|
Epidemiologisches
Bulletin
Listeriose
Zur Situation bei wichtigen Infektionskrankheiten in Deutschland (Teil
II*)
*
Teil 1 im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt Heft 3/2007
Epidemiologie der Listeriose in Deutschland auf der Basis der Meldedaten
für die Jahre 2001 bis 2005
Seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) im Jahr 2001
besteht nach § 7 Abs. 1 Nr. 28 IfSG eine Meldepflicht für den
direkten Nachweis von L. monocytogenes aus Blut, Liquor oder anderen normalerweise
sterilen Substraten sowie aus Abstrichen von Neugeborenen, soweit er auf
eine akute Infektion hinweist. Die Entscheidung zur Übermittlung
eines Krankheitsfalles wird auf der Basis der vom RKI veröffentlichten
Falldefinition9 getroffen.
Zum 1. Januar 2004 wurde die Falldefinition der Listeriose insofern verändert,
als nun zu jedem Neugeborenen mit labordiagnostischem Nachweis von L.
monocytogenes die Mutter - unabhängig von ihrem klinischen Bild und
labordiagnostischen Nachweis - als klinisch-epidemiologisch bestätigte
Erkrankung mit übermittelt wird. Dies führt dazu, dass die Fallzahl
im Vergleich mit den Vorjahren maximal um die Anzahl der Neugeborenen-Listeriosen
zunehmen kann. Die Fallzahlen der schwangerschaftsassoziierten Erkrankungen
für 2004 und 2005 sind daher nicht direkt mit denen der Vorjahre
vergleichbar.
Die folgende Auswertung bezieht sich auf die Fälle, die die Referenzdefinition
erfüllen, das heißt die Fälle der Kategorien klinisch-labordiagnostisch
bestätigte Erkrankung und klinisch-epidemiologisch bestätigte
Erkrankung. Innerhalb der Falldefinitionen der Listeriose werden
drei verschiedene Formen unterschieden, die Listeriose des Neugeborenen,
die Listeriose der Schwangeren und die andere, d. h.
nicht schwangerschaftsassoziierte Form. Eine Neugeborenen-Listeriose
liegt unabhängig vom klinischen Bild vor, wenn bei einem Kind im
1. Lebensmonat Listerien nachgewiesen werden. Auch Kinder, die tot geboren
werden und bei denen ein Labornachweis vorliegt, fallen in diese Kategorie.
Unter denen für die Neugeborenen-Listeriose typischen Symptomen werden
Granulomatosis infantiseptica, Meningitis/Meningoenzephalitis, Sepsis,
Dyspnoe sowie Haut-, Bindehaut- und Schleimhautläsionen erfasst.
Die Symptomatik einer Schwangerschaftslisteriose liegt bei Fehl-, Früh-
oder Totgeburt, grippeähnlichen Beschwerden (Frösteln, schweres
Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Muskel-, Glieder- und Rückenschmerzen)
und Fieber vor. Das klinische Bild der anderen Form wird bei
den Symptomen Fieber, Sepsis, Meningitis/ Meningoenzephalitis, Infektion
anderer Organe (Endokarditis, Abszess, septische Arthritis) erfüllt.

An das RKI übermittelte Fälle im zeitlichen Verlauf
Seit Einführung der Meldepflicht für Listeriose 2001 wurden
im Zeitraum zwischen dem 01.01.2001 und dem 31.12.2006 insgesamt 1 519
Listeriose-Fälle übermittelt. Die Anzahl der jährlich aufgetretenen
Fälle ist zwischen 2001 mit 217 Fällen (Inzidenz: 0,26 Erkr./100
000 Einw.) und 2005 mit 510 Fällen (Inzidenz: 0,62/ 100 000) signifikant
gestiegen (p < 0.001; z-Test). In diesem Zeitraum nahmen die übermittelten
Erkrankungen kontinuierlich zu. Der Anstieg betrug in den Jahren 2001
bis 2004 jährlich 7-16 Prozent, Der steigende Trend nahm 2005 an
Intensität zu und im Vergleich zum Vorjahr wurden im Jahr 2005 rund
72 Prozent mehr Fälle übermittelt (Tab. 4). Die jahreszeitliche
Verteilung der Erkrankungen zeigt keinen saisonalen Trend. Relevante Ausbrüche
wurden nicht beobachtet.
