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Aktuelle Zahlen aus
dem Krebsregister Schleswig-Holstein für das Jahr 2003 veröffentlicht
Krebsregister international anerkannt!
Alexander Katalinic, Uta Kunze
Der kürzlich erschienene fünfte Band von Krebs in Schleswig-Holstein
präsentiert nicht nur die aktuellsten Zahlen zum Krebsgeschehen in
Schleswig-Holstein des Jahres 2003, sondern verdeutlicht auch, dass der
Aufbau des epidemiologischen Krebsregisters nun als weitgehend abgeschlossen
gelten kann.
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Kontaktadressen
des Krebsregisters:
Institut für Krebsepidemiologie e. V., Registerstelle des Krebsregisters
Schleswig-Holstein, Beckergrube 43-47, 23552 Lübeck, Tel. 0451/7992550
Ärztekammer Schleswig-Holstein, Vertrauensstelle des Krebsregisters
Schleswig-Holstein, Bismarckallee 8-12, 23795 Bad Segeberg, Tel.
04551/803-104
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Die Dachdokumentation Krebs am Robert Koch-Institut hat dem Krebsregister
Schleswig-Holstein für das Jahr 2003 insgesamt eine vollzählige
Erfassung von über 90 Prozent aller für das Land zu erwartenden
Krebsneuerkrankungen bestätigt. Damit liegt nun für den Zeitraum
2000-2003 eine vollzählige Datenbasis vor. Trotz der sehr guten Vollzähligkeit
von über 90 Prozent ergeben sich innerhalb von Schleswig-Holstein
noch Unterschiede in der Erfassungsquote. Für Männer liegt sie
bei nahezu 100 Prozent, für Frauen nur bei etwa 90 Prozent. Auch
regional fällt auf, dass im Hamburger Randgebiet nur eine Erfassungsquote
von knapp 80 Prozent erreicht wird, für das restliche Land hingegen
liegt sie bei annähernd 100 Prozent.
Auch zwischen verschiedenen
Krebsarten zeigen sich noch Unterschiede im Erfassungsgrad. Trotz dieser
geringen Unterschiede in der Vollzähligkeit in den genannten Bereichen
ergibt sich für das ganze Land insgesamt gesehen eine wissenschaftlich
belastbare Gesamtsituation.
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| Abb.
1: Altersstandardisierte Inzidenz für Krebs insgesamt (ohne C44)
in Schleswig-Holstein im Jahr 2003 |
Im Jahr 2003 wurden 7 605 Männer und 6 564 Frauen mit einer neuen
Krebserkrankung an das Krebsregister gemeldet, die Neuerkrankungsrate
liegt damit bei ca. 550 Fällen/100 000 für Männer und ca.
450 Fällen/100 000 für Frauen. Die altersstandardisierten Erkrankungsraten
stimmen fast exakt mit den erwarteten Werten für Deutschland überein.
Ein geschlechterspezifischer und regionaler Vergleich der Inzidenz für
Krebs gesamt kann Abb. 1 entnommen werden. Die häufigsten Krebsarten
im Jahr 2000 zeigt Abb. 2. Im Vergleich zu den Zahlen für Deutschland
(RKI) ergeben sich für einige Tumorarten interessante Abweichungen.
Die Inzidenz des malignen Melanoms und von Brustkrebs und Prostatakrebs
ist in Schleswig-Holstein bundesweit die höchste. Dieses Ergebnis
lässt sich durch die intensiven Bemühungen zur Krebsfrüherkennung
in diesen Bereichen plausibel erklären (z. B. Hautkrebsscreening
und QuaMaDi). Bei den Tumoren des Mund- und Rachenraums, beim Speiseröhrenkrebs
und beim Lungenkrebs, alles Rauchen assoziierte Tumoren, fällt in
Schleswig-Holstein ein besonderer Trend auf. Während die Inzidenz
dieser Tumoren für Frauen auf dem bundesdeutschen Niveau (für
Lungenkrebs eher erhöht) liegt, zeigt sich für Männer erfreulicherweise
eine deutlich erniedrigte Inzidenz. Ob dies auf günstigere Arbeitsbedingungen
oder günstigere Rauchgewohnheiten der Männer zurückgeführt
werden kann, ist offen. Für die kommenden Jahre bleibt es eine spannende
Aufgabe, diese Trends weiter zu untersuchen.
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| Abb.
2: Die häufigsten Krebsneuerkrankungen in Schleswig-Holstein
im Jahr 2003 (ohne C44) |
Nachdem das Krebsregister Mitte letzten Jahres einen Antrag auf Aufnahme
als Mitglied in die IACR (International Association of Cancer Registries,
Internet www.iacr.com.fr), einer der WHO verbundenen Einrichtung zur weltweiten
Krebsregistrierung, gestellt hatte, konnte Anfang Januar die erfreuliche
Nachricht entgegengenommen werden, dass das Krebsregister Schleswig-Holstein
als Vollmitglied (voting member) aufgenommen wurde. Dabei
gilt zu berücksichtigen, dass die Vollmitgliedschaft nur den Krebsregistern
erteilt wird, die eine flächendeckende und vollzählige Krebsregistrierung
nachweisen können. Nach Prüfung der eingereichten Unterlagen
kam die IACR zum Schluss, dass Schleswig-Holstein diese wichtigen Bedingungen
erfüllt. Damit ist unser Krebsregister auch international anerkannt
und unsere Daten können in Zukunft für internationale Auswertungen
und Publikationen der IACR (z. B. Cancer Incidence in Five Continents)
berücksichtigt werden.
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Weitere
Informationen zum Krebsregister Schleswig-Holstein, den Jahresbericht
und
epidemiologische Daten zum Abruf finden Sie unter www.krebsregister-sh.de
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PD Dr. Alexander
Katalinic, Institut für Krebsepidemiologie e. V., Beckergrube 43-47,
23552 Lübeck, Dr. Uta Kunze, Vertrauensstelle des Krebsregisters
Schleswig-Holstein bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Bismarckallee
8-12, 23795 Bad Segeberg
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 3/2006
S. 61-63
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