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Medizin und Wissenschaft
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Problemfall
Insulinpens
Für
die Behandlung von Diabetikern werden seit Jahren neben den klassischen
Insulinspritzen automatische Dosierinjektionssysteme, so genannte Pens
(Abb. 1) verwendet. Diese Systeme haben sich durch die Vereinfachung
der Eigenmedikation in der Praxis bewährt und die herkömmlichen
Insulinspritzen nahezu vollständig verdrängt. Mittlerweile
werden diese Insulininjektionssysteme aber auch regelmäßig
durch Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste, in Krankenhäusern und
Altenheimen verwendet. Hierbei
ergeben sich mehrere Probleme:
Die
von den Herstellern nicht vorgesehene Mehrfachverwendung der Kanülen,
die im privaten Bereich oft anzutreffen ist, wird dabei oft vom Pflegepersonal
beibehalten: Die sehr kleinen, dünnen Nadeln werden dabei zur Wiederverwendung
in ihre Schutzhülle zurückgesteckt (recapping).
Dieses führt häufig zu Nadelstichverletzungen (Abb. 2). Häufig
resultiert die Mehrfachverwendung auch daraus, dass von den zuständigen
Ärzten nur ein unzureichendes Kontingent an Kanülen verschrieben
wird, um das Budget zu schonen. Werden
von insulinpflichtigen Patienten selbst Nadeln mehrfach verwendet, geschieht
dies in eigener Verantwortung und ist lediglich aus hygienischer Sicht
ein Problem2. Werden vom professionellen Personal jedoch
Medizinprodukte zum einmaligen Gebrauch mehrfach verwendet, so ist das
eindeutig ein Verstoß gegen die Medizinprodukte-Betreiberverordnung3.
Aber
auch das sichere Entfernen gebrauchter Kanülen vom Pen stellt das
behandelnde Personal oft vor große Schwierigkeiten. Meist wird
hierbei in unmittelbarer Nähe der Kanülenspitze die Nadel
mit der Hand abgeschraubt. Seit
dem Jahr 2001 werden die mittels des Erfassungs- und Managementprogrammes
EPINet erhobenen Daten über Nadelstichverletzungen (NSV)
im Gesundheitswesen von der Universität Wuppertal zentral erfasst
und ausgewertet. Die Evaluation der Daten hat gezeigt, dass auffallend
viele NSV durch die Nadeln von automatischen Insulininjektionssystemen,
so genannten Insulinpens verursacht werden1,4.
Von
121 über EPINet im Zusammenhang mit der Insulingabe gemeldeten
NSV ereigneten sich mindestens 62 durch Pens. Die größten
Einzelanteile bei den unfallauslösenden Tätigkeiten bildeten
mit je 11,6 Prozent das Recapping und die endgültige Entsorgung
der Pennadel. Präventionsmaßnahmen
Bislang sind die verfügbaren Abwurfbehälter oft nur für die Entsorgung der Penspitzen eines speziellen Herstellers geeignet. Oft können abgeschraubte Penspitzen nicht ohne weitere Hilfsmittel in die Abwurfbehälter gedrückt werden (Abb. 4). Nur wenige Abwurfbehälter verfügen über durchdachte Abdreheinrichtungen, welche ein gefahrloses Entsorgen der benutzten Pennadeln in die Behälter ermöglichen: Am Deckel angebrachte Ausdrücknasen
Schlussfolgerungen Die Verwendung von Insulinpens durch Pflegepersonal ist prinzipiell möglich, wenn einige grundsätzliche Voraussetzungen erfüllt sind und geeignete organisatorische Maßnahmen ergriffen werden:
Mit
freundlicher Nachdruckgenehmigung von Praktische Arbeitsmedizin, Ausgabe
3/März 2006 Literatur:
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Schleswig-Holsteinisches
S. 67-69 |
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