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Personalia
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75-jährigen Geburtstag von Prof. Dr. Karlheinz Engelhardt Rolf Burger
In seinem Buch Kranke Medizin - das Abhandenkommen des Patienten und zahlreichen weiteren Veröffentlichungen zeigt Prof. Engelhardt behutsam aber konsequent (so seine Art) Wege zu einem sensiblen, am kranken Menschen und seiner Situation orientierten Arzt-Patienten-Verhältnis, etwa am Beispiel der Anamnese. Sie sollte vom behandelnden Arzt nicht delegiert werden, denn sie dient nicht nur der Diagnose und Differenzialdiagnose, vielmehr kann sie auch schon der Beginn der Therapie sein, wenn der Patient mit geduldiger Hilfe des Arztes Worte finden kann für seine Beschwerden, Ängste und Befürchtungen, wenn er sich auf diesem Wege verstanden und angenommen fühlt. Dies im Rahmen einer integrierten Versorgung in der Kernkompetenz einer allgemeinen Inneren Medizin, die als Disziplin wieder gefunden und definiert werden muss. Ergänzend hierzu, wenn Expertenleistung erforderlich, der Einsatz der speziellen naturwissenschaftlichen und technischen Möglichkeiten der modernen Medizin, die nicht in Frage gestellt werden sollen. Großes Gewicht legte Prof. Engelhardt auf den gewissenhaften Umgang mit Medikamenten, die Kenntnis nachgewiesener Wirkung und möglicher Nebenwirkungen oder Interaktionen. Die Disputatio pharmakologia (1980 bis 1995, gemeinsam mit Pharmakologen) wurde in einer Zeit industrieller Überflutung des Arztes mit Medikamenten, deren Wirkung oft überschätzt, deren Nebenwirkungen vielfach unterschätzt werden, zahlreichen klinisch tätigen und niedergelassenen Ärzten zum therapeutischen Leitfaden. In diesem Zusammenhang finden wir eine Stellungnahme zur Homöopathie, zu ihren Kritikern wie Befürwortern (Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt 10/2005), ein aktuelles Thema, denn die Beliebtheit alternativer Heilmethoden (und Diagnoseverfahren) befriedigt das Bedürfnis vieler Patienten nach persönlicher Zuwendung, die sie in einer rein krankheitszentrierten und technikorientierten Schulmedizin oft nicht zu finden glauben. So profitieren wir auch jetzt noch, in den Jahren seines bisherigen Ruhestandes, und hoffentlich auch weiterhin, von zahlreichen Studien, Vorträgen und Veröffentlichungen aus dem Bereich der patientenzentrierten Medizin, von Themen zur ärztlichen Ethik, zum Umgang mit chronisch Erkrankten, zur palliativen Medizin oder geschichtlichen Themen, z. T. im Spiegel von Kunst und Literatur, Werken von Thomas Mann oder Theodor Fontane, den Lieblingsschriftstellern - musikalische Literatur, insbesondere Klavierwerke von Johann Sebastian Bach, finden wir neben dem heimischen Flügel, griffbereit zum täglichen Musizieren. Musik als Mittlerin, Literatur als lebensfüllende Aufgabe, Reisen in die geliebten Berge, an die Nordsee, weitere, kaum noch zu überbietende Perfektion als Hobbykoch, so möge der Ruhestand weitergehen. Dies wünschen dem Jubilar seine zahlreichen dankbaren Schüler, Patienten, Freunde und Bekannte für viele weitere Jahre im Kreise seiner wachsenden Familie. Dr. Rolf Burger, Vigölensoll 53, 23730 Neustadt i. H. |
Schleswig-Holsteinisches
S. 21 |
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