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Nachrichten in Kürze


Aktuelle Informationen zum Impfschutz und Virushepatitis

Im Rahmen der Impfkampagne des Landes Schleswig-Holstein haben das Ministerium für Gesundheit, So-ziales, Familie, Jugend und Senioren des Landes Schleswig-Holstein und die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung vier aktuelle Info-Materialien zum Impfschutz und zum Thema Virushepatitis in einer überarbeiteten Auflage herausgegeben.

Folgende Flyer können bei der Landesvereinigung kostenlos angefordert werden:
„Hurra angekommen“: Schutzimpfungen für Babys, Kleinkinder und Kinder,
„Voll krass“: Impfen gegen Hepatitis B, Masern, Mumps, Röteln und auffrischen gegen …,
„Pudelwohl in Schleswig-Holstein“: Eine ausführliche Broschüre zum Thema Impfungen mit einer Übersicht über alle nötigen Schutzimpfungen,
„Virushepatitis: Das müssen Sie wissen, so können Sie sich schützen.“

Unter dem Motto „Gut behütet durch Impfen“ ist die Impfkampagne des Landes Schleswig-Holstein seit vielen Jahren bekannt. Sie möchte über das Thema Impfen informieren, die wichtige Entscheidung für das Impfen erleichtern und immer wieder an die Notwendigkeit von Impfungen erinnern. Nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Impfen „die wichtigste gesundheitliche Vorsorge überhaupt“.
Impfungen können Seuchen verhindern. Durch Impfungen können Krankheitserreger ausgerottet werden. Geimpfte schützen nicht nur sich selbst, sondern auch Ungeimpfte vor Infektionen.

Sie können die Flyer im Internet unter www.lv-gesundheit-sh.de herunterladen oder kostenlos anfordern bei der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. in Schleswig-Holstein, Flämische Str. 6-10, 24103 Kiel, Tel. 0431/94294, Fax 0431/94871, E-Mail gesundheit@lvgfsh.de, Internet www.lv-gesundheit-sh.de. (Hilke Lind)



Filmische Dokumentation des Lubinus Clinicums in deutscher und englischer Sprache

Das Lubinus Clinicum in Kiel hat eine filmische Dokumentation unter dem Titel „Leben ist Bewegung“ erstellt. Inhalt der Dokumentation mit einer Laufzeit von gut 60 Minuten ist der Behandlungsablauf eines Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung, die Vorstellung der einzelnen Fachabteilungen und Schwerpunkte sowie ein historischer Abriss über das mehr als 110-jährige Bestehen des Lubinus Clinicums.

Die Dokumentation kann kostenfrei abgefordert werden über: Lubinus Clinicum GmbH & Co. KG, M. Schmid, Steenbeker Weg 25, 24106 Kiel, Tel. 0431/388241, Fax 0431/388240, E-Mail M.Schmid@ Lubinus-Clinicum.de. (Lubinus Clinicum)



Diako-Klinik Flensburg
Neue Neurologie

 
PD Dr. Henning Stolze
(Foto: Diako)
 
Chefarzt der neuen Klinik für Neurologie der Ev.-Luth. Diakonissenanstalt Flensburg ist PD Dr. Henning Stolze. Er ist anerkannter Spezialist für Bewegungsstörungen, Schmerztherapeut und speziell weitergebildet in neurologischer Intensivmedizin. Daher sind die Schwerpunkte der Klinik neben den Schlaganfällen die Behandlung von Bewegungsstörungen (insbesondere Parkinson’sche Erkrankung und Spastik). Neurologische Schmerzerkrankungen wie Kopfschmerzen und neuropathische Schmerzen gehören ebenfalls zu den Hauptaufgaben der neuen Klinik. Die neurologische Station umfasst insgesamt 24 Betten, von denen vier Betten für die spezielle Schlaganfallbehandlung vorgesehen sind.

