zurück zur Rubrikensuche
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Rezensionen
Management des Schlaganfalls

Bibliographische Angaben: Prof. Dr. Hans Christoph Diener, Dr. Achim Mallmann, Prof. Michael Forsting, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2004, 80 Seiten, 24 Abbildungen, 14,95 Euro, ISBN 3-13-133331-6

Kurze Inhaltsangabe: In diesem kleinen Buch über das Management des Schlaganfallpatienten wird ein symptomorientierter Zugang anhand von acht Patientengeschichten dargestellt. Dabei wird der Bogen von der Primärprävention über die Akuttherapie zur Sekundärprävention gespannt. Die diagnostischen und therapeutischen Empfehlungen richten sich dabei nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Europäischen Schlaganfallinitiative.

Kritische Bewertung: Es handelt sich hierbei um ein kurzes und kurzweiliges Büchlein zum Umgang mit Schlaganfallpatienten, wo prägnant das diagnostische und therapeutische Vorgehen abgehandelt wird. Dabei werden zu den einzelnen Fällen interessante Fragen gestellt und beantwortet, welche auf Probleme in der Behandlung dieses Krankheitsbildes in der alltäglichen Praxis eingehen. Kritisch anzumerken ist, dass die Medikamente Atorvastatin sowie die Kombination ASS plus retardiertes Dipyridamol zu sehr in den Vordergrund gehoben werden.

Empfehlung: Ein kleines empfehlenswertes Büchlein für Zwischendurch, als Aperitif oder als Appetizer, um sich vertieft mit dieser Materie zu beschäftigen. Aus diesem Grunde sind alle Ärzte(innen), die sich in irgendeiner Weise mit dem Schlaganfall beschäftigen, Zielgruppe dieses Buches.

Rezensent: Dr. Henrik Herrmann, Westküstenklinikum Brunsbüttel, Delbrückstr. 2, 25541 Brunsbüttel


 


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 06/2005

S. 65, 88

Amor, Äskulap & Co.
Klassische Mythologie in der Sprache der modernen Medizin

Bibliographische Angaben: Axel Karenberg, Schattauer, Stuttgart 2004, 216 Seiten, 55 Abbildungen, 4 Tabellen, 29,95 Euro, ISBN 3-7945-2343-1
 

Kurze Inhaltsangabe:
Klassische Sagen haben über viele Jahrhunderte die medizinische Sprache mitbestimmt. Das zeigt sich z. B. an Begriffen wie Morphin, Atropin, Achillessehne, Syphilis oder Narzissmus. Der Autor, Medizinhistoriker in Köln, informiert auf kurzweilige Art über die Zusammenhänge der medizinischen Terminologie mit interessanten Figuren des Altertums
und der Geschichte.

 
Kritische Bewertung: Der Verfasser bezweifelt selbst, ob die im Wortschatz der Heilkunde gespeicherten Gestalten der Antike noch lange von Interesse sind. Beteiligt uns z. B. noch die Tatsache, dass die Eosinophilen des Blutbildes nach Eos, der Göttin der Morgenröte, benannt sind, die am Morgen das Auftauchen ihres Sonnenbruders Helios mit „rosenfingrigen“ Strahlen ankündigt?

Sonstiges: Ein Beispiel für die Beziehungen zwischen Medizin und Mythologie ist der Ödipuskomplex. Freud meinte, dass ein Knabe unbewusst seine Mutter begehre und seinen Vater als Rivalen hasse. Der Begründer der Psychoanalyse benannte seine Beobachtung nach Ödipus, der, wenn auch ohne sein Wissen, den Vater tötet und die Mutter heiratet.

Empfehlung: Nach einem häufigen Urteil driften heute Natur- und Geisteswissenschaften immer weiter auseinander. Das Buch trägt dazu bei, die naturwissenschaftlich-technische Medizin und den literarisch-humanistischen Bereich zusammenzuführen.

Rezensent: Prof. Dr. Karlheinz Engelhardt, Jaegerallee 7, 24159 Kiel