|
Neues
in der geriatrischen Versorgung im südwestlichen Holstein (Elmshorn
und Geesthacht)
 |
|
| Dr.
Klaus Rohlffs (Foto: hk) |
|
Ende August wurde
in Elmshorn eine Klinik für Geriatrie mit 40 vollstationären
Plätzen eingerichtet. Sie kooperiert mit den Hauptfachabteilungen
Chirurgie, Gynäkologie, Innere und Psychiatrie des Klinikums Elmshorn
(Kliniken des Kreises Pinneberg). Sie kooperiere aber auch über die
Kreisgrenzen mit dem Klinikum Itzehoe (Kreis Steinburg), deren Geriatrie-Chefarzt
(Dr. Bernd Sgries) zeitweise an der Klinik in Elmshorn arbeite, teilte
die Gesundheitsministerin bei der Eröffnung mit.
In Geesthacht, Ortsteil Edmundsthal-Siemerswalde, wird vom noch relativ
neuen Träger Vitanas (Berlin) ein modernes Pflegeheim in den Klinikbau
der Geriatrie integriert. Nach einigen Unruhen nach der Insolvenz des
traditionsreichen Hamburgischen Krankenhauses Edmundsthal-Siemerswalde
scheint nunmehr eine Konsolidierung erreicht, wie der langjährige
leitende Klinikarzt Dr. Klaus Rohlffs und Geschäftsführer Jörg
Menzel am Rande einer Informationsveranstaltung bestätigten. Die
ehemals mit 112 Betten größte geriatrische Klinik hat jetzt
50 Planbetten im Hamburger Krankenhausplan und 40 in Schleswig-Holstein.
Das Problem der Klinik an der Landesgrenze war bei den Behörden offenbar
die regionale Abgrenzung. Für eine Geriatrie an diesem Standort nennen
die Verantwortlichen nicht zuletzt die große Bevölkerungszahl
mit zunehmendem Seniorenanteil im südwestlichen Holstein und südöstlichen
Hamburg. Abgetrennt ist heute die ebenfalls auf dem Waldgelände an
der Elbe liegende neurologische Rehabilitation für Jugendliche, die
nunmehr zur Humaine-Gruppe gehört. (hk)
Besondere
Aktivitäten in Lübeck
 |
|
Prof.
Dr. rer. nat. Rolf
Hilgenfeld (Foto: Klinik) |
|
Einige nicht alltägliche
medizinische Aktivitäten fanden Anfang September in Lübeck statt.
So die Internationale Konferenz über Proteinvernetzung und Transglutaminasen
mit 200 Experten (Tagungspräsident Prof. Dr. rer. nat. Rolf Hilgenfeld,
Direktor des Instituts für Biochemie). Information: www.pcl8. biochem.uni-luebeck.de.
Dann die (weltweite) Jahreskonferenz über Mastozytose (Proliferation
von Mastzellen in Haut, Knochen, Knochenmark, Leber, Milz, Magen-Darm-Trakt)
mit Prof. Dr. Hans-Peter Horny, Lübeck (Pathologie).
Ein völlig neues Patientenprogramm FAIR plus stellten
die Landesversicherungsanstalt (LVA) Schleswig-Holstein und das Asklepios
Gesundheitszentrum Bad Schwartau vor. Das neue Rehaangebot Flexible
Ambulante Rehabilitation plus Intensive Reha-Nachsorge soll Berufstätige
erreichen, die aus Angst um den Arbeitsplatz sonst keinen Reha-Antrag
stellen würden. Zuständiger ltd. Arzt: Dr. Ingo Meßer,
Bad Schwartau. (hk)
Veröffentlichung
Qualitätsbericht 2004
Medizinisch-Psychosomatische Klinik Bad Bramstedt
Die zu den Schön-Kliniken
gehörende Medizinisch-Psychosomatische Klinik Bad Bramstedt hat einen
vom Gesetzgeber erstmals vorgeschriebenen Qualitätsbericht für
das Jahr 2004 veröffentlicht, der genaue Einblicke in den Betrieb
des Krankenhauses gibt. Krankenkassen, niedergelassene Ärzte und
Patienten können sich jetzt im Internet unter www.g-qb.de über
die Qualität der Klinik informieren.
