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Nachrichten in Kürze

Gute Berufsausbildung - Eine Investition für die Zukunft

23 Arzthelferinnen und ein Arzthelfer der Elly-Heuss-Knapp-Schule freigesprochen

Bente Möller (Dr. Bunzel), Christiane Rubsch (Dr. Renk), Jennifer Robrahn (Dr. Hauschildt), Kathrin Schauchl (Dr. Fritz), Janina Schröder (Dr. Jewan), Saskia Urbanski (Dr. Settig), Kathrin Voß (Dr. Henny), Katharina Wittko (Dr. Klinger), Rike Ziemer (Henke), Sabrina Behmerburg (Dr. Bisping), Neele Böll (Dr. Rodt), Jennifer Engel (Dr. Gerhardt), Fendiye Erglu (Dr. Zanger), Arite Fuerst (Dr. Entzian) Carina Gundelach (Dr. Wetzel), Alexandra Haupt (Dr. Bindeballe), Kathrin Hoffmann (Dr. Maruschke), Esra Kabylee (Dr. Möbius), Kathrin Kellotat (Dr. Kämpfer), Elena Kindler (Dr. Böhm), Irina Lehmann (Dr. Horn), Natalie Marasinski (Dr. Rossius), Nicole Melenski (Dr. Quosz), Thorsten Below (Klinik Dr. Lehmann), ganz links: Klassenlehrerin Ulrike Barsties (Fotos: Richard Einmal)
Seltenes Ereignis: Ein Arzthelfer. Thorsten Below erhält sein Zeugnis von seiner Berufsschullehrerin Ulrike Barsties von der Elly-Heuss-Knapp-Schule

In gewohnt festlichem Rahmen wurde auch in diesem Jahr wieder der Berufsabschluss der Arzthelfer(innen) der Elly-Heuss-Knapp-Schule gefeiert. Als Vertreter der Ärzteschaft nahm Allgemeinarzt Peter Graeser die Freisprechung der Auszubildenden vor und überbrachte die Grüße der Ärztekammer Schleswig-Holstein. Klassenlehrerin Ulrike Barsties bedankte sich bei dem Prüfungsausschuss und den Lehrkräften der Elly-Heuss-Knapp-Schule für die gute Arbeit. Da dies ihre erste Klasse war, werde sie alles in besonderer Erinnerung behalten, betonte Barsties in einer kurzen Ansprache. Schulleiter Ulrich Wiethaup entließ die frisch gebackenen Arzthelferinnen und den Arzthelfer mit einem kurzen Grußwort in das Berufsleben und betonte besonders, dass die Berufsausbildung eine gute Arbeitslosigkeitsversicherung sei. Wer keine Berufsausbildung habe, werde am schnellsten dauerhaft arbeitslos. „Sie stehen auf der Sonnenseite des Lebens. Sie haben eine gute Ausbildung und gute Berufschancen. Der Gesundheitssektor ist ein Wachstumssektor und weist kaum Arbeitslose auf“, so Schulleiter Ulrich Wiethaup. Er rief die frischgebackenen Arzthelferinnen und den Arzthelfer auf, stolz und auch ein wenig dankbar zu sein und sich voll in die Arbeit einzubringen. (Elly-Heuss-Knapp-Schule)

Freisprechungsfeier in Itzehoe - Alle haben bestanden!

Gruppenbild Freisprechungsfeier Itzehoe (Fotos: Br)

Im Beisein der Eltern, Freunde und Lehrkräfte wurden am 17. Juni 2005 auch in Itzehoe 23 Arzthelferinnen und ein Arzthelfer nach bestandener Abschlussprüfung in gewohnt festlichem Rahmen freigesprochen. Vier Auszubildende konnten aufgrund überdurchschnittlich guter Leistungen ihre Ausbildung bereits ein halbes Jahr früher beenden. Herzlichen Glückwunsch!

„Endlich hat die Paukerei ein Ende und der Stress ist vorbei!“ erinnerte Annette Wieduwilt in ihrer Grußrede an die vergangenen drei Ausbildungsjahre. In ca. 1 440 Unterrichtsstunden wurden die frisch gebackenen Arzthelferinnen und Arzthelfer in der Schule auf das Ziel, der verantwortungsbewussten Ausübung des Berufes vorbereitet. Der Beruf der Arzthelferin/des Arzthelfers verlangt neben Verantwortungsbewusst-
sein, ganz besonders auch Einfühlungsvermögen und die Freude am Umgang mit Menschen. Den frisch gebackenen Arzthelfer(innen) gab sie die Worte von Erich Kästner mit: „Aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen. In diesem Sinne packen Sie Ihr Leben an und entwickeln Sie Kräfte, um auch schwierige Situationen ganz bewusst durch eine positive Denkweise für sich zu nutzen“.
Die Schülerinnen ihrerseits bedankten sich mit einem eigenen Beitrag für die Geduld ihrer Lehrerinnen und Ausbilder in den vergangenen drei Jahren und erwähnten hierbei so manche Insider-Anekdoten, die nunmehr der Vergangenheit angehörten und zur Belustigung der Anwesenden beitrug.

Auch Klassenlehrerin Petra Harbs wünschte ihren Zöglingen für die Zukunft alles Gute und überreichte gemeinsam mit Ursula Brocks von der Ärztekammer die Zeugnisse und Briefe. (Br)

Freisprechungsfeier von 44 Arzthelferinnen der Beruflichen Schule Pinneberg

Klassenlehrerin Sabine Sawitzke und Ursula Brocks (Ärztekammer Schleswig-Holstein) überreichen Zeugnisse und Briefe anlässlich der Freisprechungsfeier in Pinneberg (Foto: N. N.)