Mit seinen 40 Jahren ist Dr. Henning Stolze jüngster Chefarzt der Diako. Warum fiel die Entscheidung zugunsten von Flensburg aus? „In der Diako stehen für die neurologische Diagnostik alle notwendigen und modernen Untersuchungsverfahren von Ultraschall-Gefäßuntersuchungen bis hin zur Computertomographie und Kernspintomographie zur Verfügung“, antwortet Stolze. Nicht nur durch die modernste apparative Ausstattung, sondern auch durch die Nachbardisziplinen Neurochirurgie, Neuroradiologie, Gefäßchirurgie, Psychiatrie und Innerer Medizin sei nun an der Diako eine neurologische Maximalversorgung auf universitärem Niveau erreicht. „Zudem hat es mich gereizt, etwas Neues aufzubauen“, so Stolze, der auch weiterhin als Privatdozent seinem Lehrauftrag nachkommt und damit im engen Kontakt zur medizinischen Forschung bleibt. (Ole Michel, Diako Flensburg)



48. Fortbildungswoche auf Sylt

Die nordwestdeutsche Gesellschaft für ärztliche Fortbildung e. V. wird unter Leitung von Prof. Dr. Fritz Reinhard Matthias/Gießen auch dieses Jahr wieder ein Fortbildungsseminar für Ärzte anbieten. Die Seminarwoche, die in Zusammenarbeit mit der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein organisiert wird, hatte letztes Jahr über 150 ärztliche Teilnehmer und wird dieses Jahr mit 48 Fortbildungspunkten bewertet. Die Seminarwoche deckt ein breites Spektrum der Inneren Medizin und angrenzender Fachgebiete ab, Einzelheiten des Programms sind bereits jetzt im Internet unter www.westerland-seminar.de abrufbar. Den Eröffnungsvortrag wird der stellvertretende Akademieleiter der Akademie für Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer, Dr. Karl-Werner Ratschko, am Sonntag, 10. Juni 2007, halten. Tagungsort ist das gerade umfangreich modernisierte Kongresszentrum Sylt in der Friedrichstraße 44 in Westerland. Anmeldung und weitere Informationen erhalten Sie über das Sekretariat der Nordwestdeutschen Gesellschaft für ärztliche Fortbildung e. V., Verena Nevermann, Todendorfer Str. 14, 22964 Steinburg/OT Sprenge, Tel. 04534/8202, Fax 04534/8663, E-Mail info@westerland-seminar.de, Internet www.westerland-seminar.de. (Prof. Dr. H. Hamm)



Auszeichnung für Dr. Johannes Jongen

 
  Dr. Jongen (Foto: Privat)
Auf der 15. Jahrestagung der chirurgischen Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung am 2./3. Februar 2007 in Ulm erhielt Dr. Johannes Jongen aus der proktologischen Praxis Kiel den (geteilten) 1. Preis für seine Arbeit „Zehn Jahre Qualitätssicherung in der proktologischen Praxis“.

Dies ist deshalb besonders erwähnenswert, da Qualitätssicherung in der niedergelassenen Praxis eher selten ist und das einzige Poster, das aus dem Bereich der niedergelassenen Ärzte mit Arbeiten aus verschiedenen Universitätskliniken konkurrieren musste.

Dr. Jongen ist Mitglied des Kieler Ärztevereins. (Dr. J.-U. Bock)



Herzgruppenverzeichnis der LAG Herz und Kreislauf

Das Herzgruppenverzeichnis für Schleswig-Holstein wurde jetzt in 4. Auflage von der Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e. V. (LAG) herausgegeben.

Das neue Verzeichnis enthält die aktuellen Angaben zu allen Herzgruppen, die von der LAG in Schleswig-Holstein anerkannt sind und soll die Vermittlung von Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen in ihre wohnortnahe Herzgruppe erleichtern und damit die Sekundär- bzw. Tertiärprävention der Herz-Kreislauferkrankungen fördern und unterstützen.

Die Resonanz auf die bisher erschienenen Herzgruppenverzeichnisse der LAG war immer überaus positiv. Es hat sich auch bestätigt, dass neben dem Verzeichnis im Internet unter www.herzgruppen-sh.de die Papierform eine sinnvolle und notwendige Ergänzung darstellt. Seit der Herausgabe der 3. Auflage im Januar 2005 konnten erfreulicherweise eine Reihe von Herzgruppen-Neugründungen verzeichnet werden, auch haben sich in den bereits vorgestellten Gruppen einige Angaben geändert.

Zur Beratung von Herz-Kreislauf-Patienten ist das Verzeichnis als Handbuch für alle niedergelassenen Ärzte, Krankenkassen und insbesondere für die Sozialdienste in den Kliniken gedacht.

Das Herzgruppenverzeichnis wird gegen eine Schutzgebühr von 3,45 Euro pro Stück abgegeben.
Bestelladresse: Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e. V., Winterbeker Weg 49, 24114 Kiel, Tel. 0431/6486290, Fax 0431/6486297, E-Mail laghk-sh@gmx.de. (LAG)



Zum 9. Mal auf Sylt
Qualitätsnetz der Dermatologen

In einem freiwilligen Zusammenschluss treffen sich seit 1998 Hautarztpraxen, Allergologen und Selbsthilfeorganisationen einmal jährlich in der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Asklepios Nordseeklinik auf Sylt, um gemeinsam ihre Qualität zu verbessern. Methoden, die interne Abläufe transparent machen, werden erarbeitet, und die medizinischen Ergebnisse miteinander verglichen.

