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Kampagne
gegen Nervenschmerzen
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Prof.
Dr. Ralf Baron
(Foto: UK S-H) |
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Unter
dem Motto Raus aus dem Leid - gemeinsam gegen Nervenschmerzen
hat die Deutsche Schmerzliga zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für
Schmerztherapie am Weltschmerztag, 17. Oktober 2005, eine Aufklärungskampagne
gestartet.
Beim Eröffnungs-Pressetermin in Hamburg wies unter anderem Prof.
Dr. Ralf Baron, stellv. Direktor der Nervenklinik des Universitätsklinikums
Schleswig-Holstein (UK S-H), Campus Kiel, auf die zunehmende Prävalenz
von Nervenschmerzen hin. Weit über 3,5 Millionen Menschen litten
in Deutschland an heftigen Nervenschmerzen - also (neuropathische) Schmerzen,
bei denen die Nerven selbst geschädigt und nicht nur Übermittler
von (nozizeptiven) Schmerzen an anderer Stelle seien. Häufig seien
zentrale Nervenschmerzen nach Diabetes, nach Schlaganfall, Multipler Sklerose
oder Krebs, aber auch lokal nach Gürtelrose (Post-Zoster-Neuralgie)
oder bei Trigeminusneuralgie. Vielfach kämen auch Mischformen vor
aus Nerven- und Traumaschmerz, wie beim chronischen Rückenschmerz:
Mindestens 30 Prozent aller Rückenschmerzen haben eine neuropathische
Komponente. Zur Person: Prof. Baron hat seit dem 1. Oktober 2001
die C3-Professur für neurologische Schmerzforschung an der Christian-Albrechts-Universität
inne. Seit dem 1. August 2004 leitet er die Sektion für Neurologische
Schmerzforschung und -therapie an der Klinik für Neurologie des UK
S-H Kiel. Zugleich ist er Kursleiter der 80-stündigen Zusatz-Weiterbildung
Spezielle Schmerztherapie der Akademie (Bad Segeberg).
Als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie
nannte der Leiter des ambulanten Schmerzzentrums Göppingen, Dr. Gerhard
Müller-Schwefe, den Widerspruch zwischen den vielfältigen
Möglichkeiten der medikamentösen/nicht medikamentösen Therapien
und der Versorgungsrealität: Die Schmerztherapie ist heute
noch ein Stiefkind, vom Medizinstudium bis in die tägliche Praxis.
Die Kosten für die Behandlung von Rückenschmerzen (RS) in Deutschland
schätze er auf 25 Milliarden Euro pro Jahr - doch eine gute Schmerztherapie
könne hier sparen helfen. Wie können chronische RS behandelt
werden? Zitat:
Wir verwenden heute Substanzen, die die Nervenzellen stabilisieren,
die sie weniger leicht erregbar machen und die damit wieder zu einem normalen
Leben zurückführen. Das sind Antiepileptika wie Pregabalin,
die das Organsystem kaum belasten, weil sie unverändert ausgeschieden
werden. Und manchmal braucht man auch Kombinationstherapien, zum Beispiel
mit Morphinabkömmlingen oder auch mit Entzündungshemmern, je
nachdem was die Ursache der Schmerzen einmal war. Info: www.schmerzliga.de,
Hotline 0700/375375375. (hk)
Buchtipps
Der
Gesundheitsmarkt in Deutschland - Daten, Fakten, Akteure von
Helmut K. Specke, Verlag Hans Huber, Bern u. a., 3. Auflage 2005, 632
Seiten, ISBN 3-456-84143-4, 49,95 Euro. Ein fleißig zusammengetragenes
Nachschlagewerk, eine Materialsammlung etwa für Mediziner beim Public-Health-Aufbaustudium,
geeignet zum kritischen Durcharbeiten. Einwände: Autor (Ex-AOK-Vorstand)
behandelt Gesundheitsreformen nicht mit wissenschaftlicher Objektivität;
zu lückenhaft für den, der es wirklich genau
wissen will; manches ist schon bei Erscheinen überholt.
Von Achilles bis Zuckerkandl - Eigennamen in der medizinischen
Fachsprache von Andreas Winkelmann, Verlag Hans Huber, Bern 2005,
289 Seiten, ISBN 3-456-84104-3, 24,95 Euro. Ein gut lesbares Nachschlagewerk
mit Namen von Medizinern, die, so der Autor, a) einem durchschnittlichen
Arzt bekannt vorkommen und b) zu denen es lesenswerte biographische Angaben
gibt. Auch zu historischen Namen aus Schleswig-Holstein finden sich Einträge,
wie zum Kieler Chirurgen Johann Friedrich August v. Esmarch (Esmarch-Bandage),
Gerhard Küntscher (Küntscher- Nagel) oder zum Kieler Internisten
Heinrich I. Quincke (Quincke-Ödem).
Finanzierungsdefizite in der gesetzlichen Krankenversicherung
- Prognose 2005-2050 von Fritz Beske und Thomas Drabinski, 58
Seiten, ISBN 3-88312-332-3, Schutzgebühr etwa zehn Euro, Auskunft
Tel. 0431/80060-0, E-Mail info@igsf-stifung.de.
Im September/Oktober ist als Heft 105 der Schriftenreihe des Fritz Beske
Instituts für Gesundheits-System-Forschung in Kiel erschienen:
Die Schrift soll nach dem Vorwort die Wahrheit darüber sagen, mit
welchen finanziellen Belastungen langfristig in der Gesundheitsversorgung
gerechnet werden müsse. Dies sei im letzten Bundestagswahlkampf verschwiegen
worden. Unter der Annahme einer konstanten Entwicklung werden hohe Zahlen
genannt bei den Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung, bei den
Finanzierungsdefiziten in der vertragsärztlichen und in der stationären
Versorgung, bei Versorgungsdefiziten (Früherkennung, Impfung, Diabetes,
Organspende, Hörgeräte), beim Investitionsstau im Akutkrankenhaus
und bei zusätzlichem Finanzbedarf für Krankenhausärzte.
Hier stützen sich die Autoren allerdings meist auf Angaben der Interessengruppen.
Einen grundsätzlichen Einwand gegen sehr langfristige Prognosen mit
einfacher Extrapolation des Status quo nennt die Schrift selbst: Die
Arbeit soll aufrütteln ... wenn die Auswirkungen der demographischen
Entwicklung und des medizinischen Fortschritts so eintreten würden
wie prognostiziert. So wird es nicht sein. (hk)
Ablieferung
der Lohnsteuerbelege 2004 an das Finanzamt
1. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ohne maschinelle Lohnabrechnung sind
verpflichtet, die Lohnsteuerkarten 2004 und die Besonderen Lohnsteuer-Bescheinigungen
für das Kalenderjahr 2004, die den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern
nicht ausgehändigt worden sind, bis zum Ablauf des Kalenderjahres
2005 dem Betriebsstättenfinanzamt einzureichen (R 135, Abs. 2, S.
4, Lohnsteuer-Handbuch 2005). Auskünfte erteilen die Finanzämter.
2. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Besitz ihrer Lohnsteuerkarte
2004 sind, z. B. weil sie am 31. Dezember 2004 nicht in einem Dienstverhältnis
standen, haben diese bis zum Ablauf des Kalenderjahres 2005 dem Finanzamt
einzusenden, in dessen Bezirk die Gemeinde liegt, die die Lohnsteuerkarte
ausgestellt hat; dies gilt nicht, wenn die Lohnsteuerkarte 2004 einer
Einkommensteuererklärung 2004 beizufügen ist (R 135, Abs. 3,
Lohnsteuer-Handbuch 2005).