Aus dem Bericht geht hervor, dass die Medizinisch-Psychosomatische Klinik
Bad Bramstedt im Jahr 2004 insgesamt 1 792 Patienten behandelt hat. Zu
den häufigsten Diagnosen gehörten wiederkehrende depressive
Störungen, depressive Episoden, Ess- und Angststörungen sowie
spezifische Persönlichkeitsstörungen.
Das Qualitätsmanagement der Medizinisch-Psychosomatischen Klinik
Bad Bramstedt ist bereits seit 1999 nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert.
Für den Bereich der medizinischen Rehabilitation erfolgte zusätzlich
eine Zertifizierung nach den Qualitätsgrundsätzen der Deutschen
Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (DEGEMED). Eine Qualitätskommission,
die sich monatlich trifft, um anstehende Fragen der Qualitätssicherung
zu besprechen und nach Verbesserungen zu suchen, sowie ein betriebliches
Vorschlagswesen sind weitere wesentliche Instrumente zu Überprüfung
und Sicherung der Qualität.
Nach dem Sozialgesetzbuch sind alle in Deutschland zugelassenen rund 2
200 Krankenhäuser verpflichtet, im Abstand von zwei Jahren, erstmals
im Jahr 2005 für das Jahr 2004, einen Qualitätsbericht zu erstellen
und zu veröffentlichen. Die Spitzenverbände der Krankenkassen,
der Verband der privaten Krankenversicherung e. V. und die Deutsche Krankenhausgesellschaft
unter Beteiligung der Bundesärztekammer sowie des Deutschen Pflegerates
hatten im Januar 2004 den Inhalt und Umfang des Qualitätsberichtes
festgelegt. Die neuen Qualitätsberichte sollen den Versicherten und
Patienten im Vorfeld einer Krankenhausbehandlung Information und Entscheidungshilfen
geben. Vertragsärzten und Krankenkassen dienen sie als Orientierungshilfe
bei der Einweisung und Weiterbetreuung der Patienten. Den Krankenhäusern
selbst bieten die Berichte Möglichkeiten, ihre Leistungen nach Art,
Anzahl und Qualität nach außen transparent und sichtbar dazustellen.
(Medizinisch-Psychosomatische Klinik Bad Bramstedt)
Buchtipps
Sportanatomie
 |
|
Sport
kann nur dann wirklich gesund sein und Verletzungen oder Verschleißerscheinungen
vorbeugen, wenn der Sportler oder Trainer auch wirklich weiß, was
er trainiert, schreibt Dr. Thorsten Gehrke (Jg. 1960) in seinem
Erfolgsbuch Sportanatomie, das seit 1999 in diesem Jahr bereits
in 6. Auflage erschienen ist (Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek, ISBN
3 499 19449, 281 Seiten, 13,50 Euro). Gehrke, seit langem Dozent für
Sportmedizin am Institut für Sportwissenschaften der Universität
Kiel und seit kurzem Ärztlicher Direktor der Endo-Klinik in Hamburg,
will vor allem Nichtmedizinern die wesentlichen anatomischen Hintergründe
der sportlich relevanten Körperstrukturen nahe bringen (und wohl
auch nichtorthopädische Kollegen daran erinnern). Das gelingt überzeugend,
weil er vom Rumpf bis zum Fuß die Muskel- und Skelettabschnitte
anschaulich auf je einer Doppelseite darstellt: mit sparsamem Text links
und Fotos und Zeichnungen rechts, mit Hinweisen auf jeweils eine Dehnungs-
und eine Kräftigungsübung sowie auf mögliche Sportschäden.