 
Bedankte sich bei den Moderatorinnen für die Unterstützung: Dr. Norbert Buhles mit Frau Schröter, Frau Frings und Frau Hoeg (Foto: Dr. A. Schröder, ANSK)  
Im Qualitätsnetz Nord des Bereiches Dermatologie und Allergologie sind mittlerweile mehr als 250 Haut- und Allergiepraxen organisiert. Davon sind knapp 50 Einrichtungen akkreditiert, die die geforderten Kriterien nach einem europäischen Qualitätsmanagement-Modell (European Foundation of Quality Management = EFQM) nachweisen können. Obwohl dieser Nachweis von den Kassenärztlichen Vereinigungen erst ab dem Jahr 2009 obligatorisch gefordert wird, hat sich dieser freiwillige Verbund unter der Moderation der Hautklinik in der Asklepios Nordseeklinik auf Sylt schon zehn Jahre früher diese Selbstverpflichtung gegeben.

Das Netz ist Vorreiter und Ideengeber für ein Anliegen, welches jeden treffen kann, wenn er an Allergien, Neurodermitis, Schuppenflechten und anderen Hauterkrankungen leidet. Das hat auch die Selbsthilfe erkannt und so wurde vom 02.-04.02.07 auf Sylt auch die erste Selbsthilfeorganisation (der Deutsche Psoriasisbund) im Netz akkreditiert.

Insgesamt trafen sich auf Sylt 40 Praxen, zwei Selbsthilfeorganisationen (DBP und DAAB) und mehr als 100 Arzthelferinnen und Ärzte, um sich intensiv mit dem Thema „Qualität“ zu beschäftigen, Ziele für das Jahr 2007 zu definieren und vertiefende Einzelworkshops bis zum nächsten, dem 10. Jahrestreffen in 2008 abzustimmen. (Dr. Norbert Buhles)



Asklepios am Kurpark Bad Schwartau
Chefarztwechsel

Dr. Peter Kretschmer übernimmt ab 1. März 2007 neue Aufgaben im Süden der Bundesrepublik und verlässt nach zehnjähriger erfolgreicher Tätigkeit die Asklepios Klinik am Kurpark Bad Schwartau. Dr. Peter Kretschmer war seit dem 1. Januar 1997 Chefarzt der 140 Betten umfassenden Abteilung und gestaltete erfolgreich den Wandel der bisherigen internistisch geprägten „Kurklinik“ zum Kompetenzzentrum für konservative Orthopädie.

 
  Dr. Peter Kretschmer (li.) und Dr. Ingo Meßer
(Foto: Asklepios Klinik)
Seine Nachfolge wird sein bisheriger Stellvertreter Dr. Ingo Meßer übernehmen. Neben seiner Aufgabe als leitender Oberarzt hat Ingo Meßer erfolgreich die ambulante Rehabilitation (AMR) in Bad Schwartau etabliert. Hier entstanden in den letzten Jahren zusätzlich zu den 220 stationären Betten 60 ambulante Behandlungsplätze.

Durch diesen nahtlosen Übergang wird in Bad Schwartau der erfolgreiche Weg der orthopädischen Rehabilitation, vor allem auch im Bereich der Anschlussheilbehandlungen (AHB) von wirbelsäulenoperierten und endoprothetisch versorgten Patienten, fortgesetzt.

Standen 1997 vor allem lokale Einweiser aus dem Lübecker Raum im Vordergrund, so hat Asklepios erfolgreich den Einzugsbereich in den letzten Jahren kontinuierlich ausweiten können. Zeitgleich wurde umfangreich in die Klinik und das angeschlossene Asklepios Gesundheitszentrum investiert, um den heutigen Anforderungen der Patienten gerecht zu werden. Aufgrund dieses Wachstums stieg die Mitarbeiterzahl in den letzten zehn Jahren um mehr als 50 auf heute 195 Vollzeitkräfte an. (Asklepios Klinik)



Gemeinsame Infektionsforschung bei DESY

 
Prof. Rolf Hilgenfeld
(Foto: UK S-H)
 
