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Rezension


Klinische Ethik
Eine praktische Hilfe zur ethischen Entscheidungsfindung

Bibliographische Angaben: A. R. Jonsen, M. Siegler, W. J. Winslade, 5. Auflage. Deutscher Ärzteverlag, Köln 2006, 243 Seiten, ISBN 3-7691-0524-9, 29,95 Euro

Nachdem bereits italienische, spanische, portugiesische und japanische Übersetzungen von „Clinical Ethics“ erschienen sind, liegt dieses Buch nun glücklicherweise auch in deutscher Übersetzung vor. Die Autoren sind Pioniere der nordamerikanischen Medizinethik. Albert Jonsen ist Professor für Bioethik, Mark Siegler Internist und William J. Winslade ethischer Berater am Institut „Medical Humanities“ in Houston. Je mehr die Medizin kann, je mehr diagnostische und therapeutische Interventionen möglich sind, umso wichtiger werden die richtige Wahl und das Gespräch mit dem Patienten, der heute häufiger als früher mitentscheiden will. „Selbst auf höchstem technologischen und wissenschaftlichen Niveau“, schreiben die Autoren, „bleibt die Medizin nichts anderes als eine zwischenmenschliche Beziehung, deshalb ist die Arbeit des Arztes … in einen ethischen Kontext eingebettet.“ Der methodische Ansatz des Buches ist interessant: Jedes medizinethische Problem wird nach vier folgenden Kriterien analysiert: Medizinische Indikationen (1), Patientenpräferenzen (2), Lebensqualität (3) und Kontextfaktoren wie soziale, religiöse (z. B. Verweigerung von Bluttransfusionen durch Zeugen Jehovas) und wirtschaftliche Rahmenbedingungen (4). Ein Vorteil des Buches ist es, dass es von konkreten Patienten ausgeht, die z. B. diagnostischen und therapeutischen Prozeduren nach ausführlicher Beratung durch den Arzt zustimmen (Informed Consent, IC). „Der IC sollte sich nicht auf ein mechanisches Darlegen der Fakten oder eine Proforma-Unterschrift unter ein Stück Papier beschränken.“ Voraussetzung des IC ist die Feststellung der Entscheidungsfähigkeit, die durch Demenz, Delir, Panik, Somnolenz u. a. eingeschränkt oder aufgehoben sein kann. Weitere Themen sind die Offenheit in der Arzt-Patient Beziehung und fehlende Mitarbeit des Kranken bei der Umsetzung ärztlicher Behandlungspläne (z. B. Verlassen des Krankenhauses auf Wunsch des Patienten und gegen ärztliche Empfehlung). Ein Kapitel heißt Alternativmedizin. Eine ärztliche Aufgabe besteht nach Ansicht der Autoren darin, die Patienten ohne moralische Vorurteile zu fragen, ob sie zusätzlich Methoden der alternativen Medizin benutzen. Pflanzliche Mittel etwa sind nicht immer harmlos: Johanniskraut kann durch Enzyminduktion die Konzentration wichtiger Pharmaka verändern. Weitere lesenswerte Kapitel befassen sich mit Lebensqualität, der Indikation für genetische Tests, dem persistierenden vegetativen Status (apallisches Syndrom), mit Sterbebegleitung und palliativer Betreuung. Das Buch ist umfassend konzipiert, anschaulich geschrieben und bietet Hilfe für den Alltag in Praxis und Klinik. Es ist Ärzten, Krankenschwestern, Pflegern, Sozialarbeitern, aber auch Seelsorgern und Politikern, die rechtlich-ethische Entscheidungen treffen, sehr zu empfehlen.

Rezensent: Prof. Dr. Karlheinz Engelhardt, Jaegerallee 7, 24159 Kiel


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Wirtschafts- und Betriebskunde für medizinische und
zahnmedizinische Fachangestellte

Bibliographische Angaben: Nuding, Nuding, Haller, Stollmaier, Runckel, Holland und Josenhans Verlag, 3. Auflage 2006, 424 Seiten, ISBN 3-7782-5896-6, 25,80 Euro

Kurze Inhaltsangabe: Das vorliegende Buch behandelt ausführlich die betriebswirtschaftlichen Inhalte einer Arzt- bzw. Zahnarztpraxis in sachlich klar gegliederter Form. Optisch ansprechende Texte und Bilder ermöglichen ein themenorientiertes Arbeiten mit dem Buch. Der im Anhang des Buches befindliche Lernfeldkompass erleichtert eine Zuordnung der Kapitel zu den Inhalten der entsprechenden Lernfelder des Rahmenlehrplans. Die textlichen Inhalte sind als Schaubilder übersichtlich zusammengefasst. Ergänzend mit den Arbeitsteilen und Prüfungsaufgaben ist ein vollständiges Erarbeiten der betriebswirtschaftlichen Inhalte möglich. Handlungsorientiert ausgerichtete Aufgaben ermöglichen eine Selbstkontrolle des Lernerfolges.

Kritische Bewertung: Im Rahmen der Aktualisierung hätte allerdings ein Kapitel Qualitätssicherung den berufsrelevanten Teil einer medizinischen Praxis vervollständigt.

Empfehlung: Insgesamt kann das Buch als ein gut strukturiertes, themenbezogenes Nachschlagewerk und Arbeitsbuch für die Ausbildung der Medizinischen und Zahnmedizinischen Fachangestellten empfohlen werden.

Rezensent: Johann Tüchsen, Oberstudienrat, Fachbereichskoordinator Gesundheitsberufe an der Beruflichen Schule des Kreises Nordfriesland, Uhlebüller Str. 15, 25899 Niebüll


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 4/2007

S. 45, 86