Der Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung für 2004
ist im Gegensatz zur Lohnsteuerkarte 2004 nicht beim oben bezeichneten
Finanzamt einzureichen. (II)
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Dr.
Christian Hauschild
(Foto: Privat) |
Dr.
Christian Hauschild in Vorstand des BVO gewählt
Im
Rahmen des ersten gemeinsamen Kongresses für Orthopädie und
Unfallchirurgie in Berlin wurde am 22. Oktober 2005 auf der Mitgliederversammlung
des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie e. V.
(BVO) Dr. Christian Hauschild aus Lübeck als erster Schriftführer
in den Vorstand gewählt.
Wieder gewählt wurde der erste Vorsitzende Dr. Siegfried Götte,
zweiter und dritter Vorsitzender sind Dr. Klaus Schatton, Weinstadt, und
Dr. Daniel Frank, Leverkusen. (BVO, Dr. Hauschild)
Landesvorstandswahlen
im BdA
Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein
fusionieren
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| Jutta
Richter, Hamburg (stellvertretende Landesvorsitzende), Roswitha Grembocki
aus Mecklenburg-Vorpommern (Landesvorsitzende),Judith Johannes aus
Schleswig-Holstein (Protokollführerin), Regina Timm aus Schleswig-Holstein
(Beisitzerin), Sylvia Röhrbein aus Mecklenburg-Vorpommern (Beisitzerin)
(v. l. n. r) (Foto: BdA) |
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Seit
dem Wochenende gibt es für die Mitglieder des Berufsverbandes der
Arzt-, Zahnarzt- und Tierarzthelferinnen e. V. (BdA) in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern
und Schleswig-Holstein einen gemeinsamen BdA-Landesverband. Die Delegierten
setzten damit die im Mai 2004 beschlossene Gebietsreform in die Tat um
und wählten auf ihrer Landeshauptversammlung im Hamburger InterCityHotel
einen neuen Vorstand.
Neue Landesvorsitzende ist Roswitha Grembocki aus Stralsund. Die ehemalige
Landesvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern wird nun alle drei Länder
betreuen. Ihre Stellvertreterin ist Jutta Richter aus Hamburg, die erstmals
ein Amt im BdA wahrnimmt. Als Protokollführerin wurde Judith Johannes
aus dem Landesvorstand Schleswig-Holstein gewählt. Der neue Landesvorstand
tritt am 14. Januar 2006 zu seiner ersten Sitzung zusammen. Als ihre wichtigsten
Ziele benannte Roswitha Grembocki die Mitgliedergewinnung sowie die Vertiefung
der Zusammenarbeit mit den Berufsschulen und den Aufbau eines jungen
BdA in den nördlichen Bundesländern. (BdA)
OPS
2006: DIMDI veröffentlicht endgültige Fassungen
Das DIMDI hat die endgültige Fassung des Operationen-
und Prozedurenschlüssels (OPS) Version 2006 auf seinen Internetseiten
veröffentlicht. Viele Prozeduren, zu denen neben chirurgischen Eingriffen
beispielsweise Bild gebende diagnostische Verfahren zählen, können
zu Abrechnungszwecken mit der neuen Version präziser und differenzierter
verschlüsselt werden als bisher.
Rund 270 Vorschläge aus Fachgesellschaften, von Fachleuten der Ärzteschaft,
Krankenkassen und Kliniken sowie zusätzliche Anforderungen aus dem
Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) flossen in die
neue Version des OPS 2006 ein. Dieser ist eine der Grundlagen für
das pauschalierende Vergütungssystem in Klinik und Praxis (German
Diagnosis Related Groups, G-DRG-System).
Wesentliche Änderungen im systematischen Verzeichnis des OPS 2006
sind:
- Umstellung
auf die neue deutsche Rechtschreibung,
- Umfangreiche
Überarbeitung der HNO-Operationen,
- Überarbeitung
und Ergänzung des Codes in den Bereichen Frührehabilitation
und Komplexbehandlung,
- Neue
Codes für Medikamente, die über Zusatzentgelte abrechenbar
sind.
Download
der Dateien
Die Referenzausgaben des OPS 2006 (systematisches und alphabetisches Verzeichnis)
sind wie die Aktualisierungsliste über das Downloadcenter kostenfrei
als PDF zu finden.
Alle anderen Dateitypen, z. B. Klassifikationen in den Formaten ASCII,
SGML oder RTF und auch Metadaten, die unter anderem direkt in Softwareanwendungen
übernommen werden können, sind günstig im DIMDI Webshop
erhältlich.
Ergänzende Informationen auf der Website www.dimdi.de. (DIMDI)
| Planungsübersicht
Unterstufe 2006 |
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Enge
Zusammenarbeit zwischen Körper- und Seelenspezialisten
Die zunehmende Anzahl somatoformer Erkrankungen sei
multimethodal besser zu behandeln als nur mit einer guten Methode, war
eine zentrale Botschaft des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft
für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (DGPM) Ende Oktober
in Bad Honnef. Auf diesen Fachgebieten ist auch Schleswig-Holstein zum
Beispiel in Bad Bramstedt in erheblichem Umfang vertreten.
Große Chancen für eine bessere Versorgung der Patienten sieht
die DGPM in der derzeitigen Umstrukturierung des Gesundheitswesens, insbesondere
in der integrierten Versorgung. Hier könnten wir durch eine enge
Zusammenarbeit zwischen Seelen- und Körperspezialisten noch viel
erreichen, sagte der 1. Vorsitzende Prof. Dr. Thomas Loew (Regensburg).
(hk)
Besuch
aus China im UK S-H
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| Chinesische
Delegation im UK S-H, Campus Lübeck, geführt von Olaf Lehkuhl
(hintere Reihe, zweiter von rechts) (Foto: UK S-H) |
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Eine
hochrangige Delegation des chinesischen Umweltministeriums in Peking besuchte
in der letzten Oktoberwoche das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
(UK S-H), um sich über umweltfreundliche Methoden zur Beseitigung
infektiöser Krankenhausabfälle zu informieren. Es folgte die
Besichtigung einer im UK S-H installierten Anlage zur Sterilisation infektiösen
Mülls. Dabei wurde das Verfahren der Mülltrennung in der Universitätsklinik,
der automatische Transport des Mülls zur Bearbeitung, die Sterilisation
und schließlich der Abtransport zur Mülldeponie vorgestellt.
Die Besucher, allesamt Experten in Umwelttechnologien, zeigten sich beeindruckt
von der einfachen, aber effektiven Lösung, die ihnen präsentiert
wurde. In China ist es bisher üblich, gefährlichen und oftmals
gesundheitsgefährdenden Müll zu verbrennen, was zu einer weiteren
Belastung der Umwelt führt. Dagegen ist die Sterilisation des infektiösen
Mülls umweltfreundlich und vor allem beim Müllerzeuger, dem
Krankenhaus selbst, durchführbar, sodass lange Transportwege entfallen.
(Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner)
30.
Interdisziplinäres Forum der Bundesärztekammer
Das 30. Interdisziplinäre Forum der Bundesärztekammer Fortschritt
und Fortbildung in der Medizin findet vom 12. bis 14. Januar 2006
in Berlin, Tagungszentrum Katholische Akademie, Hannoversche Straße
5 b, statt.