Ende Januar wurde das neue „Laboratorium für Strukturbiologie von Infektion und Entzündung“ auf dem Gelände des Deutschen Elektronensynchrotons DESY eingeweiht. Es wird gemeinschaftlich von Prof. Rolf Hilgenfeld, Institut für Biochemie der Universität zu Lübeck, und seinem Hamburger Kollegen, Prof. Christian Betzel, zur Strukturanalyse von Proteinen genutzt. In ihrem Grußwort sagte die neue Präsidentin der Universität Hamburg, Prof. Dr. Ing. habil. Monika Auweter-Kurtz, lobend: „Wirklich Neues entsteht heute meist an den Nahtstellen zwischen den Disziplinen.“

Für die Beugung von Proteinkristallen benötigt man eine sehr intensive Röntgenstrahlung, die Synchrotonstrahlung, wie sie DESY liefert. So gelang es Prof. Hilgenfeld bereits 2003, die Kristallstruktur eines Enzyms des gerade grassierenden SARS-Virus aufzuklären. Beide Arbeitsgruppen hätten außerdem, so die Univ. Hamburg, jüngst Erfolge erzielt bei der Erforschung von Proteinen aus dem Malariaerreger Plasmodium falciparum. (hk)



Buchtipps:

Demenzen
Wenn betreuende Angehörige von Demenz-Patienten selber krank zu werden drohen, spätestens dann ist Unterstützung, ist ärztlicher Rat angezeigt. Die Initiatorin des ersten deutschen Schulungsprogramms für Angehörige, Psychologin im Institut für Psychogerontologie der Universität Erlangen-Nürnberg, hat jetzt ein hilfreiches Buch geschrieben: PD Dr. Sabine Engel: Alzheimer und Demenzen - Unterstützung für Angehörige. Die Beziehung erhalten mit dem neuen Konzept der einfühlsamen Kommunikation. Trias, Stuttgart 2006, ISBN 3-8304-3381-6, 203 Seiten, 19,95 Euro.

Schultern

Schulterprobleme scheinen ebenso wie Rückenschmerzen „dank“ lebensführungsbedingter Fehlhaltungen zuzunehmen. Eine oft langwierige Therapie etwa des Impingement-Syndroms mit entzündungshemmenden Injektionen, Kältetherapie, Krankengymnastik und gerätegestützter Bewegungstherapie lässt sich durch korrektes Selbsttraining ergänzen und beschleunigen. Dazu gehören neben klassischen Hilfsmitteln wie Theraband und leichten Hanteln oder der Aquagymnastik anscheinend auch neuere wie die „Schulterhilfe“ zum Isolieren der Muskeln der Rotatorenmanschette (www.schulterhilfe.de), die auch als Sandalen erhältlichen MBT-Schuhe mit konvexer Sohle und im späteren Heilungsverlauf auch die modernen Schwingstäbe wie Flexi-Bar oder Power Swing zum Training der tiefliegenden Muskulatur. Auch die noch relativ neue Spiraldynamik könnte bei der Gymnastik helfen: Dr. Christian Larsen: Starke Schultern, schmerzfrei und beweglich. Trias, Stuttgart 2006, 64 Seiten, ISBN 3-8304-33308-5, mit DVD 29,95 Euro. In Deutschland gibt es ein Netz von Physiotherapeuten mit Schulung in Spiraldynamik, in Hamburg zum Beispiel die Instruktorin Andrea Boubos.

Burnout

Mindestens 20 Prozent der Ärzte in Deutschland leiden am Burnout-Syndrom, 78 Prozent seien unzufrieden mit ihrem Beruf, hieß es in Dr. Thomas Bergners aufsehenerregendem Artikel im Deutschen Ärzteblatt Heft 33 vom 13. August 2003 mit dem Untertitel „Lebensaufgabe statt Lebens-Aufgabe“. Bergner hat nach neun Praxisjahren als in Bayern niedergelassener Dermatologe und heutiger Ärzte-Coach die Thematik näher erforscht und ein sehr lesenswertes Buch mit dem gleichen Titel geschrieben:
Thomas M. H. Bergner: Burnout bei Ärzten. Schattauer, Stuttgart 2006, ISBN 3-7945-2529-9, 267 Seiten, 29,95 Euro.

