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Nachrichten in Kürze

Krankenhauspflege unter wachsendem Druck

Einen „massiven Nachwuchsmangel“, ähnlich wie jetzt zum Teil im ärztlichen Bereich, beklagte der (Bundes-)Verband der DRK-Schwesternschaften bei seiner Jahrestagung in Hamburg. In der Kranken- und Kinderkrankenpflegeausbildung fehlten aus wirtschaftlichen Gründen rechnerisch schon über 30 000 Ausbildungsplätze. Ähnlich bedrückend sei die Situation in der Altenpflege.

In Schleswig-Holstein stellen die Schwesternschaften Kiel (2), Flensburg, Itzehoe, Lübeck sowie teilweise Hamburg (zum Beispiel für das Westküstenklinikum Heide) mehrere hundert Ausbildungsplätze an Krankenpflegeschulen zur Verfügung. Die Nachfrage sei allerdings weit höher, jedoch sei das Leistungsniveau der Schulabgänger kontinuierlich gesunken, sodass immer mehr Pflegeschüler vom Lernstoff überfordert seien und ihre Ausbildung in der Probezeit beenden müssten.

Die Zahl eigener Krankenhäuser schrumpft bei den DRK-Schwesternschaften (als Träger), so zum Beispiel zum 1. Juli 2004 beim Krankenhaus Lübeck-Marli, das jetzt Therapiezentrum ist. (hk)


Buchtipp: „Einfach entspannen“

Weit über die Hälfte aller Arztbesuche, so eine US-Studie, hätten mit stressbedingten Beschwerden zu tun. Nun gibt es Entspannungs-Literatur zuhauf, aber Lektüre und Anwendung sind oft zu kompliziert und können selber Stress bereiten. Dem versucht ein neuer Ratgeber von Dr. phil. Dietmar Pfennighaus zu begegnen: „Einfach entspannen. So fühlt sich das Leben leichter an.“ Wer die Einleitung rasch überliest, findet dann praktische Hinweise, wie typische Stress-Fallen im Alltag umgangen und wie nebenbei zahlreiche kleine „Entspannungsinseln“ geschaffen werden können. Das Buch könnte manchem Patienten helfen, aus Befindlichkeitsstörungen keine Krankheiten werden zu lassen.
Gräfe & Unzer, München 2. Auflage 2005, 126 Seiten, ISBN 3-7742-6046-X,
12,90 Euro. (hk)


Ärztekammer auf Gesundheitsmesse

Die Ärztekammer Schleswig-Holstein mit ihren Einrichtungen Edmund-Christiani-Seminar, Vertrauensstelle des Krebsregisters Schleswig-Holstein und dem Patienten-Ombudsmann/-frauverein Schleswig-Holstein e. V. war auch in diesem Jahr wieder auf der Gesundheitsmesse 2005 in Neumünster vertreten.

Viele Schülerinnen und Schüler besuchten den Messestand der Ärztekammer und konnten sich über die Berufe Arzthelfer(in) und Operationstechnische(r) Angestellte(r) ausführlich informieren.

Zahlreiche Aktivitäten, wie Blutdruckmessungen, Blutzuckermessungen und Lungenfunktionsprüfungen zogen ebenso wie ein Gesundheitsquiz eine respektable Zahl von Besuchern an.

Sowohl zum Patiententestament als auch zum Ombudsverein, zum MedFindex, ArztFindex und zum Krebsregister konnten viele Fragen durch die Ombudsleute und durch die Mitarbeiterinnen der Ärztekammer beantwortet werden. (Br)


Beste Noten für Lübeck

Hochschul-Ranking
Die Universität zu Lübeck bekommt für ihre Studiengänge Informatik und Medizin hervorragende Noten. Im Gesamturteil der Studierenden liegt sie mit beiden Fächern in der Spitzengruppe, der Studiengang Informatik kommt im bundesweiten Vergleich von 43 Universitäten auf Platz drei. Das geht aus dem größten deutschen Hochschul-Ranking vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hervor, das die Wochenzeitung „Die Zeit“ jetzt veröffentlicht hat.