Der Kongress wird eröffnet von Prof. Dr. Dr. h. c. Jörg-Dietrich
Hoppe, Berlin, und Prof. Dr. Heyo Eckel, Göttingen.
Themen und Moderatoren:
- Naturheilverfahren
- Grenzen und Möglichkeiten (Prof. Dr. Loch, Bad Nauheim)
- Akne: Krankheit
und Leiden nicht nur in der Pubertät (Prof. Dr. Dr. Plewig, München)
- Inkontinenz: Ursachen,
Therapieoptionen, soziale Auswirkungen (Dr. Jobst, Bonn)
- Die Akutbehandlung
des apoplektischen Insults und des Myokardinfarkts (Prof. Dr. Lichte,
Lauenbrück)
- Interdisziplinäre
Behandlung des Mammakarzinoms (Prof. Dr. Madjar, Wiesbaden)
- Was gibt es Neues
in der Therapie und Prävention von Infektionskrankheiten? (Prof.
Dr. Müller-Oerlinghausen, Berlin)
Die Veranstaltung
wurde von der Ärztekammer Berlin mit 20 Fortbildungspunkten anerkannt.
Programmheft (inkl. Anmeldeunterlagen) erhalten Sie bei der Bundesärztekammer,
Dezernat Fortbildung und Gesundheitsförderung, Postfach 12 08 64,
10598 Berlin, Tel. 030/400456-415, -411, Fax 030/400456-429, E-Mail cme@baek.de,
Internet www.bundesaerztekammer.de. (Bundesärztekammer)
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Claus-Harald
Wilsing (Foto: APO-Bank) |
Claus-Harald Wilsing
in Vorstand der APO-Bank berufen
Der Aufsichtsrat der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (APO-Bank)
hat Claus-Harald Wilsing in den Vorstand des Instituts berufen. Wilsing,
39 Jahre, wird seine neue Aufgabe bei der größten deutschen genossenschaftlichen
Primärbank zum Jahresbeginn 2006 antreten. Er übernimmt die Ressortverantwortung
für die Dezernate Unternehmensplanung/Treasury und Vertrieb
Organisationen und Großkunden.
Wilsing kommt von der Sachsen Landesbank (LB), für die er in den vergangenen
Jahren - zunächst als Alleinvorstand - die Sachsen LB Europe plc in
Dublin aufgebaut hat. Zusätzlich war er bei der Muttergesellschaft
für die Bereiche Treasury und Handel verantwortlich. (APO-Bank)
Pulsoximeter-Spende
für Kinderklinik
Über
ein neues Gerät zur unblutigen Messung der Sauerstoffsättigung
bei Kindern freut sich PD Dr. Andreas Claaß, Chefarzt der Klinik
für Kinder- und Jugendmedizin im Städtischen Krankenhaus Kiel.
Ilse Timm, Gründerin des Vereins Hilfe für das schwerkranke
Kind e. V., überreichte das medizinische Gerät im Wert
von etwa 3 000 Euro sowie neue Spielsachen für das Kinderzimmer
Ende Oktober.
Ilse Timm, ausgezeichnet mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens
der Bundesrepublik, engagiert sich schon seit vielen Jahren für schwerkranke
und behinderte Kinder. Das Pulsoximeter N-565, so Claaß,
ist unglaublich wichtig bei Kindern, die zum Beispiel an Mukoviszidose
leiden. So könne der Sauerstoffgehalt über Nacht gemessen
und am nächsten Morgen ausgewertet werden. Dabei werde das kranke
Kind in seinem Schlaf nicht gestört, da die Alarmfunktionen ausgeschaltet
werden könnten.
Solche regelmäßigen Untersuchungen verbessern die Lebensqualität
dieser Kinder ganz enorm, da je nach Ergebnis früh mit einer entsprechenden
Behandlung begonnen werden kann, betont Claaß. Das Gerät
kann auch bei der Versorgung von Früh- und Neugeborenen eingesetzt
werden sowie bei Kindern mit Lungenentzündung. (Arne Gloy)
Norddeutsches
Seminar für Strahlenschutz in der Christian-Albrechts-Universität
zu Kiel - Strahlenschutzkurse im 1. Quartal 2006

Müll in Neumünster ist jetzt anders
Die Stadt Neumünster betreibt seit dem 1. Juni
2005 eine mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage (MBA) für
die so genannten Siedlungsabfälle. In diesem Zusammenhang weist die
Stadt Neumünster insbesondere die niedergelassenen Ärztinnen und
Ärzte darauf hin, dass - abweichend von der bisherigen Möglichkeit
- aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen Kanülen, Skalpelle u. Ä.
nicht mehr als Siedlungsabfälle entsorgt werden können, und zwar
auch dann nicht, wenn sie in stich- und bruchfesten Einwegbehältnissen
gesammelt sind. Es bestehe die Gefahr, dass diese Behältnisse aufplatzen
und die sharps die Mitarbeiter in der MBA gefährden. Es
wird daher empfohlen, gefüllte Behälter mit Kanülen oder
anderen spitzen Gegenständen bei der Schadstoffannahmenstelle in der
Niebüller Straße 90 (städtischer Betriebshof, Montag bis
Donnerstag 7:00-15:00 Uhr, Freitag 7:00-13:00 Uhr, Samstag 8:00-12:00 Uhr)
abzugeben. (V)
Mitführen
von Betäubungsmitteln in die Vertragsparteien des Schengener Abkommens
Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie,
Jugend und Senioren des Landes Schleswig-Holstein erinnert an einen Erlass
zur Ausführung des Schengener Abkommens. Danach können ärztlich
verschriebene Betäubungsmittel ohne weitere Formalitäten in
eine Vertragspartei des Schengener Abkommens mitgeführt werden, wenn
eine vom verschreibenden Arzt ausgestellte Bescheinigung, die durch eine
Kreisgesundheitsbehörde beglaubigt worden ist, mitgeführt wird.
Das Formular kann bei der Bundesopiumstelle angefordert oder von der Internetseite
ausgedruckt werden (www.bfarm.de). (III)
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Prof. Dr. Christof
Hopf
(Foto: Lubinus Clinicum) |
Prof. Hopf Vorsitzender
bei der DGOOC
Prof.
Dr. Christof Hopf, Leiter des Wirbelsäulenzentrums und Ltd. Arzt
der Abteilung Wirbelsäulenchirurgie, Kinder-, Rheuma- und onkologische
Orthopädie des Lubinus Clinicums in Kiel, wurde mit Wirkung vom 21.
Oktober 2005 zum Vorsitzenden der Sektion Wirbelsäule der Deutschen
Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie
e. V., kurz DGOOC, gewählt. (Lubinus Clinicum)
Gesundheit
und Europa
Die im Berliner Koalitionsvertrag
aufgeschobene Frage, welcher Art die Reform unseres Gesundheitssystems
sein solle, wurde bereits beim 4. Europäischen Gesundheitskongress
im Oktober in München weiterverfolgt. Kongresspräsident Ulf
Fink - bekannt vom jährlichen Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit
- sagte, die Gesundheitspolitiker in Europa könnten voneinander lernen.
Wie soziale Aspekte der gesetzlichen mit unternehmerischen Anreizen der
privaten Krankenversicherung kombinierbar seien, lasse sich beim neu eingeführten
niederländischen System oder dem österreichischen erkennen.
Auch die Kooperation der europäischen Länder sei verbesserungsfähig.