Der Autor wendet sich an Ärzte aller Fachrichtungen, Medizinstudenten und Pflegepersonal. Er schildert innere und äußere Ursachen, sensibilisiert die Leser für die Wahrnehmung eigener Gefährdung, geht ausführlich auf präventive und interventionelle Möglichkeiten ein. Insofern könnte das Buch hilfreich für nahezu jeden im Medizinbetrieb sein - aber auch für andere Berufsgruppen wie Journalisten, die mit ihrer gefährdeten „Work-Life-Balance“ nach Carola Kleinschmidt vom Deutschen Journalistenverband zur „Risikogruppe Nr. 1“ gehören. Ein exemplarisches Detail bei Bergner: Besonders wichtig sei die Entwicklung emotionaler Kompetenz. Beispielsweise bei einer Häufung von Ärger auslösenden Stressoren der Versuch eines intelligenten Gefühlsmanagements im Sinne eines Schwingens um die Mitte: „Weder zu heftige Gefühlsausbrüche noch heroische Selbstbeherrschung sind ratsam, wenn wir uns verletzt fühlen ...“

Praktische Hilfe für ausgebrannte Ärzte gibt es auch in Seminaren wie mit Bundesärztekammer-Vorstandsmitglied Dr. Astrid Bühren (Medica 2006), den Bad Pyrmonter Präventionstagen oder therapeutisch zum Beispiel in den Oberbergkliniken. (hk)


Norddeutsches Seminar für Strahlenschutz in der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Strahlenschutzkurse im II. und III. Quartal 2007


Gynäkologische Endokrinologie

Zum 19. Mal fand der Intensivkurs Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin für Frauenärzte in Hamburg statt, gemeinsam veranstaltet vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Lübeck, Prof. Dr. Klaus Diedrich, und Kiel, Prof. Dr. Walter Jonat) sowie vom Endokrinologikum Hamburg (Prof. Dr. Michael Ludwig). Der Kurs - lokalisiert im angenehmen Altonaer „Gastwerk“ - musste auf 120 Teilnehmer limitiert werden. Einige Highlights:

Prof. Diedrich gab einen Überblick über die assistierte Reproduktion seit 1978 (erste Geburt nach In-vitro-Fertilisation IVF). Die neuen Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin böten vielen ungewollt Kinderlosen die Erfüllung ihres Kinderwunsches. Trotz zunehmender Erfahrung mit der IVF-Behandlung müsse stets an die hohe psychische Belastung durch diese Therapie und an eine entsprechende ärztliche Betreuung gedacht werden: „Aufgabe des Arztes muss es sein, das Paar umfassend über die Erfolgsaussichten, Durchführung und Risiken aufzuklären und zu beraten, sodass es entscheiden kann, ob es diese medizinischen Hilfen in Anspruch nimmt oder die Kinderlosigkeit als Schicksal zu bewältigen versucht.“
Dr. Georg Griesinger von der Lübecker Frauenklinik (UK S-H) referierte über Essstörungen insbesondere bei jungen Frauen, die häufig Ursache von Zyklusstörungen seien. Ein Psychotherapeut/Psychologe solle frühzeitig hinzugezogen werden, da häufig psychiatrische Komorbiditäten wie Depressionen, Ängste, Zwänge, Selbstverletzung, Störung der Impulskontrolle oder Suizidalität bestünden. Die Amenorrhoe sei Symptom einer zugrundeliegenden Störung, deren Ursache baldmöglichst korrigiert werden müsse, da der durch Östrogenmangel bedingte Knochenverlust in den ersten Jahren der Amenorrhoe am stärksten und teilweise irreversibel sei. Der Nutzen einer Hormonsubstitution sei umstritten. (hk)




Weiterbildung zum/zur Arztfachhelfer(in)

Ab dem 24. August 2007 bietet die Ärztekammer Schleswig-Holstein erneut eine „Weiterbildungsmaßnahme zum/zur Arztfachhelfer(in)“ an. Diese findet berufsbegleitend statt und besteht aus:

1. Pflichtteil - bestehend aus 300 Unterrichtsstunden á 45 Minuten;
2. Wahlteil - umfasst mindestens 100 Unterrichtsstunden, die von den Teilnehmern(innen) in einzelnen Fortbildungskursen absolviert werden sollen.