Im Studiengang Informatik zählt die Uni Lübeck gegenüber dem letzten Ranking sowohl im Gesamturteil der Studierenden als auch bei der PC-Ausstattung zu den Aufsteigern. In beiden Kriterien wie auch bei der Studiendauer liegt sie bundesweit in der Spitzengruppe. Insgesamt liegt die Lübecker Informatik, die in Kürze ihr zehnjähriges Bestehen feiert, bundesweit auf einem hervorragenden dritten Platz.

Im Studiengang Medizin liegt die Universität zu Lübeck im Gesamturteil der Studierenden und in der Bettenausstattung in der Spitzengruppe, bei den Forschungsgeldern und in der Reputation der Professoren im Mittelfeld. Lediglich das Betreuungsverhältnis ist unterdurchschnittlich.

Rektor Prof. Dr. Peter Dominiak sagte zum Abschneiden der Universität in der neuen Rangliste: „Das Ranking „Der Zeit“ zeigt, dass sich die Schwerpunktuniversität Lübeck im Konzert der großen Universitäten hervorragend behauptet, wobei die Umfrage aus dem Jahr 2003 datiert. Da in der Zwischenzeit die Drittmitteleinwerbung besonders bei Großprojekten der Deutschen Forschungsgemeinschaft e. V. gesteigert werden konnte, würde eine jetzige Umfrage sogar noch besser ausfallen. Die Bemühungen in Forschung und Lehre haben sich also gelohnt.“

Die Hochschul-Rankings der CHE sind als methodisch besonders qualifiziert und stichhaltig bekannt. Für die Bewertung der Informatik wurden insgesamt 26, für die Medizin 34 einzelne Vergleichskriterien zu Grunde gelegt. (Universität zu Lübeck)


Sachverständigenratsgutachten 2005

Unter dem Titel „Koordination und Qualität im Gesundheitswesen“ hat der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen sein neues Gutachten vorgelegt. Einstweilen steht die vollständige Druckfassung noch aus, erste Hinweise gibt ein zwölfseitiger „Überblick“. Danach geht es dem Rat in der Linie der bisherigen Gutachten um kritische Analyse von „Koordinationsdefiziten, die wiederum mit mangelnder Transparenz, unzureichendem Wettbewerb und inadäquaten Anreizsystemen einhergehen“.

Das Gutachten wurde zwischenzeitlich vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen an Bundesministerin Ulla Schmidt übergeben. Langfassung (762 Seiten) sowie Kurzfassung (92 Seiten) können im Internet unter www.svr-gesundheit.de eingesehen und heruntergeladen werden. (ro)

Als Hauptverursacher dieser Situation macht der Rat die korporative Struktur des Gesundheitswesens aus. Dabei nennt er in einem Atemzug neben den privaten Verbänden auch die öffentlich-rechtlichen Körperschaften Ärztekammern, Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen. Folge des Verbändewesens seien Inflexibilitäten, immer noch unbefriedigende Qualitätssicherungsprozesse und schwache Innovationsfähigkeit. Man darf auf die genaue Begründung gespannt sein.

Außerdem kritisiert der Rat die unzureichende Gesundheitsberichterstattung zur Frage Gesundheit und Armut, fordert (auch von daher) mehr Primärprävention und eine Vereinigung von Kranken- und Pflegeversicherung (Schnittstellenprobleme). Schließlich müssten im Hilfs- und Heilmittelmarkt wie im Arzneimittelmarkt mehr Transparenz und Wettbewerb herrschen. Hier fand der Rat sogar den Beifall des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI), der herauslas, es solle nicht an, sondern mit Arzneimitteln gespart werden. (hk)