So fehle es noch an Rechtssicherheit bei der Inanspruchnahme grenzüberscheitender
Gesundheitsleistungen. Es sei beispielsweise unklar, sagte der Vertreter
des bayrischen Sozialministeriums, ob ein EU-Bürger bei ambulanter
Behandlung in einem europäischen Krankenhaus eine vorherige Genehmigung
seiner Kasse brauche.
Das deutsche Gesundheitssystem sei in seinen Strukturen, etwa der Trennung
ambulant-stationär, nicht mehr zeitgemäß,
sagte Horst Seehofer. Hier und weniger bei der Frage der Finanzierung
werde die Politik vorrangig ansetzen. Jeder Versicherte solle die Möglichkeit
haben, bei seiner Kasse zwischen verschiedenen Leistungspaketen zu wählen.
Und die finanziellen Anreize zu mehr Prävention müssten verstärkt
werden. (hk)
Vorbildliche
Geriatrie
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Dietrich
Wersich (Foto: hk) |
Die
weit über Hamburg ausstrahlende Geriatrie des Albertinen-Hauses wurde
von Politik, Wissenschaft und Praxis beim Symposium Gesund in der
zweiten Lebenshälfte der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft
für Gesundheitsförderung am 28. Oktober gewürdigt. Das
Albertinen-Haus hat in diesem Jahr den Deutschen Präventionspreis
2005 (u. a. des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung)
gewonnen, und der Chef, Prof. Dr. Hans Peter Meier-Baumgartner,
ging in den Ruhestand. Der erfahrene Prof. von Renteln-Kruse führt
sein Werk fort. Die Gesundheitspolitik in Hamburg (aber wohl nicht nur
hier) wolle weiterhin dieses und andere Altenprojekte unterstützen,
aber mit dem Ton auf Hilfe zur Selbsthilfe. Durch bessere
Vernetzung seien auch Einsparungen möglich, sagte Gesundheits-Staatsrat
Dietrich Wersich. Die knappen Mittel müssten optimal verteilt werden,
daher seien Evaluierungen mit Ermittlung von Ergebnisqualität wichtiger
denn je. (hk)
SÄTAZ
Ball 2006 in Bad Segeberg
Am
Samstag, 18.02.2006, findet im Vitalia-Seehotel, Eingang Festsaal, Am
Kurpark, Bad Segeberg (Beginn 19:30 Uhr), der SÄTAZ-Ball 2006 statt.
Tanzvergnügen, Unterhaltung mit Showeinlagen und die Partyband LifeStyle
aus Kiel werden den Abend gestalten. Festliche Abendgarderobe ist erbeten.
Anmeldung bitte per Fax an 04551/83179, Kartenpreis 30 Euro. Der Gesamtbetrag
ist auf das Konto Ärzteball Nr. 0202744090, BLZ 230 926 20, Deutsche
Apotheker- und Ärztebank Lübeck, zu überweisen. (SÄTAZ)
Gesundheitsprävention
durch Grüne Welle
Als nachahmenswertes Beispiel für wirksame gesundheitsbezogene Prävention
erweist sich nach ersten Ergebnissen das Hamburger Pilotprojekt Intelligente
Ampeln. In einem stauanfälligen Bereich des Straßenrings
zwei ergab sich nach Installation von 13 computergestützten Ampelanlagen
eine Einsparung von über 500 000 Liter Kraftstoff p. a. und damit
1 300 Tonnen CO2. Außerdem: Weniger Stress-Belastung bei 90 000
Autofahrern täglich durch weniger Staus sowie Steigerung der Durchschnittsgeschwindigkeit
um zehn Prozent. Der volkswirtschaftliche Gewinn nach Abzug der Kosten
liege bei 1,5 Millionen Euro p. a., teilte die Behörde für Stadtentwicklung
und Umwelt mit - hierbei ist vermutlich der gesundheitliche Langzeitnutzen
nicht einmal voll erfasst. (hk)
Deutschlands
modernstes Krankenhaus in Hamburg
Nach dreijähriger
Bauzeit ist das Hamburger Schwerpunktkrankenhaus Allgemeines Krankenhaus
Barmbek (AKB) fertig gestellt und hat am 10. Dezember seinen Betrieb aufgenommen.
Dann ziehen 1 500 Beschäftigte, darunter 220 Ärzte, mit einigen
Hundert Patienten aus den über 50 verstreuten Gebäuden des weitläufigen
Klinikgeländes in den 3 300-Räume-Neubau. Der Vorbildcharakter
liegt einmal in der kompakten Bauweise: alle Funktionsräume in einem
Baukörper, hufeisenförmig umgeben von einem zum Park orientierten
Bettenhaus. Also ein Haus der kurzen Wege, besonders geeignet für interdisziplinäre
Kooperation. Jeder Arbeitsplatz, jedes Bett ist an das Kommunikationsnetz
anschließbar - das AKB ist Referenzkrankenhaus auf dem neuesten IT-Stand.
Hinzu kommen neue technische Einrichtungen wie die globale Online-Live-Kommunikation
Endo alpha in zunächst einem der OP-Säle. Unser
Ziel ist die Optimierung der Kommunikation innen, aber auch nach außen
mit Hausarzt, Reha-Klinik, Pflegedienst usw., sagte der ärztliche
Direktor Dr. Lutz Hoffmann.
Auch die Patientenorientierung soll nicht zu kurz kommen, so etwa die Rufleitung
(nicht nur Ruftaste) an jedem Bett (nur Zwei- und Einbettzimmer), die intensivere
OP-Vor- und -Nachbetreuung oder die Essenswahl.
Das zur LBK GmbH gehörende Haus hatte schon bisher einen erheblichen
Anteil auswärtiger, zumal schleswig-holsteinischer Patienten. Über
die Grenzen hinaus bekannt sind Spezialisten wie Prof. Schwedes (Diabetologie),
Prof. Lachenmayer (Neurologie), Prof. Schmidt-Rhode (Gynäkologie) oder
Dr.
Müllerleile (Onkologie). (hk)
Volkskrankheit
Inkontinenz
Die demographische Entwicklung werde die Zahl der Inkontinenten von derzeit
über fünf Millionen stark in die Höhe treiben, sagte Prof.
Dr. Klaus-Peter Jünemann (Direktor Urologie UK S-H Kiel) beim 17. Kongress
der Deutschen Kontinenz-Gesellschaft im November in Stuttgart: Neben
Alzheimer und Erkrankungen des rheumatoiden Formenkreises zählt die
Inkontinenz zu den größten Problemen, die gerade im Alter dramatische
Zuwachsraten aufweist und die als Volkskrankheit erster Ordnung
zu bezeichnen ist. Heute seien von den über Sechzigjährigen
mehr als zwei Millionen betroffen. Bei den Pflegeheimbewohnern steige der
Anteil mit Hinzukommen von Demenz bis nahezu 100 Prozent. Es ist unsere
dringende Aufgabe, hier Lösungen zu erarbeiten. (hk)
Fortschrittliche
Endoskopie
Über 1 800
Teilnehmer konnten sich beim 13. Endo-Club Nord in Hamburg (CCH) von den
großen Fortschritten in der flexiblen (gastroenterologischen) Endoskopie
überzeugen. Bei realistischen Live-Übertragungen aus den drei
Hamburger Zentren (Universitätsklinikum Eppendorf mit Prof. Soehendra,
Allgemeines Krankenhaus Altona mit Prof. Hagenmüller und Allgemeines
Krankenhaus Barmbek mit PD Dr. Faiss als Nachfolger von Prof. Wurbs) imponierte
die sprunghafte Weiterentwicklung der Chip-Elektronik mit HDTV-Standard.