Nähere Auskünfte und Informationen erhalten Sie bei Marlies Petrick, Edmund-Christiani-Seminar, Berufsbildungsstätte für Arzthelfer(innen) der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Esmarchstr. 4-6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551/88130 (Montag bis Donnerstag von 8:00-12:00 Uhr, E-Mail petrick@aeksh.org, Internet www.aeksh.de/ecs. (Pe)



Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie

Die 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) im CCH (Congress Centrum Hamburg) verzeichnete 1 300 Teilnehmer aus aller Welt, darunter als Referenten aus Kiel Prof. Dr. Jochen Cremer, Prof. Dr. Hans-Heiner Kramer, PD Dr. Georg Lutter und Dr. Jens Scheewe; aus Lübeck Prof. Dr. med. habil. Heribert Schunkert und Prof. Dr. Hans-Hinrich Sievers.
Prof. Dr. Jochen Cremer, Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des UK S-H (Campus Kiel) und Sekretär/Vorstandsmitglied der DGTHG, referierte zur Frage, ob Stents oder Bypässe vorteilhafter seien. Er wies auf die neuen Behandlungsleitlinien (www.leitlinien.de; www.aezq.de) hin: „Danach profitieren Patienten mit einer Dreigefäßerkrankung (alle drei Versorgungsgebiete der Herzkranzgefäße) viel mehr von einer Bypassoperation als von der Anwendung mehrerer Stents.“ Letztere, weniger invasive Methode sei bei anderen Befunden erste Wahl. Im mittel- und langfristigen Verlauf sei die Mortalität bei Bypass-Operationen günstiger. Sogar bei der Notfallversorgung von akuten Myokard-Infarkten sei oft nur die Bypass-Operation lebensrettend.

Bei der Verleihung der DGTHG-Preise für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten wurde Dr. Tim Attmann (Kiel) mit dem Wissenschaftspreis der Ulrich-Karsten-Stiftung (5 000 Euro) ausgezeichnet. (hk)



 
Dr. Thorsten Krause
(Foto: hk)
 
Neuer Chefarzt der Anästhesie

Neuer Chefarzt der Anästhesie mit Intensivstation im Reinbeker Krankenhaus St. Adolf-Stift wurde ab 1. Februar PD Dr. Thorsten Krause vom Universitätsklinikum Eppendorf (UKE). Der „Neue“, Jahrgang 1961, wurde zunächst Diplom-Ingenieur für Biomedizinische Technik an der Fachhochschule Hamburg, ehe er am UKE Medizin studierte und sich 2004 habilitierte. Er habe ein christliches Menschenbild und sehe seine Aufgabe in der ganzheitlichen Sorge für die anvertrauten Patienten. Besonders wichtig sei für ihn auch die Schmerztherapie und die Palliativmedizin. (hk)




Schizophrenie, Sub-Schizophrenie und Normalität

Eine in Hamburg (Universitätsklinikum Eppendorf) und Heidelberg zurzeit durchgeführte, von Forschungsgemeinschaft und Bund hochgeförderte Studie mit Schizophrenie-Patienten zeigt, dass die Patienten auch außerhalb ihrer festen, kaum beeinflussbaren Wahnvorstellungen „auf der Basis unzulänglicher Informationen voreilig Schlüsse ziehen, an denen sie selbst dann festhalten, wenn ihnen weitere, widersprechende Informationen vorgelegt werden“. Kommt solches Verhalten nicht auch „unter Normalen“ bekannt vor, gar in der Politik? Sollte vielleicht die Therapie der Studie („Metakognitives Training“) auch außerhalb der Psychiatrie erprobt werden? Diese Therapie macht den Teilnehmern in Gruppensitzungen spielerisch klar, dass einzelne Situationen nicht nur einen ersten (falschen) Eindruck machen, sondern mehrere Beurteilungen und Handlungsvarianten zulassen. Aha-Erlebnisse sollen nachdenklich machen - hoffentlich. (hk)



Merkblatt zum Vertragsarztrechts-Änderungsgesetz

Zu dem am 1. Januar in Kraft getretenen VAR-Änderungsgesetz hat der NAV Virchow-Bund ein neues 13-seitiges Merkblatt für zwei Euro (Nichtmitglieder, sonst gratis) herausgebracht. Das Merkblatt informiert über die aufgehobene Eintrittsaltersgrenze von 55 Jahren, über die Rücknahme der Absicht, die Bedarfsplanung zu verschärfen, über Anstellung und Teilzulassungen von Ärzten, über die parallele Tätigkeit als Vertrags- und Klinikarzt, über Tätigkeit an weiteren Orten, überörtliche Berufsausübungsgemeinschaften und Teilgemeinschaftspraxen. Ferner geht es um die Förderung der Allgemeinmedizin, eine Neuregelung zum MVZ, über den Fall lokaler Unterversorgung, die Privilegierung von Eltern sowie um Formalien.