| |
 |
Hauptsache
gesund
Für
wenig gesund lebende Patientinnen, die eigentlich lieber fernsehen als
Gesundheitsbücher lesen, erscheint der lebendig gestaltete Ratgeber
Hauptsache gesund von Dr. Franziska Rubin und Karin Schutt
besonders geeignet. Die MDR-Fernsehmoderatorin Rubin und ihre Co-Autorin
erklären anschaulich Volkskrankheiten - wie Medizin und Natur
helfen und heilen (Untertitel). Das Sachsenklinik-Schauspielerteam
aus der populären Klinikserie In aller Freundschaft gibt
jeweils passende persönliche Tipps.
Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 2004, 256 Seiten, ISBN 3 499 61930,
14,90 Euro. (hk)
Software
für PDA
Checkliste Arzneimittel A-Z
Die Checkliste Arzneimittel A-Z 2005 (Georg
Thieme Verlag, Stuttgart, 2005) kann ab sofort auf mobilen Geräten
(PDA) genutzt werden. In Zusammenarbeit mit der Firma Envi.con aus Berlin
hat der Stuttgarter Georg Thieme Verlag umfangreiche Arzneimitteldaten
für Pocket PC, Palm und Smartphone aufbereitet.
 |
|
Die
jährlich erscheinende Checkliste Arzneimittel A-Z gibt
einen umfassenden Überblick über sämtliche gängige
Arzneimittel. Die Ausgabe 2005 bietet zu etwa 530 Wirkstoffen detaillierte
Hintergrundinformationen: Handelsnamen, Dosierungen, Indikationen, Kontraindikationen,
Nebenwirkungen, Wirkmechanismen und Wechselwirkungen sowie praktische
Tipps zur Anwendung sind kurz und übersichtlich dargestellt. Auch
Produkte aus Österreich und der Schweiz sind verzeichnet. Neben der
gedruckten Version gibt es die Inhalte auch in einer regelmäßig
aktualisierten Datenbank unter www.thieme.de.
Ab sofort können auch Besitzer mobiler Geräte die Information
der Thieme-Datenbank auf ihre Geräte überspielen. Die entsprechende
Software stellt Envi.con im Internet zur Verfügung. Die Software
ermöglicht die Suche nach Wirkstoff- und Handelsname. Ob Pocket PC,
Palm oder Smartphone, der Arzt hat im praktischen Alltag schnellen Zugriff
auf die jeweils benötigten Informationen. Benutzer eines Pocket PCs
mit Windows Mobile Betriebssystem laden sich die Daten der Checkliste
A-Z 2005 unter www.pocketland.de/27521 herunter. Wer einen Palm
benutzt, findet unter www.pdassi.de/27221 die passende Software. Für
Smartphones der Hersteller Nokia, SonyEricsson etc. werden die Arzneimitteldaten
in Kürze auf der Seite www.smartsam.de bereitgestellt.
Die Software kostet 19,95 Euro. Das entspricht dem Preis der Buchausgabe
der Checkliste Arzneimittel A-Z. Sofort nach Zahlungseingang
erhalten die Kunden automatisch die Software in Form eines Downloadlinks.
Weitere Informationen zu der PDA-Version der Checkliste Arzneimittel
A-Z finden Sie unter www.thieme.de/pda. (Georg Thieme Verlag)
Prof.
Beske: Deutschland im Leistungskatalog-Vergleich vorn
 |
|
Die
angekündigte internationale Vergleichsstudie zum Leistungskatalog
im Gesundheitswesen aus dem Fritz-Beske-Institut für Gesundheits-System-Forschung
in Kiel hat das erwartete Ergebnis gebracht: Deutschland liegt von 14
Industrieländern bei der gemessenen Versorgungsstruktur mit 119 Punkten
vorn, gegenüber einem Durchschnitt von 100 Punkten. Damit schneidet
das deutsche Gesundheitssystem in der Tat weit besser als sein Ruf ab
- wie schon in der früheren Studie vom April 2004 in groben Zügen
erkennbar war.