Das heißt, ohne Zusatzinstrumentarium, so Prof. Hagenmüller,
waren krankhafte Veränderungen der Verdauungsorgane von weit weniger
als einem Millimeter Durchmesser erkennbar. Ein weiterer großer Fortschritt
stehe mit der Narrow Band Imaging Technique zur Darstellung kapillarer Blutgefäße
bevor. Sie könne in fernere Zukunft vielleicht die Histologie des Pathologen
ersetzen (virtuelle Histologie).
Eine andere Vision zur Ersetzung chirurgisch-laparoskopischer Technik durch
wirklich minimal-invasive, atraumatische Eingriffe sei die in
den USA erprobte transgastrische Endoskopie durch den Mund und einen einzigen
Magenwandschnitt. Als künftige Anwendungsgebiete wurden genannt Peritonoskopie,
Appendektomie, Tubenligatur, Cholezystektomie, Hysterektomie und Splenektomie.
(hk)
Gesundheitsmesse
in Neumünster
Die 3. Landesgesundheitsmesse
Schleswig-Holstein findet vom 5. bis 7. Mai 2006 in den Holstenhallen in
Neumünster unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten
Peter Harry Carstensen und mit der Unterstützung der Gesundheitsinitiative
Schleswig-Holstein statt. Der Eröffnungsvortrag wird von Dr. Thomas
Wessinghage, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor der
Reha-Klinik Damp, gehalten. Gefördert und begleitet vom Ministerium
für Soziales, Gesundheit und Familie bildet diese Messe ein Forum für
all diejenigen, die Fragen oder Antworten zu Gesundheit, körperlicher
und geistiger Fitness haben.
Für Ideen und Anregungen zur Ausgestaltung der Veranstaltung steht
Ihnen der Projektleiter, Herbert Rehm, zur Verfügung unter Tel. 0451/8990663,
E-Mail h.rehm@messegmbh.de. (H. Rehm)
Ausbildung
mit besonders gutem Ergebnis abgeschlossen

39
ehemalige Auszubildende wurden im Herbst vom Landesverband der Freien
Berufe für ihre hervorragenden Abschlüsse geehrt. Neben Arzthelferinnen
gehören zu den Ausbildungsberufen der Freien Berufe u. a. Zahnmedizinische
Fachangestellte, Rechtsanwalts- und Notariats- sowie Steuerfachangestellte,
Vermessungstechniker, Bauzeichner oder Bürokauffrauen. (rat)
Kranke zufrieden mit Gesundheitswesen?
In
einer Befragung von über 1 000 chronisch Kranken und kürzlich
Operierten schnitt das deutsche Gesundheitswesen in einem Sechs-Länder-Vergleich
recht gut ab. Besonders genannt wurden kurze Wartezeiten und niedrige Zugangsschwellen.
Kritisiert wurden Patienteninformationen und die Koordination der Leistungsebenen.
Näheres zu der erstmals mit deutscher Beteiligung vom Commonwealth
Fund ausgehenden, bei uns vom IQWIG (Institut für Qualität und
Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) betreuten Befragung siehe www.iqwig.de.
(hk)
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
häufigste Todesursache
Nahezu jeder zweite in 2004 Verstorbene starb an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Wie das Statistische Bundesamt im November mitteilte, starben allein an
Myokardinfarkt über 67 000 von insgesamt über
818 000 Personen. Besonders bei den Älteren dominierte diese Todesart.
Demgegenüber erlag gut ein Viertel einem Krebsleiden, bei den Männern
zumeist im Bereich der Verdauungsorgane und der Atmungsorgane, bei den Frauen
ebenfalls bei Verdauungsorganen vor Brustkrebs.
Bei nicht natürlichen Ursachen nennt die Statistik über 33 300
Personen, zumeist Männer (Tod durch Verletzungen und Vergiftungen).
Von den über 10 700 Suizidenten waren drei Viertel Männer. Details
siehe www.gbe-bund.de. (hk)
Zwischenprüfung
für Arzthelferinnen 2006
Die Ärztekammer Schleswig-Holstein hat folgenden Prüfungstermin
für die Arzthelferinnen-Zwischenprüfung 2006 festgelegt:
Anmeldeschluss ist
der 31. Januar 2006. Die Anmeldeformulare erhalten die Auszubildenden
über die Berufsschulen. (VIII)
Leserbrief
von Dr. Klaus Wendt
Unkollegiales Verhalten?
Was das ist, darüber gibt es im Kollegenkreis offenbar sehr unterschiedliche
Auffassungen.
Ich habe persönlich als Oberarzt in der Unfallchirurgie meine Erfahrungen
gemacht:
Eines Tages bekomme ich den Auftrag, einen alkoholisierten Patienten mit
einer komplexen Radiusfraktur und Scaphoidfraktur zu versorgen. Die Radiusfraktur
wurde verplattet, die Scaphoidfraktur mit einer Darco-Schraube versorgt.
Der weitere Verlauf ist unkompliziert, der Patient wird noch einmal nachstationär
gesehen und dann in die kassenärztliche Weiterbehandlung geleitet.
Im Anschluss hat der Patient offenbar einen M. Sudeck bekommen, der nicht
zuletzt verzögert behandelt wurde, da der Patient den behandelnden
Arzt ständig wechselte.
Nach einem Jahr bekomme ich eine gegen mich persönlich gerichtete
Klage, da die Fraktur angeblich schlecht versorgt worden sei, mit allem
was so daran hängt, wie Ersatzforderungen der Krankenkasse, Sozialamt,
Schmerzensgeld. Der einzige Beweis, der vom Kläger angeführt
wird, ist ein Brief aus einer privat geführten handchirurgischen
Abteilung, darin wird von einem Kollegen, ich nenne ihn mal Dr. NN, beschrieben
eine kleinfragmentige Platte wurde auf die nicht exakt reponierte
Fraktur gesetzt. Nun gibt es, wie wir alle wissen, Verläufe,
wo man nachträglich beim Betrachten der Röntgenbilder schon
mal überlegt, ob man es etwas anders hätte machen können.
Auch kommen ja Kollegen auch mal zu einer unterschiedlichen Beurteilung.
Gerade in diesem Fall, waren alle Fachkollegen der Auffassung, dass die
Versorgung sehr gut gelungen war. Um so mehr erstaunte die Aussage in
dem Brief an den behandelnden Hausarzt. Zunächst ging ich davon aus,
dass vielleicht ein erneutes Trauma stattgefunden hat, doch die spätere
Ansicht der Röntgenaufnahmen zeigte, dass dieses nicht der Fall war.
Nach längerer Zeit lag das vom Landgericht in Auftrag gegebene unfallchirurgische
Fachgutachten vor. Hier wurde mir eine überstandardmäßige
Versorgung bescheinigt, was die Operation und die Implantate betraf,
der eingetretene M. Sudeck sei ein schicksalhafter Verlauf.
Nun schrieb ich an unsere Ärztekammer und zeigte das, nach meiner
Auffassung vorliegende unkollegiale Verhalten an. Der Justitiar antwortete
mir, dass er ein unkollegiales Verhalten nicht erkennen könne, die
Ausführungen seien sachlich gehalten! Nun mag es ja dem Juristen
vollkommen normal erscheinen, dass über die gleichen Dinge sehr unterschiedlich
geurteilt wird, mir hat diese Antwort nicht gereicht, zumal nun ja eine
unabhängige Beurteilung vorlag. Somit schrieb ich an unseren Kammerpräsidenten,
wohl wissend, dass er aus einem operativen Fachgebiet kommt und wohl nachvollziehen
kann, wie man sich als Operateur in so einem Fall behandelt fühlt.