Bestellmöglichkeit: Tel. 0221/973005-0, E-Mail info@nav-virchowbund.de. (hk)

Siehe auch hierzu
„Kooperation in hausärztlicher Gemeinschaftspraxis“

(Artikel von Dirk Schnack)


Praxiskliniken

 
Dr. Heinz-Peter Sonntag
(Foto: rat)
 

Es ist noch nicht lange her, dass ich (positiv) über die nun fast ein Jahr bestehende Praxisklinik hier am Ort geschrieben habe. Sie ist nach wie vor ein Patientenmagnet und bietet den Kollegen die erwarteten Vorteile. Aber … sie wird - käme ich mehr rum, könnte ich wohl auch sagen sie werden - den Polikliniken der ehemaligen DDR immer ähnlicher.

Trotz - oft langer - Terminvorgaben lange Wartezeiten durch Notfälle und Organisationspanne, Urlaube und Fortbildungen auf allen Ebenen und dadurch wechselnde behandelnde Ärzte und zeitweise unübersichtlichen Zuständigkeiten.

Es wird sich einlaufen (müssen) und die Patienten müssen sich arrangieren. Die büro- und medizintechnischen Anforderungen sind sonst nicht mehr optimal in den Griff zu bekommen. Und trotzdem: Es wird eine Marktlücke bleiben für engagierte, mutige und fleißige Kollegen. (hps)


UK S-H schließt Vertrag zur Behandlung dänischer Patienten

Mitte Februar wurde zwischen dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK S-H) und den größten dänischen Krankenhäusern ein Kooperationsvertrag über die Behandlung von dänischen Krebspatienten in Schleswig-Holstein abgeschlossen. Aufgrund aktueller Engpässe sind die Wartezeiten für die Strahlenbehandlung dort stark angestiegen, sodass die dänische Gesundheitsbehörde eine Behandlung in Deutschlands nördlichstem Universitätsklinikum angeregt hatte.

Peter Frandsen, medizinischer Direktor und Jens-Otto Jeppesen, Verwaltungsdirektor des Universitätsklinikums Odense, unterschrieben den Vertrag während eines Treffens der beiden Universitätskliniken in Kiel, in dem über weitere Kooperationen in der Krebsbehandlung, beispielsweise bei der geplanten Partikeltherapieanlage des UK S-H, gesprochen wurde.

„Wir freuen uns über diese Intensivierung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen dem UK S-H und unseren Kollegen in Dänemark. Neben den bisher bereits vereinbarten Verträgen mit den Universitätskliniken in Odense, Oslo und Kaunas ist diese konkrete Vereinbarung ein weiterer Schritt hin zu der von uns angestrebten engeren Kooperation mit unseren Nachbarländern an der Ostsee“, so Prof. Bernd Kremer, Vorstandsvorsitzender des UK S-H, bei der Unterzeichnung des Vertrages. (Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner)



Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein unterstützt UnderDOCs-Resolution gegen die elektronische Gesundheitskarte und Patientenakte

Dr. Svante Gehring
(Foto: Privat)
Dr. Klaus Bittmann
(Foto: KVSH)

Die Ärztegenossenschaft in Schleswig-Holstein (ÄGSH) stellt sich auf die Seite der UnderDOCs und unterstützt deren Resolution gegen die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und Patientenakte (ePA).

Der 1. Sprecher der ÄGSH, Dr. Klaus Bittmann, findet in einem Anschreiben an seine Mitglieder in der letzten Woche klare Worte: „Daher rufen wir die gesamte Ärzteschaft zum Boykott weiterer Vorbereitung zur elektronischen Gesundheitskarte auf, insbesondere Kolleginnen und Kollegen in den Testregionen! Noch ist die Teilnahme freiwillig, machen Sie nicht freiwillig mit! Dies ist keine technikfeindliche Haltung, sondern die berechtigt ablehnende Haltung gegen ein Monster voller Risiken für die Versicherten und die Ärzteschaft.“

In einer Anlage wurde die Resolution der UnderDOCs den Mitgliedern zur Kenntnis gegeben. Dr. Svante Gehring, 1. Vorsitzender der UnderDOCs, ist erstaunt über das große Echo, allein am 1. Tag erhielt er 29 Unterschriften der Resolution zugesandt. „Um der Resolution Gültigkeit zu verleihen, brauchen wir die Originalunterschriften“, gibt Dr. Gehring zu bedenken, „bei vergangenen Aktionen wurden Fax-Unterschriften angezweifelt.“ Die UnderDOCs rufen alle Kollegen(innen) in Hamburg und Schleswig-Holstein auf, sich der Resolution anzuschließen. Die kann unter „Aktionen“ auf der Seite www.underdocs.de heruntergeladen werden. (Dr. Gehring)