Die Gründe für das gute Resultat sieht die Studie darin, dass
hierzulande unter anderem mit die höchste Hausarzt-, Facharzt- und
Zahnarztdichte sowie die höchste Klinikkapazität gegeben seien.
Zum Beispiel liegt Deutschland bei der Facharztdichte mit 2,3 gegenüber
durchschnittlich 1,7 an erster Stelle. Dies führe zu einer hohen
Patientenzufriedenheit, auch deshalb, weil hier die Wartezeiten am geringsten
sowie der Leistungskatalog bei Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln überdurchschnittlich,
jedoch die Zuzahlungen relativ gering seien. Nicht erfasst sind dabei
die regionale Verteilung und auch die Qualität der Leistungen.
In einem zweiten Band (insgesamt fast 500 Seiten) werden die Geldleistungen
wie Krankengeld verglichen. Hier liegt Deutschland auf Platz drei hinter
Niederlande und Schweden. Bei den Kosten für Gesundheits- und Geldleistungen
insgesamt liegt unser Land mit 3 560 Euro p. a. etwas günstiger als
der Durchschnitt (minimal Italien, maximal USA). Bei der Zusammenfassung
von Leistungen und den realistischen Kosten hat Deutschland vermutlich
sogar das effizienteste Gesundheitswesen überhaupt. Eine Mahnung
möglicherweise an gesundheitspolitische Reformer, behutsam vorzugehen.
Eine Kurzfassung der Studie ist unter www.igsf.de/Band104-lang.pdf herunterzuladen.
(hk)
Fusion
der Nord LVAs
Deutsche
Rentenversicherung Nord
 |
Zum
1. Oktober 2005 ist die vom Gesetzgeber verordnete Organisationsreform
der Deutschen Rentenversicherung in Kraft getreten. Die Vereinheitlichung
des Versichertenbegriffs, d. h. es gibt keine Unterscheidung zwischen
Arbeitern und Angestellten - ist nun auch organisatorisch umgesetzt. Die
Rentenversicherungsträger führen einheitlich eine Bezeichnung,
z. B. Deutsche Rentenversicherung Bund (bisher BfA). Weiterhin sollen
mit der Organisationsreform innerhalb der nächsten fünf Jahre
Einsparungen in Höhe von zehn Prozent der Kosten erreicht werden.
U. a. soll dieses durch Ausnutzung von Synergieeffekten im Rahmen von
Fusionen einzelner Rentenversicherungsträger geschehen.
Die Landesversicherungsanstalten Freie und Hansestadt Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern
und Schleswig-Holstein haben zur Deutschen Rentenversicherung Nord mit
dem Hauptsitz Lübeck fusioniert. Die wesentlichen Verwaltungsaufgaben
für die Versicherten werden auch weiterhin an den bisherigen drei
Hauptstandorten erfolgen.
 |
|
Dr.
Jürgen Cellarius
(Foto: hk)
|
Im
Rahmen der Fusion haben sich auch wichtige strukturelle und personelle
Änderungen für die Ärzteschaft ergeben, deren Kenntnis
ggf. von Bedeutung sind. Die drei bisherigen ärztlichen Bereiche
wurden zu einem gemeinsamen Sozialmedizinischen Dienst (SMD) zusammengeführt.
Acht Sozialmedizinische Dienststellen mit Sitz in Hamburg, Neubrandenburg,
Stralsund, Rostock, Schwerin, Lübeck, Flensburg und Itzehoe werden
die operativen Aufgaben mit regionaler Ausrichtung erledigen. Prüfärztliche
Tätigkeit und Begutachtungen mit Untersuchung sind zusammengeführt.
