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Medizin und Wissenschaft
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Auswertung der anonymen
ärztlichen Bescheinigungen nach KitaVO
Der Impfschutz gegen
neun Infektionskrankheiten (DTaP, Polio, Masern, Mumps, Röteln, Hib,
Hep B) wird nach vorgelegtem Impfpass oder nach ärztlichen Unterlagen
in einfacher Form (Markierung des Haus- oder Kinderarztes in vollständig
oder unvollständig/nicht geimpft gemäß der
STIKO-Impfempfehlung) festgehalten. Die Windpocken-Impfung (einmal oder
zweimal) kann ab dem Kindergartenjahr 2006 im freien Feld festgehalten
werden und ab Mitte 2006 in einer zugefügten Zeile, wenn die erweiterten
Bescheinigungen in Umlauf kommen. Die Einsenderate
der einzelnen Kreise ist sehr unterschiedlich, sie hat sich in einigen
Kreisen und kreisfreien Städten deutlich verbessert (die niedrigste
lag mit 64,7 Prozent im Landkreis Rendsburg-Eckernförde wegen zu
später Einsendung). Als Anhalt für die zu erwartenden Einsendungen
konnte wieder die Anzahl der Schulanfängeruntersuchungen des gleichen
Jahres 2005 aus dem landesweiten Gesundheitsbericht1 verwendet
werden (n = 28 947). In 2005 besuchten 93,9 Prozent der Schulanfänger
vorher einen Kindergarten (n = 27 303).
Tatsächlich gingen
bei diesem Maßstab 89 Prozent der erwarteten Einsendungen ein (einschließlich
der verspäteten und der 225 schulpflichtigen Hortkinder). Von diesen
Gesamteingängen konnten 82 Prozent der Bögen aller Vorschulkinder
unter sieben Jahren zur Auswertung verwendet werden. Die Einrichtungen
der dänischen Minderheit sind in den jeweiligen vier Kreisen mit
enthalten (erwartet: 526 Einsendungen).
Gesamtauswertung:
Einen Überblick über alle eingegangenen Ärztlichen
Bescheinigungen zeigt Tabelle 2: Auswertbar n = 22 564, Alter 3
Mo. bis 14 J. 4 Mo., im gewichteten Mittel 3 J. 5 Mo Die Ergebnisse der
Altersgruppe ein bis fünf Jahre (n = 19 977) stehen im Mittelpunkt
dieser Erhebung. Der Altersdurchschnitt (gewichteter Mittelwert) lag bei
3 J. 4 Mo. (allmähliche Vorverlagerung um drei Monate seit dem Jahr
2000). Wie schon in den letzten drei Jahren erkennbar, haben sich die
geringen Unterschiede der Impfschutzraten (Tab. 3) beim Vergleich dieser
Gruppe Kindergarten mit der Gesamtgruppe Kindertageseinrichtung
(Aufnahme 3 Mo. bis 14 J. 4 Mo.) ausgeglichen: Je nach Impfung sind nunmehr
die Raten der nachwachsenden jüngeren Kinder bei Aufnahme in den
Kindergarten bis 0,6 Prozent höher (Hep B) als in der Gesamtgruppe
(für die zweite MMR-Impfung galt das bei Beginn der Erhebung im Jahr
2000 noch nicht). Impfschutz gegen
Masern
Die Zweit-Impfung
(Abb. 1 und 3) gegen die Kombination MMR wurde vor fünf Jahren von
der STIKO auf den früheren Zeitpunkt des zweiten Lebensjahres vorgezogen
(STIKO-Empfehlung Januar 2000). Für die Zweit-Impfung bei Aufnahme
in den Kindergarten gegen Masern allein ist die Rate jetzt 74,2 Prozent
(im Vorjahr 69,8 Prozent) (somit erneut eine Zunahme um 4,4 Prozentpunkte).
Die Schutzrate ist jetzt fast fünfmal höher seit der Einführung
der Ärztlichen Bescheinigung im Jahr 2000. Nach der ersten
Teilauswertung des Jahres 2006 (n = 1 165) zeichnet sich derzeitig mit
72,6 Prozent noch kein weiterer Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren
ab (Stand 11.08.2006).
Am deutlichsten zeigen
sich bei der Durchführung dieser Wiederholungsimpfung die Unterschiede
im Bereich der niedergelassenen Ärzteschaft: In den Landkreisen und
kreisfreien Städten findet sich bei Aufnahme in die Kindertagesstätte
eine regionale Spannweite für die zweite Masern-Impfung von 66,3
Prozent bis 82,9 Prozent (vor sechs Jahren von fünf Prozent bis 38
Prozent). Die Erhebungen der
schulärztlichen Dienste in Schleswig-Holstein zeigen: Neun- bis Elfjährige
(4. Schulklassen, vorgelegte Impfpässe n = 1 322) haben in 2005 bei
der Zweit-Impfung eine Rate von 90 Prozent erreicht, 14-Jährige 84
Prozent (8. Schulklassen, n = 4 451). Noch ist es nicht gelungen, diese
Raten bereits durch die frühere Intervention bei Eintritt in den
Kindergarten nachzuweisen. Denn es gilt, so früh wie möglich
bei der Zweitimpfung gegen Masern (als MMR bzw. jetzt MMR-V) eine Schutzrate
von mindestens 80 Prozent zu erreichen (bei der Erstimpfung nunmehr von
95 Prozent) - und das bereits am Ende des zweiten Lebensjahres. Selbst
Lernanfänger zeigen 2005 bei der Einschulung mit 77 Prozent (bei
n = 27 422 vorgelegten Impfpässen) erstmals seit drei Jahren wieder
höhere Raten als Kinder bei Aufnahme in den Kindergarten2.
Impfschutz gegen
Hepatitis B (Abb. 4 und 5)
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Schleswig-Holsteinisches
S. 64 |
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