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108. Deutscher Ärztetag

Der Deutsche Ärztetag diskutiert die Arbeitssituation der niedergelassenen Ärzte
Orientierung an der Marktwirtschaft - oder - Optimierung der Planwirtschaft?

Elisabeth Breindl

Um die Rahmenbedingungen für eine Berufsausübung in eigener Praxis so zu verändern, dass die Niederlassung in Deutschland für den ärztlichen Nachwuchs wieder attraktiv wird, müssen grundlegende Entwicklungen eingeleitet werden.

Dieses wurde von Dr. Franz Gadomski, Vorsitzender des Ausschusses „Ambulante Versorgung“ der Bundesärztekammer in seinem Referat zur Arbeitssituation der niedergelassenen Ärzte anlässlich des 108. Deutschen Ärztetages in Berlin Anfang Mai dieses Jahres gefordert.

Im Einzelnen verlangte er, dass die Politik aufhören müsse, das Gesundheitswesen als gigantisches Experimentierfeld für ideologisch geprägte Versorgungskonzepte zu missbrauchen, dass die bürokratische Überfrachtung ärztlicher Berufsausübung reduziert werden muss und dass die Niederlassung als Vertragsarzt ihren Stellenwert in der ärztlichen Versorgung wieder erhält und damit auch jungen Ärzten wieder eine Perspektive in der Niederlassung geboten wird. Aber auch die vertragsärztlichen Strukturen müssen sich an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen. So muss den Versicherten aller Kassen ein attraktives und qualitativ gesichertes Hausarztversorgungsmodell angeboten werden. Allen an der Primärversorgung teilnehmenden Facharztgruppen muss die Existenzsicherung in eigener Praxis garantiert werden, zugleich muss auch die spezialisierte fachärztliche Versorgung eine Zukunft in eigener Niederlassung haben.

Nicht nur der Vortrag von Dr. Gadomski, auch die den Delegierten vorgelegten Anträge wurden engagiert diskutiert. Dabei wurde gefordert, dass die Ärzteschaft solidarischer auftreten muss. Sie sollte sich nicht durch die Politik spalten lassen. Der Fortschritt würde von den Ärzten bezahlt werden. Diese würden nicht für sich sparen, sondern für alle anderen. Wie ein solch marodes System, wie es genannt wurde, aufgefangen bzw. wie bessere Rahmenbedingungen gestaltet werden könnten, wird die ebenfalls vom Deutschen Ärztetag geforderte Versorgungsforschung zeigen.

Dr. Elisabeth Breindl, Ärztekammer Schleswig-Holstein, Bismarckallee 8-12, 23795 Bad Segeber


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 06/2005

S. 58