Schlaganfall-Forschung

Der Erkenntnisgewinn durch bildliche Darstellung des Heilungsprozesses bei Schlaganfall ist mit Kernspingeräten der jüngsten Generation erheblich gewachsen. Es lässt sich heute beweisen und nicht nur vermuten, dass selbst ein altes durch Apoplex geschädigtes Gehirn über ein Regenerationspotenzial verfügt („plastic potential“). Diese Fähigkeit ist individuell verschieden, abhängig vom Behandlungszeitpunkt und von Therapie (Intervention, Medikation) und Rehabilitation etwa einschließlich Magnetfeld-Stimulation. Was die sich auf Bildgebung stützende Neurologie methodisch aber noch brauchen könnte, wäre eine weitere Annäherung an den Forschungsstand mit großen kontrollierten Studien wie in anderen Medizinbereichen, sagte der Initiator des Hamburger Symposiums „Imaging Recovery from Stroke“ am 23./24. Mai, Prof. Dr. Cornelius Weiller, Ex-Ordinarius im Universitätsklinikum Eppendorf und seit kurzem im weniger umbauwütigen Freiburg. Sein möglicher Nachfolger für einen Bereich der nunmehr aufgegliederten Neurologischen Klinik, der kommissarische Leiter Prof. Dr. Joachim Liepert, co-organisierte das zweite Symposium dieser Art nach New York 2004. Fast alle der rund 50 Spitzenforscher weltweit waren in der inspirierenden Bibliothek des Warburg-Hauses dabei - und unter den Zuhörern und Diskutanten auch Schleswig-Holsteiner. (hk)


Uni Kiel vorn bei neuer Parkinson-Therapie
Prof. Dr. Günther Deutschl
(Foto: hk)

Beim 16. Weltkongress über Morbus Parkinson und verwandte Krankheiten vom 5.-9. Juni 2005 in Berlin hat eine internationale Studie zur Tiefenhirnstimulation bei fortgeschrittenen Parkinson-Patienten Aufsehen erregt. Ergebnisse legte Studienleiter Prof. Dr. Günther Deuschl, Direktor der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H), Campus Kiel, vor: „Im Vergleich zu medikamentös behandelten Patienten konnte bei den operierten Patienten eine große Verbesserung der motorischen Fähigkeiten um durchschnittlich 40 Prozent und der Lebensqualität um 20 Prozent erreicht werden. Die Behandlung (mit einem Impulsgenerator unter dem Schlüsselbein und feinen Elektroden in der Substantia nigra) kann heute als wissenschaftlich etabliert gelten“. Näheres siehe „Kompetenznetz Parkinson“. (hk)


30 Jahre Reha-Klinik Damp
Reha-Klinik Damp (Foto: Damp Touristik GmbH)

Bei einem Symposium zum 30-jährigen Bestehen der zweitgrößten deutschen Reha-Klinik in Damp hob der Vorstandsvorsitzende der Unternehmensgruppe Damp, Dr. Carl Hermann Schleifer, die große Bedeutung der Rehabilitation hervor. „Maßgeblich für die Zukunft der Rehabilitation in unserer Unternehmensgruppe ist der Ausbau der Anschlussheilbehandlung (AHB) sowie der Prävention.“ Damp betreibt vier stationäre Reha-Kliniken und fünf ambulante Einrichtungen. Langfristig strebe man einen Anteil von über 70 Prozent AHBs an. Dazu sollen weitere (zu erwerbende) Akutkliniken geeignete Patienten zur Verfügung stellen.
Das Reha-Leistungsspektrum solle in folgenden Schwerpunkten konzentriert werden:
1. Ausbau der AHB in den Bereichen Hüft- und Kniegelenkersatz, Kardiologie, Schlaganfall,
2. Spezialisierung auf bestimmte Indikationen wie Nierenpatienten/nach Nierentransplantation (aktuelles Konzept in Damp),
3. Ausbau des präventivmedizinischen Angebots.
Damp wolle auf einem Reha-Markt der Überkapazitäten und des Verdrängungswettbewerbs Vorreiter für Vorsorgemedizin sein, damit es bei der Zahl steigender Hochdruck- und Nierenpatienten gar nicht erst zur Transplantation kommen müsse, sagten Dr. Hans-Markus Johannssen, Geschäftsführer der Reha-Klinik Damp, und der ärztliche Direktor, Dr. Thomas Wessinghage. (hk)