Für Sie gelesen:

Ausdünnung von Professorenstellen in Uni-Kliniken

Prof. Dr. Wolfgang Hiddemann, Univ. München, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), Pressekonferenz am 1. Februar 2007 in Berlin zur Bedrohung der klinischen Forschung durch das neue Hochschulrahmengesetz: „Die bisherigen C-3-Stellen werden derzeit oft durch W-2-Stellen ersetzt, die C-4-Positionen (Ordinarien) durch W-3-Stellen. Dies bedeutet nicht nur eine erhebliche Absenkung der Grundgehälter (z. B. bei einem habilitierten, klinisch erfahrenen Oberarzt nach BAT Ib zu W2 um 600 Euro), sondern auch eine gravierende Schwächung ihrer Position.“

Medizin für eine älter werdende Gesellschaft

„Mainstream muss vor allem werden, den gesundheitlichen Problemen einer ... älter werdenden Gesellschaft gerecht zu werden. Hierauf müssen sich alle Bereiche ... einrichten, von der biomedizinischen Grundlagenforschung über die Entwicklung von Arzneimitteln bis zur optimalen Betreuung hochbetagter Menschen mit Mehrfachdiagnosen ...“

(Prof. Dr. Norbert Schmacke, Internist und Sozialmediziner, Univ. Bremen, Unparteiisches Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss, in: G + G Wissenschaft 1/2007, S. 13) (hk)




Luftrettung wichtiger


Die Deutsche Rettungsflugwacht e. V., Filderstadt, teilte u. a. die Einsatzzahlen ihres in Niebüll stationierten Hubschraubers für 2006 mit: 657 Notfalleinsätze und 262 Intensivtransporte, keine Nachteinsätze. Damit liegt Niebüll in einem mittleren Bereich. Spitzenreiter ist der Nürnberger Hubschrauber mit zusammen über 1 700 Einsätzen. Zum Ansteigen der Einsatzzahlen sagte der DRF-Geschäftsführer Lutz: „Die Bedeutung der Luftrettung wächst, da durch Sparmaßnahmen und den Mangel an Notärzten vielerorts der Weg des Notarztes zum Patienten länger wird.“ (hk)


Azubis der Ärztekammer

Dajana Riemekasten
Michael Stramm
(Fotos: SH)
Caroline Schulze
(Foto: JL)
Swetlana Befus
(Foto: wi)

Drei Auszubildende der Ärztekammer Schleswig-Holstein haben ihre vorzeitige Abschlussprüfung erfolgreich bestanden. Dajana Riemekasten, Kauffrau für Bürokommunikation, ist jetzt mit einem Zeitvertrag bei der Ärztekammer beschäftigt. Caroline Schulze, ebenfalls Kauffrau für Bürokommunikation, hat sich einen neuen Arbeitsplatz in Kiel gesucht und Michael Stramm, Fachinformatiker für Systemintegration, wird als Programmierer und Serveradministrator in der EDV-Abteilung der Ärztekammer Schleswig-Holstein tätig sein.

Swetlana Befus wurde im Anschluss an ihr Praktikum als Auszubildende bei der Ärztekammer im Bereich Bürokommunikation eingestellt. (wi)


Leserbriefe

Leserbrief von Dr. Hans-Joachim Zielinski zu Seite 3, SHÄ 2/2007

 
Dr. Zielinski
(Foto: Privat)
 

Zwei Anmerkungen tun Not. Erstens wird die elektronische Gesundheitskarte, die den Ärzten Mehrarbeit beschert, ein Haufen Geld kosten. Es versteht sich von selbst, dass diese Kosten in den Praxen nicht den Ärzten aufgebürdet werden dürfen!

Zweitens muss verhindert werden, dass in Zukunft die Ärzte individuell dafür gerade stehen müssen, wenn der Patient eine falsche Karte vorzeigt. Regelung bisher: Die Kasse zahlte, auch wenn die Karte nicht zum Patienten passte! Zukünftig wird ein Passbild auf der Karte sein. Das Erkennungsrisiko darf nicht der Arzt tragen! Dazu sind sich manche Menschen einfach viel zu ähnlich!

In beiden Fällen können Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung einmal nachhaltig beweisen, dass sie, wie sie stets behaupten, Interessenvertretung der Ärzte sind. Wir werden sehen!

Dr. Hans-Joachim Zielinski, Graf-Spee-Str. 10, 25980 Westerland/Sylt


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 3/2007

S. 6-11