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108. Deutscher Ärztetag

Armut und Arbeitslosigkeit machen krank

Auch dabei: Schriftleiter Dr. Karl-Werner Ratschko
(vorn re.) (Foto: Dr. Heiber)

Armut macht krank: Arme Menschen haben gegenüber Wohlhabenden eine durchschnittlich um bis zu sieben Jahre geringere Lebenserwartung, zudem haben sie gegenüber den Wohlhabendsten in nahezu jeder Lebenssituation ein mindestens doppelt so hohes Risiko schwer zu erkranken, vorzeitig zu versterben, einen Unfall zu erleiden oder von Gewalt betroffen zu sein.

Aus ärztlicher Sicht bedrohen und verschlechtern relative Einkommensarmut und Armut als Minderversorgung in relevanten Lebensbereichen, nämlich an Arbeit, an Bildung, an Wohnungsmöglichkeiten, an Kultur und Politik, an Beziehungen und emotionalen Bindungen die Gesundheit und erhöhen das Mortalitätsrisiko. Ärztinnen und Ärzte erleben dies insbesondere bei Sozialhilfeempfängern, Arbeitslosen, Woh-nungslosen, illegal in Deutschland Lebenden, Migranten, allein erziehenden Frauen, kinderreichen Familien, psychisch Kranken und Heimbewohnern.

In dem von dem 108. Deutschen Ärztetag mit großer Einmütigkeit beschlossenen Leitantrag des Vorstandes wurden den verantwortlichen Stellen mit einem Bündel von insgesamt zwölf Vorschlägen Maßnahmen benannt, mit denen die gesundheitlichen Defizite unterprivilegierter Patientinnen und Patienten ausgeglichen werden könnten. (Rat)


Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 06/2005

S. 55-56