Im Beisein der Ausbilderinnen und Ausbilder, Eltern, Freunde und Lehrkräfte wurden in Pinneberg 44 ausgebildete Arzthelferinnen freigesprochen. Wie auch in den vergangenen Jahren fand diese Feier in einem ganz besonders festlichen Rahmen statt. Liebevoll wandten sich Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer an ihre Zöglinge, die sie nach nunmehr 3-jähriger intensiver Begleitung in das Arbeitsleben entließen.

Klassenlehrer Jörn Saul erhält als Dank einen großen Blumenstrauß (Pinneberg)

Schulleiter Behre wies in seiner Begrüßungsrede auf die Bedeutung beruflicher Bildung im dualen System hin. „In immer schwieriger werdenden Zeiten ist es umso wichtiger, sich umfassend aus-, fort- und weiterzubilden, um am Arbeitsmarkt teilhaben zu können“, waren seine Worte. Ursula Brocks von der Ärztekammer befasste sich mit der vor den frisch gebackenen Arzthelferinnen liegenden Zukunft und überbrachte Glückwünsche der Ärztekammer. Sie hob die neu geschaffene Weiterbildungsmaßnahme der „Betriebswirtin für Management im Gesundheitswesen“ hervor und beschwor die jungen Frauen nicht mit dem Lernen aufzuhören, sondern immer weiter am Ball zu bleiben, um in dieser schnelllebigen Arbeitswelt gut und besser bestehen zu können.

Auch die Klassenlehrerinnen Beuermann und Sawitzke und Klassenlehrer Saul wünschten ihren ehemaligen Schülerinnen alles Liebe und Gute für den weiteren Lebensweg und überreichten gemeinsam mit Ursula Brocks die Abschlusszeugnisse und die Arzthelferinnenbriefe. (Br)

Arzthelferinnen der Dorothea-Schlözer-Schule freigesprochen

Abschlussfeier an der Dorothea-Schlözer-Schule (Fotos: N. N.)

Insgesamt wurden 42 Prüflinge nach bestandener Abschlussprüfung als Arzthelferinnen in das Berufsleben entlassen. Besondere Leistungen wurden mit einem Buchgeschenk honoriert. Eine besondere Auszeichnung galt einer jungen Mutter, die trotz Schwangerschaft und Geburt ihre Prüfung bestanden hat und sowohl zur Prüfung als auch selbstverständlich zur Abschlussfeier ihr vier Wochen altes Baby mitbrachte. Das Kleine war Star des Abends.


Die Vizepräsidentin der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Dr. Hannelore Machnik, gratulierte zur bestandenen Abschlussprüfung und wies in ihren Grußworten auf die Veränderungen, die durch die Neuordnung des Ausbildungsberufes entstehen werden, hin. Vor allen Dingen wird sich die Berufsbezeichnung ändern. So wird die Arzthelferin zukünftig „Medizinische Fachangestellte“. Wichtig ist auch das lebenslange Lernen. Hier hat die Ärztekammer Schleswig-Holstein mit der Weiterbildungsmöglichkeit zur Betriebswirtin für Management im Gesundheitswesen eine hervorragende Möglichkeit für die Weiterentwicklung der Arzthelferinnen geschaffen, hob Dr. Hannelore Machnik besonders hervor.

Wie auch in den vergangenen Jahren fand die liebevoll gestaltete Feier mit einem kleinen Imbiss und Rahmenprogramm einen für alle zufrieden stellenden Abschluss. (Br)

Neue Ausbildungsordnung ab 1. August 2006
Neuer Name: Medizinische Fachangestellte

Die Novellierung der fast zwanzig Jahre alten Ausbildungsordnung für Arzthelferinnen hat eine wichtige Hürde genommen: In der 6. Sachverständigenrunde haben die Vertreter(innen) der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberseite in der vergangenen Woche zu allen noch offenen Fragen einen Konsens gefunden. „Wir gehen davon aus, dass die neue Verordnung zum 1. August 2006 in Kraft tritt. Dann ändert sich nicht nur die Berufsbezeichnung in Medizinische Fachangestellte, sondern auch die Anforderungen an alle, die an der Ausbildung teilhaben.“

Seit Herbst 2004 gab es in den Verhandlungen Stillstand. Hauptstreitpunkt war die praktische Prüfung. Beide Teile der Abschlussprüfung - der schriftliche und auch der praktische - müssen nun mindestens mit einer ausreichenden Leistung bestanden werden. Insgesamt stehen für die praktische Prüfung 75 Minuten zur Verfügung, ein 15-minütiges Fachgespräch eingeschlossen. In dieser Zeit müssen die Auszubildenden eine praxisbezogene komplexe Prüfungsaufgabe lösen. Damit werden ihre Fähigkeiten, Kenntnisse und Schlüsselqualifikationen handlungsorientiert geprüft. Sie müssen also unter Beweis stellen, dass sie die Erledigung gestellter Aufgaben planen, ausführen, kontrollieren und auch selbst bewerten können.

Im Vergleich zur alten Ausbildungsordnung, bei der die praktischen Übungen nur eins von vier Prüfungsfächern waren, wird dem wirklichen Erfassen der Komplexität und deren Umsetzung jetzt wesentlich mehr Bedeutung beigemessen. Diese Veränderung wird nicht nur den Bedingungen in der Arbeitswelt besser gerecht, sondern muss sich auch in der Qualität der Ausbildung niederschlagen.