SHMF 2005 und Gesundheitssektor

Auch in diesem Jahr ermöglichen Partner aus der Gesundheitswirtschaft einige Konzerte des 20. Schleswig-Holsteinischen Musikfestivals (SHMF), das ein attraktives Angebot von insgesamt 158 Veranstaltungen mit einem Schwerpunkt Japan bietet (www.shmf.de). Am 15. Juli u. a. Senta Berger im ESI-Center von Ethicon, Norderstedt; am 20. August Blechbläser der Berliner Philharmonie im Kuhhaus Altenhof (Damp-Gruppe). Ferner gibt es am 22. Juli eine öffentliche Generalprobe für Multiple Sklerose-Kranke in der MuK Lübeck mit dem Festivalorchester unter Christoph Eschenbach.
Die beliebten Musikfeste auf dem Lande werden u. a. von verschiedenen Firmen des Pharmabereichs und der medizintechnischen Industrie gefördert. Ähnliche Förderungen sind bei den diesjährigen Festspielen im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern (88 Konzerte von Juni bis Mitte September, www.festspiele-mv.de) angedacht. (hk)


GKV-Qualitätsbericht Reha

Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) haben nach gesetzlichem Auftrag am 1. Juni ihren ersten Qualitätsbericht Rehabilitation 2004 vorgelegt. Ergebnis: Die Strukturqualität (räumliche, personelle und medizinische Ausstattung) ist danach meist gut, die Prozess- und Ergebnisqualität mit Patientenzufriedenheit zeigt auffällige Unterschiede.
Nach einem einheitlichen Prüfraster haben Fachleute der Kassen in Zusammenarbeit mit rehabilitationswissenschaftlichen Experten der Universitäten Freiburg und Hamburg zunächst 160 von rund 600 Reha-Kliniken geprüft, die von der GKV hauptbelegt werden. Aus Schleswig-Holstein waren bisher nur die DRK-Nordsee-Rehaklinik „Goldene Schlüssel“ und die Gesundheitsklinik „Stadt Hamburg“ (beide in St. Peter-Ording) dabei. Eine ständig aktualisierte Klinikliste findet sich im Internet unter www.qs-reha.de.

Unter den aufgelisteten Mängeln fallen selbst auf der ersten Stufe Strukturqualität schwer verständliche Punkte auf: Es fehlen Ärzte mit der notwendigen Zusatzbezeichnung Rehabilitationswesen oder Sozialmedizin.
Und: Es gibt kaum Einrichtungen für blinde, taube/schwerhörige Rehabilitanden. Im Bereich Prozessqualität fallen zum Beispiel „gravierende Mängel“ bei kardiologischen Einrichtungen auf. Und dies bei einer mit Verlaub nicht übermäßig strengen Prüfmethodik mit überwiegenden Selbstauskünften, nur 20 Prozent Visitationen und nicht näher verifizierten Patientenbefragungen. Also Raum für Verbesserungen (die Prüfungen sollen alle drei Jahre wiederholt werden). Immerhin sollen ja die künftigen Rehabilitanden besser über die unterschiedlichen Angebote informiert werden. Vor einer Veröffentlichung im Internet „müssen aber noch rechtliche Fragen geklärt werden“. (hk)


Doch nicht weniger schwerstverletzte Verkehrsunfallopfer

Wie leicht die Politik von falschen Voraussetzungen (etwa bei der Krankenhausplanung) ausgehen kann, zeigt sich bei der an sich positiven rückläufigen Tendenz der Zahl der Getöteten und Schwerverletzten im Straßenverkehr. Erst jetzt ist die Bundesanstalt für Straßenwesen anhand einer Pilotstudie darauf gekommen, dass dies zwar an sich richtig ist, dass aber die Zahl der Schwerstverletzten unter den Schwerverletzten konstant geblieben, ja zum Teil noch gestiegen ist in diesen Bereichen: Wirbelsäulenfrakturen mit Querschnittslähmung, Lungenverletzungen, Hirnleistungsschwäche. Die oft gepriesene Verbesserung der Verkehrssicherheit (durch Gurt, ABS usw.) wäre also zu relativieren. Und nicht jede wenig differenzierte Statistik ist sinnvoll. (hk)


Rehabilitations-Wegweiser

Der Wegweiser der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation hat sich seit Jahren in der täglichen Praxis sowie in Aus- und Weiterbildung bewährt.

