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Personalia
Nachruf auf Prof. Dr. Mohammad Reza Parwaresch
Direktor des Instituts für Hämatopathologie im Universitätsklinikum Kiel
Hans-Dietrich Bruhn
Prof. Dr. Mohammad Reza Parwaresch (Foto: UK S-H)

Die Nachricht vom Tode von Prof. Parwaresch sickerte am Vormittag des 1. November 2005 überall im Universitätsklinikum Kiel durch und löste bei allen Kollegen Betroffenheit aus, da Prof. Mohammad Reza Parwaresch ein langjährig hochgeschätzter Kollege war und gerade erst die Pensionierungsgrenze erreicht hatte.

Aber Prof. Parwaresch war nicht nur im Universitätsklinikum Kiel bekannt und beliebt, vielmehr hatte er auch eine breite Anerkennung im deutschen Sprachraum und im internationalen Bereich erhalten, da er gemeinsam mit Prof. Lennert die Grundlagen für die international anerkannte „Kiel-Klassifikation“ der diagnostischen Erfassung maligner Lymphome erarbeitet hatte. Insofern sind die Namen Lennert und Parwaresch aufgrund dieser langjährigen Kooperation untrennbar verbunden.

Jedoch war Mohammad Parwaresch über die Lymphomdiagnostik hinaus allgemein interessiert und tätig auf dem Gebiet der Hämatopathologie, der Immunpathologie und der gesamten Onkologie unter spezieller Berücksichtigung der pathologisch-anatomischen Diagnostik. Die Enzymzytochemie, Enzympolymorphismen, Enzym-Klonierung und -Sequenzierung, Zell-Differenzierung, nukleare proliferationsspezifische Proteine, differenzielle Genexpression in malignen Lymphomen waren weitere auch international anerkannte Schwerpunkte in der Arbeit des Kollegen Parwaresch. Im Jahr 2000 erhielt Prof. Parwaresch die Ehrendoktorwürde der Universität Göttingen. Er war Ehrenmitglied in der Iranischen Gesellschaft für Pathologie. Trotz einer langjährigen Erkrankung, die ihn in den letzten Lebensjahren zunehmend an den Rollstuhl fesselte, blieb Mohammad Parwaresch bis zuletzt unermüdlich im Dienste seines Spezialgebietes, der Hämatopathologie, tätig, nachdem er am 10.01.1991 zum Direktor des Instituts für Hämatopathologie berufen worden war. Auch hat er bis zuletzt ideenreiche Forschungsprojekte verfolgt und war unermüdlich in den Bereichen seines Fachgebietes tätig.

Verheiratet war Mohammad Parwaresch mit Lieselotte Mettler, der Professorin für Gynäkologie an der Universitätsfrauenklinik Kiel. Drei Söhne gingen aus dieser Ehe hervor. Mohammad Parwaresch war jederzeit ein engagierter Familienvater, der sich auch für alle Familienmitglieder immer wieder engagierte und in vorbildlicher Weise einsetzte.

Die Kieler Medizinische Fakultät hat mit Prof. Parwaresch eines ihrer prominentesten Mitglieder verloren. Alle jene, die ihn lange Jahre kannten, werden jedoch vor allem auch den Menschen Parwaresch gern in Erinnerung behalten, der sich zwar speziell für Forschung und Wissenschaft engagierte, der jedoch allgemein für ein menschliches und freundliches Miteinander, speziell auch unter den ärztlichen Kollegen, langjährig eintrat.

Auch die Mitglieder des Kieler Ärztevereins werden ihrem Kollegen Prof. Parwaresch, der Mitglied im Kieler Ärzteverein war, ein ehrendes Andenken bewahren.

Prof. Dr. Hans-Dietrich Bruhn, I. Med. Klinik des UK S-H, Campus Kiel, Schittenhelmstr. 12, 24105 Kiel, auch im Namen des Kieler Ärztevereins


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 12/2005

S. 23,24