Die Ausbildungsordnung und der Rahmenlehrplan werden nun allen beteiligten Spitzenorganisationen nochmals zur Prüfung vorgelegt. Anschließend erfolgt eine gemeinsame Sitzung zum Abgleich beider Dokumente. Im Anschluss beginnt die so genannte Erlassphase. (BdA/SL)



Arzthelferinnen-Abschlussprüfung Sommer 2005

Julia Achterberg
(Foto: Privat)
Die Sommer-Abschlussprüfungen der Arzthelferinnen fanden auch in diesem Jahr mithilfe der ehrenamtlich tätigen Prüfungsausschussmitglieder zwischen dem 13.06.-24.06.2005 statt. 408 Teilnehmerinnen und drei Teilnehmer nahmen an der prakt./mündl. Prüfung im Edmund-Christiani-Seminar teil. Die durchschnittliche Abschlussnote betrug 3,32 (Vorjahr 3,40). Damit ist der Notendurchschnitt erfreulich besser als im Vorjahr. 36 (8,76 Prozent) der 411 Prüflinge haben die Abschlussprüfung nicht bestanden. Der besondere Dank der Ärztekammer gilt auch in diesem Jahr wieder den ehrenamtlich tätigen Prüfungsausschussmitgliedern.

Unser Glückwunsch und unsere besondere Anerkennung gilt folgender Arzthelferin, die die Abschlussprüfung mit „sehr gut“ bestanden hat: Julia Achterberg, Am Marienhof 10, 23730 Neustadt, aus der Standortverwaltung Neustadt, Dr. Christian Haggenmiller. (Ga)



Qualitätsmanagement-Handbuch
Von Ärzten für Ärzte

Das regionale Praxisnetz Kiel (RPN) bietet allen Arztpraxen ein individualisiertes Qualitätsma-nagement-Handbuch an. In einer Arbeitsgruppe haben RPN-Mitglieder sowie externe Experten in mehreren Monaten Arbeit ein System entwickelt, das sowohl vereinheitlichte Texte als auch individualisierte Passagen ermöglicht. Das ansprechend gestaltete QM-Handbuch orientiert sich stark an der Norm DIN EN ISO 9001:2000 und wird über die Leitstelle des Praxisnetzes zum Preis von 232 Euro vertrieben.

Unter der Internetadresse www.praxisnetz-kiel.de/ netz-nachrichten/QM-Fragebogen.doc kann ein Fragebogen heruntergeladen, ausgefüllt und dem RPN zugefaxt werden, wo es individualisiert, ausgedruckt und eingeheftet wird. Darüber hinaus erstellt das RPN eine CD-Rom, die die entsprechenden Dateien im Word-Format enthält. So können die Praxen das Handbuch weiter pflegen und entsprechende Seiten selbstständig austauschen.

Unterteilt ist das QM-Handbuch in sieben Hauptkapitel und einen Anhang. Darüber hinaus gehören zum Lieferumfang vier Verfahrens- und 20 Arbeitsanweisungen, die sich in vielen Praxen sehr leicht umsetzen lassen. Dazu zählen Formulare für die Schweigepflicht, eine Patientenbefragung und ein Abfallplan, um nur einige Beispiele zu nennen. (Gisela Mohr, Heinke Keil)


Campus Kiel für „Nordverbund“

Zahlreiche Teilnehmer nahmen am Gespräch zur Gründung des „Nordverbundes“ teil
(Foto: UK S-H)

Auf dem Campus Kiel des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) trafen sich erstmalig die Stabsstellen für Unternehmensentwicklung, Projektmanagement und Qualitätsmanagement der Universitätskliniken und Schwerpunktkrankenhäuser Norddeutschlands. Ziel war es eine gemeinsame Kommunikations- und Informationsbasis, den „Nordverbund“ zu gründen. Die 23 Teilnehmer kamen aus den Universitätskliniken Münster, Göttingen, Hannover, Rostock, Hamburg und Kiel/Lübeck. Ebenfalls vertreten waren die städtischen bzw. konfessionellen Krankenhäuser Kiel, Neumünster und Flensburg. In der Begrüßungsansprache durch den Vorstandsvorsitzenden des UK S-H, Prof. Dr. Bernd Kremer, wurde deutlich, dass eine engere Zusammenarbeit der Kliniken im Norden in Hinblick auf den sich wandelnden Krankenhausmarkt wünschenswert ist. Daher wurden während des Treffens Erfahrungen über Projekte ausgetauscht und Ansatzpunkte für gemeinsame Strategien entwickelt.

Die Teilnehmer werden sich in Zukunft regelmäßig zu so genannten Thementagen treffen. Hier werden spezielle Inhalte, wie beispielsweise Prozessoptimierung, Projektmanagement oder Strategieentwicklung behandelt. Neu ist dabei, dass Lösungen gemeinsam mit Vertretern aus den Bereichen Industrie, Krankenkassen und Banken erarbeitet werden. Dabei sollen speziell die Bereiche fokussiert werden wie ein Krankenhaus von der Industrie lernen kann. Das nächste Treffen wird am 1. September 2005 in Hamburg stattfinden. Gastgeber ist dann das Universitätsklinikum Eppendorf. (Gunnar Seckels)


Gesetzliche Unfallversicherung in der Diskussion

Dr. jur. Thomas Molkentin
(Foto: hk)