In völlig überarbeiteter Auflage vermittelt er einen vertiefenden Einblick in die anerkannten Konzepte einer ganzheitlichen Rehabilitation. Leistungen, Träger, Dienste und Einrichtungen sowie die geeigneten Schritte zur Einleitung und Durchführung von Reha-Leistungen werden ausführlich dargestellt. Es berücksichtigt alle in jüngster Zeit in Kraft getretenen gesetzlichen Regelungen.

Im medizinischen Teil werden die wichtigsten Krankheiten und Behinderungsarten und das jeweils indizierte rehabilitative-therapeutische Vorgehen der Ärzte und weiterer Teammitglieder auf der Grundlage der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF [International Cardiology Foundation] der WHO [Weltgesundheitsorganisation]) beschrieben. Die dritte Auflage bietet u. a.: Aktuelle gesetzliche Regelungen, der Arzt im interdisziplinären Team, Zugang, Angebot und Ziele der Rehabilitation; bibliographische Angaben: Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (Herausgeber), dritte völlig neu bearbeitete Auflage, Deutscher Ärzte-Verlag Köln 2005, 609 Seiten, 14 Abbildungen, 46 Tabellen, 39,95 Euro, ISBN 3-7691-0420-X. (Deutscher Ärzte-Verlag GmbH)


„Informationen über die Tätigkeit des Podologen - Ein Ratgeber für Ärzte“

Die Broschüre „Informationen über die Tätigkeit des Podologen - Ein Ratgeber für Ärzte“ vermittelt Ärzten anschaulich den Tätigkeitsbereich eines Podologen und hilft, den negativ besetzten Begriff der „Fußpflege“ gegenüber der Podologie zu verdeutlichen. Langwierige Dialoge können anhand dieser Broschüre bereits im Vorfeld vereinfacht und durch kurze Beispiele und durch eine Überblick der vielen Heilmethoden optimiert werden.

Die Broschüre gibt einen Einblick in die podologische Behandlung, den Leistungskatalog eines Podologen und stellt die Leistungsbeschreibung der podologischen Therapie vor, die von zugelassenen Podologiepraxen mit der Krankenkasse abgerechnet werden können.
Maren Bloß: „Informationen über die Tätigkeit des Podologen - Ein Ratgeber für Ärzte“, 16 Seiten, Broschüre, Bestellnummer VM20000, erschienen im Juni 2005, 50 Broschüren kosten 19,90 Euro, ab 100 Broschüren je 50 Exemplare 17,50 Euro, ab 250 Broschüren je 50 Exemplare 15 Euro.

Bestellanschrift: SVK GmbH, Abteilung VA/VNM, Postfach 10 60 16, 70049 Stuttgart, Tel. 0711/6672-1231, Fax 0711/6672-1974, E-Mail g.moeller@svd.de. (Verlag Neuer Merkur)


Entwicklungshilfe konkret

Johanniter und Rotarier unterstützen Arbeit des Krankenhauses in Tanga/Tansania

Ein Ultraschallgerät geht auf Reisen: Dr. Ekkehard Schnierber, Chefarzt der Inneren Abteilung und Christian Madsen, Geschäftsführung, freuen sich darüber, dass dieses Gerät eine sinvolle Verwendung gefunden hat. (Foto: Dr. Henning Krämer)

