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Medizin und Wissenschaft
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Impfschutz
bei Aufnahme in den Kindergarten Schleswig-Holstein 2004
Über
die Einführung der Ärztlichen Bescheinigung seit
dem Jahre 2000, ihre Bedeutung (Information der Kindertagesstätten)
und die Auswertung des Impfstatus bei Aufnahme von Kindern in Kindertagesstätten
wurde zuletzt in Heft 12/2004 des Schleswig-Holsteinischen Ärzteblattes
berichtet. Die Kriterien haben sich nicht geändert (s. Tabelle
1).
Die
Einsenderate der einzelnen Kreise ...
Gesamtauswertung:
Einen Überblick über alle eingegangenen ärztlichen
Bescheinigungen zeigt Tabelle 2: Auswertbar n = 22 850, Alter
3 Mo. bis 13 J. 2 Mo., im gewichteten Mittel 3 J. 6 Mo.
Kindergarten (1 bis 5 Jahre) Die Ergebnisse der Altersgruppe 1 bis 5 Jahre (n = 20 147) stehen im Mittelpunkt des Interesses dieser Erhebung. Der Altersdurchschnitt (gewichteter Mittelwert) lag bei 3 J. 5 Mo. (in den Vorjahren bei 3 J. 7 Mo). Die geringen Unterschiede der Impfschutzraten (Tab. 3) beim Vergleich dieser Kindergarten-Gruppe mit der Gesamtgruppe Kindertageseinrichtung (Aufnahme 4 Mo. bis 15 J. 4 Mo.) haben sich - wie schon im Vorjahr erkennbar - fast völlig ausgeglichen: Die nachwachsenden jüngeren Kindergartenkinder sind nunmehr bereits in diesem Alter im selben Maße geschützt wie sonst der Anteil der älteren in der Gesamtgruppe. Impfschutz gegen Masern Die Rate für die Erst-Impfung (Abb. 1 und 2) liegt landesweit in diesem Alter bei 92,4 Prozent (Vorjahr 91,6 Prozent). Auch die Impfraten gegen Mumps und Röteln sind in der Einzeldarstellung fast gleich hoch (Tab. 3) (feste MMR-Kombination). Die Impfrate gegen Röteln liegt nur noch um 0,6 Prozent niedriger gegenüber MM (3,3 Prozent im Jahr 2000).
Am deutlichsten zeigen sich bei der Durchführung dieser Wiederholungsimpfung die Unterschiede im Bereich der niedergelassenen Ärzteschaft: In den Landkreisen und kreisfreien Städten findet sich bei Aufnahme in die Kindertagesstätte eine regionale Spannweite für die zweite Masern-Impfung von 63,2 Prozent bis 79,4 Prozent (vor fünf Jahren 5 Prozent bis 38 Prozent)!
Die Erhebungen der schulärztlichen Dienste in Schleswig-Holstein zeigen: 9- bis 11-Jährige (4. Schulklassen, vorgelegte Impfpässe n = 1 292) haben in 2004 bei der Zweitimpfung eine Rate von 85 Prozent erreicht, 14-Jährige 83 Prozent (8. Schulklassen, n = 5 234)2. Noch ist es nicht gelungen, diese Raten bereits durch die frühere Intervention bei Eintritt in den Kindergarten nachzuweisen. Denn es gilt, so früh wie möglich bei der Zweitimpfung gegen Masern eine Schutzrate von mindestens 80 Prozent zu erreichen (bei der Erstimpfung nunmehr von 95 Prozent) - und das bereits am Ende des 2. Lebensjahres. Impfschutz gegen Hepatitis B (Abb. 4 und 5) Bei Aufnahme in eine Kindertageseinrichtung sind landesweit 89,2 Prozent erreicht (im Jahr 2000: 75 Prozent). In einem Kreis impfen die Niedergelassenen unverändert sehr zurückhaltend, wenngleich auch hier die Schutzrate stieg (Spannweite landesweit 67,5 Prozent bis 93,4 Prozent). Aus der Teilauswertung des Jahres 2005 lässt sich zurzeit mit 88 Prozent kein weiterer Anstieg der Schutzrate gegen Hep B ableiten (Stand 5. Nov. 2005). Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus, Polio, Pertussis und Hib, (Tab. 3 und 4) Die Darstellung der fünf Impfungen soll in Tab. 4 zeigen, dass in den meisten Gebieten die 92 Prozent-Marge überschritten ist (die landesweiten Raten s. Tab. 3). Lediglich zwei Landkreise zeigen bei der Pertussis-Impfung eine Rate von 91,0 bzw. 91,6 Prozent.
Zusammenfassung über den fünften Jahrgang Die Impfempfehlungen der STIKO vom Juli 2002 haben auf diesen Kindergartenjahrgang im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs der Impfschutzraten um neun Prozent-Punkte bei der zweiten MMR-Impfung (Kombination 69,5 Prozent) und von 3,3 Prozent-Punkten bei der Hep B-Impfung gebracht (89,2 Prozent). Mit Ausnahme der 2. MMR- und der Hep B-Impfung ist im Landesdurchschnitt die 93 Prozent-Marke überschritten (93,4 Prozent Impfung gegen Pertussis bis 97,8 Prozent gegen Tetanus). Das ist wie bisher Ausdruck der Aktivität ausschließlich der niedergelassenen Ärzteschaft (meist Kinderärzte). Der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) in Schleswig-Holstein kommt aktiv erst ab der Schuleintrittsuntersuchung ins Spiel. Der Rücklauf der anonymen Belege aller Vorschulkinder, die usgewertet werden konnten, betrug 83,8 Prozent der erwarteten Eingänge zum Auswertestichtag 6. Juni 2005. Die Anzahl der auswertbaren Beläge bei Aufnahme in eine Kindertageseinrichtung ist weiter angestiegen (jetzt n = 22 850). Danksagung an das Gesundheitsministerium MSGV/Kiel, Firma Chiron Behring Vaccines/Marburg, Marita Harder/KJÄD im Gesundheitsamt Flensburg und Holger Harder/Jarplund-Weding. Literatur bei der Verfasserin oder im Internet www.aerzteblatt-sh.de.
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Schleswig-Holsteinisches
S. 63-66 |
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