Bei allen Problemen mit der gesetzlichen Krankenversicherung war die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) bisher ein ausgleichendes Positivum für gebeutelte „Leistungserbringer“. Sie finanzierte medizinisch ausreichende, unbudgetierte Leistungen. Zitat: „Der Unfallversicherungsträger hat mit allen geeigneten Mitteln möglichst frühzeitig den durch den Versicherungsfall verursachten Gesundheitsschaden zu beseitigen oder zu bessern, seine Verschlimmerung zu verhüten und seine Folgen zu mildern ...“ (außerdem umfassende Rehabilitation, Pflege und Entschädigung), § 26 II Nr. 1 SGB VII. Oder: „Die ärztliche Behandlung umfasst die Tätigkeit der Ärzte, die nach den Regeln der ärztlichen Kunst erforderlich und zweckmäßig ist.“ (§ 28 II SBG VII)

Die Unfallversicherung sieht sich aber zum Beispiel bei Arzneimitteln nach Festbeträgen (§ 29 I SGB VII mit Verweis auf SBG V) zunehmendem Anpassungsdruck ausgesetzt. Auf Expertenebene werde in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe auch gegenwärtig im Sommer 2005 versucht, die Leistungsfähigkeit der GUV durch angemessene Neuregelungen zu erhalten. Dies sagte der für Unfallversicherung im Bundesministerium für Gesundheit und Soziales zuständige Ministerialrat Dr. Thomas Molkentin bei einem Referat am 21. Juni in der Universität Hamburg vor Sozialjuristen auch aus Schleswig-Holstein.

Seit Beginn der GUV mit Bismarcks Sozialgesetzgebung zeige sich eine (verständliche) Tendenz der Erweiterung des Versicherungsschutzes auf immer mehr Personen: von der Versicherung der Industriearbeiterschaft über die Einbeziehung von Gesundheitsdienst, Wohlfahrtspflege und letztlich aller Arbeitnehmer in den 30er Jahren, später aller Schüler bis hin zum Gesetz zur Verbesserung des Unfallversicherungsschutzes vom 9. Dezember 2004: Hier kamen aus den Bereichen Sport-Ehrenamt, Kirchen und Kommunen weitere rund 2,5 Millionen Versicherte hinzu. Es gebe aber eine Reihe von Schwierigkeiten, über die gesprochen werde. Weniger im Grundsätzlichen, wo es an ausreichenden Begründungen des Gesetzgebers fehle, ob etwa der Gesundheitsschadensausgleich oder der Ausgleich des Erwerbsschadens das eigentliche Ziel sei. In dem Spektrum gewerbliche Unfallversicherung (Hauptsektor), öffentliche Hand sowie Landwirtschaft sei selbst im überschaubaren Agrarsektor ein großes Problem der dortige strukturelle Wandel sowie die seit 1998 drastisch zurückgehende öffentliche Förderung. Das ist wohl auch in Schleswig-Holstein so - und alle Beteiligten einschließlich der „Leistungserbringer“ können nur auf eine vernünftige Regelung hoffen. Immerhin, so Veranstalter Prof. Dr. jur. Bieback, seien sich alle Parteien im Ziel einig, die GUV zu ändern. (hk)


Geringe Impfrate bei Pneumokokken-Impfung

Die Impfrate bei der Pneumokokken-Impfung gegen Lungenentzündung sei viel zu niedrig, mahnte das Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut, Prof. Dr. Klaus Wahle, bei einem Pressegespräch am 21. Juni in Hamburg. Nur etwa 15 Prozent der Risikogruppe der über 60-Jährigen sei hiergegen geimpft. Ein Teil der 12 000 Todesfälle durch Pneumonie sei vermeidbar. Eine Therapie nach Erkrankung sei nicht einfach als Alternative zu betrachten. Denn die Behandlung schwerer Pneumokokken-Erkrankungen werde durch fulminante Krankheitsverläufe erschwert: „Jeder zweite Todesfall ereignet sich innerhalb von 48 Stunden trotz Antibiotikagabe.“

Und Pneumokokken trage jeder zweite von Natur aus in sich, ergänzte Chefärztin Prof. Dr. Almut Pforte (Krankenhaus Neuwittelsbach, München) - es sei nur eine Frage der Zeit, wann die Abwehrkräfte eine Schwachstelle aufwiesen.

Da die Impfung gegen Influenza stärker angenommen werde (in der Altersgruppe an die 50 Prozent), empfehle sich eine Kombination beider Impfungen beim Hausarzt, schlugen Prof. Dr. Thomas D. Szucs (Institut für Sozial- und Präventivmedizin, Universität Zürich) und Dr. Volker von der Damerau-Dambrowski (stellvertretender Vorsitzender Landesverand Niedersachsen des Deutschen Hausärzteverbandes) vor. (hk)


Belastungsinkontinenz der Frau mit Therapiemöglichkeiten

Etwa jede siebte Frau leidet unter Belastungsinkontinenz (früher auch Stressinkontinenz), dem unwillkürlichen Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder bei körperlichen Betätigungen. Doch nur gut die Hälfe der betroffenen Frauen habe bisher dazu einen Arzt konsultiert, sagte Prof. Dr. Klaus-Peter Jünemann, Direktor der Klinik für Urologie des UK S-H, Campus Kiel, bei einem Referat über „eines der letzten medizinischen Tabuthemen“ vor dem Gesprächskreis Hamburger Medizinjournalisten.

Die Belastungsinkontinenz sei mit fast 50 Prozent die häufigste Form der weiblichen Harninkontinenz, gefolgt von der Dranginkontinenz mit über 20 Prozent und der Mischinkontinenz (aus beiden Formen) mit knapp 30 Prozent. Betroffen seien hauptsächlich Frauen aufgrund ihrer instabileren Beckenbodenmuskulatur, zusätzlich belastet durch Geburten und Wechseljahre. Im Seniorenheim brauche das Pflegepersonal bei den Hochbetagten bereits um die 50 Prozent der Pflegezeit für das Problem Inkontinenz. Die Belastungsinkontinenz sei aber keine typische Alterserscheinung, sondern treffe auch jüngere Frauen.