Tansania, eines der ärmsten Länder der Welt, ist seit langem ein Schwerpunktland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im subsaharischen Afrika. Das Johanniter-Krankenhaus Geesthacht und der Rotary Club Herzogtum Lauenburg-Mölln bemühen sich um eine Verbesserung der technischen Ausstattung der städtischen Klinik von Tanga. Jetzt hat das Johanniter-Krankenhaus ein Ultraschallgerät gespendet. Das Ende 2004 ausrangierte Gerät wurde von der Firma Philips vollständig überholt. Es wird über den Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel per Luftfracht nach Daressalam geliefert und von dort auf dem Landweg zu seinem Bestimmungsort gebracht. Die Transportkosten übernimmt der Rotary Club. Hierzu der Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin, Dr. Ekkehard Schnieber: „Die Mitarbeiter des Krankenhauses in Tanga, die ich bei einer Reise nach Tansania persönlich kennen lernen konnte, sind überglücklich. Ihr einziges Ultraschallgerät ist seit einigen Monaten defekt und kann nicht mehr repariert werden“. Tanga ist die nördlichste Hafenstadt Tansanias mit etwa 225 000 Einwohnern sowie der Name der Region, die die Stadt umgibt. Tansania war bis 1919 Teil der Kolonie Deutsch-Ostafrika. Deutschland erfreut sich heute in Tansania nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes beachtlicher Sympathie. Die guten Beziehungen spiegeln sich sowohl in einem regen offiziellen Besucheraustausch (zuletzt Staatsbesuch vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau im März 2004) als auch im privaten Reiseverkehr wieder. (Johanniter-Krankenhaus Geesthacht)


Reha-Klinik Do it! auf dem Priwall

Neueröffnung

Seit Anfang Mai 2005 ist das Domizil der Reha-Klinik Do it! auf dem Priwall in Lübeck-Travemünde fertig gestellt. Die renovierte, nach allen modernen Erfordernissen ausgebaute Klinik an der Mecklenburger Landstraße umfasst neben der geräumigen Seebädervilla ein gut ausgestattetes Bettenhaus mit Räumen für 42 Klienten(innen).

Der Umzug war notwendig geworden, weil die drei Do it!-Villen in Ahrensburg und Großhansdorf (Kreis Stormarn) zu klein geworden waren und nicht mehr den Ansprüchen einer modernen Reha-Klinik genügten. Eine Reihe neuer Funktionsräume für Ergo- und Arbeitstherapie, Sport und Entspannung sowie eine Sauna gehören jetzt zum Standard. Viele der hellen Zimmer haben einen kleinen Wintergarten und alle verfügen über ein eigenes Bad. Umgeben ist die Klinik von einem Garten, den Klienten(innen) unter Anleitung bepflanzen und pflegen. Schöne Wohnecken und Speiseräume laden ein zum Plausch. In der Cafeteria des Hauses - mit Poolbillard und Kickertisch - werden in der Freizeit Turniere ausgetragen. Unter fachlicher Anleitung können im Musikraum die ersten Gitarrenriffs geübt werden und die Songs der Do it! Band erhalten den letzten Schliff. (Therapiehilfe e. V.)


Telemedizin für Umland-Partner

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) arbeitet an einem e-Health-Portal (epnet) für Patienten und Partner des UKE, wie z. B. das Klinikum Pinneberg. Darüber informierte Dr. Stefan Neumann, Mediziner und jetzt im Geschäftsbereich IT-Technologie des UKE bei der 11. Vortragsveranstaltung „Dialog e-Health“ des Vereins Hamburger Gesundheit e. V. (www.hamburger-gesundheit.de) in seinem Teilreferat „Gesundheit im Eppendorfer Netz“. Ziel sei, in zwei Portalen (intra für Patienten, extra für andere wie Kliniken) Gesundheitsdaten wie Entlassungsbrief, OP-Bericht, Laborwerte, Pathologiebericht usw. elektronisch zur Verfügung zu stellen. Dies sei bisher von Klinikseite „mitnichten üblich“, solche Daten seien oft in Datenbanken „verbuddelt“.

Der Patient könne bei gewünschter Weitergabe z. B. an den Hausarzt auch Teile sperren, was für den Empfänger nicht erkennbar sei. Dies kritisierte in der Diskussion Dr. Uwe Denker (Bad Segeberg), er fühle sich in dem Fall als Hausarzt schlecht informiert. Antwort: Die Teilsperrung komme wohl nur selten vor. Der Arztbrief solle hiermit nicht ersetzt werden. Mit der Umsetzung über den Mitarbeiterkreis hinaus bei den UKE-Patienten soll in den nächsten Wochen begonnen werden.