Die Zahl der jährlich aufgetretenen schwangerschaftsassoziierten
Listeriose-Fälle ist im Beobachtungszeitraum relativ stabil geblieben,
während gleichzeitig die Zahl der nicht schwangerschaftsassoziierten
Erkrankungen deutlich gestiegen ist. Von den 1 519 Listeriosen, die zwischen
2001 und 2005 übermittelt wurden, entfielen 1 294 (85 Prozent) auf
nicht schwangerschaftsassoziierte Erkrankungen. Darunter war der Anteil
der Fälle im Alter von 60 Jahren und darüber (76 Prozent) dreimal
höher als der Anteil der unter 60-Jährigen (24 Prozent). Die
absolute Zahl der nicht schwangerschaftsassoziierten Fälle war zwischen
2001 und 2005 bei den
> oder = 60-Jährigen um den Faktor 2,6 von 132 auf 346 angestiegen,
wobei unter den < 60-Jährigen die Fallzahl nur um den Faktor 1,7
von 56 auf 97 Fälle geklettert war. Mit einer Zunahme um das nahezu
Vierfache war der Anstieg bei den sehr alten Menschen (> oder = 80
Jahre) besonders ausgeprägt (2001: n = 22, 2005: n = 86).
Während
des Beobachtungszeitraums sind insgesamt 225 schwangerschaftsassoziierte
Fälle übermittelt worden. Unter Berücksichtigung des Umstandes,
dass die Zahl der Schwangerschafts-Listeriosen in den Jahren 2001 bis
2003 höher gewesen wäre, wenn die veränderte Falldefinition
(Anfang 2004) schon gegolten hätte, ist die Zahl der schwangerschaftsassoziierten
Fälle relativ konstant geblieben (Abb. 1).
Demographische Verteilung: Die Listeriose ist einerseits eine Erkrankung
des Neugeborenen sowie der schwangeren Frau und andererseits eine Erkrankung
der älteren und abwehrgeschwächten Menschen. Die höchste
Inzidenz wurde mit 4,2 Erkrankungen pro 100 000 Einwohner bei Neugeborenen
(Diagnose der Listeriose im 1. Lebensmonat) bestimmt. Männliche Neugeborene
waren häufiger betroffen als weibliche. Die Anzahl jährlich
betroffener Neugeborener liegt im Bereich der Werte, die vor Einführung
des IfSG im Rahmen des BSeuchG jährlich gemeldet wurden (BSeuchG:
30-40 Fälle von Neugeborenen-Listeriosen pro Jahr).

Die niedrigste Inzidenz trat bei den 1- bis 19-Jährigen auf (in dieser
Gruppe sind auch drei schwangerschaftsassoziierte Erkrankungen). Erst
ab dem 20. Lebensjahr steigt die Zahl der Erkrankungen wieder an. Dabei
ist in den Altersgruppen ab 50 Jahren eine deutliche Zunahme der Inzidenz
zu beobachten. Während die Inzidenz bei Frauen im gebärfähigen
Alter (hier 20-39 Jahre) die der gleichaltrigen Männer übertrifft,
sind bei den über 40-Jährigen häufiger Männer betroffen.
Bei den 20- bis 39-Jährigen entfallen 98 (78 Prozent) der übermittelten
126 Erkrankungen auf Frauen. Einen Großteil (77 Erkrankungen, d.
h. 79 Prozent) bilden dabei Frauen, die ein Kind mit Neugeborenen-Listeriose
geboren haben oder an einer Schwangerschafts-Listeriose erkrankt sind.
