecker Reederei TT-Line ist
es durch eine Kooperation mit der kardiologischen Abteilung der Segeberger
Kliniken Gruppe möglich, bei Verdacht auf einen Herzinfarkt über
eine Telefonleitung direkt erfahrene Herzspezialisten zu Rate zu ziehen.
Im Falle eines kardiologischen Notfalls an Bord wird das von einem nautischen
Offizier aufgenommene EKG per Telefon oder Handy in das Telemedizinzentrum
der Segeberger Kliniken GmbH und auch an die Kardiologie in Hässleholm
(Südschweden) gesendet. Dort stehen in einer 24-Stunden Bereitschaft
Fachmediziner zur Verfügung, um den Fall abzuklären und weitere
Maßnahmen einzuleiten.
Seit mehreren Monaten wurden alle nautischen Offiziere auf den zwischen
Lübeck-Travemünde/Rostock und der südschwedischen Stadt
Trelleborg verkehrenden Fähren geschult. Mit nur drei externen Elektroden
leiten die ausgebildeten Nautiker ein EKG ab und senden das gespeicherte
12-Kanal-EKG über Telefon und Handy an den multilingualen Server
in Bad Segeberg. Von dort wird das eingehende EKG per E-Mail direkt an
die Segeberger Kardiologen und an die Klinik in Hässleholm weitergeleitet.
Lautet die Diagnose Infarkt, werden weitergehende Rettungsmaßnahmen
eingeleitet und der Befund an die behandelnde Klinik gesandt, die alle
weiteren Vorbereitungen trifft.
Die transnationale Telemedizin ist ein europaweites Projekt und wird von
der Europäischen Union im Rahmen der e-health for regions
mit 1,8 Millionen Euro gefördert. Partner sind das Kieler Ministerium
für Arbeit, Gesundheit und Soziales und insbesondere die AOK. Die
Patienten der größten gesetzlichen Krankenkasse in Schleswig-Holstein
werden bereits seit sechs Jahren erfolgreich durch telemedizinische EKG-Fernüberwachung
versorgt. Den Anstoß gaben der damalige Vorstandsvorsitzende der
AOK, Peter Buschmann, und die Segeberger Kliniken in einem gemeinsamen
Modellprojekt vor sechs Jahren: Es ist unser Ziel, Mobilität
und Gesundheit möglichst lange und weitgehend miteinander zu vereinbaren.
Das verbessert nachhaltig die Lebensqualität unserer Kunden,
erklärt Gerhard Kruse, AOK-Bereichsleiter Gesundheitspartnerservice.
(R. Quentin/H. M. Richter
Kieler Forscher des UK S-H erhält den Felix-Wankel-Tierschutz-Forschungspreis
PD Dr. Jürgen Biederer, Oberarzt der Klinik für Diagnostische
Radiologie des UK S-H, Campus Kiel, ist am 12. April 2007 mit dem Felix-Wankel-Tierschutz-Forschungspreis
ausgezeichnet worden. Die Verleihung des mit insgesamt 30 000 Euro dotierten
Preises fand an der Ludwig-Maximilians-Universität München statt.
Alle zwei Jahre wird der Preis dort für innovative wissenschaftliche
Arbeiten vergeben, die den Tierschutz in herausragender Weise befördern.
Die Ehrung teilt sich Biederer mit der Leipziger Toxikologin PD Dr. Kristin
Schirmer.
Ausgezeichnet wurde Biederer für seine Forschung zu bildgebenden
Verfahren zur Darstellung der Lunge. Das von ihm entwickelte Thoraxmodell
ermöglicht es, anstelle von lebenden Tieren die Organe von Schlachttieren
für medizinische Experimente zu verwenden. Das Thoraxmodell besteht
aus einem Plexiglasbehälter in der Größe eines Oberkörpers,
in dem die luftgefüllten Lungen der Schlachttiere untersucht werden.
Damit lassen sich krankhafte Befunde simulieren und mittels Magnetresonanztomographie
(MRT), Computertomographie (CT), Durchleuchtung (DSA) und Röntgenübersichtsaufnahmen
abbilden. Das von Biederer entwickelte Thoraxmodell wird seit 2001 verwendet
und ersetzt eine Vielzahl von Testungen an lebenden Tieren. Bisher ist
es in Hamburg, Aachen, Heidelberg, Würzburg, Forchheim und München
zum Einsatz gekommen.