Am Aufbau telemedizinischer Angebote und an den technischen Voraussetzungen für die integrierte Versorgung (z. B. Einweiserportale) arbeiten seit kurzem in Hamburg auch die Unternehmen Asklepios Kliniken GmbH (mit dem AK Barmbek als Referenzzentrum für e-Health), Microsoft und Intel zusammen. (hk)


Vertrauensvotum für Hoppe
Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe Dr. Arnold Schüller
(Fotos: Erdmenger/ÄkNo)

Mit großer Mehrheit ist der Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages, Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe (64), am 18. Juni in Düsseldorf für vier weitere Jahre zum Präsidenten der Ärztekammer Nordrhein gewählt worden. Die neu zusammengesetzte Delegiertenversammlung der bundesweit drittgrößten Ärztekammer berief den Dürener Pathologen mit 80 Prozent der Stimmen erneut an ihre Spitze. Damit hat er erneut breiten Rückhalt in der nordrheinischen Ärzteschaft gefunden. Hoppe führt die Ärztekammer Nordrhein seit 1993 gemeinsam mit dem Vizepräsidenten Dr. Arnold Schüller (52), der als niedergelassener Internist in Düsseldorf arbeitet. Auch Schüller wurde mit 65 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt. (Ärztekammer Nordrhein)


PD Dr. Stefan Hautmann
(Foto: Privat)

Habilitation für Stefan Hautmann

PD Dr. Stefan Hautmann, geb. 14. November 1967, Oberarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, hat sich im Fachgebiet Urologie habilitiert und die Venia Legendi erhalten. Titel der Habilitationsschrift war „Molekularbiologische Untersuchungen zur Diagnostik des Urothelkarzinoms der Blase“. (PD Dr. Stefan Hautmann)

 

 


Leserbriefe

Leserbrief zum Artikel „Fred Fändrich neuer Klinikleiter“, SHÄ 5/2005, S. 32

Beim Durchblättern des gelb-weißen Büchleins, das allmonatlich unsere Briefkästen bereichert, stieß ich im Mai zwischen den üblichen fachlich-sachlichen Zeugnissen der modernen Medizin auf ein wahres Meisterstück zeitgenössischer Literatur. Zeile für Zeile, Wort für Wort wird einem bewusst, dass diesem Aufsatz mehr als reines medizinisches Interesse gebührt. Aber bitte, liebe Kolleginnen und Kollegen, bewundern Sie selbst: „[Herr Prof. Dr. Peter Dohrmann] wird in Zukunft die Sektion der Thoraxchirurgie leiten. Hier sind die Schwerpunkte hepatobiliäre, Pankreas-, Magen-Darm-, endokrinologische und minimal-invasive Chirurgie.“ Revolutionär! Schon diese Stelle ist ein kleines Meisterwerk. Ein nur scheinbar harmloses Zeugnis für die bestürzende Sachkenntnis des Verfassers. Und weiter: „Es wurde eine interdisziplinäre onkologische Ambulanz gegründet. In dieser muss sich der Patient jetzt noch melden, das heißt für die Organisation ist jetzt alleine eine Stelle zuständig.“ Welch messerscharfer Schluss! Dem Verfasser gelingt es auf unerhörte Art, Schicksale so authentisch zu schildern, dass der Leser geradheraus Anteil nehmen muss. Und kurz darauf steigert sich das Werk zu einem seiner vielen Höhepunkte: „Die Kooperation mit den Niedergelassenen war zwar schon immer vorhanden, doch jetzt erst sind die Strukturen dafür gebildet worden.“ Hier werden Dinge in einer Eindringlichkeit und Präzision beschrieben, die bisher in der medizinischen Literatur nicht zu finden waren. Selbst mathematisch-statistische Expertise wird uns nicht vorenthalten: „Der Campus Kiel hat eine Transplantationsquote von über 200 Transplantationen.“ Liebe Kolleginnen und Kollegen, ein Werk, das in keinem Bücherschrank fehlen sollte.