In der Altersgruppe darüber traten keine schwangerschaftsassoziierten
Erkrankungen mehr auf. Die Inzidenz nimmt bei den > oder = 50-Jährigen
kontinuierlich zu und erreicht bei den > oder = 70-Jährigen Werte
von 1,2 Erkrankungen pro 100 000 Einwohner (Männer: 1,7 Erkr./100
000 Einw.; Frauen: 0,82; siehe Abb. 2).
Klinische
Aspekte der gemeldeten Erkrankungsfälle
Zu den häufigsten Symptomen, die zur Diagnose einer Listeriose bei
den nicht-schwangerschaftsassoziierten Erkrankungen (n = 1 294) führen,
zählen Meningitis (32 Prozent), Sepsis (26 Prozent), und Fieber ohne
andere Organmanifestation (31 Prozent, Einzelheiten s. Tab. 5).
Durch die gleichzeitige Erfassung von Müttern neugeborener Kinder
mit Listeriose hat sich die Datenlage bei den schwangerschaftsassoziierten
Erkrankungen im Beobachtungszeitraum verändert. Insgesamt wurden
80 schwangerschaftsbedingte Listeriosen zwischen 2001 und 2005 erfasst.
Zwölf Frauen (15 Prozent) erlitten eine Fehlgeburt, fünf Kinder
(sechs Prozent) wurden tot geboren und 26 Kinder (33 Prozent) kamen als
Frühgeburt zur Welt (Tab. 6).

Zur Letalität
der an das RKI übermittelten Fälle
Die Todesfallmeldungen von Krankheiten, die nach IfSG übermittelt
werden, unterliegen einer besonderen Kontrolle. Todesfälle von an
Listeriose Erkrankten werden für die Datenauswertung nur gezählt,
wenn auf Grundlage des Totenscheins oder nach Auskunft des behandelnden
Arztes geklärt ist, ob die Erkrankung zum Tod geführt hat oder
mit zum Tod beigetragen hat. Insbesondere bei den oft multimorbiden Patienten
mit zum Teil schweren Grundleiden oder Vorerkrankungen ist eine eindeutige
Bewertung oft schwierig. Die tatsächliche Zahl der Todesfälle
wird durch dieses Verfahren eher unterschätzt. Im Beobachtungszeitraum
Jahr verliefen 138 (neun Prozent) der übermittelten Listeriosen tödlich.
Eine besonders hohe Letalität mit elf bis zwölf Prozent wird
bei den Neugeborenen (17 Todesfälle bei neu- oder totgeborenen Kindern),
den 50- bis 59-Jährigen (16 Todesfälle) sowie den > oder
= 70-Jährigen (71 Todesfälle) registriert (Tab. 7). Die Letalität
ist außerdem vom betroffenen Organsystem abhängig; sie ist
z. B. bei den Meningitiden vergleichsweise hoch (nach Meldedaten aus den
neuen Bundesländern 1992-97 lag sie bei 30 Prozent, s. Epid. Bull.
12/98: 80).
Geographische
Verteilung
Der bundesweite Mittelwert der Inzidenz für Listeriose beträgt
in den Jahren 2001 bis 2005 0,37 Erkrankungen pro 100 000 Einwohner, die
aus den Bundesländern übermittelten Werte reichen von 0,16 Erkrankungen
pro 100 000 Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern bis 0,63 in Bremen. Werte
auf dem Niveau der bundesweiten Inzidenz weisen Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg,
Hessen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein auf. Die östlichen
Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Thüringen sowie
der Stadtstaat Bremen zeigen eine Inzidenz oberhalb des bundesweiten Durchschnitts.
Bayern, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern
zeigen die niedrigste Inzidenz (Abb. 3). Für 1 297 Fälle (85
Prozent) wurde das Infektionsland übermittelt; dabei wurde bei 98
Prozent der Fälle Deutschland als Infektionsland angegeben. Unter
den weiteren Nennungen sind überwiegend andere europäische Länder
genannt.