Die Behandlung sei seit kurzem durch Einführung des Wirkstoffs Duloxetin aussichtsreich ergänzt worden. Denn dieser Wirkstoff, so Jünemann, greife im zentralen Nervensystem an und verstärke die körpereigenen Botenstoffe hin zum Sphinkter zum Schließen der Harnröhre. So werde das bisherige Therapiespektrum mit Beckenbodentraining, Pessaren/Tampons oder Operation (z. B. Anheben von Blase und Schließmuskel) ergänzt. Bei der Therapie haben natürlich auch die Frauenärzte (speziell: Uro-Gynäkologie) ihren wichtigen Platz.

Weitere Informationen besonders auch für Patienten unter www.Kompetenz-In-Kontinenz.de der Deutschen Kontinenzgesellschaft. (hk)


Für Erhaltung der Rechtsmedizin

Mit breiter Mehrheit hat sich der Landtag auf Antrag der FDP für die Erhaltung der Rechtsmedizin mit Laborkapazitäten an beiden Standorten Lübeck und Kiel ausgesprochen. Anlass waren, so heißt es vonseiten des Landtages, Überlegungen des UK S-H, das Institut aus Kostengründen zu verkleinern oder zu schließen. Die Liberalen wiesen zur Begründung auf die Bedeutung der Rechtsmedizin nicht nur für das Medizinstudium, sondern auch als unverzichtbare Dienstleistung für Polizei, Justiz und andere hin. Dem schlossen sich im Wesentlichen Vertreter aller im Landtag vertretenen Parteien im Plenum am 27. Mai an.

Der zweite Punkt des Antrags (zügige Ausschreibung und Wiederbesetzung des Lehrstuhls Rechtsmedizin - Nachfolge Prof. Oehmichen) wurde laut Pressestelle an den Ausschuss verwiesen. Info: www.sh-landtag.de, Drucksache 16/16 und Protokoll 27.5., S. 217 ff. (hk)



Terminankündigung
Fortbildung für Transplantationsbeauftragte

Am 5. Oktober 2005 von 14:00 bis 18:00 Uhr wird das Jahrestreffen der Transplantationsbeauftragten der Organspenderegion Nord in Hamburg stattfinden. Das diesjährige Treffen konzentriert sich auf den Bereich Hamburg und Schleswig-Holstein, um gezielt die regionalen Aktivitäten in den dortigen Kliniken zu beleuchten.
Alle interessierten ärztlichen, aber auch pflegerischen Transplantationsbeauftragten sind herzlich eingeladen. Das Treffen ist eine gemeinsame Veranstaltung der Ärztekammer Hamburg, der Hamburger Krankenhausgesellschaft und der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Fortbildungspunkte sind beantragt worden.

Information und Anmeldung: Bettina Güthling (Koordinatorin DSO, Region Nord), Tel. 040/89066888, Fax 040/88169047, E-Mail bettina.guethling@dso.de. (I)


Buchtipp: „Ethisch handeln im Krankenhaus“

Fallbeispiele gewähren einen besonders guten Zugang zu ethischen Problemen in der klinischen Praxis. Vierzehn davon haben Autoren aus mehreren Bereichen wie Medizin, Pflege, Krankenhausseelsorge und Rechtspflege anschaulich in einem kürzlich erschienenen Sammelband geschildert:
Ulrike Sehring und Franz Segbers: Ethisch handeln im Krankenhaus, Eine Handreichung (der Arbeitsgemeinschaft Ev. Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen in Hessen) für den Alltag, hrsg. von den Diakonischen Werken in Hessen, Frankfurt 2005, ISBN 3-98089422-2-3, 10 Euro plus Porto, Tel. 069/7947-286.

Geschildert werden Fälle und die Herangehensweise etwa zu Punkten wie Aufklärung bei ungünstiger Prognose, Umgang mit Angehörigen, künstliche Ernährung oder Sterbebegleitung. Ein leicht gekürztes Zitat aus dem Bereich „Rationierung und Zweiklassenmedizin“:

„Ein Krankenhaus benötigt dringend für die Diagnostik in der Gastroenterologie ein hochwertiges Ultraschallgerät sowie für die Diagnostik im Brustzentrum ein modernes Biopsiegerät. Aufgrund der Knappheit der Investitionsmittel kann nur eine der beiden Investitionen realisiert werden. Das Direktorium entscheidet sich für das Biopsiegerät in der Hoffnung, dass damit langfristig mehr Patienten (im ersten Jahr nur 100) gewonnen und damit die Existenz des Hauses gesichert werden kann. Es wird in Kauf genommen, dass von jährlich etwa 2 000 Patienten der Gastrologie ein Teil zu ungenau untersucht und damit Erkrankungen zu spät diagnostiziert werden.“

Ergänzend ein Hinweis auf den noch aktuellen Tagungsband „Evangelische Krankenhäuser zwischen kirchlichen und ökonomischen Sachzwängen“, Akademie Loccum 2003, 164 Seiten, ebenfalls 10 Euro
(s. o. oder direkt Tel. 05766/81-119) mit lesenswerten Einzelberichten aus christlich geprägten Häusern,
u. a. von P. Donata Dörfel vom Diako Flensburg. (hk)