Dr. Daniel Zeyse, Reiterweg 5 e, 25746 Wesseln

Anmerkung der Redaktion:

Mea culpa: Sie haben mich voll erwischt, Herr Kollege. Ich habe im Arbeitsschwung ein oder zwei Sätze gestrichen, ohne zu merken, was dabei herauskommt. Auch bei weiterem Fortschreiten der Sparbemühungen wird es wohl kaum am Kieler Universitätsklinikum zu einem derart weitgefassten „Superfach“ Thoraxchirurgie kommen. Ich werde mich in Zukunft bemühen, etwas mehr auf die Folgen meiner Überarbeitung zu achten. Herzlichen Dank für Ihren liebevoll formulierten Leserbrief.

Dr. Karl-Werner Ratschko, Schriftleiter, Ärztekammer Schleswig-Holstein, Bismarckallee 8-12, 23795 Bad Segeberg


Leserbrief von Prof. Dr. Jürgen Steinhoff zum Artikel „Bauchfell-Dialyse im nephrologischen Zentrum in Lübeck“, SHÄ 6/2005, S. 12

Prof. Steinhoff
(Foto: Privat)

Das in dem Beitrag favorisierte Stufenschema der Therapie bei terminaler Niereninsuffizienz ist so nicht durchgehend anwendbar. Dem betroffenen Patienten werden unter medizinischen und sozialen Aspekten die verschiedenen Dialyseverfahren Bauchfell- und Hämodialyse grundsätzlich angeboten. Falls möglich, sollte jedoch die Nierentransplantation die erste und nicht, wie in dem Artikel beschrieben, die letzte Möglichkeit sein.

Die Transplantation ist nach hoch evidenter Literaturlage die bezüglich Lebensqualität und Lebenserwartung eindeutig überlegene Therapiemethode. Darunter nimmt die Transplantation mittels Lebendspende nochmals eine positive Sonderstellung ein.

Inzwischen ist Lübeck eines der führenden Transplantationszentren und transplantiert beispielsweise mehr Nieren als die Universität der benachbarten Millionenstadt Hamburg. Gerade die Lebendspende hat daran einen großen Anteil.

Nach dem Beitrag soll die Chronische Ambulante Peritonealdialyse (CAPD) in Deutschland unterrepräsentiert sein. Das ist so nicht richtig. In anderen Ländern, gerade auch in dem als Vorbild genannten Großbritannien, gibt es für die chronische Dialyse eine aus Kostengründen verhängte generelle Altersbeschränkung, sodass den betroffenen Patienten nichts anderes übrig bleibt als auf die materialtechnisch billigere und damit u. U. privat finanzierte CAPD auszuweichen, auch wenn die sonstigen medizinischen Gründe dagegen sprechen. So ist zum Beispiel eine CAPD ab einem Körpergewicht von 80-85 kg nicht als ausreichend für eine vernünftige Entgiftung des Körpers anzusehen. Solche Patienten sind dann also schlechter behandelt als mit der Hämodialyse. Auch nimmt der Anteil der älteren Patienten ständig zu. Diese sind häufig nicht in der Lage, die zu Hause zu schaffenden räumlichen Anforderungen der CAPD zu erfüllen, zudem sind die erforderlichen manuellen und sensorischen Fähigkeiten, die die Durchführung der CAPD erfordern, nicht immer gegeben. Lebensgefährliche Komplikationen wären dann die Folge.

Grundsätzlich werden am Universitätsklinikum Lübeck jedem Patienten, unabhängig vom Alter, die unterschiedlichen Dialyse- und Transplantationsverfahren einschließlich der CAPD vorgestellt, die Vor- und Nachteile der Verfahren werden eingehend diskutiert. Danach entscheidet sich der Patient, in der Regel unter Einbeziehung der Familie, für eines der Therapieverfahren.

Die am Ende des Beitrags geäußerte Behauptung, dass das Universitätsklinikum keine Ärzte mit CAPD-Erfahrung vorweisen könnte, ist schlichtweg falsch. Wir betreuen sowohl ambulant als auch stationär zahlreiche CAPD-Patienten.

Prof. Dr. Jürgen Steinhoff, Medizinische Klinik I, UK S-H, Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 7/2005

S. 4, 6-11