Labornachweis der an das RKI übermittelten Fälle
Ein kultureller Erregernachweis wurde bei 1 463 Fällen (96 Prozent)
geführt. Dabei gelang der Nachweis 1 040-mal im Blut (71 Prozent),
357-mal im Liquor (24 Prozent), 45-mal in anderen normalerweise sterilen
Substraten wie Aszites, Gelenk- und Pleurapunktat (3,5 Prozent) und 21-mal
in Abstrichen von neu- oder tot geborenen Kindern (1,5 Prozent).
Nachgewiesene Serovare: Nur für 80 (fünf Prozent) der 1 519
erfassten Fälle lag eine Angabe zum Serovar von L. monocytogenes
vor, 38-mal wurde der Serovar 4b und 39-mal der Serovar 1/2a und dreimal
der Serovar 1/2b ermittelt.
 |
|
| Abb.
3: Inzidenz der Listeriose (Fallzahl pro 100 000 Einwohner) in den
Bundesländern Deutschlands (Mittlere Inzidenz auf der Basis der
Meldedaten für die Jahre 2001-2005) |
|
Häufungen
Die gemeldeten Erkrankungen traten ganz überwiegend sporadisch auf.
Nur in zwei Fällen wurde eine Listeriose-Häufung übermittelt.
Bei den beiden Personen, einer 28-jährigen Schwangeren in der 24.
Schwangerschaftswoche und einem 76-jährigen Mann, ließ sich
die Listerien-Infektion auf den Verzehr desselben Rohmilchkäses zurückführen.
Das Kind wurde zwischenzeitlich gesund geboren und entwickelt sich normal.
Ermittelte prädisponierende Faktoren/Grundleiden
Prädisponierende Faktoren, wie z. B. Tumorleiden, eine immunsupressive
Therapie bei systemischem Grundleiden oder andere Dispositionen, wurden
im Rahmen der Routine-Surveillance nicht systematisch erfasst. Es liegen
jedoch bei 20 Prozent der übermittelten 1 294 nicht schwangerschaftsassoziierten
Erkrankungen (n = 225) Angaben zu Vorerkrankungen vor. Am häufigsten
werden Tumorerkrankungen angegeben, wobei solide Tumoren häufiger
genannt werden als hämatologische Tumoren (Tab. 8). Als weitere Ursachen
werden Leberzirrhose, andere Grundleiden (wie z. B. Rheuma, Sklerodermie,
Aids, Psoriasis, Arteriitis temporalis), eine immunsuppressive Therapie,
Diabetes, Dialyse, Zustand nach Transplantation und verschiedene Formen
chronischer Darmentzündungen angeführt.
Schlussfolgerungen
Die Daten der Listeriose-Surveillance, die seit Einführung des IfSG
erhoben wurden, zeigen eine kontinuierliche Zunahme der Erkrankungen in
Deutschland. Ähnliche Beobachtungen wurden in letzter Zeit auch aus
anderen europäischen Ländern wie England und Wales sowie den
Niederlanden berichtet.10-12 Der Anstieg geht vor allem auf
vermehrte nicht schwangerschaftsassoziierte Infektionen bei den über
60-Jährigen zurück. Besonders betroffen sind sehr alte, d. h.
über 80-jährige, Menschen.13
Es liegen keine Hinweise darauf vor, dass die Zunahme z. B. durch intensivere
Inanspruchnahme der Diagnostik oder ein verändertes Meldeverhalten
bedingt sein könnte. Es scheint sich also um eine tatsächliche
Zunahme der Listeriose zu handeln, für die bisher keine schlüssige
Erklärung gefunden wurde. Es könnte möglich sein, dass
die Zahl alter Menschen mit prädisponierenden Faktoren zunimmt oder
dass eventuell veränderte lebensmittelbedingte Risiken dafür
verantwortlich sind. Es könnte sich aber auch das Verbraucherverhalten
geändert haben. Fertigprodukte sind seit geraumer Zeit auf dem Vormarsch.