Die Abteilungsleitung befindet sich am Hauptsitz Lübeck. Abteilungsleiter
ist Michael Martschenko, bisher Leiter des Sozialärztlichen Dienstes
der LVA Freie und Hansestadt Hamburg.
Am Hauptsitz wurde eine Stabsstelle Sozialmedizin neu geschaffen, deren
Leitung der bisherige Leiter des Ärztlichen Dienstes der Landesversicherungsanstalt
Schleswig-Holstein, Dr. Jürgen
Cellarius, übernommen hat. Schwerpunkt der Stelle sind ärztliche
und sozialmedizinische Beratung von Selbstverwaltung und Geschäftsführung,
Rehabilitationskliniken und Qualitätssicherung der medizinischen
Rehabilitation.
Der bisherige Leiter des Ärztlichen Dienstes der Landesversicherungsanstalt
Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Michael Rudolph, ist zum 1. Oktober 2005 altersbedingt
ausgeschieden. (Dr. Jürgen Cellarius)
Korrektur
eines Buchtipps
In der Ausgabe 9 des Schleswig-Holsteinischen Ärzteblattes wurde
auf Seite 8 das Buch Handbuch Schmerz zum Bestellen über
den Verlag mmi, Neu-Isenburg, vorgestellt. Nach Angaben des Verlages
handelt es sich hierbei um einen Vertrieb exklusiv über das Pharmaunternehmen
Pfizer GmbH, www.pfizer.de. Bitte sehen Sie von weiteren Bestellungen
über den Verlag ab. Wir bitten, unser Versehen zu entschuldigen.
(SH) |
Prof.
Staemmler verstorben
Prof. Dr. Hans-Joachim Staemmler ist am 1. August im Alter von 87 Jahren
in seiner Wahlheimat München verstorben. In Posen geboren, fing er
sein Medizin-Studium im Jahr 1939 in Kiel an. Als weitere Stationen folgten
Hamburg, München und Breslau. Staemmler machte sein Staatsexamen
und promovierte im Jahr 1944. Zwanzig Jahre war er Professor und Chefarzt
an der Universitäts-Frauenklinik in Kiel (1947-1967), bis er seinen
Dienst in Ludwigshafen antrat. (SH)
Marburger
Bund
Fordert Aufnahme von Tarifverhandlungen
Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (mb) hat die Tarifgemeinschaft
deutscher Länder (TdL) aufgefordert, umgehend in offizielle Tarifverhandlungen
einzutreten. Ein erstes Gespräch zwischen Marburger Bund und der
TdL über einen eigenständigen Tarifvertrag für Universitätsärzte
fand Mitte September in Stuttgart statt. Die 22 000 Uni-Ärzte erwarten
nun zügige Tarifverhandlungen und konkrete Ergebnisse für bessere
Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter, erklärte der zweite
Vorsitzende des mb, Rudolf Henke.
Henke sieht in einer eventuellen Verzögerungstaktik der TdL keinerlei
Sinn. Die Uni-Ärzte sind nach wie vor konfliktbereit.
Um dies zu unterstreichen und die Forderung nach der Aufnahme von Verhandlungen
zu verstärken, startete der Marburger Bund unter den 22 000 Uni-Ärzten
eine Postkartenaktion. Dabei sollen alle Ärzte kurzfristig vorformulierte
Postkarten mit der Forderung nach unverzüglichen Tarifverhandlungen
mit dem mb an die Finanzminister der Bundesländer senden.
Henke betonte, der Marburger Bund sei natürlich zu Verhandlungen
ohne ideologische Scheuklappen bereit. Es führe jedoch
kein Weg an einer deutlichen Verbesserung der Arbeitssituation vorbei.
Auch weil das europäische Ausland Klinikärzten doppeltes
Gehalt zahlt, wird Deutschland als ärztlicher Arbeitsplatz immer
unattraktiver. Wir leiden schon jetzt unter einem zunehmenden Ärztemangel.