Neue Chefs in Damp Gruppe

Dr. Thorsten Gehrke
(Foto: Privat)
Neuer Ärztlicher Direktor der ENDO-Klinik ist Dr. Thorsten Gehrke, Orthopäde (Spezialist für Hüft- und Knie-Endoprothetik) und Sportmediziner. Er löst den langjährigen Ärztlichen Direktor Dr. Götz von Foerster aus dem Gründerteam um Prof. Buchholz ab, der an die Tabea-Spezialklinik in Hamburg-Blankenese geht. Dies wurde bekannt während der 54. (internationalen) Jahrestagung der Norddeutschen Orthopädenvereinigung (NOV), bei der über 500 Referenten und Besucher Innovationen wie die neue zervikale Bandscheibenprothese und die minimal-invasiv navigierte Knie-Endoprothetik live erlebten. Tagungspräsident Prof. Löhr (ehem. MUL) bleibt ENDO als Chefarzt verbunden. Jahrestagungen der NOV sollen künftig jeweils zwei Jahre in Hamburg und im dritten Jahr an einem wechselnden Ort stattfinden.

Neuer Geschäftsführer der PraxisKlinik Kiel wurde Dr. rer. oec. Thies Boysen, zuvor Leiter des Büros des Vorstandsvorsitzenden Dr. Schleifer der Damp-Gruppe. Nach Beendigung der Modernisierungs- und Erweiterungsarbeiten in der Klinik Waldwiese für über fünf Millionen Euro soll auch der zweite Standort Wellingdorf ausgebaut werden.

Über 20 000 Patienten hat Dr. Helmut Kropp, Begründer und bis heute Chefarzt der Neurologie in der Ostseeklinik Damp in 30 Jahren behandelt. Er ist zugleich seit langem engagierter Landesvorsitzender der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft in Schleswig-Holstein. (hk)


GEK-Report Hüft- und Knie-Endoprothetik

Weniger als 45 Prozent der Patienten mit Knie-Endoprothese und weniger als 60 Prozent mit künstlichem Hüftgelenk zeigten sich postoperativ zufrieden. Dieses bedenkliche Ergebnis brachte die jüngste Untersuchung der Gmünder Ersatzkasse GEK in ihrem Report zur akutstationären Versorgung 2005. Erste Ergebnisse der beauftragten Institute der Medizinischen Hochschule Hannover und des dortigen Instituts für Sozialmedizin (ISEG, Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Schwartz) wurden der Presse Mitte Juli vorgelegt - der komplette Bericht wird noch gedruckt. Viele GEK-versicherte Patienten klagten bei der Befragung ein Dreivierteljahr nach der OP über mindestens eine Komplikation. Ob auch die zum Teil weniger beachteten Risiken postoperativer Schmerzen hinterfragt wurden, wird man sehen. Die Raten für leichte bis mittlere Komplikationen lägen jedenfalls höher als erwartet.

Die Kosten belaufen sich immerhin auf etwa 9 200 Euro (Hüfte), 11 700 (Knie) und rund 2 300 Euro für die anschließende Rehabilitation. Die Fallzahlen sind hoch; allerdings ist häufigste Reha-Diagnose die meist vorangehende Hüftgelenksarthrose sowie Rückenbeschwerden (Statistisches Bundesamt 01.07.05). Prof. Schwartz: „Die Rehabilitation nach Hüftgelenkersatz führt zu einer substanziell bessere Alltagsfunktion, während Patienten nach Kniegelenkersatz davon weniger profitieren“.

Für die GEK wie auch für andere Kassen sind derartige Probleme Anlass zum Ausbau der Integrierten Versorgung mit Betreuung aus einer Hand, mit Qualitätssicherung, Haftungsregelung und Garantiezeit. (hk)


Verabschiedung nach fast 30 Dienstjahren

Gerhard Heinrici (Foto: SH)

Am 8. Juli 2005 verabschiedete sich Gerhard Heinrici nach über 29 Dienstjahren von seinen Kolleginnen und Kollegen in der Ärztekammer und ging in den wohlverdienten Ruhestand. Gerhard Heinrici war zu Beginn seiner Tätigkeit am 1. Juli 1976 in den Bereichen Registratur, Arztaktenverwaltung, Materialausgabe, Postbearbeitung und in der Druckabteilung tätig. Er wechselte dann zum 1. Januar 1982 in die Personalabteilung der Kammer als zuständiger Mitarbeiter für die Lohn- und Gehaltsabrechnung. Er hat in den Folgejahren dann den Aufbau und die ständige Fortentwicklung unserer Gehaltsbuchhaltung und Personalverwaltung entscheidend geprägt und verantwortet, die neben dem Kernbereich der Kammer auch die Bereiche Akademie, Edmund-Christiani-Seminar, Versorgungseinrichtung und später Krebsregister umfassen. Wir wünschen Gerhard Heinrici alles Gute für seinem Ruhestand und noch viele schöne Skiurlaube mit seiner Ehefrau. (II)


Verabschiedung von Dr. Henning Schmidt
Dr. Henning Schmidt
(Foto: Klinik)

Im Rahmen einer großen Festveranstaltung am 29. Juni 2005 im evangelisch-lutherischen Diakonissenkrankenhaus (DIAKO) Flensburg wurde die berufliche Lebensleistung des Neurochirurgen Dr. Henning Schmidt von Fachkollegen, Mitarbeitern und Krankenhausleitung anlässlich seiner Verabschiedung als Chefarzt der Neurologischen Klinik in den Ruhestand gewürdigt. Henning Schmidt blickt auf eine 25-jährige Dienstarbeit an der Förde zurück.