Er äußerte zwar Verständnis, fand aber auch gleich entschuldigende
Worte. Die Röntgenbilder hätte wohl nur ein Assistenzarzt gesehen
und der Brief sei im guten Glauben vom Chefarzt unterschrieben worden.
Ich habe zwei Urlaubstage opfern müssen, um seinerzeit das beantragte
Versäumnisurteil abzuwenden, einen weiteren Tag zum Prozesstermin,
ein dicker Ordner Unterlagen füllt mein Regal, da der Kläger
arm im Sinne des Gesetzes ist, darf Vater Staat (wir alle) die Kosten
tragen. Und damit so etwas nicht so oft vorkommt, habe ich mich an unsere
Ärztekammer gewandt und gerade auch, weil ich von Kollegen, auch
aus einer benachbarten Klinik weiß, dass Dr. NN sich häufiger
negativ über nicht in seiner Klinik versorgte Patienten äußert.
Und ich möchte klarstellen, dass ich durchaus dafür bin, dass
Patienten die falsch behandelt wurden, zu ihrem Recht kommen. Ich empfinde
es allerdings als herabsetzend, wenn über meine Arbeit unberechtigt
abwertend Stellung genommen wird. Die Beurteilung solcher Verhaltensweisen
liegt in unserem Kammerwesen offenbar in der persönlichen Entscheidung
einiger weniger. Wir müssen wieder bei unseren Kammermitgliedern
ein Bewusstsein erreichen, das zu einer Identifikation mit ihrer Selbstverwaltung
führt (Zitat des Kammerpräsidenten 10/2005). Damit habe
ich so mein Problem!
Dr. Klaus Wendt, Dänenbrook 1, 24619 Rendswühren
Leserbrief
von Dr. Claus Jaeckel zum Artikel Fortbildungspunkte sammeln leicht
gemacht, SHÄ 11/2005, S. 47
Warum kein Mikrochip?
Voller Dankbarkeit und Verständnis habe ich den Artikel Endlich
Erleichterung - Fortbildungspunkte sammeln leicht gemacht auf Seite
47 der Novemberausgabe gelesen.
Meine Vorstellungskraft reicht nicht aus, wenn ich an das Grauen denke,
mit dem die Kammermitarbeiter auf den 30.06.2009 schauen. Ohne die Milchtütenaufkleber
hätte dieser Tag die Hölle für sie bedeutet, denn es drohte
die Rache des kleinen Mannes. Kubikmeterweise Papier wären zu sichten
gewesen. Aus lauter Verdruss hätten viele Kollegen just an diesem
Tag ihre so brav gesammelten Fortbildungspunkte in Segeberg abgeliefert.
So gesehen war die Einführung der Panzerknackernummern eine schlaue
Idee.
Doch warum so kurz gesprungen und nicht gleich richtige Nägel mit
ordentlichen Köpfen gemacht? Implantiert uns doch einen Chip, so
einen wie Bello ihn hat, wenn es mit Frauchen und Herrchen in den Urlaub
geht. Widerspruch unsererseits ist bei der obrigkeitshörigen und
lammfrommen Ärzteschaft nicht zu erwarten. Im Krötenschlucken
sind wir unschlagbar, ein subcutaner Mikrochip ist eine unserer leichtesten
Übungen und selbstverständlich wären wir auch gern bereit,
die Kosten dafür zu übernehmen. So ein Chip eröffnet ungeahnte
Möglichkeiten und brächte uns der Orwellschen Welt endlich ein
gehöriges Stück näher. Auch für uns liegen die Vorteile
auf der Hand. Es sei nur einmal an die chirurgisch tätigen Kollegen
gedacht. Immer müssen die armen Kerle andere bitten, den Aufkleber
von der Folie zu lösen. Mit ihren kurz geschnittenen Fingernägeln
bringen sie das einfach nicht zu Wege. Manch einem blieben schlaflose
Nächte erspart, denn der Satz: Oh Gott, ich habe meinen Barcode
zu Hause vergessen! gehört dann endgültig der Vergangenheit
an. Scanner über die Stirn - oder vielleicht doch besser über
den Glutaeus - und ab dafür durch die Datenleitung aufs persönliche
Pünktchenkonto in Segeberg. So spart man Geld! Eigentlich enttäuschend,
dass dieser Vorschlag nicht schon lange von berufener Seite unterbreitet
wurde. Werden wir am Ende doch von den falschen Leuten vertreten?
Herzliche Grüße von 802760100061091, zurzeit noch besser bekannt
als Dr. Claus Jaeckel, Schleswiger Str. 2, 24392 Süderbrarup.
Dr. Claus Jaeckel, Schleswiger Str. 2, 24392 Süderbrarup
Leserbrief
von Dr. Hanno Scherf zum Artikel Homöopathie in der Frauenheilkunde,
SHÄ 9/2005, S. 49 f.
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| Dr.
Scherf (Foto: ÄKHH) |
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Auch die zweite
homöopathische Kasuistik des Schleswig-Holsteinischen Ärzteblattes
drängt mich zu einem Kommentar.
Findet kein Leser, so wie in H. C. Andersens Märchen, den Mut, zu
rufen: Der Kaiser ist nackt?
Episch breit werden banalste Kopfschmerzen, banaler Heuschnupfen geschildert,
gleichsam erst durch homöopathische Anamnese ergründet.
Es gibt aber weltweit nur eine Anamnese, keine homöopathische. Allerdings
gibt es unvollständige, schlechte Anamnesen, mit homöopathisch
verdünntem Engagement erhobene Anamnesen.
Im geschilderten Fall sollte Homöopathie der Patientin Fertilität
und Freiheit von Kopfschmerz und Heuschnupfen bringen, als ob diese Problemfelder
nur die Homöopathie zusammenführen und lösen könnte.
Gern hätte man gewusst, warum zuvor Tamoxifen und Dexamethason gegeben
wurden, was kommentarlos in der Anamnese dargestellt wird. Man hätte
gern gewusst, in welcher Woche die Schwangerschaft festgestellt wurde,
die mit Abort endete.
Was eine elf Monate später eintretende Schwangerschaft mit den homöopathischen
Therapiedosen zu tun haben soll, bleibt schleierhaft (gab es noch nie
eine überraschend spät eingetretene Schwangerschaft?).
Ebenso könnte die Magie des Namens der behandelnden homöopathischen
Ärztin (Ottoni Habura-Flüh) der Patientin zur verdient erwünschten
Schwangerschaft verholfen haben.
Ich habe noch nie so viel zur Pseudowissenschaft homöopathisch Verdünntes
gelesen und erwartet, wie die Homöopathie sich wohl nach der Frauenheilkunde
in den übrigen Fachgebieten demnächst im Schleswig-Holsteinischen
Ärzteblatt präsentieren wird.
Dr. Hanno Scherf, Max-Brauer-Allee 36, 22765 Hamburg
Leserbrief
von Dr. Ralf Cüppers zum Artikel Ärztliche Fortbildung im
Mittelpunkt, SHÄ 10/2005, S. 25 ff.
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| Dr.