Alte Menschen greifen aus Bequemlichkeit gern zu solchen fertigen, gekühlten
Lebensmitteln, sie verlieren möglicherweise auch häufiger den
Überblick darüber, was sich im Kühlschrank befindet, betrachten
das Haltbarkeitsdatum nicht so genau (welches auch zu klein geschrieben
oder schwer lesbar sein kann), verteilen verbliebene Reste (die sich oft
aus zu großen Portionen ergeben) häufig auf mehrere Tage, nachdem
diese offen im Kühlschrank bei Temperaturen bis zu 12 °C gelagert
wurden (fast wie eine Kälteanreicherung für Listerien!). Zusätzlich
gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die Hygiene mit zunehmendem Alter
nachlässt, sowohl im Haushalt allgemein als auch bei der Vorbereitung
und Lagerung der Lebensmittel. Die aus diesen Fakten abzuleitenden Möglichkeiten
präventiver Maßnahmen speziell für ältere Mitbürger
sollten künftig intensiv genutzt werden (Information, Aufklärung,
Beratung, Betreuung). Ein Ziel für den öffentlichen Gesundheitsdienst
könnte es sein, für ausgewählte Bevölkerungsgruppen,
insbesondere alte, multimorbide Menschen, gezielte Aufklärungskampagnen
zu entwickeln. Auch für die Produktion von Lebensmittel und den Handel
ergeben sich Schlussfolgerungen. So erscheint es insgesamt möglich,
die Risiken der Exposition und Infektion so zu verringern, dass einer
weiteren Zunahme der Erkrankungen vorgebeugt wird und die Zahl der Erkrankungen
zurückgeht.
Zur weiteren Aufklärung der infektionsepidemiologisch relevanten
Faktoren wird seit Anfang 2006 am RKI in Zusammenarbeit mit den lokalen
Gesundheitsbehörden ein Projekt zur Intensivierten Surveillance
von Listeriose-Erkrankungen durchgeführt.
Bei allen neu auftretenden Erkrankungen sollen dazu detaillierte Informationen
zum klinischen Verlauf der Erkrankung sowie ihrer Therapie, zu bestehenden
Grunderkrankungen und anderen prädisponierenden Faktoren, zum Kenntnisstand
über Listeriosen und zu möglichen lebensmittelbedingten Risiken
(Verzehrgewohnheiten risikobehafteter Lebensmittel) erhoben werden. Die
beteiligten Gesundheitsämter wurden zwischenzeitlich gebeten, zusätzlich
- falls vorhanden - Listerien-lsolate von betroffenen Patienten an das
Nationale Referenzzentrum für Salmonellen und andere bakterielle
Enteritiserreger in Wernigerode zu senden.
Zur Aufklärung von lebensmittelbedingten Ausbrüchen ist es dringend
erforderlich, neben Listerienisolaten vom Menschen auch Isolate aus der
Lebensmittelüberwachung zentral zu sammeln, um mittels molekularer
Typisierung (z. B. PFGE und RAPD-PCR) Zusammenhänge aufdecken zu
können. Diese Sammlung von Stämmen übernimmt das Konsiliarlaboratorium
für Listerien am Institut für Medizinische Mikrobiologie und
Hygiene des Universitätsklinikums Mannheim (Stichwort: Listerienepidemiologie).
Die Subtypisierung der Isolate von L. monocytogenes spielt speziell auch
bei der Aufdeckung von Kontaminationsrouten in lebensmittelverarbeitenden
Betrieben sowie bei der Ermittlung derjenigen Lebensmittel, welche Infektionen
des Menschen verursachen. Hier arbeiten das Konsiliarlabor für Listerien,
das NRZ für Salmonellen u. a. bakterielle Enteritiserreger am RKI,
Bereich Wernigerode, das Institut für Hygiene und Toxikologie der
Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BfEL),
Karlsruhe, sowie auch das Nationale Referenzlabor für Listeria monocytogenes
am Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin, eng zusammen.
Literatur beim Robert Koch-Institut oder im Internet unter www.aerzteblatt-sh.de
Mit freundlicher Nachdruckgenehmigung des Epidemiologischen Bulletin,
Heft 49/2006, Robert Koch-Institut (RKI), Nordufer 20, 13353 Berlin
*
Teil 1 im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt Heft 3/2007
|

Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 4/2007
S. 64-70
|