Der 64-jährige gebürtige Bönningstedter baute in den 80er Jahren die Neurochirurgische Klinik in Flensburg auf. Mit Leidenschaft und vollem Einsatz, wie ihm bescheinigt wurde. Weitergebildet wurde Schmidt bei Prof. Braun, seinem Doktorvater in Wuppertal, dann wechselte er in die Neurologie des Allgemeinen Krankenhauses St. Georg in Hamburg zu Prof. Seitz. Und nachdem er anschließend einige Jahre im Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf (UKE) unter Prof. Kauzky und Prof. Hermann tätig war, ging Henning Schmidt nach Flensburg. Chefarzt Dr. Wolfers lockte den aufstrebenden jungen Arzt mit dem Versprechen „Hier können Sie alles machen“ an das St. Franziskus Hospital. Und Dr. Schmidt machte alles, baute „seine“ Klinik aus dem Nichts auf und wechselte 1986 in das Flensburger Diakonissenkrankenhaus, das gemäß Krankenhausbedarfsplan eine eigene neurochirurgische Abteilung eröffnet hatte. Seit Mai 1991 wirkte Dr. Henning Schmidt dort als Chefarzt. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Klinik zu dem, was sie heute ist - zu einer Hauptabteilung des Krankenhauses mit 40 Planbetten und sechs Intensivbetten, mit drei Oberärzten und 4,5 Assistenzarztstellen.

Wie Bischof Dr. Hans-Christian Knuth als Vorsitzender des Aufsichtsrates in seiner Würdigung betonte, habe Dr. Henning Schmidt das Ansehen des Diakonissenkrankenhauses maßgeblich mit geprägt und die Neurochirurgie in Flensburg zu einer führenden Klinik ausgebaut. Das zeige sich unter anderem daran, dass sich 27 Fachkollegen beworben hatten, um seine Nachfolge anzutreten. Die Wahl fiel auf Dr. Wolfgang Börm. Der gebürtige Nordfriese wirkte bisher als leitender Arzt an der Neurochirurgischen Klinik der Universität Ulm und wechselte zum 1. Juli 2005 an die Klinik des Diakonissenkrankenhauses. (Astrid Boelter)

Zehn Jahre bei der Kammer
Christina Lehmann jetzt in der Familienpause

Christina Lehmann
(Foto: SH)
Als Auszubildende zur Kauffrau für Bürokommunikation kam Christina Lehmann (29), damals noch mit Mädchennamen Studt, zur Ärztekammer. Am 23. Juni 2005 konnte sie auf zehn Jahre Tätigkeit bei der Kammer zurückblicken.

Nach Abschluss der dreijährigen Ausbildung wurde Christina Lehmann in die Weiterbildungsabteilung übernommen, gerade zu einer Zeit, als eine neue Weiterbildungsordnung eine zusätzliche Arbeitskraft erforderlich machte. Neben der Bearbeitung der Anträge auf Anerkennung von Facharztbezeichnungen und Weiterbildungsbefugnissen zeichnete sie sich durch ihre verbindliche Art auch bei der Betreuung der mündlichen Facharztprüfungen aus.

Christina Lehmann hat Mitte Juli ihr zweites Kind bekommen und befindet sich derzeit in Mutterschutz. (I)



Ärztegenossenschaft: Kooperationsformen

Die Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein eG (ÄGSH), eine der dienstleistungsorientierten Parallelorganisationen zu den Kassenärztlichen Vereinigungen (jetzt mit eigenem Bundesverband), hat am 1. Juni eine Broschüre über ärztliche Kooperationsformen mit Schwerpunkt Medizinische Versorgungszentren (MVZ) herausgegeben. Ziel sei, den Kollegen Mut zu machen, über Kooperationen nachzudenken, sagte Dr. Klaus Bittmann, 1. Sprecher der Ärztegenossenschaft. Die 54 Seiten umfassende Broschüre mit dem Titel „Die Zukunft selbst gestalten“ kann für 12 Euro plus Versandkostenersatz erworben werden. Mitglieder erhalten einen Vorzugspreis (Näheres unter www.aegsh.de oder Tel. 04551/ 9999-0). Zusätzlich bietet die ÄGSH in Kooperation mit Experten Beratung zum Thema MVZ an. (hk)



Leserbriefe

Leserbrief von Ralf W. Büchner zum Artikel „Zwangsgeld gegen Kassenärztliche Vereinigung“, SHÄ 6/2005, S. 15

 
Ralf W. Büchner
(Foto: SH)
 


Auf Seite 15 der Juni-Ausgabe unseres Schleswig-Holsteinischen Ärzteblattes findet sich eine Mitteilung von Kathrin van Heek mit der Überschrift „Zwangsgeld gegen Kassenärztliche Vereinigung“.
Hierbei handelt es sich um eine Pressemitteilung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendpsychiater, sodass folglich das Logo des Berufsverbandes hätte abgebildet werden müssen, nicht aber das Logo der KVSH.
Hierdurch wird der Eindruck erweckt, es handele sich um eine offizielle Mitteilung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Zum Hintergrund fügen wir Ihnen nochmals unsere Pressemitteilung vom 19. Mai 2005 bei.