In den vergangenen Monaten ist es immer wieder zu massiven Streiks und
Protesten von Ärzten in Universitätskliniken gekommen. Allein
über 5 000 Ärzte waren am 6. September 2005 zu einer Demonstration
und Kundgebung nach Stuttgart zusammengekommen. Die Mediziner fordern
bessere Arbeitsbedingungen unter anderem durch eine deutliche Erhöhung
der Einkommen, eine vollständige Bezahlung sämtlicher Überstunden
und durch eine Rücknahme der Kürzungen beim Weihnachts- und
Urlaubsgeld. (mb)
Erstmalige
Zertifizierung in Schleswig-Holstein
Zentrum für Infektiologie Borstel/Lübeck
 |
PD Dr. Christoph
Lange
(Foto: Privat) |
Die deutsche Gesellschaft
für Infektiologie hat mit dem Verbund der Medizinischen Klinik des
Forschungszentrums Borstel und der Medizinischen Klinik III des Universitätsklinikums
Schleswig-Holstein in Lübeck (Direktor: Prof. Dr. Peter Zabel) erstmalig
eine Einrichtung in Schleswig-Holstein als Zentrum für Infektiologie
zertifiziert. Damit wird den beiden Abteilungen unter der Leitung von
Prof. Dr. Klaus Dalhoff (Lübeck) und PD Dr. Christoph Lange (Borstel)
eine besondere Versorgungsqualität in der ambulanten und stationären
Behandlung von Patienten mit Infektionserkrankungen bescheinigt.
Zum breiten Spektrum der infektiologischen Krankheitsbilder, die an den
Standorten Borstel und Lübeck behandelt werden, gehören akute
Infektionen wie z. B. Blutvergiftungen (Sepsis) und Lungenentzündungen.
Hier besteht über das bundesweite Kompetenznetz CAPNETZ auch die
Möglichkeit der Teilnahme an klinischen Studien mit einem erweiterten
Versorgungsangebot.
Darüber hinaus werden Patienten mit chronischen Infektionen wie z.
B. Tuberkulose, HIV-Infektion oder Borreliose durch spezialisierte Ärzte
betreut. Ein weiteres Angebot ist die Abklärung von unklarem Fieber.
Am Forschungszentrum Borstel besteht seit wenigen Monaten zusätzlich
die Möglichkeit zur Behandlung von Patienten mit hoch ansteckenden
Erkrankungen in einer speziell dafür ausgerichteten Infektionsstation.
Die Diagnose von Infektionserkrankungen wird in enger Zusammenarbeit mit
dem Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Universität
zu Lübeck (Prof. Werner Solbach) und den Laboratorien des Forschungszentrums
Borstel durchgeführt. (Forschungszentrum Borstel)
Gesetzliche
Sozialversicherung reformfähig
Wenn Gesundheitspolitiker sich über systemverändernde Modelle
wie Kopfprämie oder Bürgerversicherung streiten, kann ein Blick
über den Tellerrand interessant sein. Einer der weltweit führenden
Sozialwissenschafter, Lord (Prof. Dr.) Ralf Dahrendorf war Ende August als
Gastreferent in seiner Geburtsstadt Hamburg. Am Rande der internationalen
Summer School in der Bucerius Law School befragt zur Zukunft unserer sozialen
Sicherung, mochte der frühere Saarbrücker, Tübinger, Konstanzer
und Londoner Gelehrte und EG-Kommissar sich speziell zur deutschen Situation
nicht genau festlegen, ließ aber seine Annahme der Reformfähigkeit
des solidarischen Systems erkennen. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage
allerdings müsse sich alle Sozialpolitik der Belebung der Marktwirtschaft
unterordnen. Die Frage laute auch in diesem Jahr: Wie viel Soziales
verträgt eine wettbewerbsfähige Marktwirtschaft - und wer soll
dies wie bestimmen? (hk)
Gesundheitsschutz
für Klinikangestellte kommt voran
Erfreuliche Erfolge konnten in den letzten Jahren durch die
vereinten Anstrengungen der betrieblichen und außerbetrieblichen
Akteure im klinischen Arbeits- und Gesundheitsschutz erzielt werden. Dies
berichtete Prof. Dr. jur. Stephan Brandenburg, Mitglied der Geschäftsführung
der BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege)
beim dritten bundesweiten BGW-Forum 2005 vom 6.-8. September in Hamburg
(Gesundheitsschutz in Krankenhaus und Klinik). So seien die
Verdachtsmeldungen auf Wirbelsäulenerkrankungen um elf Prozent und
auf Hauterkrankungen um fast zehn Prozent zurückgegangen. Auch bei
den Hepatitis-Verdachtsmeldungen und bei den Arbeits- und Wegeunfällen
halte die rückläufige Entwicklung an.