Der Preisträger studierte Medizin in Kiel und ist seit 1997 in der
Radiologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holsteins tätig.
Er habilitierte sich 2003 für das Fach Diagnostische Radiologie und
übernahm im Januar 2007 als Oberarzt die Leitung der radiologischen
Einrichtungen der I. Medizinischen Klinik. Mit ihren Arbeiten zur Weiterentwicklung
der bildgebenden Verfahren leisten Biederer und seine Arbeitsgruppe einen
wesentlichen Beitrag zur Erforschung und Diagnostik von Lungenerkrankungen
wie Lungenkrebs oder Mucoviszidose. (Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner
 |
|
| Ute
Göller (Foto: SH) |
|
10-jähriges
Jubiläum
Ärztekammer-Mitarbeiterin
Ute Göller feierte am 01.04.2007 ihr 10-jähriges Dienstjubiläum.
Angefangen 1997 in der Rechtsabteilung, unterbrach Ute Göller ihre
Arbeit im Jahr 2000 durch die Geburt der Zwillingstöchter. Seit September
2004 unterstützt sie in Teilzeittätigkeit nun das Team in der
Weiterbildungsabteilung. (SH)
Leserbrief
 |
|
| Dr.
Ewald |
|
Leserbrief von
Dr. Hermann Ewald zum Artikel Verweigerte Hilfe beim Sterben,
SHÄ 3/2007, 45 ff.
Im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt Heft 3/2007 wurde ein Artikel
von Wally und Horst Hagen mit dem Titel Verweigerte Hilfe beim Sterben
veröffentlicht.
Die Autoren stellen in diesem Artikel ihre persönliche Sicht zum
Thema Sterbehilfe dar.
Es mag sein, dass sie in ihrer Berufspraxis die entsprechenden Erfahrungen
gemacht haben, diese Praxis hat sich aber inzwischen verändert. Hospizliche
und palliativmedizinische Begleitung können viele Symptome wesentlich
lindern. Sie umfassen die Sorge um den Patienten und um dessen Familie
und versuchen der letzteren zu helfen, neue Kräfte zu sammeln, um
ein liebevolles Umsorgen des sterbenden Menschen zu ermöglichen.
Die in diesen Bereichen haupt- oder ehrenamtlich tätigen Menschen
sind weit davon entfernt, Seelentrost von der Stange zu liefern,
wie es die Autoren vermuten. Stattdessen bieten sie qualifizierte Symptomlinderung
an und ein hohes persönliches Engagement. Sie lassen sich auf eine
Begegnung mit den sterbenden Menschen und deren Familien ein, in der sie
nicht ungerührt professionell auftreten, sondern Menschen als Menschen
begegnen.
Trotzdem bleibt Sterben mit Leid verbunden und mit Angst. Leid und Angst
dessen, der stirbt und Leid und Angst derer, die dabei sind. Diese Erfahrung
gehört zu den tiefsten Erfahrungen, die im Leben möglich sind
und sie verändern die betroffenen Menschen.
Der scheinbar achtlose Umgang mit dem Thema Sterbehilfe macht betroffen
und erschüttert. Aktive Sterbehilfe mag ein Gefühl der scheinbaren
Kontrolle bieten. Auch sie kann aber letztendlich die Angst vor dem Sterben
nicht nehmen. Hospizliche und palliativmedizinische Begleitung stehen
dem gegenüber und versuchen ein würdevolles und selbstbestimmtes
Leben bis zum Tod zu ermöglichen.
Sterbehilfe ist ein Thema, das der sensiblen und respektvollen Diskussion
bedarf. Um eine solche Diskussion führen zu können, ist ein
profundes Wissen über die Realität der hospizlichen und palliativmedizinischen
Versorgung nötig und eine gegenseitige Achtung und Wertschätzung
der Diskutierenden.
Die Autoren sind eingeladen, den Wandel, der sich in der Versorgung Sterbender
derzeit vollzieht, durch die Begleitung der Arbeit einer Palliativstation
oder eines stationären Hospizes kennen zu lernen.
Dr. Hermann Ewald, Norderstr. 30 a, 24340 Eckernförde
|

Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 5/2007
S. 8-16
|