Ralf W. Büchner, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg
Pressemitteilung der KVSH:

Gezielte Desinformation der Kinder- und Jugendpsychiater Als eine gezielte Fehlinformation hat Dr. Klaus
Bittmann die Pressemitteilung des Berufsverbandes der Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie Schleswig-Holstein bezeichnet. „Unseren Verpflichtungen durch das ergangene Sozialgerichtsurteil sind wir nachgekommen. Die Forderungen des Verbandes entbehren daher jeder Grundlage“, sagte der Vorstandsvorsitzende heute in Bad Segeberg.
Bereits 2003 hat die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) auf Grund des Urteils des Landessozialgerichts die Kinder- und Jugendpsychiater neu beschieden.
Der Festsetzung eines Zwangsgeldes in Höhe von 1 000 Euro durch das Kieler Sozialgericht sieht
Bittmann daher gelassen entgegen: „Wir haben dagegen Beschwerde eingelegt und werden in dieser Sache alle möglichen Rechtsmittel ausschöpfen.“

Leserbrief von Dr. Michael Wittwer zum Artikel „Bauchfell-Dialyse im nephrologischen Zentrum in Lübeck“, SHÄ 6/2005, S. 12

Ob man eine solche Form der Eigendarstellung mit „erhobenem Zeigefinger“ in einem offiziellen Kammerschreiben möchte, ist wohl eine Frage des persönlichen Stils, den ich an dieser Stelle nicht kommentieren möchte.

Es ist sachlich jedoch sicher falsch, eine Reihenfolge der Nierenersatztherapie (zunächst Peritoneal-, dann Hämodialyse) als grundsätzlich sinnvoll zu propagieren, da zu diesem Thema die Datenlage unzureichend ist. Indiziert ist dagegen in Abhängigkeit u. a. von der persönlichen Situation des Patienten, der Komorbidität, den Gefäßverhältnissen und der Restnierenfunktion, das optimale Behandlungsverfahren festzulegen.

Die Nierentransplantation als letzte Möglichkeit in der Therapie zu bezeichnen ist so falsch, dass diese Aussage nicht stehen bleiben darf. Ich kann nur hoffen, dass Herr Rob hier fehlerhaft zitiert wurde. Die Transplantation einer Leichenniere oder im Rahmen der Lebendspende stellt, sofern keine Kontraindikationen vorliegen, die beste Möglichkeit einer Behandlung des terminalen Nierenversagens dar. Voraussetzung ist selbstverständlich die entsprechende Expertise des Transplantationszentrums und der nachbehandelnden Ärzte. Es sollte eine zu grobe Vereinfachung komplexer Sachverhalte vermieden werden, wenn hierdurch falsche Rückschlüsse gezogen werden können.

Dr. Michael Wittwer, NC Nephrologisches Centrum, Sedanstr. 16 a, 24116 Kiel


 
Werner Loosen
(Foto: Privat)
 

Leserbrief von Werner Loosen zum Leserbrief von Harald Lucius, SHÄ 6/05, S. 19

Dass das Schleswig-Holsteinische Ärzteblatt mir (weiter [!!!]) gestattet, Stellung zu Leserbriefen zu beziehen, ist das gute Recht und die Entscheidung der Redaktion. Wenn Dr. Lucius schreibt, ich wiederholte „eindeutig falsche Behauptungen“, dann soll er, bitte, konkret werden. Dr. Lucius schreibt, ich nutzte meine Behauptungen, um mich „zu positionieren“ - das Wort erinnert mich an Marktstrategien - damit habe ich nach knapp 40 Berufsjahren nichts zu tun. Ich hatte Herrn Dix-Bästelein nach dessen Leserbrief (SHÄ 3/05, S. 13) privat geantwortet und die Redaktion entsprechend informiert; daraufhin hatte sie mich gebeten, meinen Brief veröffentlichen zu dürfen. „Diese Dinge“ sollten von Kassenärztlicher Vereinigung und Ärztekammer richtig gestellt werden: Welche Dinge meint Dr. Lucius? Ob Kassenärztliche Vereinigung und Ärztekammer mich „so schlecht informiert“ haben, beantworte ich so: Die Frage nach Ärzten, die an der Zusatzvereinbarung teilnehmen, kann nur die Kassenärztliche Vereinigung beantworten, deren Antwort habe ich zitiert.

Nachfrage im Sachbereich Qualitätssicherung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein: Ende 2004 gab es in Schleswig-Holstein „28 bis 30“ Ärzte, die an der Zusatzvereinbarung der Kassenärztlichen Vereinigung teilgenommen haben; eine ausgesprochene Schmerzpraxis gab es zu dem Zeitpunkt nicht (meine Zahlen waren also richtig). Gegenwärtig nehmen an der Zusatzvereinbarung zwei Ärzte teil, sie arbeiten ausschließlich als Schmerztherapeuten (Stand vom 22. Juni 2005). Dr. Lucius wird es nicht kümmern, denn er bezweifelt ja grundsätzlich meine Darstellung, (Zitat) „egal auf wen er sich bezieht“. Ob ich wohl nur versäumt habe, ihn (Dr. Lucius) zu befragen?

Werner Loosen, Faassweg 8, 20249 Hamburg


Leserbrief von Dr. Marion Packenius zum Artikel „Haben wir etwas missverstanden“, SHÄ 5/2005, S. 26 f.
 
Dr. Packenius
(Foto: Privat)
 


Leider ist dem Verfasser der Publikation „Haben wir etwas missverstanden“ ein Fehler unterlaufen.

Im letzten Absatz steht zu lesen: „Damit stehen für Arzneimittel in Schleswig-Holstein mehr als 641 Millionen Euro, für Heilmittel fast 140 Millionen Euro zu Verfügung“. Diese Angaben sollen sich auf das laufende Jahr 2005 beziehen. Der für Heilmittel angegebene Betrag ist nicht korrekt: Er beläuft sich in 2005 lediglich auf 130,9 Millionen Euro.

Dr. Marion Packenius, Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 8/2005

S. 6-15