Cüppers (Foto: Privat) |
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Herr Kollege Dr. Bartmann
teilt im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt (Ausgabe 10/2005, Seite
25 rechte Spalte) mit, er wolle auch notwendigerweise unternehmerische
Akzente zulassen. Das ist ganz wichtig für den niederlassungswilligen
Arzt, der heute erst nach längerer Zeit und ökonomisch gesehen
zu spät eine ausreichende Patientenzahl und einen wirtschaftlichen
Praxisumfang erreicht. Nunmehr kann er angemessen auf seine spezifischen
ärztlichen Leistungen aufmerksam machen, ohne in marktschreierische
Werbung zu verfallen.
Ich halte die Einschränkungen der Werbung, die es für Ärzte
gibt, für richtig. Und obwohl mir von der Kreisstelle der Kassenärztlichen
Vereinigung mitgeteilt wurde, dass ich im Flensburger Tageblatt, in der
Flensborg Avis und in der Moin-Moin meine Praxiseröffnung inserieren
dürfe, habe ich nur in den zwei letztgenannten Zeitungen inseriert,
weil ich den schlechten Journalismus des Flensburger Tageblattes nicht noch
finanziell durch meinen Anzeigenauftrag fördern wollte.
Ich habe die Einschränkungen der Werbung akzeptiert und den Rahmen
noch nicht einmal voll ausgenutzt.
Als ich mich als Arzt für Psychotherapeutische Medizin in Flensburg
niederließ, bin ich selbstverständlich davon ausgegangen, dass
es hier die Möglichkeit einer Vollzeittätigkeit gibt, denn der
Bedarf an psychotherapeutischen Behandlungen bei Kassenpatienten scheint
auch nach meiner Neuniederlassung noch nicht gedeckt. Auch ohne besondere
Werbemaßnahmen fragen ständig neue Patienten bei mir nach Behandlungsterminen,
und die haben meine Adresse oft von zufriedenen Patienten der ersten Monate
erhalten. Aber die mir von der Kassenärztlichen Vereinigung zugewiesene
Punktzahlobergrenze von 288 Tausend Punkten im 4. Quartal reicht gerade
für etwa 200 Therapiestunden im Quartal. Das ist weniger als die Hälfte
der von mir gewünschten 35-Stunden-Woche. Die willkürlich festgesetzte
Punktzahlobergrenze ist das einzige Hindernis für einen wirtschaftlichen
Praxisumfang, das ich sehe.
Ich muss schon jetzt, wenige Monate nach Praxiseröffnung, Patienten
hinhalten, vertrösten, und warten lassen. Es dauert nicht mehr lange,
dann werde ich Patienten auch abweisen müssen, wie es viele meiner
Kollegen jetzt schon tun. Und spätestens Anfang Dezember muss ich dann
bis zum Quartalsende in Zwangsurlaub gehen, denn meine Punktzahlobergrenze
ist dann definitiv überschritten.
Die dadurch unzufriedenen pflichtversicherten Patienten dürfen sich
dann gerne bei meinem Standesvertreter beschweren.
Da mein wirtschaftlicher Praxisumfang nicht aufgrund von Patientenmangel
beeinträchtigt ist, fühle ich mich durch den Vorschlag von Kollege
Dr. Bartmann verspottet. Wozu soll ich Patienten werben, wenn ich sie dann
doch nicht behandeln kann, weil es meine Standesvertreter, die mir diese
unzureichende Punktzahlobergrenze zugewiesen haben, nicht wollen?
Solange es bei pflichtversicherten Kassenpatienten einen nicht gedeckten
Bedarf an psychotherapeutischen Behandlungen gibt, möchte ich als Kassenarzt
meine ganze Arbeitskraft dafür einsetzen, diese Patienten gut zu behandeln.
Dr. Ralf Cüppers, Apenrader Str. 7, 24939 Flensburg
Leserbrief
von Dr. Andrea Oelze zum Thema Elektronische Erfassung von Fortbildungspunkten
mit dem neuen Barcode
Als brave Kassenärztin, die gewohnt ist auch die umständlichsten
und hanebüchsten Anliegen aller übergeordneten Institutionen
umzusetzen, bin ich weisungsgemäß mit dem Barcode in der Tasche
zur nächsten Fortbildung losgezogen.
Schon bei der ersten Fortbildung in Heidelberg wurde mir bedeutet, das
man von dieser Art Codierung noch nie etwas gehört hätte; auch
bei einer Veranstaltung der Ärztekammer Hamburg ungläubiges
Kopfschütteln; der Kollege hinter mir in der Schlange kommentierte
die Bitte nach einlesen des Codes mit den Worten: Wir sind doch
hier nicht bei EDEKA! So, verehrte Damen und Herren, fühle
ich mich aber!
Ich kann nur sagen, dass ich mich nicht bemühen werde, diesen Barcode
unter die Leute zu bringen.
Ich werde pünktlich Ende Juli 2009 bei Ihnen erscheinen, dann alle
meine Fortbildungsnachweise in der Tasche haben. Vielleicht stellen Sie
ja zu diesem Termin eine studentische Hilfskraft ein, die dann die Punkte
einliest, so wären alle zufrieden, auch würde ich mich tatsächlich
einmal von der Ärztekammer Schleswig-Holstein entlastet fühlen.
Sollte es aber so sein, dass der Stundenlohn der studentischen Hilfskraft
höher ist als meiner als Kassenärztin, dann teilen Sie mir dies
umgehend mit - ich werde dann natürlich gern jeweils etwa eine halbe
Stunde Telefon- und Organisationszeit dafür aufbringen, irgendwo
den Barcode einlesen zu lassen!
Dr. Andrea Oelze, Buchenstr. 13, 25421 Pinneberg
Leserbrief
von Dr. Christiane Bondzus-Entzian zum Artikel Homöopathie
- nur Placebotherapie?, SHÄ 10/2005, S. 54 f.
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Dr.
Bondzus-Entzian
(Foto: Privat) |
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Professor Engelhardt
nimmt einen Blick aus der Vogelperspektive und rät:
Alle Ärzte sollten die Placebo-Wirkung ihrer Arzneien nutzen, damit
ihre Patienten gesunden! Richtig! Und: Persönliche Betreuung sprich:
Zuwendung, Ernstnehmen, Zeitschenken, Be-Handeln im Sinn des Nichtschaden
ist die wahrhaft ärztliche Aufgabe. Richtig!
Lesen Sie doch einmal Das Medizin Kartell von Langbein/Ehgartner!
Wir merken heute gar nicht mehr, wie weit wir von der Natürlichkeit
des Lebens und der Selbstregulation entfernt sind. Es gibt kaum Forschung
zur Selbstheilung - warum wohl nicht? Die schöne neue Welt von Huxley
ist uns heute näher als wir glauben. Eines Tages fallen dem Menschen
die Beine ab, weil wir vergessen haben, dass Laufen gesund ist. - Die
klassische Homöopathie nach Hahnemann unterstützt die Selbstheilung.
Dass homöopathische Arzneien auch eine arzneispezifische Wirkung
haben, wissen Patienten und Homöopathen, z. B. Mütter kleiner
Kinder. Auch Tiere können wir vom Verdacht der reinen Placebowirkung
ausnehmen. Wenn wir seit 200 Jahren nur mit Scheinwirkungen gearbeitet
hätten, wäre die Homöopathie inzwischen gestorben! Aber
die alte Heilkunst ist auf der Welt verbreiteter denn je. Sie ist nicht
mit doppelblinden Studien zu überprüfen, weil jede Krankheit
ihre eigenen Arzneimittel braucht. Statistische Signifikans ist nicht
das gleiche wie Wirksamkeit am Individuum!