Die BGW sehe ihre Aufgabe vor allem als Initiatorin und Koordinatorin
der betrieblichen, sozialversicherungsrechtlichen (darunter auch Krankenkassen)
und staatlichen Stellen, sagte Brandenburg. Für die Zukunft sei eine
verstärkte Verzahnung wünschenswert, um Unfallverhütung
und den Gesundheitsschutz im umfassenden Sinn zu optimieren. Information:
www.bgw-online.de. (hk)
M.
B. A.-Ergänzungsstudiengang Management ambulanter und integrierter
medizinischer Versorgung
Am 4. März 2006 startet der 6. M. B. A.-Ergänzungsstudiengang
Management ambulanter und integrierter medizinischer Versorgung.
Seit dem Jahr 2001 führt das Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung
der Universität Lüneburg den akkreditierten deutschsprachigen
Ergänzungsstudiengang Management ambulanter und integrierter
medizinischer Versorgung mit dem Abschluss M. B. A. berufsbegleitend
über vier Semester durch. Der Studiengang wurde für Ärzte,
Zahnärzte, Apotheker, Fach- und Führungskräfte der Krankenversicherungen
und der Pharmazeutischen Industrie sowie Angehörige artverwandter
Berufe entwickelt und umfasst folgende Module:
- Organisation und
Management von Arztpraxen und integrierten Versorgungssystemen
- Rechnungswesen,
Investition und Finanzierung
- Kundenorientierung
in der medizinischen Versorgung
- Recht
- Statistik und EDV
- Rahmenbedingungen
integrierter Versorgung
- Ethische und praktische
Probleme.
Bei Erfüllung der erforderlichen Voraussetzungen ist im Anschluss
an das Studium eine wirtschaftswissenschaftliche Promotion möglich.
Die Teilnehmer und Referenten kommen aus Deutschland, Österreich
und der Schweiz. Das Feedback der Absolventen signalisiert Erhöhung
der Karrierechancen, besseres Verständnis der Notwendigkeiten der
Gesundheitsreform, aber auch Schutz vor Vorwürfen der Korruption
und des Abrechnungsbetrugs. Pro Studiendurchgang können maximal 30
Teilnehmer aufgenommen werden. Die Studiengebühren betragen insgesamt
16 280 Euro, exklusive aller anfallenden Prüfungs- und Einschreibgebühren.
Hinweise:
Für den Studiengang kann der landesübliche Bildungsurlaub beantragt
werden. Für ausgewählte Lehrveranstaltungen im laufenden Kurs
werden Fortbildungspunkte vergeben. Für Teilnehmer unter 36 Jahre
bietet das Bundesverwaltungsamt einen Bildungskredit bei Erfüllung
der dafür erforderlichen Voraussetzungen. Bewerbungsschluss ist der
31. Oktober 2005.
Ausführliche schriftliche Informationen, Bewerbungsunterlagen und
Antworten zu Detailfragen erhalten Sie über folgende Internetadresse
www.uni-lueneburg.de/zww/mbapraxis und von der Universität Lüneburg,
Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW), Prof. Dr. Wilma
Merkel, Scharnhorststr. 1, 21335 Lüneburg, Tel. 04131/78-128-0/-1,
Fax 04131/78-1282, E-Mail merkel@uni-lueneburg.de, oder Prof. Dr. Egbert
Kahle, Tel. 04131/78-2110, Fax 04131/78-2109, E-Mail kahle@ uni-lueneburg.de.