Dr. Christiane Bondzus-Entzian, Monsberg 2, 24159 Kiel
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Barcodenummern
(SHÄ 11/2005, 48 f.)
Offener Brief an Dr. Martin Gattermann
Sehr geehrter Herr Kollege Gattermann,
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| Dr.
Franz-Joseph Bartmann (Foto: Privat) |
Ihr Beitrag
ist nett geschrieben, liest sich flüssig, auch eingängig,
geht aber leider vollständig am Kern der Sache vorbei. Um Ihnen
das zu erklären, muss ich etwas weiter ausholen.
Bei der Verfassung des Grundgesetzes hat sich der Bundesgesetzgeber
bei einer grundsätzlich föderalen Gliederung des Gesundheitswesens
in einigen Bereichen die eigene Gesetzgebungskompetenz vorbehalten.
Unter anderem
betrifft dies auch die Sozialgesetzgebung.
Das heißt, dass jeder Arzt in der Bundesrepublik Deutschland,
der an der Versorgung gesetzlich krankenversicherter Patienten teilnehmen
möchte, sich den Bestimmungen des Sozialgesetzbuches V zu unterwerfen
hat. Dies ist unabhängig davon, wo diese Leistung erbracht
wird und ob der Leistungserbringer selbstständig oder als angestellter
Arzt oder Ärztin tätig ist. Entgegen Ihrer eigenen Wahrnehmung
und Feststellung sind es also nicht nur die niedergelassenen, sondern
auch die angestellten Ärzte, die der jetzt gültigen Fassung
des SGB V unterliegen. Ausgeschlossen sind lediglich die noch in
Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzte.
Über die Umsetzung der einzelnen Paragraphen des Sozialgesetzbuches
entscheidet die gemeinsame Selbstverwaltung. Auf Bundesebene ist
das jetzt das Gremium des Gemeinsamen Bundesausschusses. Die Ärztekammern
sind im Gemeinsamen Bundesausschuss personell nicht vertreten. Mitglieder
sind die Kassenärztliche Bundesvereinigung, Vertreter der gesetzlichen
Krankenkassen und Vertreter der Patientenschaft - letztere ohne
Stimmrecht.
Im Hinblick auf die Nachweispflicht der abgeleisteten Fortbildung
hat der Bundesausschuss zum einen festgestellt, dass die zuständige
Stelle für die Sicherstellung von Weiter- und Fortbildung nach
den Heilberufegesetzen der Länder eindeutig die Ärztekammern
sind. Zum anderen hat er festgestellt und beschlossen, dass die
Kriterien des früheren freiwilligen Fortbildungszertifikates
der Ärztekammer auf die jetzt verbindliche Regelung Anwendung
finden können und sollen. Das freiwillige Fortbildungszertifikat
war ein Versuch der verfassten Ärzteschaft, die seit Jahren
schwelende Diskussion über ärztliche Fortbildung einem
bürokratischen Zugriff zu entziehen. Leider ist dies nicht
gelungen. Abgewendet wurde aber zunächst die Absicht, die Facharztanerkennung
zeitlich zu limitieren - angedacht waren und sind ein Zeitraum von
fünf Jahren. Im Hintergrund stehen natürlich immer die
auch aus der Ärzteschaft gern mit viel Koketterie geäußerten
Halbwertzeiten des medizinischen Wissens.
Die Phase des freiwilligen Fortbildungszertifikates hat gezeigt,
dass jeder Teilnehmer mit einem durchschnittlichen Fortbildungsverhalten,
allein durch die korrekte Erfassung und Dokumentation der geleisteten
Fortbildungsmaßnahmen, das Ziel der Zertifizierung meist lange
vor Ablauf des Zeitlimits erreicht hat. Allerdings ist Voraussetzung
eine möglichst komplette und reliable Erfassung. Dieses war
bei der sehr überschaubaren Beteiligung am freiwilligen Fortbildungszertifikat
noch möglich. Die Erfassung von Fortbildungsmaßnahmen
von ziemlich exakt 10 000 Ärzten in Schleswig-Holstein mit
insgesamt weit über einer halben Million Einzelnachweisen und
deren Archivierung übersteigt aber die administrativen Möglich-
keiten der Kammer im händischen Verfahren. Dies gilt natürlich
in gleicher Weise für alle anderen Kammern, wobei sich nur
die Größenordnungen relativ gesehen anders darstellen.
Auf diesem Hintergrund hat der Vorstand der Bundesärztekammer
das jetzt angelaufene Verfahren beschlossen. Am 1. Oktober 2005
sollten in 15 Kammerbezirken zeitgleich die Fortbildungsnummern
ausgegeben werden. Für das Barcodeverfahren hat man sich deshalb
entschieden, weil dieses sich bei der Erfassung großer Datenmengen
seit Jahrzehnten bewährt hat.
Darüber hinaus liegen die gemittelten Kosten für die Erfassung
und Datenweiterleitung dabei im unteren Eurocent-Bereich. Im Gegensatz
zu Ihrer Wahrnehmung wird also kein Geld verschleudert, sondern
im Gegenteil große Geldsummen im Vergleich zu jedem anderen
momentan realisierbaren Verfahren, insbesondere auch zur händisch
administrativen Bearbeitung, gespart. Natürlich ist uns auch
bewusst, dass die Benutzung des Barcodes in erster Linie im Warenverkehr
und in der Logistik entsprechende Assoziationen weckt.
Qualitativ besteht jedoch kein Unterschied zu einer elektronischen
Erfassung über einen Mikrochip oder andere EDV-gängige
Verfahren. Darüber hinaus untersagt der Datenschutz die Nutzung
der bereits vorhandenen bundeseinheitlichen Arztnummer zur Erfassung
von Fortbildungszwecken, sodass auch der neue Arztausweis nicht
ohne weiteres dafür genutzt werden kann. Wir empfehlen stattdessen,
eine der Barcodenummern auf den Ausweis zu kleben, damit dieser
dann, vor allem auf Großveranstaltungen, eingelesen werden
kann. Bei Veranstaltungen der Fortbildungsakademie der Ärztekammer
Schleswig-Holstein erfolgt dies bereits automatisch mit der Anmeldung.
In allen deutschsprachigen Ländern, mit Ausnahme der Bundesländer
Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern - diese werden
demnächst folgen - wird nach einer gewissen Anlaufzeit die
Registrierung über Scanner erfolgen, sodass nur in Ausnahmefällen
die Nutzung der jetzt versandten Abziehnummern nötig
sein wird. In Bayern und Hessen, wo dieses Registrierungsverfahren
seit langem genutzt wird, hat sich dies ebenso bewährt wie
die Erfassung von Fortbildungsmaßnahmen von Berufsverbänden
und Fachgesellschaften durch eigene Chipkarten. Alle diese Verfahren
erfahren mittlerweile eine hohe Akzeptanz bei den beteiligten Ärzten.
Sehr geehrter Herr Kollege Gattermann,
ich hoffe Ihnen verständlich gemacht zu haben, dass Ihr Appell,
sich von dem Verfahren loszusagen, keine gangbare Option darstellt.
Über Modalitäten und Perspektiven der weiteren Umsetzung
kann man dagegen durchaus und trefflich diskutieren.
Mit freundlich-kollegialen Grüßen
Dr. Franz-Joseph Bartmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 12/2005
S. 6-18
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