(Uni Lüneburg)
Zukunft der Rote Liste® gesichert
Zur Sicherung der Zukunft der Rote Liste® haben die Rote Liste®
Service GmbH und ECV (Editio Cantor Verlag GmbH) ihre Verhandlungen mit
einer Einigung beendet. Sämtliche Rechte an den Marken und am Werktitel
Rote Liste® sind mit Wirkung ab 31. Dezember 2005 von
ECV an die Rote Liste® Service GmbH übertragen worden.
Die Gesamtabwicklung und -betreuung von Rote Liste® in sämtlichen
Publikationen (Buch sowie alle elektronischen Versionen, die ab 1. Januar
2006 von der Rote Liste® Service GmbH weiter geführt werden)
liegen ab 1. Januar 2006 in den Händen der Rote Liste® Service
GmbH, Frankfurt/Main. (Rote Liste® Service GmbH)
Aufbereitung
von Medizin-Produkten im Krankenhaus
6. ZSVA/Hygiene Forum Schleswig-Holstein
Neues aus dem Bereich der Medizinprodukte-Aufbereitung erfahren Teilnehmer
des ZSVA/ Hygiene Forums am 29. Oktober 2005 im Ostseebad Damp. Rund 300
Teilnehmer werden zu der Tagung erwartet. Neben gesetzlichen Anforderungen
bei der Arbeit in sterilen Bereichen im Krankenhaus wird auch die Vermeidung
von Infektionen bei gesundheitsdienstlichen Tätigkeiten thematisiert.
Welche Unterlagen bei einer Überprüfung durch die Behörde
wichtig sind, erfahren Teilnehmer ebenfalls auf dem Hygiene Forum. Das
vollständige Programm kann unter www.ostseeklinik-damp.de nachgelesen
werden.
Mitarbeiter(innen) im Gesundheitsbereich, die beruflich mit Hygiene und
Sterilisation zu tun haben, sind zu dieser kostenlosen Fortbildung herzlich
eingeladen. Informationen und Anmeldung unter Tel. 04352/806545 bei Wolfgang
Christ oder per E-Mail wolfgang.christ@damp.de. (Damp Holding AG)
Leserbrief
von Dietrich Bartz zum Leserbrief von Werner Loosen, SHÄ 8/2005,
S. 15
 |
| D. Bartz (Foto:
KV) |
Auch
durch das ständige Wiederholen falscher Zahlen werden diese nicht
richtig. Wie ich bereits in meinem im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt
2/2005 abgedruckten Leserbrief mitgeteilt habe, sind in Schleswig-Holstein
zzt. ca. 141 Ärzte(innen) berechtigt, die Zusatzbezeichnung Spezielle
Schmerztherapie zu führen. Darüber hinaus gibt es in Schleswig-Holstein
28 besonders qualifizierte Ärzte, die in 24 schmerztherapeutischen
Schwerpunktpraxen an der seit dem 1. April 2005 bundesweit geltenden Qualitätssicherungsvereinbarung
Schmerztherapie teilnehmen. Auf die Vorbildfunktion Schleswig-Holsteins
in der qualifizierten schmerztherapeutischen Versorgung ist bereits an
anderer Stelle hingewiesen worden. Bleibt die Hoffnung, dass hiermit auch
die letzten Missverständnisse ausgeräumt werden konnten.
Dietrich
Bartz, Kassenärztliche Vereinigung, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad
Segeberg
|

Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 10/2005
S. 6-12
|